A General Refutation of the Law of One Price as Empirical Hypothesis / Eine allgemeine Widerlegung des „Gesetzes des einheitlichen Preises“ als einer empirischen Hypothese

Carsten Herrmann-Pillath 1
  • 1 Witten/Herdecke University, Department of Economics and Management, Chair, Macroeconomics and Institutional Change, Alfred-Herrhausen-Straße 50, D-58448 Witten

Zusammenfassung

Das „Gesetz des einheitlichen Preises“ spielt eine zentrale Rolle in der modernen Außenwirtschaftstheorie, insbesondere in monetären Ansätzen zu Wechselkurs und Zahlungsbilanz,aber auch in der Analyse von Dumping und anderen Bereichen des Außenhandels. Als allgemeines Prinzip der Arbitrage liegt es allen wesentlichen Theoremen zugrunde, wie etwa dem Faktorpreisausgleichstheorem. Die im letzten Jahrzehnt wieder intensiver durchgeführten empirischen Tests kommen aber zu keinen klaren Ergebnissen. Dies hängt zum einen mit methodologischen Problemen zusammen, nämlich seiner ambivalenten Rolle als „Gesetz" oder impliziter Definition z. B. der „Identität von Gütern“. Der Fortschritt der Ökonometrie hat paradoxerweise auch größere Freiheitsgrade zwischen Daten und Hypothesen geschaffen. Das Papier argumentiert jedoch, daß über diese Probleme hinaus das „Gesetz des einheitlichen Preises" nicht gelten kann, wenn es bei positiven Kosten des interregionalen Handels für Endprodukte versunkene Kosten der Ermöglichung des intra-regionalen Handels gibt. Wenn das Wissen über Marktgelegenheiten nicht vollständig diffundiert ist, dann entstehen solche Kosten durch das Erfordernis, lokal spezifisches unternehmerisches Wissen als Dienstleistungs-Input für den Handel bereitzustellen. Dieses Wissen ist selbst nicht-handelbar (auch im starken Sinn der Nicht-Kontrahierbarkeit), so daß die Arbitrage eingeschränkt bzw. unmöglich ist. Damit ist das „Gesetz des einheitlichen Preises" widerlegt, soweit nicht die perfekten Bedingungen des allgemeinen Gleichgewichts erfüllt sind. Viele empirischen Beobachtungen in der Außenhandelstheorie stützen diese These, wie etwa zum „Pricing to Market“.

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