Jump to ContentJump to Main Navigation

Ferdinand Tönniesʼ Standardwerk „Gemeinschaft und Gesellschaft“ neu erschienen

November 21, 2019

Diskussion am Hamburger Institut für Sozialforschung

„Gemeinschaft und Gesellschaft“, das für die Entstehung der Soziologie maßgebende Standardwerk von Ferdinand Tönnies (1855-1936), ist als Band 2 der Ferdinand-Tönnies-Gesamtausgabe bei De Gruyter neu erschienen. Nun stellt die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft den Band am Hamburger Institut für Sozialforschung vor.

Das Hauptwerk von Ferdinand Tönnies, Pionier der Soziologie in Deutschland, ist somit erstmals in einem modernen Editionsstandard, herausgegeben von Bettina Clausen† und Dieter Haselbach, verfügbar. Die Edition des sehr einflussreichen Werks berücksichtigt alle sechs zu Tönnies’ Lebzeiten erschienenen Auflagen, zeichnet im editorischen Bericht die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte des Werks nach und markiert die vielfältigen Verbindungen zum übrigen Werk von Tönnies.

Damit erschließt sich das für die Entstehung der Wissenschaft Soziologie weltweit bis heute wegweisende Standardwerk den Leserinnen und Lesern weitaus besser, die zahlreichen Bezüge zu Debatten in der als Fachwissenschaft entstehenden Soziologie sind nun nachvollziehbar. Zugleich wird das Werk so in seiner Intention, seinem Textbestand und mit begleitenden Materialen für die zukünftige Rezeption gesichert.

Ferdinand Tönnies war im ausgehenden 19. Jahrhundert das Gesicht der deutschen Soziologie in Europa, er war weit vernetzt und international anerkannt. „Gemeinschaft und Gesellschaft“ war im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts das meistgelesene soziologische Buch in Deutschland. Von seinen Zeitgenossen wurde Tönnies meist als der überzeugte Demokrat, soziale Reformer und Vordenker moderner Sozialstaatlichkeit wahrgenommen, der er war. Von den Nationalsozialisten wurde er seiner Stellung und Pension als Hochschullehrer beraubt. Es gab aber auch Stimmen, die ihn als Gemeinschaftsapologeten missverstanden. Nach 1945 machte diese ambivalente Vorgeschichte es schwierig seine Gedanken wieder in die Fachdiskussion einzugemeinden und für die Theorie der Moderne zu nutzen. Der nun veröffentliche Band gibt eine neue Grundlage, dies nachzuholen.

Eine interessante Gelegenheit bieten nun die Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft und das Hamburger Institut für Sozialforschung mit der Veranstaltung „Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie? Zum Hauptwerk von Ferdinand Tönnies“ am 27. November 2019 um 19 Uhr am HIS.

Nach einem Grußwort von Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma diskutieren die Journalistin Hanna Bethke (FAZ), und der Historiker Gangolf Hübinger mit Prof. Dr. Dieter Haselbach, dem Herausgeber von „Gemeinschaft und Gesellschaft“.

 

Bettina Clausen (†), Dieter Haselbach (Hrsg.)
Friedrich Tönnies Gesamtausgabe
Band 2: Gemeinschaft und Gesellschaft 1880–1935
2019
952 Seiten
Leinen
ISBN 978-3-11-015835-9
 

De Gruyter
Eric Merkel-Sobotta
Communications
Tel: +49 30 260 05 304
ems@degruyter.com
www.degruyter.com