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Zusammenfassung

Der Beitrag beleuchtet mit Blick auf die gattungskonstitutive Bezugsgröße ‚Wort‘ den diskursiven Konnex zwischen mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Bibelübersetzung, Exegese und Lexikographie; er zeigt die konfessionelle Dimension unterschiedlicher Übersetzungsprinzipien und -programmatiken (Martin Luther, Johannes Eck) und ihre Rückwirkung auf Textgestalt, Sprache und Vermittlungspotential sowie den Status und die Geltung des (übersetzten) biblischen Wortlautes auf; an Fallbeispielen aus dem Frühneuhochdeutschen Wörterbuch werden schließlich Möglichkeiten und Grenzen einer lexikographischen, sprach- und kulturhistorisch perspektivierten Dokumentation und Auswertung des biblischen Wortschatzes der Frühen Neuzeit herausgearbeitet.

Zusammenfassung

Die Neubearbeitung des Deutschen Wörterbuchs von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm (2DWB) ist als einzelwortorientierte historische Darstellung des deutschen Wortschatzes konzipiert. Trotz der Fokussierung auf das Einzelwort stellen präzisen Wortbiographien des 2DWB eine gute Grundlage für die vergleichende Betrachtung semantisch eng verwandter Stichwörter dar. Dies wird in dem Beitrag anhand der Quasi-Synonyme Brust und Busen demonstriert. Hier zeigt sich ein komplexes Wechselspiel: Auf der einen Seite ist bei beiden Wörtern eine semantische Schwerpunktbildung festzustellen, die aus einem Bedürfnis nach lexikalischer Differenzierung entstanden sein durfte. Auf der anderen Seite gibt es offenbar auch analogisch motivierte Übernahmen einzelner Bedeutungsposition bei dem jeweils anderen Lemma.

Zusammenfassung

Wie eine Analyse aktueller Gerichtsentscheidungen zeigt, dient das Deutsche Rechtswörterbuch (DRW) auch als Hilfsmittel für aktuellrechtlich arbeitende Juristen. Als Großwörterbuch zur älteren deutschen (und westgermanischen) Rechtssprache ist es jedoch zu allererst ein Nachschlagewerk für Menschen, die sich mit historischen Texten befassen. Längst sind dies nicht nur Rechtshistoriker, sondern namentlich auch Historiker und Germanisten. Denn das Wörterbuch behandelt neben den Rechtswörtern im engeren Sinne auch Wörter der Allgemeinsprache, wenn diese beispielsweise in einem bestimmten Kontext rechtliche Relevanz erhalten. Bei der Erstellung neuer Artikel bleibt der interdisziplinäre Nutzerkreis stets im Blick. Anhand von Beispielen aus der neueren Redaktionsarbeit erläutert der Beitrag, worauf hierbei besonders zu achten ist.

Zusammenfassung

Der Beitrag behandelt am Beispiel des Wörterbuchprojekts Zentralbegriffe der klassisch-romantischen „Kunstperiode“ (1760-1840) einige Probleme der qualitativen historischen Diskurssemantik: die Bestimmung des zu behandelnden Diskurses, die Korpusbildung, die Lemmaauswahl, die Bestimmung von Wortbedeutungen (in Abgrenzung zu anderen Wortbedeutungen). Lösungsvorschläge, die hier in Methoden einer qualitativen Diskurssemantik mit einer prinzipiellen Offenheit zu quantitativen Ansätzen bestehen, werden anhand eines Probeartikels zu dem Lexem Tier entwickelt.

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Zusammenfassung

Der folgende Beitrag behandelt sogenannte nominale Augmentativbildungen, also Wortbildungsprodukte, die gegenüber der Basis oder dem Grundwort um die Bedeutungsmerkmale [groß], [wichtig] und/oder [bedeutend] erweitert wurden (vgl. etwa nhd. Sportler - Spitzensportler). Im Fokus steht dabei das Mittelhochdeutsche, für das anhand von Bildungen mit mhd. houbet ‚Kopf‘ und grunt ‚Grund‘ dieses Wortbildungsphänomen näher untersucht werden soll. Nach einer kurzen Darstellung der Bedeutungsspektren der jeweiligen Simplizia houbet und grunt werden alle entsprechenden Bildungen, die im Korpus des Neuen Mittelhochdeutschen Wörterbuchs überliefert sind, anhand möglichst anschaulicher Belege vorgestellt und analysiert. Es zeigt sich, dass in den entsprechenden Bildungen sowohl bei houbet als auch bei grunt bereits von augmentativ funktionalisierten Wortbildungsmorphemen auszugehen ist, wobei besonders ab der zweiten Hälfte des 13. Jhs. ein signifikanter Anstieg dieser Bildungen zu konstatieren ist.

Zusammenfassung

Der Beitrag geht von einer Reihe praktischer und lexik- sowie sprachtheoretischer Schwächen der traditionell orientierten Lexikographie aus. Dazu zählen: eine starke Orientierung auf äußere Vollständigkeit (Anzahl der Lemmata), die Betonung des Inventarcharakters, die damit verbundene Vernachlässigung des lexikalisch-semantischen Netzes, die Herrschaft der Darstellungsfunktion. Dieser Kritik entsprechend wird auf neuere Strömungen der Philosophie verwiesen. Dem folgt die Diskussion von deren Umsetzung in die lexikographische Theorie und Praxis. Besonderes Gewicht fällt dabei auf die Handlungsfunktion des Wortschatzes bzw. der Lexikographie und zwar in historisch beschreibender bzw. kulturpädagogisch gestaltender Hinsicht auf der Gegenwartsebene. Beispiele veranschaulichen die vorgeschlagene neue Praxis.

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Zusammenfassung

In unserem Beitrag wenden wir uns am Beispiel des Artikels 1ten („ziehen“), des mit ca. 13 Druckspalten wohl umfangreichsten und zugleich komplexesten Artikels des dritten Bandes, der lexikographischen Praxis des Mittelniederdeutschen Wörterbuchs zu. Es soll dargestellt werden, wie die komplexe Semantik des Lexems ten im historischen Wörterbuch abgebildet werden kann, welche kognitiven Konzepte, welche semantischen Strukturen, welche grammatischen Beziehungen und welche pragmatischen Einbettungen als Einflussfaktoren bei Bedeutungsdifferenzierungen eine Rolle spielen und bei der Artikelgestaltung angemessen zu berücksichtigen und zueinander in Beziehung zu setzen sind. Ferner wird veranschaulicht, nach welchen Kriterien einzelne Bedeutungen im Artikel 1ten gegliedert und angeordnet werden. Darüber hinaus werden die semantischen Spezifika des mittelniederdeutschen Verbs ten hervorgehoben.

Zusammenfassung

Die Lexikographie der Frühen Neuzeit ist lange durch die lateinorientierte humanistische Lexikographie geprägt. Dies gilt auch für Wörterbücher mit dem Anspruch, primär den Wortschatz des Deutschen zu dokumentieren. Dies führte zunächst zu deutsch-lateinischen bzw. deutsch-lebendfremdsprachigen Werken, die aus Vorlagen mit lateinischen Lemmata erarbeitet wurden. Die Wortwelt, die sie präsentieren, ist einerseits unterbelichtet, da sie durch den lateinischen Wortschatz gesteuert wird. Andererseits bieten Sie aber auch in Gestalt von Übersetzungswörtern Neologismen, die ebenfalls nicht den Sprachusus des Deutschen abbilden. Erst allmählich löst sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch eigene Quellenexzerption diese starke Lateinabhängigkeit. Gegen Ende dieses Jahrhunderts entsteht mit dem Wörterbuch von Kaspar Stieler ein weiteres Werk, das den Sprachgebrauch nicht adäquat erfasst. Es enthält unzählige Selbstbildungen Stielers, der damit das Wortbildungspotential und die copia verborum des Deutschen aufzeigen will. Im Übergang zum 18. Jahrhundert konzipiert Matthias Kramer dann erstmals ein umfangreiches Wörterbuch, das als Maßgabe für die Aufnahme von Wörtern vorsieht, dass diese gang und gab sind; Kramer richtet damit seine lexikographische Wortwelt auf den allgemeinen Sprachgebrauch aus. Im 18. Jahrhundert ist dieser Ansatz zur Regel geworden und mit dem striktalphabetischen, auf lateinische Erläuterungen verzichtenden Wörterbuch von Adelung ist der Weg in die lexikographische Moderne geebnet.