Citation Information: Behemoth. Volume 4, Issue 3, Pages 4–22, ISSN (Online) 1866-2447, ISSN (Print) 2191-7582, DOI: 10.1515/behemoth.2011.020, December 2011
Abstract
Focusing on Aristotle's 'Nikomachean Ethics', Cicero's 'Laelius On Friendship', Aelred of Rievaulx's 'On Spiritual Friendship' and Michel de Montaigne's 'Essay on Friendship', the following essay analyses the relationship of friendship and fraternality in premodern discourses. With reference to Jacques Derrida's book 'Politics of Friendship', the essay suggests that the traditionally highly praised intimacy between male friends is based on the marginalisation of those who cannot be brothers because of their descent: women and strangers.
Der folgende Beitrag skizziert das Verhältnis von Freundschaft und Fraternalität in Diskursen der Antike, des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Behandelt werden Aristoteles' Nikomachische Ethik, Ciceros Laelius de amicitia, Aelreds von Rievaulx De spiritali amicitia und Michel de Montaignes Essai de l'amitié. Der Beitrag fragt, anknüpfend an Jacques Derridas Studie Politik der Freundschaft, nach den impliziten Ausschlussmechanismen eines Freundschaftskonzepts, das sich am Paradigma der Brüderlichkeit ausrichtet. Er zeigt, dass den Freundschaftsdiskursen, die im Namen des Bruders geführt werden, eine misogyne und eine xenophobe Tendenz eignen. Die grenzenlose Nähe der Freunde ist mit der Ausgrenzung derer erkauft, die aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Herkunft nicht Bruder sein können: der Frau und des Fremden.
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