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Publication Date:
August 2005
ISSN:
1613-009X
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10.1515/zntw.2005.96.3-4.259

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European Science Foundation ranking A

Ed. by Wolter, Michael

Together with Brennecke, Hanns Christof / Konradt, Matthias / Lichtenberger, Hermann / Stuckenbruck, Loren T.

In cooperation with Dunn, James D. G. / Hays, Richard B. / Kaestli, Jean-Daniel / Lampe, Peter / Zeller, Dieter

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Joh 7,1: Fehlender Wille oder fehlende Vollmacht Jesu?

Rainer Riesner

Citation Information: Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der Älteren Kirche. Volume 96, Issue 3-4, Pages 259–262, ISSN (Online) 1613-009X, ISSN (Print) 0044-2615, DOI: 10.1515/zntw.2005.96.3-4.259, August 2005

Publication History:
Published Online:
2005-08-16

Abstract

In Joh 7,1 gibt es eine inhaltlich belangvolle Variante: »Danach zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte nicht (οὐ γὰρ ἤθελεν) / denn er hatte keine Vollmacht (οὐ γὰρ εἶχεν ἐξουσίαν) in Judäa umher(zu)ziehen, weil ›die Juden‹ ihn zu töten suchten«. Die vier am weitesten verbreiteten deutschen Übersetzungen (Revidierte Luther, Zürcher, Revidierte Elberfelder und Einheitsübersetzung) folgen der Mehrheitslesart ἤθελεν, wie sie in der 25. bis 27. Auflage von Nestle-Aland als Text abgedruckt wurde. Dasselbe gilt u.a. von der Revised Standard Version und der New Revised Standard Version. Obwohl B. M. Metzger anerkennt, daß die Minderheitslesart εἶχεν ἐξουσίαν (W it [a, b, ff2, l, r1] syrc Chrysostomus) mit johanneischer Ausdrucksweise übereinstimmt und die lectio difficilior zu sein scheint, fällt sein textkritisches Urteil deutlich aus: »Since, however the idiom is not peculiar to John but occurs elsewhere as well, the Committee judged that the overwhelming weight of the external evidence supporting ἤθελεν more than counterbalances any considerations bearing on the more difficult versus the less difficult reading«. Die Entscheidung des Komitees ist mit dem Siglum [A] versehen, und das bedeutet, »that the text is certain«. Sieht man in neuere Kommentare, ergibt sich allerdings ein völlig anderes Bild. Soweit sie das Problem diskutieren, bevorzugen sie mit wenigen Ausnahmen die Minderheitslesart. Dabei war das Urteil von C. K. Barrett besonders einflußreich. Die Neue Jerusalemer Bibel und die New Revised Standard Version nehmen von dieser Diskussionslage insofern Notiz, als sie in Anmerkungen auf die Minderheitsvariante hinweisen. Für Kritiker der Textausgabe von Nestle/Aland ist Joh 7,1 ein wichtiger Beleg dafür, daß die richtige Lesart auch in wenigen späten Zeugen erhalten sein kann und deshalb äußere Kriterien wie Alter, Wertigkeit und Verbreitung von Handschriften wertlos seien.

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