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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Duban, Jacques Félix, frz. Architekt, Architekturzeichner, *14.10.1798 Paris, †8.10.1870 Bordeaux.

Biogramm

Sohn eines Metallwarenhändlers; durch seine Schwester Rosalie-Madeleine verschwägert mit dem Architekten François Debret. Nach klass. Ausb. im Lycée Henri IV (Lycée Napoléon) begann D. seine Architektenausbildung ab 30.11.1814 im Atelier seines Schwagers Debret. Bereits 1819 nominiert als Sous-Inspecteur am Opernbau Debrets und an der EcBA. An der EcBA war er von 1820-29 Inspecteur, unterbrochen durch einen Italienaufenthalt 1824-28 nach dem Gewinn des Grand-Prix 1823 zum Thema Projet d'un hôtel des Douanes et de l'Octroi. Als Stipendiat an der Villa Medici unternahm er von Rom aus mehrere Reisen nach Campanien, Umbrien und in die Toskana und übersandte 1828 als Restaurierungsarbeit des vierten Jahres das Projekt für die Portique d'Octavie. In Rom begann auch die lebenslange Freundschaft mit den Architekturstipendiaten Henri Labrouste, Léon Vaudoyer und Joseph-Louis Duc. Er heiratete 1828 noch in Rom Marguerite-Françoise Hayard, Tochter des Malers Charles Hayard. Die Tochter Félicie (*25.11.1829) heiratete 1870 den Maler Théodore Maillot. Hayards Geschäft für Malutensilien in der Nähe der Villa Medici war ein Treffpunkt der frz. Künstlerkolonie, Ingres dort ein intimer Freund des Hauses. Hayards Töchter und ihre Ehemänner - Chauvin, Fouquerelle, Duvivier und Flachéron - sowie einige der Kinder spielen für D.s Schaffen eine wichtige Rolle. Ein Sohn der Fam. Chauvin, Charles, wurde bevorzugter Dekorateur bei fast allen Bauten D.s. Auf der Rückreise (Jan.-Mai 1829) von Rom nach Paris erforschte er in der Schweiz (und in Deutschland?) protestant. Kirchenbauten, entsprechend seinem fünften Jahresthema "un temple protestant", das in Paris auf Ablehnung stieß. D. nahm die Arbeit als Inspecteur der EcBA wieder auf, unterrichtete im Atelier von Debret und führte das Atelier von Abel Blouet, der in Griechenland forschte. D.s berufl. Beginn gestaltete sich äußerst schwierig durch die Wirren des letzten Regierungsjahres unter Charles X. Sein erster eig. Auftrag war 1830 die Neugestaltung für die Papeterie "A François Ier" in der rue Saint Honoré 335. D.s rasanter Aufstieg unter der Juli-Monarchie begann 1832, als er seinen Schwager Debret als Architecte de l'Ecole des Beaux-Arts im Rahmen der "Grands travaux" unter Louis-Philippe ablöste. Debret hatte sich auf die Rekonstruktion der Abteikirche von St.-Denis beschränkt. D., der mit Aqu. im Salon von 1831 und 1833 aufgefallen war, erhielt den Auftrag zur Ausgestaltung der Fêtes de Juillet 1833-35. Auch hatte er zus. mit H.Labrouste, Eugène Delacroix, A.Blouet und Paul Delaroche 1831 versucht, die Ausb. an der EcBA zu reformieren. Die Kommission scheiterte am Einfluß der Mehrzahl der älteren Professoren. Seit 1832 führte D. neben dem Gemeinschaftsatelier mit Debret sein eig. Atelier. 1833 trennten sich beide, da Debret seinem Schwager vorwarf, seine Schüler mit einem neuartigen Historismus fehlzuleiten, der in senen Augen die Archit. in die Dekadenz führen würde. Doch diese neue Stilvielfalt, die programmat. an den Fassaden der EcBA als ein "gebautes Architekturtraktat" präsentiert werden sollte, gefiel. So erbaute D. zw. 1836 und 1839 das Stadtpalais Hôtel de Pourtalès, 7, rue Tronchet, das v.a. die berühmte KS der Pourtalès aufzunehmen hatte, die den unterschiedl. Inhalten entsprechend in "Stil"-Räumen präsentiert wurde. 1837 begann der frühe Höhepunkt seines Ruhmes, als er die voll. Staatsbauten unter Louis-Philippe, die Grands travaux de Paris, als Prachtband mit aquarellierten Archit.-Zchngn edierte, der als offizielles Staatsgeschenk zur Hochzeit des frz. Kronprinzen mit der Prinzessin Helene von Mecklenburg-Schwerin, dem preuß. Kronprinzen, dem späteren Friedrich Wilhelm IV., überreicht wurde. 1839, nach Fertigstellung seiner Vorzeigebauten, erreichte D. seinen Zenit mit zahlr. Aufträgen der hohen Aristokratie auf der einen und mit den wichtigsten staatl. Rest.-Arbeiten und Umbauaufträgen auf der anderen Seite. So war er 1839-49 Architekt der Ste Chapelle. Jean-Baptiste Lassus, Louis Suréda, Eugène-Emmanuel Viollet-le-Duc und Emile Boeswillwald waren in dieser Zeit seine Inspecteurs. Beim Rest.-Projekt von 1837 konnte er sich aber bereits auf Vorarbeiten von Lassus stützen, der auch die Nachf. von D. an der Ste Chapelle übernahm, nachdem dieser zum Architekten des Louvre bestimmt worden war. Ebenfalls 1839 begannen die von ihm geleiteten Rekonstruktions- und Umbauarbeiten im Schloß von Dampierre für den Herzog von Luynes. Unter der Ltg von D. arbeiteten Ingres, Paul Flandrin, Pierre-Charles Simart u.a. Nach vielen Querelen stellte Ingres die Arbeit an den Fresken des Age d'or und Age de fer am 7.3.1850 offiziell ein. Ab Mai 1850 ließ D. das Monumentalwerk, insbesondere den Teil des Age de fer, auf Basis eig. Entwürfe beenden. 1839 war er zusätzl. Architekt des Minist. der Travaux Publics, für das er das Hôtel Molé umbaute. D. lehnte hingegen 1840 die ihm angetragene Rest. der Basilika Ste-Madeleine von Vézelay wie auch 1845 die Fortführung der Rest.-Arbeiten an der Abteikirche von St-Denis ab. Erste Ausz. begleiteten diese erste Phase: 1836 Ernennung zum Chevalier de la Légion d'honneur; 1837 Mitgl. der Commission des Mon. Hist.; 1840 Gründungs-Mitgl. der frz. Architekten-Vrg, der Soc. Centrale; 1841 Mitgl. des RIBA; 1843 Ernennung zum Membre honoraire du Conseil des Bâtiments civils. Die Rest. und Neuausstattung des Schlosses in Blois von 1845-70 nach einem Projekt von 1844 bildet neben der EcBA sein zweites archit. Hauptwerk. Daneben begann er 1846-48 die Rekonstr. des Schlosses von Chantilly mit der Gestaltung der Galerie der Psyche. Auch die Ernennung zum Architekten für Fontainebleau 1848 blieb nur ein Zwischenspiel, denn schon am 18.10.1848 erfolgte die Ernennung zum Architekten des Louvre als wichtigste Bauaufgabe der Zweiten Republik. Unter D. erfolgten am Louvre die Rest. der Gal. d'Apollon und die Rest. und Neudekoration der Fassade der Gal. zur Seine; die Neugestaltung des Salon Carrée und der Salle des sept cheminées. 1849 erhielt D. zusätzl. die oberste Bauaufsicht für die Louvre-Umgebung mit dem Ausbau der Rue de Rivoli und der Fertigstellung der Pl. du Carrousel. D. fiel es zunehmend schwer, die Riesenbaustelle zu koordinieren. Seine Ausbaupläne für das Mus. wurden von der Presse extrem kritisiert. Mit dem Staatsstreich von Louis Napoléon 1851 und der Proklamation des Kaiserreiches im Dez. 1852 begann eine Wende im Leben D.s. 1853 wurde ihm nahegelegt, als Architekt des Louvre zu demissionieren. Louis Visconti trat 1853 seine Nachf. an und legte die Pläne für die 1849 beschlossene Vereinigung des Louvre mit dem Tuilerien-Schloß vor, starb aber bereits 1854. Sein Nachf. Hector Martin Lefuel führte den Bau nach veränderten Plänen zu Ende. D. hat die Kritik und den Verlust des Postens nie richtig verkraftet, kränkelte und führte seine Aufgaben ohne innere Teilnahme weiter, obwohl ihm alle hohen Ausz. und weitere wichtige Ämter zuteil wurden: 1851 Officier de la Légion d'honneur; 1854 Nachf. von Achille Leclère als Inspecteur gén. des Bâtiments Civils und Nachf. Viscontis als Mitgl. des Institut; 1855 Grande Méd. d'honneur für seine ausgestellten Zchngn während der Expos. Universelle; 1857 korr. Mitgl. der Soc. reale Borbonica in Neapel sowie der Acad. Imperial de BA von Rio de Janeiro. 1854 hatte D. auch sein seit 1832 geführtes Atelier geschlossen, in das er 1849 Ernest Félix Trilhé als letzten von ca. 70 Schülern aufgenommen hatte. Bek. Architekten dieses Ateliers waren Antoine Nicolas Louis Bailly, Charles-Auguste Questel, Eugène Godebœuf und Arthur Stanislas Diet. Weitere Schüler wurden als Stadtbauarchitekten in versch. großen Städten tätig, so Alcide Carré in Arras, Antoine Desjardins in Lyon, Henry-Théodore Driollet in Nantes, Jacques Jean Esquié in Toulouse und Jules-Edouard-Potier de la Morandière in Blois. Aber auch der Bildhauer Antoine Etex, die Dekorationsmaler Alexandre Dominique Denuelle und Charles Chauvin vervollständigten hier ihre Ausbildung. Die Schüler César Denis Daly und Adolphe Etienne Lance wurden mit ihren Archit.-Zss., der Rev. gén. d'Archit. (RGA) und der Enc. d'archit., zu dominanten Persönlichkeiten der Architektur-Presse. Weitere Schüler sind die Architekten Eugène-Auguste Debressene, Paul Louis Travers, Pierre Joseph Alphonse Bertrand, Henri Bach, Nicolas Eugène Lambert, Jean-Maurice-Alfred Berruyer, Claude Augustin Léon Salleron und Joseph Michel Anne Lesoufaché. Nach Schließung seines Ateliers stellte D. 1856 das Thema "Un Pal. pour l'ambassade franç. à Constantinople" für den Grand-Prix d'architecture. D.s weitere Tätigkeit konzentrierte sich wieder auf seine beiden Großprojekte, die EcBA und die Rest. des Schlosses von Blois. Parallel dazu widmete er sich verstärkt priv. Aufträgen. Noch 1853 begann er mit Rest.-, Umbau- und Dekorationsarbeiten am Hôtel de Monaco (Hôtel Matignon) für den Herzog von Galliera. Er übernahm den Auftrag zu Rekonstruktion und Umbau des Schlosses von Marmande (Casteljaloux/Lot-et-Garonne) für den Baron du Sendat. Die Arbeiten wurden erst 1866/67 abgeschlossen, da zw. 1856 und 1863 der Ausbau der EcBA Vorrang hatte. Diese Erweiterung erfolgte auf der Grundlage des zweiten Projektes vom März 1858 sowie den Planänderungen von 1861. Der eigenwillige Bau wurde von der Presse weitgehend ignoriert. Mit der Nominierung zum Vice-président des Bâtiments civils am 10.12.1862 übernahm D. die fakt. Leitung des Conseil des Bâtiments civils, der frz. Bauaufsichtsbehörde, von dem am 5.12. gestorbenen Augustin Nicolas Caristie. D.s Stelle des Inspecteur gén. übernahm Questel. D. hatte bereits in der Phase vor der offiziellen Übernahme dieses Postens die wesentl. Rapports zu den staatl. Bauaufgaben verfaßt, oft auch zu neuen Mat. und Techniken. Der Rapport zum Bau der neuen Pfarrk. de l'Estrées in Saint Denis (Viollet-le-Duc, 1863-64) war bestimmt durch den hinter den Kulissen ausgeführten Streit mit Viollet-le-Duc. Hieraus, und durch die Ablehnung der von Boileau 1866 entworfenen Kirche Ste-Marguerite du Vesinet, resultierte auch der 25 Seiten umfassende Rapport "Les moyens de construire des églises avec économie" von 1866 als Mitgl. des Beraterkreises um Baron Haussmann, dem Conseil mun. de Paris, wo D. seit 1864 anstelle von Caristie als einziger Architekt vertreten war. Viollet-le-Duc und Alfred-Emilien de Nieuwerkerke hatten im Nov. 1863 eine gründl. Reform des Ausb.-Systems der EcBA erreicht, die auf starke Ablehnung der Académie gestoßen war, die sich zu lange jeder Veränderung verschlossen hatte und nun ihren Einfluß auf die EcBA verlor. Ingres, aber auch D., der interne Reformen immer wieder gefordert hatte, fanden jetzt als Stellvertreter der Académie bei der Staatsführung keine Unterstützung mehr. Dennoch erhielt D. auf der anderen Seite nun die höchsten Weihen eines Staatsarchitekten: 1866 Wahl zum Präs. der Jury des Salons, Abt. Archit.; 1867 Jury-Mitgl. der Expos. Universelle; 1868 als einziger Ausländer Mitgl. der Jury des Domneubaus in Berlin (statt Viollet-le-Duc), Commandeur de la Légion d'honneur und Ausz. mit dem preuß. Ordre pour le merite; 1869 Präs. der Kommission zur Vergabe des Grand prix imperial. Der mit 100000 francs dotierte Staatspreis sollte die bedeutendste Konstruktion der Neuzeit prämieren. Die Wahl fiel auf den Justizpalast von Joseph-Louis Duc, gefolgt von der Pariser Oper von Charles Garnier. Wohl aus Ironie hatte Viollet-le-Duc D.s Rest. in Blois vorgeschlagen. D.s eig. Bautätigkeit hingegen wurde von der Fachpresse seit seiner Louvre-Demission 1853 fast vollständig ignoriert. Im Sept. 1870 verließ D., wie auch die Regierung, Paris auf der Flucht vor den vorrückenden preuß. Truppen in Richtung Bordeaux. Dort starb er am 8.10. an einer Lungenentzündung. Viollet-le-Ducs z.T. auch sehr persönl. Attacken in Artikeln gegen seinen Hauptkonkurrenten dauerten bis 1877 noch über den Tod D.s hinaus an. Gleichzeitig kamen die Überführung der sterbl. Überreste und die zweite Beerdigungsfeierlichkeit 1871 auf dem Cimetière Montparnasse, mit militär. Ehren und in Anwesenheit fast aller Mitgl. des Institut, einem Staatsbegräbnis gleich, mit dem die Architektenschaft ihre während des Zweiten Kaiserreiches totgeschwiegene Führungspersönlichkeit rehabilitierte. Für das im Okt. 1872 eingeweihte Grabmal war von den Entwürfen von Vaudoyer, Labrouste und Duc letzterer ausgeführt worden. - Das Frankreich des 19. Jh. hatte neben Pierre-F.-L. Fontaine, Victor Baltard, Charles Garnier und Viollet-le-Duc in D. seinen wichtigsten Architekten verloren. Er blieb lange einer der Hauptanreger für die nachfolgenden Architektengenerationen. D. hatte wie kein anderer vor dem Hintergrund seiner umfangreichen Kenntnisse verschiedener Baustile aller Epochen versucht, die geschichtl. Implikationen in poet. Weise in die zeitgen. Archit. zu übertragen. Dabei galt seine Vorliebe den zurückhaltenden, wohlproportionierten Formen, die er am ehesten in der griech. Antike und in der Renaiss.-Archit. vor Michelangelo erkannte. Parallel dazu suchte er nach hist. Formenvorbildern, die eine Integration mod. Baustoffe ermöglichte. Den Schritt, eigenständige Formen aus den neuen Mat. heraus zu entwickeln, so wie ihn Henri Labrouste gewagt hatte, hat D. nicht mehr getan. Viell. liegt es daran, daß seine beiden einzigen Neubauaufgaben, die EcBA und der Stadtpalais Pourtalès, gerade die eigenständige Umwandlung hist. Formen zum Inhalt hatten, weitere, funktional innovative Neubauten ihm bei der Bewältigung seiner umfangreichen Rest.-Tätigkeiten allerdings verwehrt blieben. - Portr. von D.: zwei Porträtsskizzen von Charles Léon Vinit (zum Gem. La cour de l'Ecole des Beaux-Arts en 1840, ca. 1842, ENSBA, Paris), ca. 1840, Paris, Inst. Néerlandais, Fond. Custodia; Bronzemedaillon von Pierre-Charles Simart, Blois, MBA; Marmorbüste von Pierre-Jules Cavelier, Paris, Institut de France; Medaillon von Eugène Guillaume, 1872, Paris, Cimetière Montparnasse; Charles Courtry, Portr. D., nach einer Fotogr. von Médéric Mieusement, gestochen für die Rev. gén. de l'Archit. et des Travaux Publics (RGA), 1883; Bronzebüste und Denkmal im Vestibül des Hémicycle der ENSBA, Paris, 1893 (von Eugène Guillaume und Louis Bernier).

Werke

Grabmäler: Bordeaux, Cimetière de la Chartreuse: Fam. Pierlot, 1854(?). Marseille, Cimetière de St-Charles: Architekt Michel-Robert Penchaud, 1834. Paris, Cimetière de Montmartre: Louise Delaroche-Vernet, 1847. - Cimetière de Père-Lachaise: Postament des Grabmals für Dominique François Arago, 1854/55 (Büste von David d'Angers). Voltri/Italien: Postament des Grabmals für Antonio Brignole Sale, 1863(?) (Büste von Augustin Dumont). - Zchngn: Angers, MBA: Voie des tombeaux à Pompéi, 1858. Berlin, Kpst.-Kab.: Vues de quelques mon. de Paris achevés sous le règne de Louis Philippe I, 1836/37 (12 aquarellierte Archit.-Zchngn). - Kunst-Bibl.: Projet de service de table, 1840 (7 Zchngn). Blois, MBA: Une rue à Pompéi, ca. 1859; Intérieur d'une villa antique (Entwurf). Chantilly, Mus. Condé: Restauration d'une maison de Pompéi, 1831. Compiegne, Mus. Antoine Vivenel: Villa antique à Baia, 1835. Köln, WRM: Le tibre, 1840; L'Arno, 1840; Intérieur d'une église byzantine, 1845; Les berceaux des trois Gràces, 1850; Montauban, Mus. Ingres: Age de fer (Studien zum Dekor des Schlosses Dampierre). Paris, ENSBA: Café, 1817 (Prix d'Emulation); Fontaine, 1819 (Prix d'Emulation); Pavillon d'habitation, 1822 (Prix d'Emulation); Hôtel des douanes, 1823 (Prix de Rome); Ses travaux pendant son pensionnat à Rome 1823-28, 3 Bde (Slg der Studien-Zchngn des Romaufenthaltes); Portique d'Octavie, Envoi 4e année; A Florence, 1832; A Pompea, 1832; Dessins, 2 Bde (Zchngs-Slg versch. Projekte und Bau-Zchngn [ehem. Slg Lésoufaché]). - Slg Odiot: Projet de soupière, 1835. - Acad. d'Archit.: Composition antique, 1856. - 22 weitere Aqu. sind bek., aber nicht lokalisierbar. Weitere Bauten, Projekte, Inneneinrichtungen, Entwürfe: 1839 Projekt für die Salle Favart-Opéra-Comique (nicht ausgeführt); 1839/41 Projekt und Ausbau des Schlosses de la Montagne für den Marquis d'Espeuilles (Saint-Honoré-les-Bains, Nièvre); 1840 Beteiligung am Wettb. um das Grabmal Napoleons im Invalidendom; 1840 Dekoration des Appartements von Marie d'Agoult, 10, rue Neuve des Mathurins (zerst.); 1840 Entwurf eines Tafelservice für Salomon de Rothschild, ausgef. von Odiot; 1845 Gesamtentwurf für das Toiletten-Möbel der Herzogin von Parma (fertiggestellt 1851; Orsay, Paris); 1845 Rest. und Erweiterung des Schlosses von Josserand/Puy-de-Dôme; 1847 Bauaufnahme des Schlosses von Valmer/Indre-et-Loire; 1847 Projekt(?) für das Schloß von Ferrières/Seine-et-Marne; 1856 Projekt(?) für ein Schloß im Wald von Compiègne; 1860 Wettb.-Beteiligung für die neue Pariser Oper (Projekt nicht nachg.); 1861 Projekt für eine Grab-Kap. in Twickenham/England für das exilierte Haus Orleans (Auftraggeber war der Duc d'Aumale); 1865 Auftrag zur Anfertigung von Zchngn für das Mobiliar der Kap. von Woodnorton durch den Herzog von Aumale (Ausf. fragl.); 1867 Denkmal für Ingres, EcBA, Paris; Postament für eine Statue Napoleon I., Courbevoie (Verbleib unbek.).

Selbstzeugnisse

Réforme de l'EcBA 1863/64, Ms. 803, Paris, ENSBA; De l'établissement d'un mus. d'art et d'industrie à Lyon, GBA 1866, 304-309; Rapport 1866, Les moyens de construire des églises avec économie, Arch. de la Seine, V I M 31, Ms. 25 S.

Bibliographie

ThB9, 1913 (Lit.). Enc. d'archit. 1853, Bd 3; 1854, Bde 4 und 8; 1856, Bde 6 und 7; Bellier/Auvray I, 1882; DBF XI, 1967; Macmillan I, 1982; Dict. des mon. de Paris, P. 1992; DA IX, 1996. Umfangreiche Bibliogr. in: S.Bellenger/F.Hamon, F.D. ... (K), P. 1996; J.Garleff, Die EcBA in Paris, ein gebautes Architekturtraktat des 19. Jh., Diss. Bonn 1999 (Publ. in Vorbereitung; Lit., Archivalien usw.). - P.Chabat, Les tombeaux mod., P. 1890; Hautecœur VI, 1955; VII, 1957; C.Marmoz, BSHAF 1977, 217-223 (l'Arc de Gaillon); R.Bertrand, Marseille 1977(108)70-77 (la tombe Penchaud); D. Van Zanten, F.D. and the building of the EcBA, 1832-1840, J. of the Soc. of Archit. Historians 37:1978, 161-174; Pompéi, travaux et envois des architectes franç. au XIXe s. (K Paris/Neapel), P. 1981; D. Van Zanten, The beginnings of French romantic archit. and F.D.s temple protestant, in: H.Searing (Ed.), In search of mod. archit., N.Y. 1982, 64-84; J.Pons, F.-J. D., architecte du gouv., Diss. Ec. de Chartes, Paris 1985; D. Van Zanten, Designing Paris, C., Mass./Lo. 1987; id., Building Paris, C., Mass./Lo. 1994; F.D. 1798-1870, Les couleurs de l'archit. (K Château de Blois), P. 1996 (Publ. der Akten des begleitenden Kolloquiums in Vorbereitung); F.Boudin, Mus. Condé 1997(53)8-17; S.Bellenger/C.Mathieu, Faksimile-Ausg. des Albums Vues de quelques mon. de Paris..., erweitert um einen Beitrag "Paris 1837", P. 1999; E.Carmagnani, Rapport de D. de 1866, objet retrouvé, in: L'archit. relig. au XIXe s. entre eclectisme et rationalisme, Journées d'ét. UFR d'Hist. de l'Art et d'Archéologie, Paris Sorbonne IV, 21. u. 22. Sept. 2000 (Publ. in Vorbereitung). Berlin, AK. Blois, Arch. dép. du Loir-et-Cher. Chantilly, Mus. Conté. Los Angeles, Getty Mus. Paris, Arch. Nat.; Arch. du Patrimoine/Bibl. de la Direction de Patrimoine; Arch. du Louvre; BN; EcBA; Bibl. de l'Institut; Inst. Néerlandais, Fond. Custodia; Orsay.

Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Duban, Jacques Félix, französ. Architekt, geb. in Paris am 14. 10. 1797, † in Bordeaux am 8. 10. 1870. Schüler seines Schwagers Debret an der Ecole des Beaux-Arts, ging er 1823 mit dem großen Rompreis auf 5 Jahre nach Italien. In Rom beschäftigten ihn Aufnahmen antiker Bauten und Pläne für die Wiederherstellung des Portikus der Oktavia. Entscheidend aber wurde für sein Talent, das eine ausgeprägt malerisch - dekorative Richtung hatte, das Studium der pompejanischen Kunst. Nachhaltigen Eindruck empfing D. auch von der ihm durch die sizilischen Entdeckungen seiner Freunde Duc und Labrouste vermittelten griechischen Kunst. In der Folgezeit beschickte D. den Pariser Salon mit zahlreichen Aquarellen und Studien, für die ihm die antike Kunst die Motive lieferte, und deren korrekte Zeichnung und harmonisches Kolorit Beifall fanden (Medaille der Paris. Weltausst. 1855). Nach Paris zurückgekehrt, hatte D. die Leitung des Ateliers Blouets während dessen griechischer Reise inne (1828-30). Nach der Julirevolution verschaffte ihm 1832 die Empfehlung Delaroche's die Stelle eines Architekten der Ecole des Beaux-Arts, deren von Debret begonnener Bau sein Hauptwerk ist (erweitert 1860 u. 1885). D. errichtete vor allem das Hauptgebäude, das Palais des Beaux-Arts, mit italienischer Renaissancefassade am Quai Malaquais, zugleich ordnete er die Aufstellung der Renaissancefragmente (Fassade von Gaillon) in den verschiedenen Höfen an und bezog die Reste des alten Augustinerklosters in den Gebäudekomplex ein. Die Ecole des Beaux-Arts galt damals als "die schönste der neueren Architekturen von Paris". Das Innere ist "äußerst großartig und von wirklich monumentalem Charakter" (Kugler). 1840 übernahm D. zusammen mit Lassus die Restauration der Ste Chapelle, die er seit 1849 selbständig fortführte; 1841 bis 1842 leitete er die Wiederherstellung des Hôtel Molé (Ministère des Travaux publics). Seit 1845 beschäftigte ihn die Restaurierung des Schlosses von Blois, an der er bis zu seinem Tode arbeitete und die ihm große Anerkennung brachte. Ebenso leitete er die Wiederherstellung des Schlosses Dampierre für den Duc de Luynes; die Dekoration der Salle d'honneur wurde nach seinen Entwürfen ausgeführt. Pläne für eine Wiederherstellung des Schlosses Chantilly vereitelten die Zeitereignisse (1848). 1849 wurde D. zum Architekten des Louvre ernannt. In dieser Eigenschaft vollendete er die Seinefassade des Alten Louvre bis zum Pavillon de Lesdiguières; sein Werk ist ferner die Herstellung der seit dem Brande von 1661 verfallenen Gallerie d'Apollon. Als jedoch D.s Pläne für die Weiterführung des Baus und seine Verbindung mit den Tuilerien auf den Widerstand der Regierung stiegen - die Zeitströmung und die. Anschauungen der Machthaber waren D.s "romantischen" Ideen nicht günstig - trat er 1853, als er auf der Höhe seines Ruhmes stand, von seinem Amt zurück (sein Nachfolger wurde Visconti). Die erlittene Kränkung verbitterte ihm seine letzten Lebensjahre, die er in Bordeaux verbrachte. - Von D.s sonstigen Bauten sind noch zu nennen: die Hôtels Galliéra und de Pourtalès in Paris und die Schlösser Chalay und Sandat. D. hat auch Entwürfe für Grabmäler (u. a. die der Gattin Delaroches und des Astronomen Arago auf dem Père-Lachaise) und für Goldschmiedearbeiten (z. B. für Froment-Meurice) geliefert. D. genoß auch als Lehrer großes Ansehen, er war Mitglied des Instituts (seit 1854) und verschiedener auswärtigen Akademien etc. Die Sammlung des Louvre besitzt von D. ein Aquarell "Inneres der Ste Chapelle", 2 andere bewahrt das Museum von Compiègne; architektonische Entwürfe u. a. in den Archiven der Monuments historiques und des Instituts. - D.s Leiche wurde am 7. 10. 1871 auf dem Friedhof Montparnasse in Paris beigesetzt; die Grabrede hielt ihm sein Schüler Daly. Sein Grabmal von Duc ist mit einem Medaillonbildnis von der Hand Guillaume's geschmückt. D.s von Courtry gestochenes Porträt brachte die "Revue générale de l'architecture" (Jahrg. 1870). Lance, Dict. des Archit. franç. 1872. - Bauchal, Dict. des Archit. franç. 1887. Dellaire, Les Archit. élèves, 1907. - Bellier, Dict. gén. 1882. - Vapereau, Dict. des contemp. 4 e éd. - Hoefer, Nouv. Biogr. gén. XIV (1858). - Ch. B1anc, Les Artistes de mon temps, 1876 p. 1-22. - Dussieux, Artist. franç. à l'étranger, 3 e éd. 1876 p. 217, 292, 456. - Inst. de France, Acad. des B.-A., Notice sur M. D., par M. Queste1, Paris 1872. - C. Marsuzide Aguirre, Le Louvre, les dernières travaux de M. D., 1852. - Rev. gén. de l'archit. 1870/1 p. 199 ff. (Nachrufe etc.); 1883 p. 65 Taf. XV-XXII. - Kugler, Kleine Schriften III (1854) 433-4. - Richess. d'art, Paris, Mon. civ. 110, 65; III 199, 333, 357-8; Prov., Mon. civ. VII 36; VIII 378. - Guiffrey-Marce I, Dessins du Louvre V 31. -. Nouv. Arch. de l'art franç. 3e sér. XIII (1897) 135, 307 (Grabmäler). - Kat. der gen. Samml. u. Ausst.

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