THEOLOGISCHE REALENZYKLOPÄDIE
Herausgegeben von Gerhard Müller
in Gemeinschaft mit H. Balz, J. K. Cameron, C. Grethlein, S. G. Hall, B. L. Hebblethwaite, K. Hoheisel, W. Janke, V. Leppin, K. Schäferdiek, G. Seebaß, H. Spieckermann, G. Stemberger, K. Stock
Konzept
Seit ihrer ersten Lieferung 1976 repräsentiert die Theologische Realenzyklopädie den Wissensstand der theologischen Forschung im Ganzen. Sie knüpft damit an die Fachenzyklopädien an, wie sie sich bereits im 19. Jahrhundert entwickelten. Sie nimmt insbesondere die Arbeit neu auf, die in der Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche (RE) (3. Auflage, Leipzig 1896-1913) geleistet worden ist.
Die Detailfülle unseres ständig anschwellenden Wissens erfordert Strukturierungen. Es ist eine Methodik zu entwickeln, die es ermöglicht, das Wissenswerte, vielleicht auch das Wissensnotwendige, zu erfassen. Dabei kann heute kaum noch versucht werden, eine Gesamtenzyklopädie zu erstellen, in der alle Wissenschaften und Fachgebiete übergreifend zusammengefasst sind. Die Versuche, alles real Existierende zu summieren, waren in einer Zeit möglich, in der das Universum der Disziplinen und des Wissens überschaubar erschien.
Jedoch haben auch heute Fachenzyklopädien ihren guten Sinn. Sie erfüllen eine notwendige Aufgabe, indem in ihnen zusammengetragen wird, was in Lehre und Forschung, in Theorie und Praxis der jeweiligen Wissenschaft als darstellungswürdig erscheint.
Aber bereits der gegenüber der RE neue Titel macht deutlich, dass die Schwerpunkte anders gesetzt worden sind: Es geht in der Theologischen Realenzyklopädie nicht nur um den Protestantismus, sondern um die Theologie und die Kirchen insgesamt. Die christlichen Kirchen leben im 20. und 21. Jahrhundert nicht mehr nebeneinander, sondern sie sind ökumenisch geworden: Sie sind in eine Phase der Kommunikation eingetreten und scheuen nicht mehr das Gespräch miteinander.
In der Theologischen Realenzyklopädie geht es also um die kirchlichen und theologischen Realia insgesamt: um Glaube und Denken, Theologie und Kirche, um Kenntnisnahme und, wenn möglich, um Verständigung über die Grenzen des Christentums hinaus. Deswegen werden neben den Disziplinen des Alten und Neuen Testamentes, der Kirchengeschichte, der Systematischen und Praktischen Theologie auch die Judaistik, Religionswissenschaft und Philosophie in die Arbeit integriert, genauer: sie sind integrale Bestandteile unserer theologischen Arbeit.
Der Begriff der Realia verweist darauf, dass nicht alles Mögliche und Denkbare zum Gegenstand der Darstellung gemacht werden soll, sondern das Wirkliche, das Reale, das sich in Begriffen, Institutionen oder Namen erfassen lässt. Dass in jedem Artikel der gegenwärtig erreichte Forschungsstand wiedergegeben werden soll, versteht sich von selbst. Dadurch soll die weitere Arbeit angeregt werden.
Eine solche Enzyklopädie erfordert Raum. Jedem aufgenommenen Stichwort wird der erforderliche Platz zugestanden. Wir hatten, als die ersten Lieferungen 1976 erschienen, vermutet, mit ca. 25 Bänden auszukommen und uns dabei an der RE orientiert, die zusammen mit ihren Nachträgen 24 Bände füllt. Aber die Aufgaben und Gesichtspunkte, die Realia, über die Neues zu sagen erforderlich war, weiteten sich aus. Mit 36 Bänden haben wir (abgesehen vom geplanten Gesamtregister) unser vor einem Vierteljahrhundert begonnenes Werk im Jahr 2004 abgeschlossen.
Für den Herausgeberkreis:
Gerhard Müller
Vorwort zum Band 1 der TRE (1977)
Vorwort zum Band 36 der TRE (2004)



