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CORPUS INSCRIPTIONUM LATINARUM

Consilio et auctoritate Academiae Scientiarum Berolinensis et Brandenburgensis editum


Unter der Leitung von Theodor Mommsen wurde 1853 das Corpus Inscriptionum Latinarum (CIL) gegründet. Bis zum Ersten Weltkrieg war bereits der größte Teil der damals bekannten lateinischen Inschriften antiker Provenienz publiziert. Diese Leistung, die von Mommsen, später insbesondere von seinen Schülern in Verbindung mit Wissenschaftlern aus den Fundländern erbrachte wurde, fand internationale Anerkennung. Seitdem ist das von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften herausgegebene Corpus die maßgebliche Dokumentation des epigraphischen Erbes der römischen Antike. Für die Erforschung der römischen Lebenswelt und Geschichte ist es unentbehrlich.

Geschichte des CIL: pdf  (© BAW, Manfred G. Schmidt)

Das CIL erfasst die lateinischen Inschriften aus dem gesamten Raum des ehemaligen Imperium Romanum in geographischer und systematischer Ordnung. Die Edition beruht auf der Autopsie der Inschriften unter Berücksichtigung der handschriftlichen und der gedruckten Überlieferungen. Neufunde und Korrekturen bereits veröffentlichter Inschriften werden in Zweitauflagen und Supplementen ediert, so daß das Corpus aktualisiert und kontinuierlich erweitert wird.

Zusammenfassende Bibliographien, Informationen über die antiken Gemeinden, in denen die Inschriften gefunden wurden, umfangreiche Namens- und Sachregister sowie Karten und Stadtpläne komplettieren die Dokumentation. Das CIL erscheint vollständig in lateinischer Sprache. Heute liegen 17 Bände in rund 70 Teilen mit ca. 180.000 Inschriften sowie 13 Ergänzungsbände mit Tafeln und speziellen Registern vor.

Lieferbare Bände

Die Gliederung des Corpus verbindet systematische mit geographischen Kriterien: Der erste Band ist den republikanischen Inschriften gewidmet, Band XV dem "Instrumentum domesticum" aus Rom, Band XVI den Militärdiplomen, Band XVII den Meilensteinen. Der geplante Band XVIII soll einmal die "Carmina Latina Epigraphica" aufnehmen. Die Bände II bis XIV sind nach Fundregionen unterteilt.


Karte Fundregionen


CIL II: Inschriften der drei Provinzen der iberischen Halbinsel: Hispania citerior, Baetica und Lusitania.
CIL III: Inschriften des östlichen Mittelmeerraumes sowie der Donauprovinzen.
CIL IV: Inschriften von Pompei, Herculaneum und Stabiae.
CIL V: Inschriften von Gallia Cisalpina, d. h. der Regionen IX ‘Liguria’, X ‘Venetia et Histria’ und XI ‘Transpadana’ sowie der Alpenprovinzen Alpes Cottiae und Alpes maritimae.
CIL VI: Stadtrömische Inschriften. Ausgegliedert sind das Instrumentum domesticum (in CIL XV) und die christlichen Inschriften (in ICVR).
CIL VII: Inschriften Britanniens.
CIL VIII: Inschriften Nordafrikas ohne Agypten und die Cyrenaica, d. h. der Provinzen Mauretaniae Tingitana, Caesariensis und Sitifensis, Numidia und Africa proconsularis.
CIL IX: Inschriften der Regionen II, IV und V, also Calabria, Apulia, Samnium, Sabiner Berge und Picenum.
CIL X: Inschriften der Regionen I und III, also Bruttii, Lucania und Campania mit Latium adiectum; im 2. Teil die Inschriften von Sizilien, Sardinien und Corsica.
CIL XI: Inschriften der Regionen VI, VII und VIII, also Umbria, Etruria und Aemilia.
CIL XII: Inschriften der Provincia Narbonensis, Alpes Graiae et Poeninae, sowie der westlichen Teile von Alpes Cottiae und Alpes maritimae (s. CIL V).
CIL XIII: Inschriften der III Galliae (Aquitania, Lugdunensis und Belgica) sowie der beiden germanischen Provinzen.
CIL XIV: Inschriften aus Latium vetus, wobei sich zahlreiche Überschneidungen mit CIL VI ergeben, sowie in den Supplementbänden v. a. Inschriften aus Ostia.