Grassi, Ferruccio (1899) : Allgemeines Künstlerlexikon Jump to ContentJump to Main Navigation
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Vita

Grassi, Ferruccio, ital. Architekt, *30.7.1899 Triest, †24.10.1987 Turin. Sohn des Chef-Ing. beim Stadtbauamt in Triest. Neffe des Architekten Gioachino G. (*1837 Triest, †19.8.1904 ebd.[?]), der E. 19.Jh. zus. mit seinen Brüdern für den König von Thailand versch. Gebäude in Bangkok und Umgebung errichtete sowie in Pirano am Bau des Theaters und in Fano an der Ausstattung des Teatro della Fortuna beteiligt war. Vater des Architekten Riccardo G. (s.u.). -

Biogramm

Nach dem 1. WK Übersiedlung nach Turin und Archit.-Stud. am Regio Ist. Superiore di Ing. (1924 Dipl.). Beginn der Berufstätigkeit im Archit.-Büro von Giovanni Chevalley, erste Kontakte zu Mario Passanti, mit dem er später zusammenarbeitet. 1928 kurze Rückkehr nach Triest und ab A. 30er Jahre wieder in Turin, wo er ein eigenes Archit.-Büro eröffnet. Gehört zus. mit Luigi Ferroglio, Arturo Midana, Carlo Mollino, Gino Levi Montalcini, Domenico Morelli, M. Passanti und Paolo Perona zur ersten Generation der Vertreter des ital. Rationalismus in Turin. Schon in diesen Jahren Teiln. an Wettb. und bed. urbanistischen Eingriffen in Turin. Daneben bekleidet er zahlr. öff. Ämter: 1939 Mitgl. in der Komm. Studio Regolamento edilizio, 1940-43 Mitgl. der Ltg des Sindacato Fascista Interprovinciale degli Architetti, 1944-62 Mitgl. in der Komm. für die Staatsprüfung der Architekten, 1945 Sekretär des Comitato di Liberazione Naz. (CLN) in Turin; Gründungs-Mitgl. des Gruppo di architetti mod. torinesi Giuseppe Pagano. 1949-51 Präs. der Architektenkammer, Mitgl. der Komm. Italia 61, 1966-69 Mitgl. der Komm. des Stadtbauamtes Turin. Zu den ersten bed. Werken von G. gehört die Rekonstr. des 2.Teils der Via Roma in Turin (zus. mit Ferroglio, Passanti und Perona, unter Ltg von Marcello Piacentini/1.Preis), 1933. Die rhythmische geometrische Gliederung des Entwurfs mit ausgedehnten Terrassen, die die Gebäudeblöcke längsgerichtet verbinden, und der transparenten Erdgeschoßzone mit verglasten Geschäftspassagen zeigt klar und funktional strukturierte Bauten nach rationalistischem Muster. Es folgen drei heliotherapeutische Kinderferienheime in Marina di Massa, Marina di Riccione (zus. mit Ferroglio, Passanti und Perona), 1933/34, und die ehem. Villa Gualino in Turin für die Federazione fascista torinese (zus. mit Ferroglio und Passanti), 1935, deren urspr. Projekt von Andrea, Clemente und Michele Busiri Vici nicht fertiggestellt worden war. Der Entwurf für die Umwandlung der Villa und die Neustrukturierung des umliegenden Terrains berücksichtigt und verstärkt die rationalistischen Aspekte des urspr. Entwurfs und läßt dessen expressionistische Elemente in den Hintergrund treten. Die Fassaden werden vereinheitlicht und mit Fensterbändern versehen; im Erdgeschoß wird auf Pilaster verzichtet, um den Eingangsbereich durch Metall- und Glaskonstruktionen funktionaler zu gestalten. 1936 Teiln. am Wettb. für den Pal. della Moda in Turin (zus. mit Passanti; prämiert), der 1.Preis geht jedoch an Ettore Sottsass. 1937 Casa dello Studente in Turin (zus. mit Passanti, Perona), deren massiver Baukörper durch die symmetrische Reihung der quadratischen Fenster und die Pilaster der Loggien unter dem Dach eine horizontale Betonung erfährt. Ab E. der 1930er Jahre arbeitet G. an Bauprojekten zu Arbeitersiedlungen für den Versicherungskonzern INA in Turin und an versch. Wohnhauskomplexen. 1954-73 unterhält er zus. mit dem Sohn Riccardo ein Planungsbüro und realisiert mit ihm zahlr. Wohnkomplexe für den Versicherungskonzern Generali in Biella, Genua, Florenz und Triest. - Riccardo G. (*14.1.1930 Turin, †21.2.2006 ebd.) studierte Archit. am Polytechnikum in Turin (1954 Dipl.). Zu seinen bed. Arbeiten gehören die Rest. und der Umbau des Salone des Parlamento Regionale im Pal. Lascaris in Turin, das Ist. dei Sordomuti in Pianezza/Turin und die Filiale der Concessionaria Ruspa in Turin.

Werke

Biella: Einfamilienhaus, 1956. Chivasso: Wohn-und Verwaltungsgebäude des Heizkraftwerks SIP, 1952. Florenz: Wohnkomplexe, 1959-63. Genua: Wohnkomplexe, 1964. Lecco: Einfamilienhaus, 1961. Turin: Casa del Goliardo, 1934. - Via Borgo Dora: Einfamilienhaus, 1935. - Via Roma: Gebäude der Versicherung Generali, 1938. - T.-Lucento: Arbeiterwohnsiedlungen, 1955. - Corso Duca d'Aosta: Wohnkomplex, 1957. - Mitarb. am Bebauungsplan Le Vallette, 1958, und Wohnsiedlung, 1960. - Pal. Lascaris: unterirdischer Wohnbereich, 1962. - T.-Pianezza, Ist. Sordomuti, 1965. - T.-Venaria: Arbeiterwohnsiedlungen Gescal, 1968; Krankenhaus Martini, 1969; Wohnkomplexe, 1970-74;

Selbstzeugnisse

Atti e rass. tecnica della Soc. degli Ing. e Architetti in Torino 8:1954, 300.

Bibliographie

L'archit. ital. 1934(2)44; (5)150-168; 1935(1)14 s.; 1936(7)145-161; 1937(1)14 s.; 1938(3)110; C.Merlini, Torino 17:1937(2)31-39; M.Bongioanni, Casabella 11:1937(3)28-31; L.Re, in: Torino città viva, da capitale a metropoli, 1880-1980, T. 1980, 271-333; G.Torretta (Ed.), Archit. in Piemonte. Da Emanuele Filiberto all'Unità d'Italia (1563-1870), T. 1990; B.G. Bardelli/P.Scarzella, Torino nell'Ottocento e nel Novecento. Ampliamenti e trasformazioni entro la cerchia dei corsi napoleonici, T. 1995; A.Magnaghi u.a., Guida all'archit. mod. di Torino, T. 1995; R.Rigamonti (Ed.), Mario Passanti, T. 1995. Online: Albo d'onore del Novecento. Architetti a Torino, T. 2002.

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