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Publication Date:
December 2007
ISSN:
1865-8849
DOI:
10.1515/ARBI.2004.296

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Arbitrium

Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft

Ed. by Harms, Wolfgang / Strohschneider, Peter / Vollhardt, Friedrich

3 Issues per year

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, Medizin, Medizinethik und schöne Literatur. Studien zu Säkularisierungsvorgängen vom frühen 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert. 2002

Klaus Bergdolt

1Universität Köln, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Joseph-Stelzmann-Straße 9, D-50931 Köln. bergdolt@uni-koeln.de

Citation Information: Arbitrium. Volume 22, Issue 3, Pages 296–298, ISSN (Print) 0723-2977, DOI: 10.1515/ARBI.2004.296, December 2007

Publication History:
Published Online:
2007-12-21

Medizin und Religion galten jahrtausendelang als verschwistert. Ungeachtet periodisch auftretender Spannungen – man denke nur an Petrarcas programmatische Ärzteschelte! – wurde die enge Verbindung beider Disziplinen nicht etwa durch den Cartesianismus im engeren Sinn zerstört, sondern – infolge einer bemerkenswerten Synergie von Aufklärung, Antiklerikalismus, frühutilitaristischen Strömungen sowie diversen religiösen und „freigeistigen“ Moden – erst im Verlauf eines bis zum 19. Jahrhundert anhaltenden komplizierten Prozesses gelockert. Hatte der Pisaner Medizinprofessor Girolamo Baldi, um ein bei Pott nicht erwähntes Beispiel herauszugreifen, noch 1643 die Personalunion von Geistlichen und Ärzten gefordert (was keinesfalls nur für katholische Länder typisch war), war die Avantgarde der deutschen Medizin spätestens zur Mitte des 19. Jahrhunderts rein naturwissenschaftlich und – im Sinne Comtes – „positivistisch“ geprägt, wobei eine antikonfessionelle, ja geradezu anti- beziehungsweise ersatzreligiöse Färbung immer deutlicher wurde.

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