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A Tibeto-Burman Language of Northeast India and Bangladesh

Abstract

Die Suprasegmentale Graphematik geht davon aus, dass Einheiten in alphabetischen Schriftsystemen existieren, die größer sind als einzelne Segmente. Während Einheiten wie die graphematische Silbe und das graphematische Wort in der Literatur Beachtung finden, ist der graphematische Fuß eine erst kürzlich vorgeschlagene Einheit in der Graphematik. Dieser Artikel soll einen Beitrag zu der Diskussion um den graphematischen Fuß leisten, indem synchrone und diachrone Sprachdaten zu dieser Einheit ausgewertet werden. Hierbei werden vor allem zwei Phänomene betrachtet, die den graphematischen Fuß besonders sichtbar machen: graphematische Geminaten im Englischen und Deutschen und das stumme <e> im Englischen. Es wird in diesem Artikel dafür argumentiert, dass beide Phänomene in früheren Sprachstadien segmentale Informationen kodierten: Graphematische Geminaten kodierten phonologische Geminaten und das finale <e> kodierte Schwa. In beiden Sprachen verschwanden die phonologischen Geminaten und das finale <e> im Englischen wurde stumm. Hierdurch verloren beide graphematischen Phänomene ihre ursprüngliche Funktion. Aber anstatt zu verschwinden, haben graphematische Geminaten und das finale <e> neue Funktionen erhalten, die mit dem graphematischen Fuß zusammenhängen. Dieser neue Zugang erweitert nicht nur die Diskussion um den graphematischen Fuß um eine diachrone Dimension, er vermag ebenfalls Hinweise darauf zu geben, warum und wie suprasegmentale Einheiten in alphabetischen Schriftsystemen entstanden sind.

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Abstract

Aufgrund ihrer formalen und funktionalen Exzentrik stellen Interjektionen in der Linguistik einen besonderen Forschungsgegenstand dar. Aus syntaktischer Sicht handelt es sich nach Mehrheitsmeinung bei Interjektionen um eine Herausstellungsform, die lediglich lose mit dem Trägersatz verknüpft ist. Syntaktische Kommamodelle sagen voraus, dass Interjektionen aufgrund ihres Herausstellungsstatus systematisch kommatiert werden sollten. Stichproben in Korpora zeigten bislang jedoch eine teils inkonsistente Interpunktion von Interjektionen. Vor diesem Hintergrund soll in diesem Beitrag mithilfe einer umfangreichen Korpusauswertung des deutschsprachigen E-Books und der Hörbuchfassung des ersten Harry Potter-Romans erstens der Frage nachgegangen werden, ob sich die inkonsistente Interpunktion bei Interjektionen bestätigen lässt, und zweitens, inwiefern möglicherweise ein nicht-syntaktischer Faktor wie die Intonation für diese inkonsistente Interpunktion verantwortlich sein könnte. So wird anhand aktuell führender Syntax- und Intonationsansätze überprüft, ob und inwiefern sich die Interpunktion von Interjektionen mithilfe syntaktischer und/oder intonatorischer Beschränkungen erfassen lässt.

Abstract

Produktive gebundene Intensivierer wie sau-, super- und mega- weisen im gesprochenen Substandard typische Eigenschaften expressiver Intensitätspartikeln auf. Diese Wortfähigkeit wirkt sich auch auf die Schreibung aus: In Internetkommunikation lässt sich bei der Modifikation von Adjektiven durch diese Intensivierer sehr häufig Getrenntschreibung feststellen. Das graphematische Mittel der Spatiensetzung wird dabei - trotz gegensätzlicher Normvorgabe - genutzt, um grammatische Eigenschaften abzubilden.

Abstract

Nach traditioneller Auffassung ist im Deutschen die Getrennt- und Zusammenschreibung (GZS) einer sprachlichen Einheit eine automatische Folge der Klassifizierung dieser Einheit als Wort oder als Syntagma. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit - orthographiekonformen ebenso wie orthographische Normen verletzenden - Phänomenen der GZS, die sich dieser derivationellen Auffassung entziehen: mit der Interaktion von Spatien mit Satzzeichen, mit der Zergliederung umfangreicherer Wörter durch Bindestriche sowie mit der Getrenntschreibung von Komposita. Letztere sind ein Trend des Gegenwartsdeutschen, der eng mit der Bindestrichschreibung zusammenhängt und der - trotz der Verletzung orthographischer Regeln - klare Systematiken und teils gleichfalls nicht-derivationelle Züge aufweist.

Abstract

This article illustrates the cross-modal application of the phonotactic no geminate constraint that disallows geminate consonants within a prosodic word in German. In phonological production, forms like |hat+tə| ‘have-3SG.PST’ surface as /hatə/ (instead of */hatːə/) due to this constraint. In speech perception, phonetic forms with geminates like [bʁoːtːaɪk] ‘bread dough’ are perceived as consisting of two prosodic words because of this constraint. And in the reading process, orthographic forms with double consonantal graphemes like <Wall> and <Teller> are read as /wal/ and /tɛlɐ/, not */walː/ and */tɛlːɐ/ due to this constraint. I show that this observation can be formalized in Optimality Theory by applying the same phonotactic constraint in phonological production, in the perception grammar (Boersma 2007) and in the reading grammar (Hamann & Colombo 2017). In both the perception and the reading grammar, this constraint interacts with constraints that handle the arbitrary mapping between the sensory input (auditory or written) and a surface phonological form. This approach is shown to be preferable to previous analyses of reading double consonantal graphemes in German, which either lack an explicit formalization of the phonological knowledge or reduplicate this in their phoneme-to-grapheme mappings.