Eigenplagiate aus ökonomischer Sicht

Eike Emrich
  • Corresponding author
  • Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft, Universität des Saarlandes, Saarland, Germany
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and Florian Follert
  • Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft, Universität des Saarlandes, Saarland, Germany
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Zusammenfassung

Der Begriff des Plagiats ist spätestens seit der Causa zu Guttenberg einer breiten Bevölkerung bekannt. Auch in der Wissenschaft mehren sich Fälle von Plagiaten sowie von Eigenplagiaten. Für letztere stellt sich die Frage nach der Beurteilung aus der Perspektive der Institutionenökonomik im Allgemeinen und der Theorie des Urheberrechts und der Verfügungsrechte im Besonderen. Der vorliegende Beitrag analysiert aus dieser Perspektive, warum Wissenschaftler Eigenplagiate begehen und welche Effekte damit verbunden sind. Damit wird versucht, einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion zu liefern.

1 Einführung

Spätestens seit der Causa zu Guttenberg ist der Begriff des Plagiats auch in der breiten Bevölkerung bekannt. In den darauffolgenden Monaten und Jahren mehrten sich Medienberichte über ähnlich gelagerte Fälle – vornehmlich bei Akteuren des politischen Betriebs – und verschiedene Netzplattformen machten sich es zur Aufgabe, weitere Plagiatsfälle ausfindig zu machen. Es ist auch keine Seltenheit mehr, dass etwa studentische Arbeiten nach Überprüfung durch entsprechende Plagiats-Erkennungsprogramme Plagiate aufweisen.

Plagiate stellen eine illegitime Form der Verletzung der Regeln des Ethos der Forschung, also der institutionellen Imperative der Institution Wissenschaft dar (vgl. dazu Merton 1965), und sind illegal nach den Regeln des Gesetzbuchs. Sie bergen im Entdeckungsfall je nach Popularität des Plagiators enorme Brisanz und gehören längst zum akademischen Alltag (zur Dunkelziffer im Plagiatsfall s. etwa Broad und Wade 1984; Fröhlich 2006).

Als Plagiat kann die „[b]ewusste oder fahrlässige Übernahme von Texten oder Textteilen, die Dritte verfasst haben“ (Theisen 2017, S. 49), verstanden werden; sie ist ohne vollständige Zitierung der Quelle somit als illegitim und illegal zu qualifizieren (Theisen 2017, S. 51), und zwar sowohl nach den moralischen Normen der Wissenschaft als auch nach den gesetzlichen Regeln zum Schutz geistigen Eigentums.

Während Plagiate eine klar erkennbare Verfehlung institutioneller Imperative der Wissenschaft und rechtlicher Normen darstellen, ist die Beurteilung von Eigenplagiaten schwieriger. Ein Eigenplagiat ist „die Verwendung eigenen, bereits publizierten Textes in anderen Arbeiten, ohne dass auf die frühere[n] (eigenen, die Verf.) Arbeit[en] hingewiesen wird“ (Burda und Kirchgässner 2015, S. 91).1

Die Debatte des Eigenplagiats wird zumeist mit wissenschaftsethischen und moralischen Argumenten, vorwiegend unter dem Gesichtspunkt der Illegitimität2 geführt, meist unter direktem oder indirektem Bezug auf die Normen des reinen Ethos der Wissenschaft. Die Legitimitätsfrage bemisst sich an der institutionell in der Universität verankerten Idee der Wissenschaft und ihrer guten Praxis im Sinne etwa der DFG-Richtlinien oder auch, grundsätzlicher, an den CUDOS-Normen (Universalismus, Kommunismus, Uneigennützigkeit und organisierter Skeptizismus) im Sinne Mertons (1938; vgl. 1985). Mit dem Kommunismus (Merton 1985, S. 93 ff., im Orig.: communitarism) findet sich dort der Grundsatz, wonach die substanziellen Erkenntnisse der Wissenschaft der Gemeinschaft übergeben werden sollen: „Sie bilden ein gemeinsames Erbe, auf das der individuelle Produzent nur sehr begrenzte Ansprüche erheben kann“ (Merton 1985, S. 93 ff.). Allerdings wird der Entdecker des neuen Wissens mit Anerkennung und Ansehen belohnt, das bis hin zur Eponymie, der Benennung einer Erfindung nach ihrem Entdecker, reichen kann. Damit verknüpft sind zuweilen an Originalitätsfragen ausgerichtet Prioritätsstreitigkeiten, die ganze Nationen erfassen können (s. etwa den Prioritätsstreit um die Infinitesimalrechnung zwischen Newton und Leibniz). Die Frage der Originalität führt gleichzeitig dazu, dass Wissenschaft ein Teil der Public Domain ist und bleibt, da Wissenschaftler aus Gründen der Anerkennung ihrer Originalität permanent die Öffentlichkeit suchen, dort publizieren und sich gegenseitig überwachen, kurzum, die Währung der Wissenschaft ist die Reputation. Verletzungen der CUDOS-Normen sind im Fall von Plagiatsfällen leicht zu identifizieren. Plagiatsfälle, die entdeckt und bestraft werden, sind in diesem Sinne Ausdruck der Selbstreinigungskräfte des wissenschaftlichen Systems.

Wie aber verhält es sich mit Eigenplagiaten, also dem Bezug auf eigene Publikationen bzw. die darin geäußerten Ideen? Hier stellt sich die Frage, ob aus ökonomischer Sicht eine Verletzung der CUDOS-Norm des Kommunismus und damit eine Pflichtverletzung des Wissenschaftlers im Sinne der Illegitimität nach den institutionellen Imperativen der Institution Wissenschaft vorliegt und ob weiterhin überhaupt eine Verletzung der Verfügungsrechte am geistigen Eigentum im Sinne der Illegalität besteht. Genau dieser Frage wird nachfolgend in zwei Schritten nachgegangen. So wird in einem institutionenökonomischen Zugang die Theorie des Urheberrechts und der Verfügungsrechte zunächst auf Plagiate und anschließend auf Selbstplagiate bezogen.

2 Theorie des Urheberrechts und der Verfügungsrechte

Um besser zu verstehen, warum ein Plagiat, die nicht gekennzeichnete Entnahme und Verwertung fremden Gedankenguts, grundsätzlich illegal im rechtlichen Kontext ist, hilft ein Blick in die Neue Institutionenökonomik, genauer in die Theorie der Verfügungsrechte3. Die Theorie der Verfügungsrechte baut auf den liberalen Grundsätzen der Vertragsfreiheit und insbesondere auf dem Grundsatz des Privateigentums auf (Richter und Furbotn 2010, S. 90). Das Recht des Eigentums an einer Sache (§ 90 BGB) ergibt sich aus dem „Recht des Gebrauchs, dem Recht der Veränderung von Aussehen und Substanz und dem Recht der Übertragung aller oder einzelner Rechte daran nach Belieben.“ (Richter und Furubotn 2010, S. 90), kurzum usus, abusus und fructus. Diese Differenzierung ist essenziell, da ein Gut keinen Nutzen an sich stiftet, sondern ein Nutzen lediglich durch Verwertungsrechte entsteht, die an einem Gut bestehen (Neus 2018, S. 116). So wechselt aus ökonomischer Sicht nicht eine Sache den Besitzer, wenn sie von einem Dieb gestohlen wird, sondern das Verfügungsrecht wird – wenngleich auf illegale Weise – von einem Individuum auf ein anderes übertragen (zuweilen wird dies wie etwa im Fall von Personen wie Robin Hoods als illegal, aber zugleich als legitim bewertet). Verfügungsrechte existieren dabei nicht bloß für physische Gegenstände, sondern gleichermaßen für geistiges Eigentum, was als immaterielles Recht beschrieben werden kann (Richter und Furubotn 2010, S. 97).

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist dieses immaterielle Recht eine wesentliche Rahmenbedingung, um die Innovationsbereitschaft positiv anzureizen und damit grundlegende Voraussetzung für gesellschaftlichen Wohlstand (etwa Müller-Langer und Scheufen 2011). Die Innovation kann in aller Kürze als die neue Kombination vorhandener und/oder kreative Entwicklung neuer legaler und möglichst auch legitimer Mittel zur Erreichung kulturell akzeptierter Ziele verstanden werden (zur Anomietheorie Merton 1938, ferner Cloward 1959, für Wissensproduktion an Universitäten s. Emrich et al. 2016, S. 54 ff.).

Um Individuen zur Innovation zu motivieren, ist es notwendig, ihnen rechtlicherseits ein Verfügungsrecht an ihrer Innovation einzuräumen, das in Form eines Patents bis hin zur von der Außenwelt vorgenommenen Eponymie im Fall wichtiger Entdeckungen gleichermaßen reichen kann und andere Personen von der Nutzung ohne Angabe der Urheberschaft ausschließt. Auch durch die im Weberschen (1922) Sinne stattfindende Wissensproduktion im kapitalistischen Staatsbetrieb wird somit letztlich außer im Fall der Auftragsforschung mittels Veröffentlichung ein öffentliches Gut erzeugt, dessen rechtlich geschützte Urheberschaft dem bzw. den Autoren zugeschrieben wird und dadurch Reputationseffekte auslöst, ohne die Verbreitung des neuen Wissens zu behindern.

Demsetz (1967) verdeutlicht die Wichtigkeit von Verfügungsrechten an einem eingängigen Beispiel: Man möge sich nur eine Gesellschaft vorstellen, in der keine Verfügungsrechte existieren. Ein Landwirt baut auf einem Feld Getreide an, bestellt das Feld etc., aber der benachbarte Landwirt mäht das Feld und verkauft die Ernte. Macht der Landwirt diese Erfahrung öfters, wird er die Bestellung des Bodens einstellen. Posner (1972) weist daher darauf hin, dass Verfügungsrechte die Funktion der Schaffung von Anreizen zur optimalen Nutzung von Ressourcen erfüllen. Somit ist es grundlegender Gedanke der Verfügungsrechtstheorie, dass die Zuordnung von Verfügungsrechten die Allokation von Produktionsfaktoren in eine wünschenswerte Richtung vornimmt (Neus 2018, S. 119).

Im Rahmen des Urheberrechts, innerhalb dessen die Verfügungsrechte individuell zugeordnet werden, besteht dem Grundsatz nach ein Zielkonflikt zwischen dem Wissenschaftler als Urheber und der interessierten Öffentlichkeit (Landes und Posner 1989, S. 126), also zwischen dem Kommunismus wissenschaftlicher Forschung und dem Recht auf Zuschreibung der Originalität und dem damit verknüpften Reputationsgewinn. Um diesem Interessenkonflikt adäquat zu begegnen, existieren Schrankenbestimmungen (Müller-Langer und Scheufen 2011, S. 140). Im Rahmen der wissenschaftlichen Tätigkeit nimmt die Zitatrechtsschranke (§ 51 UrhG, Scheufen 2018, S. 206) eine prominente Stellung ein. Im Rahmen des Zitierens ist daher die Übernahme fremden geistigen Eigentums gestattet (Kreutzer 2006, S. 110 f.), wird doch der Urheberschaft eines Dritten dadurch „Tribut gezollt“ und seine Reputation durch demonstrative Anerkennung und durch Erhöhung der Zitationsrate des Urhebers gemehrt. Diese Bestimmung ist aufgrund des kumulativen Erkenntnisprozesses im Rahmen der Wissenschaft essenziell (Scheufen 2018, S. 207). Somit wird ein Kompromiss zwischen der öffentlichen Verbreitung und der Wirkung der wissenschaftlichen Neuerung sowie der Zuschreibung der Originalität von publizierten Ideen und Gedanken zu einer Person gefunden. In den Bereich der immateriellen Rechte fällt auch das Urheberrecht4, welches insbesondere in Literatur, bildender Kunst, Musik und Wissenschaft im Fokus steht (etwa Scheufen 2018, S. 204) oder auch Patente betrifft, welche dem zeitlichen Schutz von Erfindungen dienen (etwa Follert 2017) und so rechtlich gesichert einen zeitlich befristeten temporären Monopolisten in der Rechteverwertung schaffen.

Am Beispiel der Produktion einer wissenschaftlichen Erkenntnis wird die Funktion des Urheberrechts deutlich: Aus Sicht eines Wissenschaftlers in einem staatskapitalistischen Universitätsbetrieb ist der Erkenntnisprozess als Investition von Zeit zu interpretieren, wobei Max Webers (1922) Ausführungen in „Wissenschaft als Beruf“ folgend auch hier das Pareto-Theorem gilt. Erst nach langer am Schreibtisch anscheinend nutzlos verbrachter Zeit werden die Früchte der Zeitinvestition sichtbar. Diese Investition von Zeit wird der Wissenschaftler nur dann tätigen, wenn er in der Zukunft einen Nutzen daraus erwartet (Homann und Suchanek 2005, S. 118). Er mag auch einen „In Process-Benefit“ daraus ziehen, wenn die Jagd nach Mythen an sich schon Nutzen verspricht, der Weg der Forschung also das Ziel ist. Im Ergebnis handelt es um einen nicht materiellen Vorgang und die am Ende publizierte wissenschaftliche Erkenntnis kann nach Publikation als öffentliches Gut interpretiert (s. oben die Norm des Communitarism bzw. Kommunismus) werden, liegt doch keine Exklusivität5 und keine Rivalität im Konsum6 vor (Schäfer und Ott 2012, S. 624). Allerdings löst die Veröffentlichung Reputationseffekte durch Zuschreibung der geistigen Urheberschaft für Wissenschaftler aus und produziert damit eine Art Ersatzwährung, in der die Wissenschaftler bezahlt werden und die akkumuliert werden kann, z. B. in Form von Wissenschaftspreisen und Auszeichnungen (zu Auszeichnungen und akademischer Leistung etwa Chan und Torgler 2012, Chan et al. 2014). Damit liegt auch in Form der Reputationseffekte, die an anderer Stelle auch monetär wirksam werden, wenn es um die Aushandlung von Vortragshonoraren oder die Einladung zu Kongressen als Hauptredner geht, gleichzeitig ein privates Gut vor.

Insbesondere in Zeiten von „Open Access“ und dem Hochladen von Arbeitspapieren auf diversen Plattformen (bspw. SSRN oder Researchgate) liegt die erste Bedingung der öffentlichen Zugänglichkeit wohl vor. Ohne den Schutz dieses geistigen Eigentums, könnte ein anderer Wissenschaftler die Erkenntnis leicht kostengünstig duplizieren (Landes und Posner 1989, S. 326), sodass die Innovation des Wissenschaftlers nicht belohnt würde, es entstände ein Trittbrettfahrerproblem (etwa Scheufen 2018, S. 205).

Bestände kein rechtliches Schutzsystem für die Verfügungsrechte, würde der Anreiz des Wissenschaftlers zur Gewinnung neuer Erkenntnisse gemindert (Arrow 1962, S. 611). Besteht dem Wissenschaftler hingegen ein absolutes Verfügungsrecht an seiner gewonnenen Erkenntnis, wird er für seine Innovation belohnt, da ihm ein Urhebermonopol gewährt wird (Scheufen 2018, S. 204).7

Die Wissenschaftler sichern gleichzeitig durch institutionell entwickelte methodische Strenge die Glaubwürdigkeit neuen Wissens (allgemein dazu Emrich und Thieme 2017, Emrich et al. 2016). Insbesondere die scharfe Überwachung der oben erwähnten CUDOS-Normen ermöglicht dabei im Sinne eines Qualitätsmanagements ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit der Daten und reduziert die Kontrollkosten für die Verwerter des neuen Wissens.

Somit bleibt festzuhalten, dass sowohl die Rechtsnormen sowie die mit der Idee der Wissenschaft verknüpften CUDOS-Normen geistigen Diebstahl einerseits als illegal nach den Normen des Rechts, andererseits gleichzeitig als illegitim nach den Werten der Institution der Wissenschaft definieren. Mit Hilfe des Verfügungsrechts kann der Wissenschaftler seine Erkenntnis exklusiv verwerten, sodass ihm ein Nutzenstrom entsteht. Dieses Verfügungsrecht besteht ihm nach deutschem Urheberrecht während seiner Lebenszeit und bis 70 Jahre nach dem Tod (§ 64 UrhG). Je länger ein Werk geschützt ist, desto größer ist der Gegenwartswert des zukünftigen Nutzens (Varian 2005, S. 12). Mit Hilfe der gegenseitigen Überwachung im Wissenschaftssystem auf Basis der CUDOS-Normen wird gleichzeitig der Nutzen nichtfinanzieller Natur – bspw. durch gewonnene Reputation innerhalb der Wissenschaftsgemeinschaft – gesichert. Dem Gedanken der rechtlichen und moralischen Absicherung der Verfügungsrechte an geistigem Eigentum liegt somit die Maximierung der Differenz zwischen dem Nutzen und den Kosten des absoluten Verfügungsrechts zugrunde (etwa Müller-Langer und Scheufen 2011, S. 140).

Wir können in einem ersten Zwischenfazit festhalten:

Wissenschaftler produzieren ein öffentliches, in seinen Verwertungsrechten rechtlich geschütztes Gut in Form von Wissen (Emrich und Pitsch 2015), das im Sinne des Ethos der Forschung (Merton 1938) bestimmten Standards genügt, also tendenziell unbesorgt verwendet werden kann, weil es von der Scientific Community bereits geprüft wurde.

Die Produktion dieses öffentlich zugänglich gemachten Wissens wird vom kapitalistischen Staatsbetrieb Universität oder anderen staatlich subventionierten Forschungseinrichtungen finanziert, weil man damit verknüpft positive Effekte auf die innovationsabhängige Wirtschaft eines Landes und seine internationale Konkurrenzfähigkeit vermutet (Emrich et al. 2016).

Dieses produzierte Wissen eröffnet seinen Urhebern Reputationschancen. Diese werden an anderer Stelle im Wissenschaftssystem gegen Rufe, Ausstattung, Einkommen usw. getauscht. Damit handelt es sich nicht nur um ein staatlich subventioniert hergestelltes öffentliches Gut, sondern es eröffnet sich nach Publikation die Chance auf Reputationsgewinne, wenn das neue Wissen mit seinem Namen verknüpft wird und daraus Reputationseffekte erwachsen, die mit Zitationshäufigkeit seiner Publikation weiter anwachsen. Die Reputationseffekte sind mittelbar verknüpft mit gestiegenen Einkommenschancen.

3 Eigenplagiate und Verfügungsrechte

Wie ist in diesem Zusammenhang nun die Diskussion um das Eigenzitat zu bewerten? Im rechtlichen Sinn handelt es sich um keine Normverletzung. Offen ist zunächst, ob es sich um eine Verletzung der institutionellen Imperative der Institution Wissenschaft handelt, weshalb in einem ersten Schritt Argumente dafür und dagegen zu sammeln sind. Nicht thematisiert wird übrigens üblicherweise eine Form des Umgangs mit Zitaten, wenn nämlich bekannte Vorarbeiten anderer nicht zitiert und der Forschungsstand unzureichend rezipiert wird, um den Innovationswert der eigenen Arbeit hervorzuheben. Dies ist ein ebenfalls wissenschaftliches Fehlverhalten.

Im Sinne der zunehmenden Außensteuerung der Wissenschaft würde zunächst einmal das Selbstzitieren, das beim Eigenplagiat unterbleibt, eine Reputationswirkung durch Erhöhung der Zitierhäufigkeit entfalten, die rein endogen wäre. Deshalb gilt das Eigenzitat auch eigentlich als etwas anrüchig analog zum Eigenlob, das bekanntlich ja stinkt.8 Insofern verzichtet ein Wissenschaftler, der sich nicht selbst zitiert, auf diese etwas anrüchige Form der Erhöhung der Zitationshäufigkeit, obwohl sie sich in seinem Zitationsindex positiv niederschlagen würde. Er kann allerdings nicht davon ausgehen, dass dies andere Wissenschaftler auch tun, da die Forderung nach Angabe eigener Vorarbeiten intensiv die Debatte prägt.

Das Unterlassen des Eigenzitats, das die Wettbewerbsposition gegenüber denen, die sich selbst zitieren, verschlechtert9, ist also letztlich wettbewerbsverzerrend im Kampf um die „Währung“ des Wissenschaftssystems, die Reputation. Wer keine Eigenplagiate begeht, weil er alle eigenen Vorarbeiten vollumfänglich angibt, verbessert dagegen seine Wettbewerbsposition im Kampf um Reputation.10

Die Frage bleibt offen, ob ein Eigenplagiat tatsächlich Verfügungsrechte an geistigem Eigentum verletzt und somit als illegal nach den Regeln des Rechts zu bewerten ist. Der Urheber bleibt doch identisch und dem Nachfrager des Wissens entstehen ebenfalls keine Vor- oder Nachteile, da die aufgegriffenen Ideen so oder so zitiert werden müssen und doch tatsächlich von ein und derselben Person stammen. Interessanterweise muss auch ein Unternehmen, dass über die Rechte an einem Patent verfügt, sich selbst auch keine Patentgebühr zahlen.11 Es könnte daher argumentiert werden, dass es zum Verfügungsrecht gehört, über den eigenen Gedanken nach Belieben mehrmals zu verfügen und ihn in mehreren Texten verwenden zu dürfen (Burda und Kirchgässner 2015, S. 91). Ein selbst entwickelter Gedanke sollte somit grenzkostenfrei mehrfach nutzbar sein. Insofern ist auch völlig nachvollziehbar, dass nach den Regeln des Rechts das „Eigenplagiat“ nicht als illegal bewertet wird. Wieso aber wird es nach den Regeln der Institution Wissenschaft als illegitim bewertet, obwohl doch derjenige, der ein Eigenplagiat begeht, seine relative Position im Wettbewerb um Reputation verschlechtert? In diesem Kontext ist auf ein erstes Problem hinzuweisen. Es kann lediglich analytisch unterschieden werden zwischen einem Eigenplagiat und dem wiederholten Auftreten innovativer Ideen ein und derselben Person, nicht aber durch Beobachtung. Aus wissenschaftstheoretischer und ökonomischer Sicht stellt sich zudem die Frage, ob eine Innovation nicht mehr als einmal publik gemacht werden muss, bis sie den notwendigen Anklang in der Wissenschaftsgemeinschaft erhält und mögliche Paradigmenwechsel einleitet. Bedenkt man hierbei, dass bestimmte Zielgruppen aufgrund der Vielzahl an Zeitschriften und der begrenzten Zeit nur sehr selektiv wissenschaftliche Erkenntnisse wahrnehmen, wäre eine möglichst große Verbreitung durch mehrere Zeitschriften aus erkenntnistheoretischer Sicht vielleicht sogar wünschenswert.

Die Thematik des Eigenplagiats wird jedoch insbesondere bei der mehrfachen Verfügung in Zeitschriften, denen gegenüber der Autor gewöhnlich eine Zusicherung abgibt, dass es sich um einen bisher noch nicht veröffentlichten originären Beitrag handele, zum Problem. Während in Sammelbänden oder in der Kommentarliteratur oftmals Gedanken aus früheren Arbeiten des Autors verwendet werden, ohne dies kenntlich zu machen (Burda und Kirchgässner 2015, S. 91), verlangen Zeitschriftenverlage eine Zusicherung der Originalität des eingereichten Beitrags. Originalität wiederum ist eine wichtige Bedingung für die Nachfrage nach Zeitschriftenbeiträgen im Wissenschaftsmarkt. Aus rein juristischer Perspektive gibt der Autor in diesen Fällen sein Urheberrecht an den Verlag des Publikationsorgans ab und bestätigt, dass die Arbeit in dieser Form bislang nicht veröffentlicht wurde (Burda und Kirchgässner 2015, S. 91).

Diese Zusicherung ist allerdings keine binäre Entscheidung, also in dem Sinne, dass ein Beitrag nun original ist oder nicht. Dies ist generell eine graduelle Entscheidung, bei der es häufig kein entweder oder gibt, sondern fließende Übergänge.12 So wird mancher Autor, um seine Arbeit auch dann publizieren zu können, wenn sie vielleicht nur in Teilen innovativ ist, diese Zusicherung abgeben und auch davon überzeugt sein, dass es sich um einen in wesentlichen Punkten innovativen Beitrag handelt. Gleichzeitig ist anzunehmen, dass die Autoren, die Beiträge einreichen, die manchmal unsichere Entscheidung über Originalität den Gutachtern überlassen. Dabei handelt es sich um Fachkollegen, die mit der Literaturlage so vertraut sind, dass sie die Vorarbeiten zumindest ansatzweise kennen, und daher ein Urteil abgeben können, inwieweit der Beitrag originell ist oder nicht.

Die Abtretung der Verwertungsrechte unter Zusicherung der Originalität, etwa die Versicherung gegenüber dem Verlag, dass die Arbeit in der vorliegenden Form noch nicht andernorts veröffentlicht wurde, stellt weiterhin eine interessante Form des Erhalts der Wettbewerbsfähigkeit der Verlage durch Sicherung der Originalität der Beiträge dar, wobei die Abwägung, ob es sich um eine Innovation handelt, beim Wissenschaftler bleibt.

Der Wissenschaftler selbst arbeitet idealtypisch staatsfinanziert in einem staatskapitalistischen Universitätsbetrieb. Als Arbeitsnachweis und zwecks Bestimmung seiner Position im Reputationssystem ist er gezwungen, die Ergebnisse seiner meist staatlich finanzierten Forschungstätigkeit zu publizieren. Dazu braucht er Verlage, die, je höher ihre Reputation im System ist, desto rigider die Originalität der Beiträge einfordern und damit im Entdeckungsfall die Verantwortung beim Autor abladen. Je mehr Originalangebote sie aus einer sehr hohen Zahl von Publikationsangeboten ablehnen können, desto höher wird ihre Reputation als Zeitschrift und desto intensiver wird die Nachfrage nach ihren Inhalten und desto teurer können sie die oft kostenfrei erhaltenen Publikationsangebote wieder gegen Geld in den Wissenschaftsmarkt geben. Gutachtertätigkeiten von Wissenschaftlern in diesem System werden dabei auch meist kostenfrei erbracht. Jede Verschärfung des Außendrucks auf Wissenschaftler durch Betonung von Publikationszahlen, Impactfaktoren usw. mehrt somit das Einkommen der Verlage, die zusammen ein wirkmächtiges, staatlich erheblich subventioniertes Oligopol bilden. So wird verständlich, dass Autoren bei der schwierigen Abwägung der Frage, ab welchem Anteil neuen Wissens oder weiterentwickelter Modelle es sich um eine Originalarbeit handelt, sich im Zweifelsfall eher für eine Kennzeichnung als Originalarbeit entscheiden, zumal ja noch die Kontrollfunktion der Gutachter zu bedenken ist. Kommt es dann allerdings zur öffentlichen Thematisierung mangelnder Originalität, wird der Autor zur Rechenschaft gezogen.

4 Zur Logik der Situation – Eigenplagiate zwischen Illegalität und Illegitimität?

Wissenschaftler sind im Kampf um Professuren, Drittmittel und Reputation angehalten, möglichst hohe Publikationszahlen zu produzieren (etwa Frey 2004, S. 333). Es gilt die Devise „Publish or Perish“ (etwa Köhler 2004). Gleichzeitig ist die Zeit, seine wissenschaftliche Karriere voranzutreiben, knapp. Die Folge ist eine erhöhte Dynamik: „Unter den Nachwuchswissenschaftlern breitet sich eine gewisse Hektik und Verunsicherung aus, weil der Druck wächst, in relativ kurzer Zeit mit einer nicht geringen Zahl möglichst hochrangiger Veröffentlichungen aufzuwarten“ (Köhler 2004, S. 127). Im Zuge dieser Außensteuerung wird seit einigen Jahren dem Medium der Veröffentlichung wohl mehr Bedeutung zugesprochen bekommt als dem eigentlichen Inhalt, da von dem Ort der Veröffentlichung auf die Qualität der Publikation geschlossen wird (kritisch hierzu etwa Frey und Osterloh 2013, Osterloh und Frey 2015). Dazu kommt der Druck durch anonyme Gutachter, an deren Wünsche sie sich anzupassen haben, wenn sie eine Chance auf die Veröffentlichung in einer renommierten Zeitschrift haben wollen (Frey 2005, S. 168). Frey spricht in diesem Zusammenhang von „Publishing as prostitution“ (Frey 2003).13 In diesem Kontext besteht eine Lösung dieser Problematik darin, Ideen mehrfach in variierter Form zu verwerten, also z. B. vorhandenes Datenmaterial mit variierenden Methoden erneut auszuwerten.

Ein rationaler Wissenschaftler wird sich nach dem ökonomischen Verhaltensmodell (etwa Kirchgässner 2013) dann zu einer Übernahme eigener früherer Gedanken ohne Zitatangabe entscheiden, wenn der erwartete Nutzen der Handlung die korrespondierenden Kosten übersteigt und das Risiko einer Sanktion gering eingeschätzt wird.

Als Nutzen können insbesondere die Reputationswirkung einer zusätzlichen Veröffentlichung und die damit verbundenen besseren Aufstiegschancen und die Zeitersparnis gesehen werden. Dem gegenüber würden bei Entdeckung ein wohl erheblicher Reputationsverlust und damit eine Sanktion zu Buche stehen. Dabei ist der Reputationsverlust schwierig zu kalkulieren, weil es sich tatsächlich um einen fließenden Übergang handelt, ab dem frühere publizierte Erkenntnisse durch Erweiterung, Vertiefung oder methodisch andere Behandlung zu neuen Erkenntnissen werden. Dazu kommt je nach Grad der Verinnerlichung der Normen des Ethos der Forschung die innere Belastung durch ein schlechtes Gewissen.

Das konkrete Nutzenkalkül des Wissenschaftlers im Kontext der Frage des Umfangs der Offenlegung eigener Vorarbeiten kann aus der Ökonomik illegaler Handlungen, welche insb. von Gary S. Becker (1968) geprägt wurde, abgeleitet werden. Der Nettonutzen kann wie folgt beschrieben werden:

N(x) = V – w * K,

mit V = Wert der (illegitimen) Veröffentlichung, w = Entdeckungswahrscheinlichkeit und K = Reputationskosen, Gewissenskosten.

Ein Wissenschaftler wird ein Eigenplagiat demnach dann durchführen, wenn N(x) > K(x). Die Kosten ergeben sich als Produkt aus der Entdeckungswahrscheinlichkeit (w) und dem drohenden Reputationsverlust sowie dem eventuellen schlechten Gewissen (K). Strenggenommen müssten auch die Opportunitätskosten des Wissenschaftlers als entgangener Nutzen der besten Alternative im Kalkül berücksichtigt werden. Diese können als Wert einer legitimen Publikation ausgedrückt werden.

Die Entdeckungswahrscheinlichkeit hat in Zeiten des Internets deutlich zugenommen und auch das Risiko des Reputationsverlustes dürfte gestiegen sein, seit die Diskussion durch die mediale Berichterstattung befeuert wird. Gleichzeitig führt der wachsende Publikationsdruck dazu, dass der Grenznutzen einer weiteren Veröffentlichung sinkt, obwohl hiermit einerseits nichtmaterieller Nutzen als auch materieller Nutzen (bspw. im Falle einer Berufung auf eine Professur) verbunden sind. Der Fahrstuhleffekt der steigenden Flut von Publikationen macht jedoch diesen Effekt aufgrund der Wirkungen des Konkurrenzparadoxons (Stützel 1979) zunichte. Wenn alle mehr publizieren, muss auch der einzelnen Wissenschaftler mehr publizieren, um seine relative Position im Verhältnis zu den Mitbewerbern zu halten.

Eine weitere Strategie zur Erzielung höherer Publikationen besteht in der Realisierung von Kooperationsrenten durch Autorenkooperationen, die die Zahl der zählbaren Publikationen für Einzelpersonen deutlich erhöhen. Bedingt durch die Punktezurechnung14 bei der Ermittlung diverser Personenranglisten können in Extremfällen sogar fingierte Koautorenschaften genutzt werden (Hofmeister und Ursprung 2008, S. 256). Beide Strategien lassen sich problemlos kombinieren, also eine Mehrfachverwertung von Ideen durch leichte Variation von Autorenkooperativen. Interessanterweise führt die aktuelle Diskussion um Eigenplagiate bei den Teilnehmern einer Forschungskooperation zu hohen Kontrollkosten, da ein Autor sicherstellen muss, dass sein Koautor einen früheren Gedanken nicht unzitiert nochmals verwendet. Bringt er diese Kontrollkosten nicht auf, läuft er Gefahr, im Entdeckungsfall gewissermaßen in Sippenhaft genommen zu werden, falls sein Koautor nicht ordnungsgemäß zitiert. Anzunehmen ist, dass die lang erprobte gemeinsame Publikationspraxis in Koautorenschaften ein vertrauensbasiertes Substitut für die genannten Kontrollkosten ist.

Die Entscheidung eines Wissenschaftlers für oder gegen ein Eigenplagiat hängt folglich vom erwarteten Wert der Publikation und den prognostizierten Kosten ab. Sind die Kosten niedrig genug, kann das Eigenplagiat zur dominanten Strategie werden. Ist es das Ziel der wissenschaftlichen Gemeinschaft, einen Wissenschaftler zum legalen Handeln zu bewegen, könnte die Kostenseite fokussiert werden. Möchte man Eigenplagiate also verhindern, sollte es entweder Ziel sein, die Reputationskosten bei Entdeckung möglichst anzuheben oder den Wert der Veröffentlichung zu senken. Aufgrund der Entwicklungen im Wissenschaftssystem kann von letzterem Fall wohl nicht ausgegangen werden.

Ein weiterer Anknüpfungspunkt ist die Entdeckungswahrscheinlichkeit. Bereits in der Analyse des Dopingrechts konnten Pitsch, Frenger und Emrich (2011) zeigen, dass diesem Parameter ein bedeutendes Gewicht in Bezug auf die Verhinderung illegaler Handlungen beigemessen wird. Die Entdeckungswahrscheinlichkeit kann im Fall des Eigenplagiats maßgeblich durch die Verlage, Herausgeber und Gutachter beeinflusst werden, indem etwa entsprechende Erkennungsprogramme bei der redaktionellen Prüfung eines Beitrags eingesetzt werden. Für die Reputationskosten muss die Zeitpräferenz des Wissenschaftlers berücksichtigt werden. Bei hinreichend hohem Diskontierungsfaktor, also einer hohen Gegenwartspräferenz, müssen die Kosten umso höher sein, damit sich ein Wissenschaftler gegen das Eigenplagiat entscheidet. Es liegt nicht fern, anzunehmen, dass eine Vielzahl von Wissenschaftlern dem gegenwärtigen Erfolg einen höheren Wert beimisst als zukünftigen Kosten, zumal wir langfristig alle tot sind. Somit handelt es sich bildlich gesprochen um eine Art Glühbirnentheorie, lieber eine begrenzte Zeit hell scheinen als langfristig wenige Helligkeit zu entfalten bzw. zu funzeln.

Eine ähnliche Präferenzstruktur ist aus dem Leistungssport bekannt, bei dem dopende Sportler dem gegenwärtigen Erfolg oftmals mehr Wertschätzung entgegenbringen als möglichen Gesundheitsschäden, die in der Zukunft liegen (als Überblick Daumann 2013).

Es zeigt sich, dass der Wert der Veröffentlichung ein exogenes Datum ist. Beeinflussbar sind durch die wissenschaftliche Gemeinschaft nur die Reputationskosten. Ein Wissenschaftler wird sich dann gegen ein Eigenplagiat entscheiden, wenn er die Höhe des negativen Reputationseffekts hinreichend genau abschätzen kann. Demnach sollte es das Ziel der wissenschaftlichen Gemeinschaft sein, das Bewusstsein des Wissenschaftlers dafür zu schärfen, dass ein Eigenplagiat verwerflich ist. Somit werden seine Gewissenskosten erhöht und er entscheidet sich eher gegen die Handlung, und dies auch im strittigen Einzelfall, bei dem die Originalitätsfrage nicht klar entscheidbar ist.

5 Abschließende Bemerkungen

Zusammenfassend ist somit davon auszugehen, dass im Fall des Eigenplagiats Wissenschaftler an ihre eigenen Publikationen zuweilen direkt oder manchmal mit leichter Variation anknüpfen, dass dadurch kein Wissenschaftler im System hinsichtlich seiner Reputation geschädigt wird, dass allerdings diejenigen Vorteile im Zugang zu Zeitschriften haben, deren wissenschaftliche Vorleistungen bei Gutachtern bekannt sind und hohe Reputation genießen, also ein typischer Matthäuseffekt (Merton 1968). Gleichzeitig erhöht dies die „Beißhemmung“ unter den „Big Shots“ der Zunft, da es mehr oder minder alle betrifft. Geschädigt wird allerdings neben dem Autor, der ein Eigenplagiat publiziert hat, die Reputation der jeweiligen Zeitschrift, von der ja die Reputationswerte der Autoren abgeleitet werden. Einzig eine klare und scharfe Distanzierung der Zeitschrift und ihrer Gutachter vom eigenplagiierenden Autor kann das Sinken der Reputation verhindern. Würde jedoch die Häufigkeit von entdeckten Eigenplagiaten stark zunehmen, würde die Reputation sinken.

Ein potenzieller Ziel- bzw. Interessenkonflikt kann bei einem Wissenschaftler auftreten, wenn dieser sich an die CUDOS-Normen gebunden fühlt und eine Missachtung dieser Normen ihm hohe Gewissenskosten verursacht und der externe Druck ihn gewissermaßen dazu zwingt, das Eigenplagiat als seine dominante Strategie zu spielen, weil die Offenlegung seiner eigenen Vorarbeiten und der von ihm z. B. brieflich an die Herausgeber geschilderte fließende Übergang zwischen eigenen Vorarbeiten und Innovationswert der vorliegenden Publikation seine Publikationschancen drastisch reduziert. Wir folgen hier Emrich und Pitsch (2015), die eine Unterteilung von Wissenschaftlern in die Typen „Innenorientierung“ und „Außenorientierung“ vornehmen. Der Wissenschaftler befindet sich somit im Spannungsfeld zwischen der eigenen Wertorientierung und einer Außensteuerung durch externe Rahmenbedingungen im Wissenschaftssystem (Emrich und Pitsch 2015). Er kann sich nach dieser Maßgabe einerseits für oder gegen die CUDOS-Normen und andererseits für die Akzeptanz oder die Ablehnung des externen Publikationsdrucks entscheiden. Beide Strategien schließen sich dabei nicht zwingend gegeneinander aus, weil er einerseits Forschungsreputation aufbauen und diese andererseits nicht gefährden will (Emrich und Pitsch 2015). Die Entscheidung für oder gegen eine Strategie ist dabei letztlich Ausfluss der individuellen Erfahrungen eines Wissenschaftlers und seiner biografischen Entwicklung (Emrich und Pitsch 2015). Es sind somit vier Fälle zu unterscheiden. Der Wissenschaftler kann auf der einen Seite die CUDOS-Normen ignorieren (1) oder befolgen (2) und auf der anderen Seite die Außensteuerung akzeptieren (3) oder ablehnen (4).

Ist der Nutzen der Akzeptanz von externem Druck nur hoch genug – wenn Karriereverläufe hiervon abhängen kann davon ausgegangen werden, dass dieser die Gewissenskosten regelmäßig übersteigt – dann wird sich auch ein noch so wertorientierter Wissenschaftler für Alternative 1 entscheiden und die CUDOS-Normen ignorieren.

Als Limitation der Ausführungen ist darauf hinzuweisen, dass keine Aussage über die tatsächlichen Motive eines eigenplagiierenden Wissenschaftlers getroffen werden kann, da diese nicht beobachtbar sind, sondern nur erfragt werden können und hierbei die Einflüsse sozialer Erwünschtheit hineinwirken. Die Motivlage kann dabei generell von Bequemlichkeit über Unfähigkeit bis hin zu krimineller Energie reichen. Eine Beurteilung verschließt sich jedoch regelmäßig dem externen Betrachter.

Literatur

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  • Becker, Gary S. (1968), Crime and Punishment: An Economic Approach. In: Journal of Political Economy, 76(2), S. 169–217.

  • Broad, William und Nicolas Wade (1984), Betrug und Täuschung in der Wissenschaft. Basel u. a.: Birkhäuser.

  • Burda, Michael C. und Gebhard Kirchgässner (2015), Wissenschaftliches Fehlverhalten und der Ethikkodex des Vereins für Socialpolitik. In: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, 16(1), S. 88-105.

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Footnotes

1

Dem Schweizer Nationalökonom Bruno S. Frey hat man im Zusammenhang mit der Diskussion über die Mehrfachverwertung einer Idee ohne Zitieren der bereits publizierten eigenen Ideen den Vertrag mit der Universität Zürich nicht verlängert (etwa Tages Anzeiger vom 24.04.2012, verfügbar unter: https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/karriere/Staroekonom-muss-wegen-itanic-in-Rente/story/21738143 (02.07.2019).

2

Eine Handlung wird hier als illegitim bezeichnet, wenn sie dem Ethos einer bestimmten Gruppe widerspricht. Illegal ist sie hingegen, wenn sie gegen gesetzliche Normen verstößt.

3

Der englische Ausdruck ist „property rights“. Verbreitete deutsche Begriffe sind auch „Dispositionsrechte“ oder „Handlungsrechte“ (Tietzel 1981, S. 209).

4

Zur Geschichte des Urheberrechts s. etwa Varian 2005, S. 122–124.

5

Nichtexklusivität ist gegeben, wenn alle Individuen Zugang zur Nutzung des Gutes haben“ (Neus 2018, S. 124).

6

Nichtrivalität im Konsum bedeutet, dass die Nutzung des Gutes durch eine Person die Möglichkeit der Nutzung durch andere Personen nicht einschränkt“ (Neus 2018, S. 124).

7

Es soll nicht verschwiegen werden, dass einige Ökonomen die Anreizwirkung des Immaterialgüterschutzes in Frage stellen, da sie davon ausgehen, dass durch den staatlichen Eingriff Innovation gerade behindert wird (etwa Plant 1934, Frase 1966, McElroy 1985, Palmer 1989, Kinsella 2008, Rothbard 2009, S. 745–754).

Tatsächlich gehen mit einem Monopol stets auch Wohlfahrtsverluste einher, allerdings wird angenommen, dass dieser materielle und/oder immaterielle Nutzen aus dem Anreiz zur Innovation die Monopolkosten überkompensiert (Landes und Posner 1989, S. 326). Ein unerwünschter Nebeneffekt liegt etwa dann vor, wenn die Urheberschaft an einer geistigen Innovation einer Person zugeschrieben wird, gleichzeitig aber andere Personen, die die Erfindung unabhängig davon tätigten, weitgehend unerwähnt bleiben oder wenn Innovationen in wenig beachteten Sprachen im nationalen Kontext publiziert, von der internationalen Scientific Community jedoch „übersehen“ werden.

8

Wie Emrich und Thieme (2017) herausgearbeitet haben, bleibt dabei das Problem, die Nachfrage nach dem publizierten Wissen angemessen abzubilden, weil es ja keinen realen Markt dafür gibt. Man wendet deshalb zahlreiche Ersatzindikatoren zwecks Abbildung der Nachfrage an, um abzubilden, wie sich die Nachfrage darstellt, so etwa summierter Forschungsmittel aus der Industrie, der Deutschen Forschungsgemeinschaft, aus Stiftungen usw., die als Indikatoren herangezogen werden und gleichzeitig eine künstliche Nachfrage simuliert.

9

Eine Ausnahme wäre dann gegeben, wenn ein Autor einen kompletten Beitrag an anderer Stelle wieder druckte, was allerdings auf Wunsch von Verlagen im Fall origineller Arbeiten durchaus auch der Fall sein kann. Allerdings handelt es sich in diesem Fall nicht um ein ausbleibendes Selbstzitat, sondern um eine identische Reproduktion.

10

Ebenfalls wettbewerbsverzerrend wäre übrigens auch insbesondere das Zitationskartell, dass aus gegenseitigem Zitieren von Personen aus einer mehr oder minder geschlossenen sozialen Beziehung besteht unter Ausschluss vieler, wenn nicht aller, die nicht zu dieser auf Reziprozität aufgebauten Beziehung gehören. Insofern wird durch das Kartell der Wettbewerb um Reputation im Gegensatz zum nicht getätigten Selbstzitat tatsächlich verzerrt.

11

In diesem Kontext ist ein Eigenplagiat eher mit der Einreichung eines neuen Patents zu vergleichen, denn der Wissenschaftler erhält einen neuen Wert daraus (weitere Publikation). Patentiert werden können aber nur innovative Ideen, worunter eben ein Eigenplagiat nicht fallen sollte. Es versagt also die Kontrolle.

12

Um es in ein Bild zu bringen und die Schwäche kategorialer Begriffsbildung statt dimensionaler Begriffe zu verdeutlichen: Ab wie vielen Büroklammern, die ich auf einem Tisch aufeinanderlege, kann ich von einem Haufen sprechen oder nicht? Merton (1965) liefert in seiner Untersuchung zum Umgang mit dem berühmten, ursprünglich Newton zugeschriebenen Zitat, wonach er deshalb weitersehen konnte, weil er auf den Schultern von Riesen stand, ein Musterbeispiel der vielen Variationen der Verwendung dieses Zitats durch die Jahrhunderte der Wissenschaftsgeschichte. Er zeigt zudem eindrucksvoll die Zufälligkeit und Gleichzeitigkeit von Entdeckungen bis hin zu den humorvollen Fällen des antizipierenden Plagiats, wenn völlig unabhängig voneinander zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedene Personen identische Ideen entwickeln und der Vorläufer des antizipierenden Plagiats bezichtigt wird.

13

Es stellt sich freilich die Frage ob in diesem Zusammenhang wirklich von „Prostitution“ gesprochen werden kann. Geht man davon aus, dass sich Autoren und Gutachter in einem Peer Review-Verfahren regelmäßig abwechseln – es gibt nur eine begrenzte Zahl an Autoren und Gutachtern – dann bestehen in aller Regel zwei Strategien. Entweder man begutachtet wohlwollend oder sehr restriktiv. Die Entscheidung wird in hohem Maße durch die eigenen Erfahrungen als Autor bestimmt. Versteht man die Situation in einem spieltheoretischen Sinne, wird die wohlwollende Begutachtung gewählt, wenn in der nächsten Runde befürchtet werden muss, dass im Falle einer restriktiven Begutachtung das sprichwörtliche Pendel zurückschlägt und man als Autor selbst einem restriktiven Gutachter zum Opfer fällt. Auch zu beachten ist, dass die „Peer“-Gruppe zudem die Konkurrenten des einreichenden Wissenschaftlers sind. Diese haben somit ein inhärentes Interesse daran, den Prozess zumindest zu verzögern und möglichst umfassende Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, woraus dem Wissenschaftler ein erneuter Arbeitsaufwand entsteht. Zu den Partikularinteressen von Gutachtern vgl. etwa Frey (2005), S. 168, der davon ausgeht, dass es sich bei den „Vorschlägen“ vielmehr um zwingende Forderungen handelt.

14

Oftmals wird die Formel 2 * p / (n + 1) gewählt. Der Wert p wird dabei überproportional den Koautoren zugerechnet, was zu einer Abweichung vom Punktwert p bei Einzelautorenschaften führt und somit Kooperationen begünstigt, vgl. Lohmann (2012, S. 317).

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