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Allgemeines Künstlerlexikon - Internationale Künstlerdatenbank - Online

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Vita

Freuler, Karl, schweiz. Architekt, Priester, *5.12.1912 Basel, †24.2.2000 Immensee/Schwyz.

Biogramm

Bauzeichnerlehre in Basel. 1936 Abitur in Immensee. Stud.: 1936-42 Theologie in Schöneck b. Emmetten, 1942 Priesterweihe; 1942-44 Archit. an der ETH Zürich als Gasthörer, v.a. bei William Dunkel, Hans Hofmann und Linus Birchler (mit ihm eng befreundet); 1944-46 chin. Sprache, Pastoral- und Kunstgesch. an der Univ. in Fribourg. 1946 Abreise nach Peking; ab 1947 Missionar in Sutsien-Kiangsu. 1948 aus polit. Gründen Flucht nach Japan. 1948-68 Kirchenarchitekt in Tokio; Organisator von drei Ausst. zu christl. Kunst (Art Center). Ab 1952 Obmann der Sektion für Archit. und Kunst im nat. kath. Komitee von Japan. 1962 Eintritt in den SIA (Schweizer Ing.- und Architektenbund). 1968-96 Seelsorger in Basel und Umgebung. - Nicht vordergründig nach öff. Anerkennung strebend, stellt F. sein archit. Schaffen aus innerer Überzeugung in den Dienst der kath. Kirche. Nach dieser Maxime errichtet er v.a. in Japan, zudem in Taiwan und Südkorea ca. 130 Kirchen, Kap., Klöster und Pfarrzentren in breiter archit. Vielfalt bei konsequenter Vermeidung der Übernahme von bislang in den Missionsländern gebräuchl. historisierenden Bauformen. An der Neuen Sachlichkeit und v.a. an Le Corbusier orientiert, ist F. in den 50er Jahren meist einer auf streng kubischen Formen basierenden funktionalen Archit. verpflichtet. Konstruktiv dominieren mit unverputztem Mauerwerk gefüllte sichtbare Skelette aus Betonstützen oder nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzte weiße Kuben. Mit wachsenden Erfahrungen auf dem Gebiet der ostasiat. Baukunst greift er behutsam auch bewährte Trad. aus dem jap. Tempelbau auf: gestufte Blöcke bei Vordächern, Eingängen und Kirchenräumen; sichtbare Verstrebungen durch runde Pfosten im Innenraum (Franziskanerkirche in Itabashi-Tokio); zusätzl. Verkleidung der Schiebefenster mit Reispapierelementen, um das Licht diffus zu filtern (Kirche in Nagoya); Ersatz der Bankreihen durch auf dem Boden ausgebreitete Tatami-Matten (Leprosen-Kap. in Tokio, 1958). Mehrfach entwirft F. auch die harmon. auf die jeweilige Archit. abgestimmte Innenausstattung (Kathedrale in Kyoto; Kirche in Nagoya).

Werke

Ise: Pfarrk. St. Thomas Kozaki, 1966 (Bänke auf der Diagonalen des Quadrates ausgerichtet; Zeltdach). Itabashi-Tokio: Pfarrk. St. Elisabeth, 1957. Kichijōji: Pfarrk. Hl. Geist, trad. Sakralbau, 1949/50. Kyōto: Kathedrale, 1967/68 (Hw.; an die Schiffssymbolik angelehntes kielförmiges Dach; Sakristei im Untergeschoß; 70 m2 großes Chorfenster vom schweiz. Glasmaler Hans Stocker). Kyriu/Tokio: Clarissinnenkloster, 1963 (mit perforierter Brüstung nach einem Motiv von Le Corbusier). Nagoya: Abendmahlskirche, 1963/64 (Hw.; flache Saalkirche; mit Reispapier überzogene Schiebefenster). Nagoya-Nanzan: Pfarrk. Hl. Kreuz mit Pfarrzentrum und Pfarrhaus, 1956/57 (zentralisierende Kirche, bei der zwei Raumschalen den Innenraum gefäßartig umfassen). Nakoso Fukushima-Ken: Kap. St. Joseph und Kindergarten, 1965 (sehr schlichter Bau mit zentralisierend angeordneten Bänken; Entwürfe für die gesamte Ausstattung von F.). Onahama: Pfarrk. St. Johannes Baptist, kubist.-konstruktivist., 1956 (dreischiffiger Flachbau mit wuchtigem Glockenturm). Takarazuka: CIBA-Fabrik, 1956-59 (Schweizer Chemieunternehmen; einziger Profanbau). Tokio: Priesterseminar, 1959 (größter kirchl. Auftrag); Kinderheim der dt. Jesuiten, 1960/61 (Dach mit Kinderspielplatz, von Le Corbusier inspiriert).

Bibliographie

F.Brentini, K.F. Archit. für die Kirche. Japan 1948-1968, Baden 1992 (zahlr. Werkbeispiele). Online: Hist. Lex. der Schweiz (Bern), 2004.

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