Bergmann/Schaefer: Lehrbuch der Experimentalphysik
Der “Bergmann/Schaefer” ist ein Lehrbuch der Experimentalphysik in acht Bänden. Er nimmt damit eine Mittelstellung zwischen Lehrbuch und Handbuch ein und setzt heute die Tradition des berühmten “Müller-Pouillet, Lehrbuch der Physik” fort, das in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein Standardwerk für alle Physiker im Studium und im Beruf war. Die Beschreibung von Versuchen und Beobachtungen sowie ihrer Ergebnisse nimmt im “Bergmann/Schaefer” einen breiteren Raum ein als in anderen Werken mit ähnlichem Umfang, wie etwa dem Berkeley-Physik-Kurs, den Feynman-Vorlesungen und der Manchester-Serie.
Konzeption und Aufbau:
Das Lehrbuch der Experimentalphysik wurde von Ludwig Bergmann und Clemens Schaefer konzipiert. In den Jahren von 1943 bis 1955 erschienen die ersten drei Bände: Mechanik, Elektromagnetismus und Optik. Ab 1970 wurden sie von Heinrich Gobrecht neu bearbeitet und 1975 durch einen vierten Band über den Aufbau der Materie ergänzt. Dieses Gebiet erwies sich jedoch bald als so umfangreich, dass es nur noch von vielen Autoren weiterbearbeitet werden konnte. Ende der achtziger Jahre begann Wilhelm Raith mit der Herausgabe einer vollkommenen Neufassung durch etwa 35 Autoren. Die Physik vom Aufbau der Materie verteilt sich nun auf die Bände 4 bis 8. Der dritte Band (Optik) wurde von Heinz Niedrig neu herausgegeben; der erste Band wurde ebenfalls vollkommen neu geschrieben, und so auch der zweite Band (Elektromagnetismus).
Die folgende Übersicht zeigt die gegenwärtige Aufteilung des Stoffs auf das Gesamtwerk:
Band 1: Mechanik, Relativität, Wärme (11. Auflage 1998)
Band 2: Elektromagnetismus (9. Auflage 2006)
Band 3: Optik (10. Auflage 2004)
Band 4: Bestandteile der Materie (2. Auflage 2003)
Band 5: Gase, Nanosysteme, Flüssigkeiten (2. Auflage 2005)
Band 6: Festkörper (2. Auflage 2005)
Band 7: Erde und Planeten (2. Auflage 2001)
Band 8: Sterne und Weltraum (2. Auflage 2002)
Für wen der “Bergmann/Schaefer” gedacht ist:
Der “Bergmann/Schaefer” ist eine Anschaffung fürs Leben, worin der im Beruf tätige Physiker, Lehrer, Ingenieur oder Naturwissenschaftler immer wieder nachschlagen und sein Wissen auffrischen, ergänzen und vertiefen kann. Die weite Verbreitung des “Bergmann/Schaefer” ermöglicht es, dass die einzelnen Bände je nach Bedarf in Neuauflagen dem aktuellen Wissensstand angepasst werden können. Die klassischen Gebiete der Bände 1, 2 und 3 bleiben jedoch, wie die Erfahrung gezeigt hat, viel länger aktuell.
Selbstverständlich enthält ein so umfangreiches Werk mehr Stoff, als in den entsprechenden Vorlesungen für Diplomphysiker vermittelt wird. Der “Bergmann/Schaefer” ist daher vor allem geeignet, um den Prüfungsstoff im Hauptfach Physik im Selbststudium durchzuarbeiten und zu vertiefen. Die acht Bände des “Bergmann/Schaefer” bieten darüber hinaus auch umfassende Informationen zu vielen nicht prüfungsrelevanten Fragen der Physik und verwandter Gebiete.
Rezensionen:
Der “Bergmann/Schaefer” zählt zweifellos zu den Klassikern unter der deutschsprachigen physikalischen Lehrbuchliteratur. Vor über 50 Jahren erstmals erschienen und seitdem von verschiedenen Autoren immer wieder überarbeitet und fortgesetzt, ist das Werk inzwischen auf acht dickleibige Bände mit insgesamt 35 Autoren angewachsen.
Walter Greiner in: Physikalische Blätter, Weinheim 9/2001
Der Bergmann/Schaefer behandelt mehr Stoff als ein Student in den entsprechenden Vorlesungen durchnimmt. Damit ist dieses Lehrbuch sowohl für den Studenten als auch für den ausgebildeten Physiker eine unerschöpfliche Wissensquelle und — da haben die Autoren völlig recht — “eine Anschaffung fürs Leben”.
Thomas Bürke in: Physik in unserer Zeit, März 1999



