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Publication Date:
December 2007
ISSN:
1865-8849
DOI:
10.1515/ARBI.2002.222

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Arbitrium

Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft

Ed. by Harms, Wolfgang / Strohschneider, Peter / Vollhardt, Friedrich

3 Issues per year

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, Die Ghettogeschichte. Entstehung und Entwicklung einer Gattung. 2001

Andreas Kilcher

1Universität Münster, Institut für Deutsche Philologie II, Domplatz 23, D-48143 Münster. kilcher@uni-muenster.de

Citation Information: Arbitrium. Volume 20, Issue 2, Pages 222–225, ISSN (Print) 0723-2977, DOI: 10.1515/ARBI.2002.222, December 2007

Publication History:
Published Online:
2007-12-11

Kenneth H. Obers Essay über die Ghettoliteratur erscheint auf den ersten Blick als ein willkommener Beitrag zu einem Gegenstandsfeld der deutschen Literatur, das bis vor wenigen Jahren fast völlig vernachlässigt war. Der amerikanische Skandinavist Ober nämlich unternimmt den Versuch, anhand der wichtigsten Autoren und Werke die Geschichte der sogenannten Ghettoliteratur aufzuzeigen, jener Literatur aus dem Umfeld und über das Leben der Juden in (vorwiegend ost-)europäischen Städten – in „Ghettos“ oder „Schteteln“ – im Zeitraum zwischen ca. 1850 und 1918. Eigentlich müßte dieser Essay deshalb eben als ein willkommener Beitrag gelten, und er könnte es auch – wenn er vor rund zehn Jahren erschienen wäre. Doch so wichtig die Beachtung und Erforschung seines Gegenstandes ist, fällt Obers Essay weit hinter die jüngsten Forschungsarbeiten zur Ghettoliteratur zurück. Wie es dazu kommen konnte, erklärt eine beiläufige Notiz des Wallstein-Verlags: Obers Essay war offensichtlich länger schon geschrieben, die Veröffentlichung jedoch habe sich „infolge einer Verkettung unglücklicher Umstände lange verzögert“ (S. 139). So liegt der Text in der Tat außerhalb der jüngeren Forschungsdiskussion; einzig die Bibliographie wurde nachträglich und notdürftig vom Verlag aktualisiert. Damit aber hat sich weder die renommierte Reihe der Lessing-Akademie (die „Kleinen Schriften zur Aufklärung“) noch der Wallstein-Verlag einen Gefallen getan. Entweder man hätte das Buch völlig überarbeiten, oder aber – so hart das klingt – von der Veröffentlichung absehen müssen.

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