Digitale Signaturen und Vertrauen

Christel Kumbruck 1
  • 1 Technische Universität Hamburg-Harburg Arbeitswissenschaft/1 Schwarzenbergstr. 95 D-21073 Hamburg

Abstract

Der Beitrag befasst sich mit einem besonderen Aspekt elektronisch vernetzter Organisationen, nämlich der Materielosigkeit der Kooperation und der damit verbundenen zentralen Frage: Wie können wechselseitige Verbindlichkeiten in Organisationen abgesichert werden, wenn die zur Kommunikation und Kooperation benutzten elektronischen Medien die getauschten Informationen nur immateriell und dadurch flüchtig festhalten? Zum Zwecke rechtsverbindlicher Kooperation nutzen Menschen bisher eigenhändige Unterschriften. Es handelt sich dabei um einen psychosozialen Mechanismus, der Kooperationspartner moralisch verpflichtet und auf personalem Vertrauen basiert. In der elektronisch mediierten Welt bedarf es technischer und organisatorischer Hilfsmittel, insbesondere der digitalen Signatur, die sich in vieler Hinsicht von der eigenhändigen Unterschrift unterscheidet. Die Autorin diskutiert die mit der digitalen Signatur einhergehenden Veränderungen in der Ausbildung von Vertrauen, nämlich der Ersetzung von personalem durch Systemvertrauen. Anhand empirischer Beispiele aus Simulationsstudien werden diesbezügliche Irritationen der Nutzer aufgezeigt und daraus abgeleitete technische und organisatorische Bedingungen, die es ermöglichen, das technische Mittel zum Aufbau von Systemvertrauen an den sozialen und personalen Vertrauensentwicklungsprozess rückzubinden.

Purchase article
Get instant unlimited access to the article.
$42.00
Log in
Already have access? Please log in.


or
Log in with your institution

Journal + Issues

The journal Arbeit publishes empirical and theoretical papers, reports as well as conference proceedings and reviews. Arbeit focuses on specific concerns with special issues devoted to group work, organizational consultation, gender issues, industrial relations, multimedia, work time, labor and the environment, and knowledge management.

Search