SEARCH CONTENT

You are looking at 1 - 10 of 546 items :

  • Anthropology x
Clear All

Abstract

Davon ausgehend, dass Natur und Kultur das gemeinsame Erbe des Menschen bilden, wird dargestellt, was wir unter dem Anthropozän verstehen. Es werden die ungewollten Wirkungen der Industrialisierung und Modernisierung untersucht. Dazu gehören der Klimawandel, die Zerstörung der Biodiversität, die gestörten biogeochemischen Kreisläufe, die Versauerung der Ozeane und die Verschmutzung des Planeten mit der Gefahr der Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen, Tiere und Pflanzen. Welche Rolle spielen in diesem Prozess die Maschinen? Ohne ihre Erfindung wäre es nicht zu diesem Prozess mit seinen zahlreichen Nebenwirkungen gekommen. Ihre Entwicklung reicht von der Dampfmaschine über die Prothetik bis zur Robotik. Ein wichtiger Motor der Entwicklung sind heute die digitale Kultur und die Künstlichen Intelligenz. Lassen sich diese auch für die nachhaltige Entwicklung nutzen? Ohne die Digitalisierung wäre es nicht zu den Entwicklungen der Gentechnologie gekommen. Mit der Erfindung und Nutzung der CRISPR-Technologie werden Eingriffe in die Evolution möglich, die sich als eine Zuspitzung der Dynamik des Anthropozäns begreifen lassen. Gibt es Möglichkeiten, die Gefährdungen und die negativen Auswirkungen dieser Entwicklungen zu vermeiden oder sie sogar zu kompensieren? Hier entstehen viele nicht einfach beantwortbare anthropologische Fragen, die für ein historisch und kulturell reflexives (Selbst-)Verständnis des Menschen von zentraler Bedeutung sind.

Abstract

Kaum ein anderes Thema bündelt aktuell so nachhaltig die Debatte über die Konsequenzen des unlängst ausgerufenen Anthropozäns, wie das des anthropogenen Klimawandels. Nicht nur wird die Umwelt des Menschen unabsehbaren Veränderungen ausgesetzt sein, sondern diese Veränderungen der natürlichen Umwelt sind insbesondere auch humanen Ursprungs. Anthropologie, Ökologie und Ethik werden verschaltet; die zu gewärtigenden Konsequenzen können unabsehbar sein. Damit wird der Klimawandel auch grundlegende anthropologische Folgen haben und sich etwa der epistemische Zuschnitt des Anthropos grundlegend neu definieren. Gerade aber weil Natur hier konsequent humanisiert ist, kann sie auch für die Verfasstheit der Gattung bedrohlich werden und sich gegen das Humanum wenden.

Abstract

Röhren und Schläuche bilden zentrale menschliche Organisationsformen: Sie ordnen die Ströme unseres Atem-, Verdauungs- und Blutkreislaufs, durch sie vollziehen sich Zeugung, Geburt – und intensivmedizinisch auch der Tod am vom Schläuchen umschlungenen Körper. Ebenso basieren die wichtigsten Waren-, Energie- und Datenströme ganz oder zumindest teilweise auf diesem zirkulatorischen Prinzip möglichst engwandiger und zugleich tausende Kilometer und Meilen weit verschlungener Wege: ob in Straßen- oder Eisenbahntunneln, Erdgaspipelines oder den Land- und Seekabeln für Telefon- und Internet, ohne die der Welthandel quasi zum Erliegen käme: Die Anthropologie berührt sich hier mit der Kultur- und Technikanthropologie.

Abstract

Konzeptionen des Neuen und der Erneuerung begleiten die menschlichen Kulturen und Zeiten. Der Beitrag nimmt konkrete Lebens- und Textwelten der biblischen Überlieferung des Judentums und des Christentums in den Blick, wie sie in den Traditionen der Hebräischen Bibel/des Alten Testaments zu finden sind. Zum einen zeigt sich dabei eine pragmatische und auf die Förderung der Lebensverhältnisse von Gemeinschaft und Mensch orientierte Rede vom Neuen. Zum anderen gibt es ein Wissen um Neues und Vollkommenes als Wissen um einen Schöpfer, der Vollkommenes und Schönes schafft (Kohelet) sowie als Gegenbild zu Defizientem und Bösem, mit dem Bildung, Gesellschaft und Religion ringen.

Abstract

Der experimentale heutige Mensch ist dazu verdammt, den Menschen neu zu denken. Er bewundert sich immer, dies zu können. Dafür muss er nur alle die Mittel benutzen und kombinieren, die er gebrauchen kann, um zu sehen, was dabei herauskommt. Und das merkwürdigste Ergebnis, über das er sich freuen kann, heißt immer, sich selbst dabei neu zu denken. Er kann sich nicht genug über sich selbst und seine ewige Neuheit freuen, wenn er sich selbst in eine totale Experimentierung der Welt und seiner selbst projiziert. Und das mit Recht, weil ihn diese totale Experimentierung seiner mathesis universalis und seiner sapientia universalis zwingt zu entdecken, dass er die magische Kraft, sich selbst und die Welt zu schaffen, allein sich selbst und insbesondere der magischen Kraft der Sprache verdankt.

Abstract

Sprachen (langues) sind heute vielfach politischem Druck zur Erneuerung ausgesetzt. Unwillkommenes Altes soll aus ihnen verschwinden. Diese Erneuerungswut verdankt sich einer Sicht auf die Sprachen, die vor Jahrhunderten neu war: nämlich der großen neuzeitlichen Entdeckung, dass Wörter nicht nur – wie Aristoteles dachte – verschiedene Laute sind, sondern dass sie – ungenaues und partikulares – „Denken“ enthalten. Die philosophische Kritik dieser Entdeckung übertreibt die Abhängigkeit des Denkens von der (unwillkommenen) Semantik der Sprachen und verfehlt damit die positive – und immer noch neue – Einschätzung ihrer Verschiedenheit als „wunderbare Vielfalt des Geistes“ (Leibniz). Unbeantwortet bleibt die Frage, ob die aktuellen neuen Formen der Kommunikation eine neue Sprache (langage) und einen neuen Menschen schaffen.

Abstract

Sporthandeln ist Körpertechnik, Einsatz und Inszenierung des sportlichen Körpers (zur zunehmenden Bedeutung des Körpers in der Sportphilosophie vgl. , ; ). Aber was ist unter diesem „Körper“ zu verstehen? Ist denn überhaupt der Singular – „der“ Körper – angemessen oder brauchen wir – wie wir am Beispiel der „zwei Körper des Königs“ (Ernst H. Kantorowicz) gelernt haben – mehrere Körper bzw. mehrere unterschiedliche Sprechweisen über diesen Körper des Athleten, der noch dazu – um die Fragestellung zu komplizieren – als des Dopings überführter Teilnehmer an einem Wettbewerb des organisierten Sports angesetzt wird? In diesem Beitrag, der sich daher nicht mit dem Freizeit- oder Schulsport oder mit Fitnesspraktiken oder mit Bodybuilding befasst, sondern sich auf den sich dem Publikum präsentierenden Wettkampfsport beschränkt, werden vier Körper unterschieden und dargestellt.

Abstract

Macht man sich die anthropologischen Transformationen zu Beginn des 21. Jahrhunderts bewusst, dann sind es gewiss nicht zuletzt die Neuformulierungen des Menschen im Zuge des Digitalen. Mehr noch: Das Digitale wird in den folgenden Überlegungen nicht nur ein neuer Appendix des Menschlichen sein, sondern als Einwohner der sog. ‚Digitalgesellschaft‘ erscheint der Mensch selbst als ‚homo digitalis‘.

Aus einer kulturwissenschaftlich getränkten pädagogischen Perspektive stelle ich mir die Frage nach den Ver-Änderungen bzw. Um-Formungen menschlicher Beziehungen im Zuge des rasant fortschreitenden digitalen Wandels. Dabei werde ich weder einer nur kulturpessimistischen noch einer nur technikoptimistischen Sichtweise das Wort reden. Beide scheinen zwar mögliche und plausible Wahrnehmungsmuster im Kontext des Anthropologischen zu sein, beide bergen jedoch die Gefahren der Absolutsetzung und der Vereinseitigung. Stattdessen soll der Versuch eine deskriptive Skizzierung darstellen, an deren Ende sich möglicherweise unerwartete anthropologische Betrachtungen des Emotionalen ergeben werden.

FREE ACCESS