Zusammenfassung
Dieser Artikel enthält das Plädoyer für eine zeitgemäße Pastoraltheologie, d. h. für eine Berufstheorie der professionellen Handlungsträger in der Pastoral unter den Bedingungen der Spätmoderne. Dazu wird dieser Ansatz zunächst synchron in der aktuellen praktisch-theologischen Debatte verortet. Der Status quo dieser Disziplin zeichnet sich durch eine ausgesprochene Pluralität aus. Es werden drei Leitunterscheidungen zur Diskussion gestellt, die eine gewisse Orientierung innerhalb dieser Pluralität bieten sollen. Danach wird die Debatte um die Pastoraltheologie auch diachron analysiert. Sie sah sich lange dem Vorwurf der unkritischen Affirmation aktueller kirchlicher Interessen, der ahistorischen Segregation kirchlicher Praxis von gesellschaftlicher Praxis sowie der Stabilisierung der real existierenden Seelsorge ausgesetzt. Es wird in aller Kürze skizziert, wie sich die Debatte um die Pastoraltheologie zwischen ihrer Verabschiedung und ihrer Rückkehr bis heute weiter entwickelt hat. Abschließend wird eine Verfassung von Pastoraltheologie als Theorie der Volk Gottes-Praxis zur Diskussion gestellt. Ausgangspunkt hierfür ist der breite Pastoralbegriff von Gaudium et spes und das darin entfaltete Verständnis von Kirche und von Berufung. Jeder Mensch guten Willens ist demnach berufen in das Volk Gottes bzw. er ist eingeladen seinen Beitrag zum Aufbau des Reiches Gottes zu leisten. Die Pastoraltheologie enthält von daher ihr wichtigstes Kriterium. Sie versucht eine verantwortete Berufstheorie der professionellen Seelsorger zu entwickeln. Damit ist sie offenbar immer schon auf das ganze Volk Gottes in und außerhalb der Kirche verwiesen, dessen pastoralem Potenzial die Amtsträger dienen sollen.



















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