Therapeutisches Drug-Monitoring der Natalizumab-Sättigung von Immunzellen mittels Durchflusszytometrie bei Multipler Sklerose/Flow cytometry and drug monitoring of natalizumab saturation of immune cells in multiple sclerosis

Andrea Harrer 1 , Katrin Oppermann 1 , Georg Pilz 1 , Peter Wipfler 1 , Shahrzad Afazel 2 , Elisabeth Haschke-Becher 2 , Eugen Trinka 1 , and Jörg Kraus 1
  • 1 Univeristätsklinik für Neurologie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Christian-Doppler-Klinik/SALK, Salzburg, Österreich
  • 2 Zentrallabor, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Christian-Doppler-Klinik/SALK, Salzburg, Österreich

Zusammenfassung

Einleitung: Natalizumab (Tysabri) kann in seiner Eigenschaft als blockierender Antikörper des alpha-4-Integrins auf der Oberfläche von Immunzellen mittels Durchflusszytometrie nachgewiesen werden. Wir untersuchten, ob sich der Sättigungsgrad von Immunzellen mit Natalizumab als Biomarker für ein Therapieansprechen bei Multipler Sklerose (MS) eignet.

Methode: Bei 11 MS-PatientInnen wurde vor Therapiebeginn und nach 4, 8 und 12 Wochen die Natalizumab-Sättigung von T-Zellen (CD3+) und wichtigen T-Zell Subpopulationen (naive (CD45RA+)/memory (CD45R0+) CD4+ und CD8+) mittels Durchflusszytometrie untersucht.

Ergebnisse: Jeweils vier Wochen nach den ersten drei Infusionen war der mittlere Natalizumab-Sättigungsgrad (n=9) von T-Zellen jeweils knapp unter 80%. Eine Patientin mit neutralisierenden Antikörpern (NAB) gegen Natalizumab und ein Patient mit zu langen Infusionsintervallen wurden aufgrund von Auffälligkeiten im Natalizumab-Sättigungsgrad der Immunzellen identifiziert. Die unterschiedlich hohen alpha-4 Expressionswerte der einzelnen T-Zellsubpopulationen hatten keinen Einfluss auf den Sättigungsgrad mit Natalizumab.

Schlussfolgerung: Wir konnten zeigen, dass ein Monitoring der Natalizumab-Sättigung von T-Lymphozyten mittels Durchflusszytometrie eine Routine-taugliche Methode ist, um PatientInnen mit einem möglichen suboptimalen Therapieerfolg aufgrund von NAB oder unregelmäßigen Infusionsintervallen zu identifizieren. Weiterführende Studien zur Bestimmung eines Schwellenwertes für eine unzureichende Nalizumab-Sättigung eröffnen die Möglichkeit für individualisierte Therapieschemata. Dies ist im Hinblick auf das Risiko opportunistischer Infektionen wichtig, um die Sicherheit dieses so hochwirksamen Therapeutikums für die Langzeitbehandlung in der MS zu erhöhen.

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