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Artikel

Vita

Artaria, Paul, schweiz. Architekt, Innenarchitekt, Fachautor, *6.8.1892 Basel, †25.9.1959 Heiden.

Biogramm

Stud.: 1906-08 Lehre als Bauzeichner; 1909/10 Basel, Kunstgewerbeschule. 1911-13 tätig in versch. Archit.-Büros in Basel und Lausanne. 1913-20 Ass. bei Hans Bernoulli, danach Selbststud., später Aufenthalt am Bauhaus in Dessau. 1922-24 Zusammenarbeit mit Karl Zaeselin, 1925-30 mit Hans Schmidt. Langjährige Lehrtätigkeit an der Gewerbeschule Basel. Seit 1927 Mitgl. Bund Schweizer Architekten (BSA), Mitgl. Schweiz. Werkbund (SWB). - Bis 1920 bei H.Bernoulli hauptsächl. Entwürfe für herrschaftl. Landhäuser, daneben bereits Projekte von Kleinhaustypen für den sozialen Wohnungsbau. A.20er Jahre Loslösung von der traditionellen Archit. und konsequente Hinwendung zu den Ideen des Neuen Bauens. 1922 Bebauungsplan Kriens (1. Preis), 1925 Projekt der Siedlung Habermatten und erste Beschäftigung mit dem Holzbau, dessen Entwicklung er in der Schweiz nachhaltig beeinflußte. In der Zusammenarbeit mit H.Schmidt spezialisiert sich A. auf den Innenausbau der von ihnen erstellten Häuser. 1929-32 Werkbundsiedlung Neubühl in Zürich zus. mit H.Schmidt, E.Roth, R.Steiger, W.M. Moser, M.E. Haefeli, C.Hubacher. M.30er Jahre erneute Hinwendung zur Holzbauweise, wobei sein Hauptanliegen dem wirkungsvollen Zusammenspiel von Handwerk und Archit. gilt. In den 40er und 50er Jahren individuelle Einfamilienhäuser. A. war Gründungsmitgl. der "Gruppe 33", bildete zus. mit Ernst Egehr, Otto Meier, Ernst Mumenthaler eine Architektengruppe, die sich gemeinschaftl. an öffentl. Wettbewerben beteiligte und bes. für Basel städtebaul. Idealprojekte vorstellte. Als Mitgl. der Heimatschutzkomm. setzte er sich für die Erhaltung histor. Bauten in Basel ein, z.B. Renovation der Predigerkirche, 1953/54; Rest. des Hist. Mus., 1956/57. Erwarb sich große Verdienste bei der Verwirklichung der Werkbundideen, der neuen Wohnform und bes. der Schaffung von Typenmöbeln. Neben zahlr. Möbelentwürfen, für die er bei versch. Wettbewerben Preise erhielt, auch Entwürfe von Textilien-, Tapetenmustern und Bühnenbildern, z.B. mit Daniel Hummel zu Mozarts "Zauberflöte". Organisation von Ausstellungen, u.a. Pelz- und Ledermesse, 1947 und 1948. A. hat, geprägt durch die Bauhausideen, großen Anteil an der Entwicklung der mod. Archit. in der Schweiz. Bes. die Wohnhäuser aus der gemeinsamen Tätigkeit mit H.Schmidt 1925-30 sind exemplarisch für diese Zeit.

Werke

Basel: Oberer Rheinweg: Brunnenanlage, 1921 (zus. mit R.Müller). - Siedlung Habermatten, 1925 (44 Häuser). - Siedlung am Gotterbarmweg, 1928 (90 Häuser). - Speiserstraße: 6 Villen und Heim für alleinstehende Frauen "Zum neuen Singer", 1929. - Wohnkolonie Schorenmatten, 1930 (zus. mit A.Künzel, H.Schmidt). - Predigerkirche: Tabernakel und Kerzenstöcke, 1950/51; Renovierung, 1953/54. - Schweiz. Mus. für Volkskunde, 1952/53. - Hist. Mus.: Renovierung und museale Neugestaltung, 1956/57. - Äußeres Kleinbasel, Sandgrubenschule, Lehrerzimmer: Großbasler Rheinpanorama, Furnierintarsien-Mosaik, 1951 (zus. mit S.Nüesch). Beinwil/Kt.Solothurn: Ferienhaus Raeber, 1945. Riehen/Kt.Basel-Stadt: Wohnhaus an der Wenkenholde, 1927. - Haus F.Huber, 1929 (beide zus. mit H.Schmidt). Ronco/Kt.Tessin: Haus eines Dichters, 1933. Saignelégier/Kt.Jura: Haus eines Malers, 1933. Zürich: Werkbundsiedlung Neubühl, 1929-32.

Selbstzeugnisse

Fragen des neuen Bauens, Basel 1933; Schweiz. Holzhäuser, Basel 1935 (2.Aufl. 1942, 3.Aufl. 1947); 6 Neue Schweiz. Holzhäuser, Basel 1938; Vom Wohnen und Bauen, Basel 1939 (2.Aufl. 1943, 3.Aufl. 1948); Gut Wohnen, Basel 1943; Skizzenbuch Bernoulli, Basel 1943; Ferien- und Landhäuser, Z. 1947; Kunstschmiedearbeiten, Basel 1950; Schwed. Möbel, Basel 1954; Vorwort in: J.Maurizio, Der Siedlungsbau in der Schweiz 1940-1950 (Ausst.Kat.), Z. 1952, 13.

Ausstellungen

G: regelmäßig Basel, Ausst. Bund Schweiz. Architekten / 1981 Aarau, Aargauer Kunsthaus: Künstlergruppen in der Schweiz (Kat.) / 1983 Basel, Kunsthalle: 50 Jahre "Gruppe 33" (Kat.).

Bibliographie

Plüss/Tavel I, 1958; Macmillan enc. of architects, N.Y. 1982. - M.Bill, Mod. Schweiz. Archit. 1925-1945, Basel 1949; P.L. Ganz, Das Schweiz. Haus, Frauenfeld 1963, 172; A. und L. Burckhardt/D.Peverelli, Mod. Archit. in der Schweiz seit 1900, I, VIII, Winterthur 1969, Nr 8, 39, 42, 45; H.Girsberger/F.Adler (Hrsg.), Architekturführer Schweiz, Z. 1969, 86, 141; W.Läuppi, Basler Stadtbuch 1967, 209; R.Brönnimann, Basler Bauten 1860-1910, Basel/St. 1973, 165, 165; A.Roth, Die neue Archit. 1930-40, Z./M. 1975, 71-90; Jenny I, 1975; III, 1982; O.Birkner, Friedhof-Bestattungspark-Volksgarten, in: Gärten in Basel (Ausst.-Kat.), Basel 1980, 46; F.Maurer-Kuhn, Kunstführer Kt. Basel-Stadt, Wabern 1980, 128; INSA I, 1984, 70 s., 130; II, 1982, 52, 189. - Werk 8:1921(6)128 s.; 10:1923(8)190; Werk-Chronik 46:1959(12)257 s. (Nekr.); D.Huber, Die Wohnkolonie als Synthese von Stadt und Land. Die Wohnkolonie Schorenmatten in Basel, 1929, von A.Künzel, P.A. und H.Schmidt, in: Archithese 12:1982(5)33-36. - ArchAKL. Addenda: A.Meseure u.a. (Ed.), Archit. im 20. Jh. Schweiz (K Frankfurt am Main), M. u.a. 1998. ArchAKL.

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