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Artikel

Vita

Ebeling, Siegfried, dt. Architekt, Architekturtheoretiker, Maler, *1894 Rätzlingen/Kr. Gardelegen, †1963 Hamburg.

Biogramm

1912-14 Stud. der Phil. und Theologie an der Univ. Heidelberg. 1914-20 Soldat im 1. WK und brit. Kriegsgefangener. 1920-23 Stud. der christl. Archäologie und der Kunstgesch. an den Univ. Jena und Leipzig, daneben schriftsteller. Versuche. 1924-25 Stud. am Bauhaus Weimar bei Wassily Kandinsky und Marcel Breuer, mit letzterem befreundet. 1925 für die Junkers-Werke in Dessau tätig; 1925/26 weiteres Stud. am Bauhaus, zuletzt in Dessau. Zw. 1927 und 1929 versch. Tätigkeiten in Hameln, Berlin (Arbeit in einer Waggon-Fabrik), Dornach und Lausanne. 1930 entwickelt E. das erste drehbare Ganzmetall-Rundhaus. 1931 freier Architekt in Bielefeld, ab 1939 in Hamburg. 1941-45 Soldat im 2. WK und Kriegsgefangenschaft. - 1926 veröff. E. in Dessau die architekturtheoret. Schr. "Der Raum als Membran". Ausgehend von der biolog. Zellhaut (Membran), entwickelt er eine Theorie des Zusammenhanges von Raum und Wand. Die Wand versteht er nicht nur als funktional-tragenden Teil bzw. ab- oder ausgrenzendes Element, sondern als Membran, die ein diaphanes Medium zw. Innen und Außen bildet. Sie soll nicht nur für Licht und Luft offen sein, sondern v.a. für Kommunikation und soziale Wechselwirkungen. Dieser Gedanke in der Folge des komplexen Bauhaus-Denkens über Archit. war konsequent. Die Bauhaus-Praxis konzentrierte sich jedoch v.a. auf neuartige technolog. Konstruktionen und Formen der Wand und deren räuml. Durchdringung. Ludwig Mies van der Rohe, der E.s Buch kannte, bildet im Demonstrationsraum auf der Stuttgarter Werkbund-Ausst. (1927) und im Dt. Pavillon der WA Barcelona (1928/29) die Wände deutlich als "offene Grenze" eines durchlässigen und durchsichtigen Raumgebildes v.a. aus Glasflächen. E.s Gedanke einer sozialen Transparenz, die über neue Materialien hinausging, blieb dagegen weitgehend unbeachtet. Sie widersprach der ökonom. determinierten Forderung des Massenwohnungs- und Nutzraumbaus. E. konnte in keinem Gebäude seine theoret. Überlegungen erproben. - Seit A. der 1950er Jahre in Volksdorf/Hamburg als Maler in der Nachfolge des dt. Expressionismus tätig; Versuche künstler. Umsetzung phil. und relig. Ideen; auch Portr. und Landschaften.

Selbstzeugnisse

Ganz-Metall-Haus über dem Kreis, in: Stein Holz Eisen 1931 (17) 330-333; Das Ganzmetall-Rundhaus, Metallwirtschaft 10:1931 (23) 476 ss.; Extra muros. Einl. in die Theorie des freien Hauses, Ha. 1947.

Ausstellungen

E: 1959 Hamburg, KH (Malerei 1953-57).

Bibliographie

B.Taut, Bauwelt v. 18.8.1927 (Rez. zu "Der Raum als Membran", 1926); Hamburger Abendblatt v. 14.10.1959; H.M. Wingler, Das Bauhaus, Köln 1975; W.Herzogenrath, Bauhaus Utopien (K), St. 1988; H.Bischlager, S.E. und das Konzept einer medialen Archit, M. 1987 (Sep., Inst. für Internat. Archit.); W.Nerdinger (Ed.), Bauhaus-Moderne im Nationalsozialismus, M. 1993; C.Asendorf, NBK 6:1996 (2) 46-50.

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