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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Edrei, Max, frz. Architekt, *12.8.1889 El Simbillâwein/Ägypten, †27.9.1972 Paris.

Biogramm

Zunächst Schüler von Eugène Marie Chifflot. Stud.: ab 1910 (2.Kl.; ab 1912 1.Kl.) EcBA Paris bei Gaston Redon; 1914-18 Unterbrechung durch die Mobilisierung im 1.WK; macht im gesamten Stud. mit einer konsequent mod. Archit.-Auffassung auf sich aufmerksam; 1920 Abschluß mit Diplom. In der Partnerschaft mit den ehem. Kommilitonen Léon Azéma und Jacques Hardy und durch die erfolgreiche gemeinsame Teiln. an mehreren internat. Wettb. gelingt E. ein sehr verheißungsvoller Auftakt im Berufsleben; sie erhalten jeweils einen 2.Preis bei Wettb. um Typenbauten für Schulen in Suresnes und das Inst. d'Art et d'Archéologie in Paris (Ankauf der jeweiligen Projekte). 1921 Sieg beim Wettb. um das Beinhaus von Douaumont b. Verdun und mit der Ausf. betraut; dieses zur Erinnerung an die Opfer des 1.WK errichtete, sehr sorgfältig gearbeitete Steindenkmal, dessen Profil einer Granate nachempfunden ist, gehört in der Archit. zu den Hw. des frz. Expressionismus. 1924 gewinnen E. und seine Partner den Wettb. um das Pal. de Justice in Kairo und werden mit der Ausf. beauftragt; zu diesem Zweck eröffnen sie eine bis zu ihrer Trennung 1929 sehr aktive Außenstelle in Ägypten. Zu den dort errichteten opulenten Art déco-Bauten gehört das mon. Collège St-Marc in Alexandria mit einer in Anlehnung an die Basilika Ste-Madeleine in Vézelay erb. neoroman. Kap.; ihre Luxusvillen und Mietshäuser in Kairo und Alexandria besitzen üppigen vegetabilen Fassadenschmuck aus Stein und kunstvolle schmiedeeiserne Arbeiten. Gleichzeitig bauen sie in Paris ähnl. Häuser, deren Bauschmuck jedoch sparsamer ausfällt, z.B. am Quai d'Orsay (cf. WV). Ab 1929 setzt E. die Tätigkeit in Ägypten allein fort mit der Planung von schlichteren, durch eine Spätform des Art déco, mitunter auch den Einfluß von Robert Mallet-Stevens bestimmte Gebäude. Bei einigen in den 30er Jahren entstandenen Villen vereint er regionalist. mit mod. Gest.-Elementen, viell. um dem Geschmack der Auftraggeber entgegenzukommen; sein eig. Wohnhaus, die 1939 voll. Villa Chephrem, ist hingegen konsequent dem Kubismus verpflichtet. 1937-40 errichtet E. zus. mit Gaston Rossi (großer Bewunderer von Auguste Perret), dessen Baustellen in Ägypten er betreut, das erste, l'Immobilia gen. Wohnhochhaus in Kairo; das 18geschossige Bauwerk rüstet er mit der derzeit modernsten Gebäudetechnik aus, u.a. Zentralheizung und Tiefgarage. Nach dem 2.WK Partnerschaft mit dem im Atelier von Roger-Henri Expert an der Pariser EcBA ausgebildeten jungen Architekten Hrastan Balian und Spezialisierung auf Wohnhochhäuser in einer internat. allg. gebräuchl., konventionellen Bauweise. Außerdem betätigt sich E. mehrfach im Industrieanlagenbau. Durch die Krise im Suezgebiet 1956 zur endgültigen Rückkehr nach Frankreich gezwungen, beendet er seine Berufstätigkeit.

Werke

Zus. mit Azéma und Hardy: Alexandria: Gebäude der Stiftung des Comte Miguel Debbane, 1925; Immeuble Rolo (beide zus. mit dem Bau-Ing. Ferdinand J.Debbane); Villa Cicurel; Villa Barcilon, alle drei 1926; Collège St-Marc, 1926-28; Villa Tortilliat; Gebäude der Fond. Georges Tawil, beide 1927. Kairo: Pal. des Tribunaux mixtes, 1924-28; Villa Rateb bey, 1926; Haupteingang zur Expos. d'Agriculture (um 1950 umgestaltet); Villa Green; Villa Mourad bey Wahba (um 1995 umgebaut); Villa Joseph Nahas bey (gegenwärtig Residenz des jap. Botschafters), alles 1927; Immeuble Rabbath, 1928/29. Paris, Boulevard des Capucines: Salon und Parfumerie Girault, 1927. - Maison des Cheminots, 1928. - 91, quai d'Orsay: Wohnhaus, 1928/29. - Allein ausgef. Werke: Alexandria: Villa Gorra, 1930; Immeuble Toriel, 1932. Kairo: Villa Sinnot, 1928-30 (gegenwärtig Residenz des frz. Botschafters); Immeuble Khayyat, 1937; Pavillons für das Hôpital franç. 1939; Internat für das frz.-ägypt. Lyzeum, 1945. - Zus. mit Rossi: Kairo: Wohnhochhaus Immobilia, 1938-40. - Zus. mit Balian: Kairo: Wohnhäuser Isis, Osiris, Horus, alle 1946-50; Gebäudekomplex für Cinema Radio, 1950.

Selbstzeugnisse

L'Egypte architecturale actuelle, La Bourse égyptienne (Le Caire) v. 15.2.1933; Chômage et propriété bâtie. Essai d'une solution pour l'après-guerre, Rev. du Caire 1943(Dez.)125-146; Entretiens sur l'archit., Egypte nouv. (Le Caire) 1947(1)152 s., 212 s., 314 s., 415 s., 474; 1947(2)12 s., 410 s.; L'industrie du bâtiment, in: Livre d'or de la Fédération égyptienne de l'industrie, Le Caire 1948, 269-273.

Ausstellungen

G: 1924 Paris, SAfr.

Bibliographie

Le nouv. Pal. de Justice du Caire, J.des Tribunaux mixtes 1924(147) I-XV; G.Rémon, Jardins & cottages 1926(Juni)65-69; 1927(April)13-25; Salon et parfumerie Girault à Paris, in: L.Azéma, Doc. d'archit. contemp., 2.Ser., P. 1929, Taf. 35-40; Immeubles Immobilia, Sonder-Nr von al-'Imâra (L'Architecture) 1940(7/8)360-373; M.Volait, Mon. hist. 200:1996, 52-55 (Pal. de Justice, Kairo). Paris, Arch. nat.: AJ/52/421 (Studentenakte der EcBA); Priv.-Slg Dr. Yves E. (WV); Priv.-Slg Jean-Pierre Hardy (Fotos).

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