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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und seine Vorgänger

Vorspann

Der Staatsstreich, der am Abend des 20. Juli 1944 im Bendlerblock zusammenbrach, wurde nicht von Truppen des Berliner Wachbataillons niedergeschlagen, wie es dessen Kommandeur, der fanatische Nazi Major Otto Ernst Remer, und sein Adjutant Leutnant Hans Wilhelm Hagen, nach dem Krieg immer wieder dargestellt haben. Die ersten, die sich gegen Stauffenberg und dessen Mitverschwörer stellten, waren Offiziere aus dem Stab des Allgemeinen Heeresamts. Drei von ihnen, die Oberstleutnante Herber, von der Heyde und Pridun, wurden kurz darauf bevorzugt zum Oberst befördert; außer den Beförderungen von Remer und Hagen wurde im Wachbataillon kaum jemand belobigt. Nach außen hin aber zog das Regime es vor, den „Frontkämpfer“ und Eichenlaubträger Remer sowie den Reservisten aus dem Reichspropagandaministerium Hagen als die „Männer der Stunde“ herauszustellen, und nicht die Generalstabsoffiziere aus den Büros im Bendlerblock. Auch nach dem Krieg nutzten Remer und Hagen ihre Reputation für ihre rechtsradikalen Bestrebungen, während sich die eigentlichen Umsturzgegner aus dem Bendlerblock in bürgerliche Existenzen zurückzogen und von ihrer Rolle am 20. Juli möglichst wenig wissen wollten.

Vorspann

Im Laufe der konservativen Wende der 1980er Jahre wurde Hochbegabung in der Bundesrepublik zu einem Schlüsselbegriff, um das Verhalten und die Bildungserfahrungen von Kindern und Jugendlichen zu deuten. Susanne Schregel zeigt, wie sich Debatten um das Wohl und Wehe des hochbegabten Kinds mit Auseinandersetzungen um Elitebildung, Gerechtigkeit und Leistung in der Demokratie verbanden. Sie macht deutlich, wie sich das hochbegabte Kind in einer politisch polarisierten Situation als eine Kippfigur konstituierte, die je nach Wahrnehmung und Betrachtungswinkel ein anderes Motiv ergab: Mit Referenzen der Spitzenbegabung und Elite verhieß das hochbegabte Kind besondere Fähigkeiten, Leistung und Erfolge. Diese Termini der Spitze und der Führung negierte die Figur jedoch sogleich wieder, indem sie in solche der Gefährdung und Hilfe übersetzt wurden. Durch ihre inneren Ambiguitäten erweist sich die Figur des hochbegabten Kindes damit als symptomatisch für die Widersprüche einer Gesellschaft, die in Abwendung von bildungspolitischen Leitlinien der 1970er Jahre individuelle Auslese und Spitzenförderung zu betonen begann, ohne jedoch das Versprechen der Gleichheit ausdrücklich aufgeben zu wollen.