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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Fainsilber, Adrien, frz. Architekt, Stadtplaner, *1932 Le Nouvion-en-Thiérache/Aisne, lebt in Nanterre.

Biogramm

Stud.: ein Jahr Kgl. Akad. für Archit. Kopenhagen; bis 1960 (Dipl.) ENSBA Paris. Arbeitet anschl. in den USA bei Hideo Sasaki, einem Eero Saarinen nahestehenden Lsch.-Planer. 1965-70 Planungsleiter am Inst. d'Aménagement et d'Urbanisme de la Région parisienne (IAURP). Lehrtätigkeit: 1967-69 Univ. d'Urbanisme Paris; 1987-90 Ec. d'Archit. Paris-Tolbiac. Beratender Architekt beim Minist. de l'Equipement et du Logement, 1971-80 für das Dép. Val-du-Marne, 1986-88 für das Dép. Ille-et-Vilaine, 1989-94 für die Direktion Archit. und Städtebau. Chefarchitekt: 1986-90 Stadtviertel Triangle Sainte-Barbe und Porte d'Aix, beide in Marseille; bei mehreren Zones d'Aménagements concertés (ZAC [Gebiete aufeinander abgestimmter Erschließung]); 1988-97 Gardin in Caen; 1990-97 Richter und Port Marianne in Montpellier; 1991-97 Atalante in Rennes. Mitgl.: 1985 Acad. d'Archit.; 1989 Acad. internat. d'Architecture. Ausz.: 1982 Silber-Med. der Acad. d'Archit.; 1986 Grand Prix nat. d'Archit.; 1987 Ritter der Ehrenlegion; 1990 Auguste Perret-Preis der Union internat. des Architectes (UIA); 1997 Officier dans l'Ordre des Arts et Lettres. - Als Planungsleiter am Inst. d'Aménagement et d'Urbanisme de la Région parisienne ist F. an der ersten prakt. Umsetzung des Flächennutzungsplans dieser Region beteiligt. 1967 gewinnt er einen Wettb. des Minist. de l'Education nat. und der Präfektur der Region Paris für die Errichtung einer Univ.-Stadt in Villetaneuse und gründet aus diesem Anlaß 1970 ein eig. Planungsbüro. Die einzigen verwirklichten Teile dieses Projekts, das Centre universitaire Paris Nord und der dazugehörige Wohnkomplex Cité Salvador Allende (500 Wohnungen) bilden das Gerüst der urspr. geplanten Bebauung in einem 200 ha großen stadt- und landschaftsplaner. Gebiet. Das Centre universitaire markiert einen Wendepunkt in der Konzeption der Pariser Univ.-Archit. und ist char. für F., nach dessen Ansicht Archit. global geplant werden muß unter Einbeziehung der städte- und landschaftsbaul. Gegebenheiten. Dieser Univ.-Komplex, dessen Gebäude nicht nur für Univ.-Angehörige bestimmt waren, umfaßt Häuser an einer Fußgängerzone mit einem mineral. Bodenbelag, um den landschaftl. Aspekt der Gegend geltend zu machen und den hist. Marktflecken im Norden mit dem neu entwickelten Baugebiet im Süden zu verbinden. Ein zentral gelegenes, überdachtes Forum mit Freilichtbühne in Form eines Amphitheaters und einer Gal. mit Handelseinrichtungen sollte die Studenten der versch. Fachrichtungen zusammenführen. Der Entwurf für die 1972-75 erb. Univ. de Technologie in Compiègne folgt ähnl. Gesichtspunkten eines kohärenten Ensembles, wobei lt. F. mit der Planung eines Gebäudes die Entwicklung der Stadt, in der es errichtet wird, einhergehen muß. Mit der Aufteilung des Univ.-Komplexes in mehrere Bereiche in versch. Stadtvierteln bezweckt er, die im 2.WK stark zerst. Stadt aufzuwerten und wieder mit reger Betriebsamkeit zu erfüllen. Die einzelnen Abt. der Univ., untergebracht in Gebäuden an einer in zwei unterschiedl. Ebenen angelegten Fußgängerzone in der Peripherie von Compiègne, erfüllen die Rolle eines Portals, wenn sich die Unterrichtsschwerpunkte in den alten und neuen Stadtvierteln mit der Tätigkeit der Univ. in der Stadt überschneiden. Die Pl. Jean Mermoz im Altstadtgebiet, eine Art Forum mit Verwaltungsbehörden, Informationsdiensten, audiovisuellen Einrichtungen, Mediathek und Cafeteria, ist ein lebendiger, der Öffentlichkeit zugängl. Ort. Als weiteres Hw. entsteht das Krankenhaus in Evry (1978-81), das durch seine Wandlungsfähigkeit an techn. Weiterentwicklungen angepaßt werden kann; mit den direkt im Klinikgelände geplanten Wohnungen kann sich ein eigenständiges Stadtviertel herausbilden. Anschl. folgen weitere Krankenhausprojekte sowie Bürogebäude, öff. Einrichtungen und Museen. - F. vertritt ein städtebaul. Konzept, bei dem er das inzwischen stark kritisierte Erbe der mod. Bewegung (Rastersystem, Trassierung, archit. Elemente) mit einer konsensorientierten Auffassung von Stadtplanung kombiniert; diese Herangehensweise verbindet er mit der Respektierung des archit. Umfeldes und der hist. gewachsenen Parzellierungen. Mit seiner konsequent mod. Archit. aus reinen Formen ist F. bestrebt, die Glaubwürdigkeit der Gestaltungsprinzipien voranzubringen. Beim Umbau der Verkaufsräume des ehem. Schlachthofs von Paris-La Villette zur Cité des Sc. et de l'Industrie (1980-86), womit F. internat. bek. wird, stellt er eine intelligente Technik in den Dienst von Licht und Ästhetik. Dieses zus. mit den Ing. Peter Rice und Martin Francis errichtete riesige Mus., ein den Wiss. gewidmetes Denkmal für das 20.Jh., ist, wie die Géode (1980-85), das daneben befindl. Kino mit halbkugelförmiger Lw., so transparent wie nur mögl. konzipiert und so geplant, daß die Grenzen zw. Innen- und Außenraum aufgebrochen werden. Die Gewächshäuser, leere, direkt in das Gebäude gesetzte Baukörper (32 m hoch, 32 m breit, 9 m tief), öffnen die Cité zum angrenzenden Park. Die beiden Kuppeln im First überfluten die Hallen mit Licht, das, durch ein Spiegelsystem gefiltert, nach mehreren rechnergesteuerten Konfigurationen mitten in die Cité einfällt.

Werke

Avignon: Neubau Justiz-Pal., 1998-2001 (mit Dekester und Olivier). Bagneux: Sitz des Stadtteilzentrums, 1991-95 (mit Sylvaim Merisier). Clermont-Ferrand: MBA, 1986-93 (mit Claude Gaillard). Colmar: Gebäude des Dép. Haut-Rhin, 2000, '03 (mit J.Merat). La Fleche: Rathausneubau, 1993/94 (mit Roland Korenbaum und Philippe Bodinier). Le Kremlin-Bicetre: Zentrum für lang- und mittelfristige medizin. Behandlungen, 1987-91. L'Isle-D'Abeau: Lyzeum, 1988-90 (mit Faure und Dussaud). Lyon: Bürogebäude, 2000; Psychiatr. und Frauenklinik, 1998-2000 (mit P.Beau und dem Atelier 4+); Bürogebäude, 2000. Marseille: Stadt- und Regional-Bibl., 1997-2002 (mit D.Rogeon). Montmorency: Umgestaltung des klin. Zentrums, 2000. Montpellier: Fußgängerbrücke, 1992-94; Port Marianne: Studentenwohnheime, 1995/96; mehrere Bürohäuser, 2002 (mit J.Rio). Orleans: Kinderklinik, 2002. Paris: Geschäftszentrum Pont de Bercy, 1989-96; Inst. mutualiste Montsouris, 1992-99 (mit P.Beau und R.Vanhaecke); Sitz der Fam. Unedic, 1994-96. Strasbourg: MAMC, 1988-99. Toulouse: Kinderklinik, 1991-98 (mit Merisier, Faup und Zirk). Valenton: Kläranlage, 1984-91. Vichy: Klinikkomplex, 1987-92 (mit Gaillard und B.Beau).

Bibliographie

Dict. de l'archit. du XXe s., P. 1996; Dict. des mon. de Paris, P. 1997. Techniques et archit. 1980(Febr.)134; 1980(Okt.)146; 1986(März)60-141 (alle zu Cité des Sc. et de l'Industrie); 1987(Febr./März)9; 1988(Juni/Juli)80-85 (Valenton, Kläranlage); Rech. et archit. 58:1984, 36 s.; Archit. and urbanism 1985(6)53-59 (beide Géode); Archit. intérieure crée 1986(Juni/Juli)104-122 (Cité des Sc.); Architectes, archit. 1987(Jan./Febr.)19 s.; 1988(März)17 ss. (Cité des Sc.); Archit. méditerrannée 1988(Nov.)221-228 (Toulouse, Kinderklinik); Bauwelt 1988(Jan.)53-59; Global archit. doc. 19:1988, 32-43 (beide Cité des Sc.); A.F., la virtualité de l'espace, P. 1988; D'archit. 1998(Dez.) 22 s. (Toulouse, MAMC); 2000(Febr.)29 (Marseille, Bibl.); D.Picard, Connaissance des arts 1998(Nov.)90-97; ibid. 1998(Dez.)22 s. (beide Toulouse, MAMC); Nouv. pal. de justice d'Avignon, P. 2001. Paris, Arch. de l'Inst. franç. d'Archit.: Akten der Direction de l'Urbanisme et de l'Architecture.

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