Vorwort

Die anthropogen erzeugte globale Erwärmung und die möglichen staatlichen Reaktionen hierauf waren in diesem Jahr wohl das zentrale Thema der Politik. Auch der 70. Band des ORDO-Jahrbuchs nimmt sich dieses Problems an. Aus ordnungsökonomischer Sicht diskutieren Stephan Wolf und Nils Goldschmidt Vorschläge für eine Umsetzung von CO2-Steuern und des Emissionshandels als Instrumente der Klimapolitik, die nicht nur mit einer Sozialen Marktwirtschaft konform sind, sondern darüber hinaus auch in adäquater Weise auf das Problem der weltweiten Armut reagieren.

In Teil I des Bandes geht es um grundsätzliche Fragen der Geschichte und Theorie der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Die Spannbreite der Themen reicht von den feudalen Ursprüngen der westlichen Rechtstradition (Cameron Harwick und Hilton Root) über die Vorstellungen der Freiburger Schule zur Geldordnung (Ekkehard A. Köhler) bis hin zur allzu häufig vernachlässigten juristischen Seite der Wirtschaftsordnung (Rupprecht Podszun).

Teil II befasst sich mit aktuellen Herausforderungen der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Neben der Klimaschutzproblematik beschäftigen sich die Autoren mit der Aufgabenteilung zwischen Staat und Privatwirtschaft in Fragen der öffentlichen Sicherheit (Wolfgang Bretschneider, Andreas Freytag, Johannes P. Rieckmann und Tim H. Stuchtey), mit Eigentumsrechten an Kulturgütern (Steffen W. Groß), den Reformvorschlägen zum Ehegattensplitting (Hanjo Allinger) bis hin zum Bedingungslosen Grundeinkommen (Georg Cremer). Es folgen ein wirtschaftsethischer Beitrag zum Thema wissenschaftlicher Eigenplagiate (Eike Emrich und Florian Follert) und zur Frage der Abfindungsobergrenzen für Vorstände (Ute Schottmüller-Einwag und Alexander Dilger).

Alle Beiträge der Teile I und II haben das doppelt-blinde Peer-Review-Verfahren durchlaufen.

Ulrich van Suntum plädiert seit einiger Zeit nachdrücklich dafür, die Grundsätze der Sozialen Marktwirtschaft ins Grundgesetz aufzunehmen. In Teil III werden seine Gedanken dazu und die kritischen Stellungnahmen von Florian Möslein und Stefan Voigt zur Diskussion gestellt.

Ordnungspolitische Standpunkte zu den aktuellen Fragen der geplanten Grundrente (Joachim Ragnitz), der sog. Nationalen Industriestrategie 2030 (Jan Schnellenbach und Sören Schwuchow), zur Begründung der Freiheit (Roland Vaubel) sowie der Deutschen Frage im Kontext des europäischen Einigungsprozesses (Michael Zöller) sind Gegenstand von Teil IV des Jahrbuchs.

Teil V des Bandes enthält Svenja Flechtners kritische Würdigung des Werks von Michael Kremer, Abhijit Banerjee und Esther Duflo. Die Autoren sind 2019 mit dem Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet worden.

Wie in jedem Jahr schließt auch der diesjährige Band mit zahlreichen Besprechungen interessanter und relevanter Bücher zur Ordnungsökonomik.

Wir freuen uns, dass Christian Schubert (Kairo) seit diesem Jahr das Team der ORDO-Schriftleiter verstärkt.

Die Schriftleitung dankt den Autorinnen und Autoren sowie den Kolleginnen und Kollegen, die uns mit ihren kritischen Stellungnahmen zu den eingereichten Beiträgen unterstützten. Dr. Stefan Giesen, Isolde Grässer und Claudia Hill betreuten von Verlagsseite das ORDO-Jahrbuch in gewohnt kompetenter Weise.

Ein besonderer Dank gilt Julia Poßberg (Münster) für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Bewältigung der alltäglichen Redaktionsaufgaben sowie Dr. Julian Dörr (Berlin) und Matthias Sehr (Siegen) für die Organisation des Besprechungsteils.

Die Schriftleitung

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ORDO is a forum for the discussion of fundamental concepts in institutional and regulatory economics and their application to real-life national and international problems. ORDO is the only academic journal in the German-speaking world that explicitly specializes in the interplay between economic, legal, political, and social organizational systems.

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