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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Gall, Leonhard, dt. Architekt, *24.8.1884 München, †20.1.1952 ebd.

Biogramm

Ausb. an der Münchner Baugewerkschule, wohl bei Peter Birkenholz. Seit 1908 im Archit.-Büro von Paul Ludwig Troost, wurde G. lt. Davidson (1995) 1911 wichtigster Mitarb. und Bauleiter. Nach Troosts Tod 1934 gründete dessen Witwe Gerdy das "Atelier Troost", das sie bis 1939 führte und dann die Ltg an G. übergab (Seckendorf, in: Lauterbach, 1995). G. wurde 1935 Mitgl. des Münchner Stadtrats; Ernennung zum Reichskultursenator; Mitgl. des Präsidialrats der Reichskammer der Bild. Künste; 1937 Mitgl. der Preuß. ABK; Treuhänder der Spende "Künstlerdank"; im Beirat der neu gegr. Zs. "Die Kunst im Dritten Reich". Wird im Krieg mit Hermann Giesler, Weilhelm Kreis und Paul Schultze-Naumburg zu einem der vier "unersetzlichen Künstler" aus dem Bereich der Archit. erklärt und 1941 zum Vizepräsidenten der Reichskammer der Bild. Künste ernannt. - Durch die Übernahme der von Troost beg. Projekte als bauleitender Architekt (Lehmbruch, in: Lauterbach, 1995) nahm G. nach 1934 als erste Aufgabe die Umgestaltung des Münchner Königsplatzes mit Errichtung der Ehrentempel sowie die Voll. (1937) von "Führerbau" (Arcisstraße 12) und "Verwaltungsbau" (Meiserstraße 10) in Angriff. Es folgten die Innen-Archit. im Haus der Dt. Kunst und die Ausf. des Ehrenhofes. Außerdem stammten lt. Seckendorf (in: Lauterbach, 1995) die Ausstattungen dieser und and. Gebäude (Prinz-Carl-Pal.; Rathaus, Amtsräume des Bürgermeisters; Amtssitz des Innenministers in der Kaulbach-Villa; Hitlers Priv.-Wohnung in München; Hitlers Berghof am Obersalzberg; Hitlers Wohn- und Diensträume in Berlin) vom Atelier, die Möbelentwürfe lieferte G. unter Beteiligung von Troost und seiner Frau, die Ausf. besorgte meist die Wkst. Anton Pössenbacher. 1938 begann G. mit der Planung des Haus der Dt. Archit., das gegenüber vom Haus der Dt. Kunst errichtet werden sollte, aber über die Planung (bis 1944) nicht hinauskam. 1938/39 wurde an der Gabelsbergerstraße gegenüber der AP mit dem Neubau des "Kanzleigebäudes der NSDAP" (Entwurf G.) begonnen. 180 Meter lang, sollte es vom "Führerbau" bis zur AP reichen, wofür zahlr. Wohnhäuser abgebrochen wurden. Nach Voll. des Kellergeschosses wurden die Bauarbeiten kriegsbedingt eingestellt. - G.s Archit.- und Möbelentwürfe wurden bereits von der zeitgenöss. Presse nicht als eigenständige Werke anerkannt, sondern als Reflexe der Werke von Troost, dessen Meisterschaft nicht in Frage gestellt wurde. Tatsächl. ist es nicht immer ganz einfach, die Autorschaft von G. und Gerdy Troost auseinanderzuhalten. G. nimmt z.B. für sich die gesamte Ausstattung des Haus der Dt. Kunst in Anspruch, obwohl G.Troost wahrsch. auch darauf starken Einfluß ausgeübt hat. Die eigenständige Leistung von G. kann kaum beurteilt werden, da sein Werk bislang kaum erforscht wurde. Eine Monogr. steht noch aus.

Werke

München, StM: Möbel (Einrichtung der Räume des Oberbürgermeisters im Rathaus), 1939/40 (Ausf. Wkst. Anton Pössenbacher, München).

Bibliographie

Vo2, 1955. Davidson III.1, 1995. R.Merker, Die bild. Künste im Nationalsozialismus. Kulturideologie, Kulturpolitik, Kulturproduktion, Köln 1983; P.-K. Schuster (Ed.), Nationalsozialismus und 'Entartete Kunst'. Die Kunststadt München 1937 (K BSGS), M. 1987 (als G., Franz); München - 'Hauptstadt der Bewegung', (K StM), M. 1993; W.Nerdinger, Bauen im Nationalsozialismus. Bayern 1933-1945 (K StM), M. 1993; I.Lauterbach u.a. (Ed.), Bürokratie und Kult (K Zentral-Inst. für Kunstgesch.), M. 1995 (Lit.); W.Nerdinger (Ed.), Archit.-Führer München, B. 2001; J.H. Biller/H.-P. Rasp, München, Kunst und Kultur, M. 2003. Online: 2004. Mitt. U.Grammbitter, München.

Artikel aus Vollmer

Biogramm

Gall, Leonhard, dtsch. Architekt u. Möbelzeichner (Prof. Dr.), *24. 8. 1884 München, ansässig ebda. Stud. an d. Munch. Baugewerksch. u. bei P. Birkenholz. Gehörte dem Kreis um P. L.Troost an. Ausbau der alten Reichskanzlei in Berlin. Maßgeblich beteiligt bei Errichtung des Hauses der Deutschen Kst in München u. seiner Innenausstattung. Seine übrigen Münchner Bauten kriegszerstört. Lit.: D. Kst im Dritten Reich, 2 (1938) 36 (Abb.), 295/99 (Abbn), 300/08 (Abbn); Beil.: D. Baukst, p. 15/25; D Kst im Dtsch. Reich, 3 (1939) Beil. p. 208, 209/11 (Abbn), 225/27 (Abbn); 6(1942) Beil. p.67/77. - Münchener Mosaik, 1 (1938) 85/87. - Leipz. N. Nachr., 22. 8. 1944 (zum 60. Geb.-Tag).

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