Zwischen affirmativer Teilnehmer- und kritischer Beobachterperspektive

Prof. Dr. Armin Nassehi
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  • Sozialwissenschaftliche Fakultät, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Konradstraße 6, 80801 München, Tel.: 089 / 2180 – 2441, München, Germany
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  • Armin Nassehi, geb. 1960 in Tübingen. Seit 1998 Inhaber des Lehrstuhls I für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Kultursoziologie, Politische Soziologie, Religionssoziologie, Wissens- und Wissenschaftssoziologie, Qualitative Sozialforschung.Wichtigste Publikationen: Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft, München 2019; Die letzte Stunde der Wahrheit. Kritik der komplexitätsvergessenen Vernunft, Hamburg 2017; Die Gesellschaft der Gegenwarten. Studien zur Theorie der modernen Gesellschaft II, Frankfurt a. Main; Der soziologische Diskurs der Moderne, Frankfurt a. Main 2006.
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and Dr. Irmhild Saake
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  • Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), Konradstraße 6, 80801 München, Tel.: 089/2180 – 2905, München, Germany
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  • Irmhild Saake, geb. 1965 in Paderborn. Studium der Erziehungswissenschaften, Soziologie, Psychologie in Paderborn und Münster. Promotion in Münster. Seit 2005 Akademische Rätin am Institut für Soziologie Ludwig-Maximilians-Universität München.Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Biographieforschung, Thanatologie, Alternsforschung, Qualitative Sozialforschung. Wichtigste Publikationen: Kontingenz: Methodisch verhindert oder beobachtet? (mit A. Nassehi), ZfS 31, 2002: 66–86, Die Performanz des Medizinischen. Zur Asymmetrie in der Arzt-Patienten-Interaktion, Soziale Welt 54, 2003: 429–460, Interaktion mit Sterbenden (mit A. Nassehi & K. Mayr), KZfSS 71, 2019: 27–52.
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Zusammenfassung

Dieser Kommentar nimmt eine Studie von Stefan Hirschauer über die Entstehung von geschlechtlichen Asymmetrien in der Schwangerschaft zum Anlass, um über die soziologische Form der Thematisierung von Symmetrien und Asymmetrien nachzudenken. In der genannten Studie wird in analytischer Absicht der moderne Kampf um symmetrische Anteile in der Elternschaft eindrücklich dargestellt, zugleich verstrickt er sich aber selbst in diesen Kampf, indem er sich für eine Symmetrisierung der (Vor-)Elternschaft engagiert. Der Beitrag changiert also zwischen kritischer Beobachtungs- und affirmativer Teilnehmerperspektive. Er weiß also schon stets, welche Lösung die bessere sei. Über eine solche affirmative Teilnehmerperspektive möchte der Kommentar hinausführen, indem er auf die „Kulturbedeutung“ (Weber) von modernen Symmetriepostulaten hinweist und zu einer kritischen Beobachtung des Umgangs mit Differenzen (Luhmann, Foucault) auffordert.

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