Die deutsche Germanistik hat die Tendenz, die verschiedenen Werkphasen Friedrich Hölderlins isoliert zu betrachten: Die Tübinger Hymnen, die Werke der Frankfurter und der Homburger Zeit, die Übersetzungen oder das lyrische Spätwerk (des zu diesem Zeitpunkt etwa 30jährigen) werden zumeist jeweils für sich interpretiert und einander unvermittelt gegenübergestellt. Nicht selten werden Akzentverschiebungen, ja Diskontinuitäten und Brüche konstatiert. Dies betrifft vor allem den gedanklichen Übergang von der Hyperion-Zeit zur Homburger Zeit und zu den späten Elegien und Hymnen. In einer solchen Situation kommen Fragestellungen, die neue Forschungsergebnisse ermöglichen, oftmals erst durch einen unbelasteten Blick von außen zustande. Es ist sicher kein Zufall, daß gerade eine italienische Germanistin und ein englischer Germanist versuchen, anstelle von Diskontinuitäten die großen Zusammenhänge in Hölderlins Œuvre aufzuzeigen.

Arbitrium
Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft
Ed. by Harms, Wolfgang / Strohschneider, Peter / Vollhardt, Friedrich
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Gabriele von Bassermann-Jordan
1Universität München, Evangelisch-Theologische Fakultät, Schellingstraße 3, D-80799 München. gabriele.bassermann@evtheol.uni-muenchen.de
Citation Information: Arbitrium. Volume 21, Issue 2, Pages 201–205, ISSN (Print) 0723-2977, DOI: 10.1515/ARBI.2003.201, December 2007
Publication History:
- Published Online:
- 2007-12-12


















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