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Publication Date:
December 2007
ISSN:
1865-8849
DOI:
10.1515/ARBI.2001.277

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Arbitrium

Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft

Ed. by Harms, Wolfgang / Strohschneider, Peter / Vollhardt, Friedrich

3 Issues per year

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, Gattungspoetik. Studien zur Poetik des 16. bis 19. Jahrhunderts und zur Geschichte der triadischen Gattungslehre. 2001

Jürgen H. Petersen

1Universität Osnabrück, FB Sprach- und Literaturwissenschaft, Neuer Graben 40, D-49074 Osnabrück. mproeger@uos.de

Citation Information: Arbitrium. Volume 19, Issue 3, Pages 277–280, ISSN (Print) 0723-2977, DOI: 10.1515/ARBI.2001.277, December 2007

Publication History:
Published Online:
2007-12-11

Zwei Fragen haben die poetologische Forschung der letzten hundert Jahre ganz besonders beschäftigt. Die erste betrifft das Wesen und die Eigenart poetischen Sprechens im Gegensatz zum alltäglichen und wurde von den russischen Formalisten und den tschechischen Strukturalisten schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgeworfen. Sie dachten über die Poetizität oder Literarität dichterischer Texte nach und fragten nach deren Elementen. Inzwischen hat sich der Sprachgebrauch geändert: Man redet von dem Unterschied zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Texten, hat aber noch immer dasselbe Problem im Blick. Es besitzt kaum historische Dimensionen, weil die Differenz zwischen poetischem und alltäglichem Sprechen fundamental ist und sich höchstens bedingt geschichtlich verändert. Hingegen wurde die zweite die Poetik des vorigen Jahrhunderts prägende Frage historisch gestellt und historisch behandelt, nämlich die Frage nach dem Wesen des antiken, vor allem des Aristotelischen Begriffs von Mimesis. Hermann Koller hat sie in seinem Buch Die Mimesis in der Antike (1954) mit allem Nachdruck gestellt und anders als fast alle seine Fachgenossen beantwortet: Mimesis bedeutet nur ausnahmsweise Nachahmung. Bis heute wird das Problem heiß diskutiert, zumal es sich um die Frage erweitert hat, ob man nicht auch den Begriff der Imitatio und den vor allem in den Poetiken des 18. Jahrhunderts gängigen Begriff der Nachahmung anders begreifen und einordnen muß, als man es bisher getan hat. Trotz seines geschichtlichen Aspekts impliziert dieser Problemkreis durchaus eine grundsätzliche Frage, nämlich die, in welchem Verhältnis Dichtung zur Wirklichkeit steht. Denn wenn sie tatsächlich Nachahmung im eigentlichen Wortsinn betreibt, dann ist ihr alles Phantastische und Irreale wesensfremd.

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