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  • History of Sociology x
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Zusammenfassung

Mit Bezug auf die Modeindustrie und unter Berücksichtigung von zwei empirischen Untersuchungsfällen zeigt dieser Beitrag, wie Kreativität über Routinen, Projekte und Kooperationen sowie durch Sprache – retrospektiv mittels Storytellings und Shows; prospektiv mittels Narrativen – hervorgebracht wird. Kreativität – verstanden als Entwurf, Herstellung und Darstellung eines Produkts, das Kreativitätszuschreibungen ermöglicht – ist somit ein kollektiver Prozess (d. h. sie wird durch eine Vielzahl von Akteuren initiiert und umgesetzt), sie ist organisiert (d. h. die Koordination arbeitsteiliger und zeitlich befristeter Projekte erfolgt über bestimmte Organisationen bzw. Abteilungen oder Stellen), und sie ist institutionell verankert (d. h. durch Werte und Grundüberzeugungen so abgesichert, dass sie erwartet wird). Die abschließende Diskussion erörtert Implikationen insbesondere im Hinblick auf Innovationseffekte und thematisiert Fragen der Übertragbarkeit, die über die Creative Industries hinausreichen.

Zusammenfassung

Die Frage nach dem sozialen Gehalt der europäischen Integration ist nach wie vor ungeklärt. Während auf europäischer Ebene die zivilen und politischen Dimensionen von „Citizenship“ gestärkt wurden, sind gerade hinsichtlich der ökonomischen und sozialen Rechte die Entwicklungen uneindeutig, widersprüchlich – und noch wenig erforscht. Der vorliegende Text überträgt Citizenship als zentrale Kategorie der Modernisierungstheorie auf die Erforschung der europäischen Integration. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hierbei auf der Analyse des Wandels von „Economic Citizenship“ als spezielle Kategorie staatsbürgerlicher Rechte mit Blick auf die Bundesrepublik Deutschland. Diese Dynamik diskutieren wir am Beispiel von drei Politikfeldern, die unterschiedliche Ebenen von „Economic Citizenship“ abbilden. Mit diesem Aufsatz verfolgen wir zwei Ziele: Erstens wollen wir Marshalls modernisierungstheoretische These der fortschreitenden sozialen Integration unter den Bedingungen der europäischen Integration überprüfen und zweitens das Konzept der „Economic/Industrial Citizenship“, das zuvor mit wenigen Ausnahmen keine große Rolle in der Weiterentwicklung von Marshalls Theorie gespielt hat, systematisch und empirisch in den Vordergrund stellen.

Abstract

Pierre Bourdieu assumes in his theory of lifestyle that a highbrow lifestyle is shaped during childhood socialization and depends on the cultural capital of the family. While the effect of parents’ capital and lifestyle on their children has been frequently analyzed, there is no research that focuses on the three-generational transmission of a highbrow lifestyle from grandparents to their grandchildren. We attempt to fill this research gap with our study. Our primary research question is whether grandparents’ cultural capital and their practice of a highbrow lifestyle increases the probability of their grandchildren also pursuing a highbrow lifestyle. Based on a survey of parents of high school students, we are able to show that not only the parents’ conditions of socialization but also the grandparents’ cultural capital and lifestyle have a substantial effect on the probability that the grandchildren play an instrument / sing in a choir and practice a highbrow lifestyle. Furthermore, our analyses show that the grandparents’ influence on the grandchildren is only partially mediated by the parents’ capital and lifestyle.

Zusammenfassung

Der Artikel analysiert, welche Formen der Verletzbarkeit sich im Rahmen der Folter zeigen und warum diese für die Folter ausgenutzt werden können. An einem konkreten Gegenstand wird damit die „Verletzungsoffenheit“ (Popitz) des Menschen systematisch erkundet. Empirische Grundlage sind zwei moderne Folterkomplexe: die US-amerikanischen Folterungen im Rahmen des „Krieges gegen den Terror“ sowie die Folterpraktiken in chinesischen „Umerziehungslagern“. Anhand dieser Fälle werden sechs Kanäle der Verletzbarkeit identifiziert: Demnach zielen Folterpraktiken auf die Untergrabung der Körperkontrolle, der Territorien des Selbst und des personalen Status; ferner greifen sie die soziale Einbettung, die identitätsstiftenden Werte und die Erwartungshorizonte der Opfer an. Abschließend werden drei gewalt- und sozialtheoretische Implikationen der Analyse umrissen. Im Zentrum stehen dabei die Verschränkungen der Verletzungsoffenheit mit den Bedingungen menschlicher Handlungsfähigkeit, das Verhältnis von Machtvollkommenheit und Widerständigkeit sowie die Humanspezifik der Folter.

Zusammenfassung

Im Zentrum des Beitrages stehen Anerkennungsverhältnisse bei prekär Beschäftigten ohne Paarbeziehungen, die wir aus einer sinnverstehenden Perspektive auf den Lebenszusammenhang untersuchen: Werden erwerbsseitige Anerkennungsdefizite (und fehlende Paar-Liebe) in anderen Nahbeziehungen oder anderen Sinndimensionen kompensiert, abgefedert oder verstärkt? Grundlage ist Honneths Anerkennungstheorie, wonach ein gelungenes Selbstverhältnis – neben rechtlicher Anerkennung – intersubjektiver Anerkennung in der Erwerbssphäre und der Liebessphäre bedarf. Datenbasis sind acht narrative teil-leitfadengestützte Einzelinterviews mit prekär Beschäftigten ohne Paarbeziehung, die wir deutschlandweit zwischen 2014 und 2016 erhoben und hermeneutisch-fallrekonstruktiv ausgewertet haben. Empirisch fundiert werden drei idealtypische Konstellationen nachgezeichnet: Die Abmilderung erwerbsseitiger Anerkennungsdefizite durch Anerkennung in Nahbeziehungen oder alternativen Sinnquellen; ambivalente Relationierungen von Nicht-/Anerkennung in den Anerkennungssphären und die Kumulation multipler Anerkennungsdefizite. Zentral für eine oft verlaufskurvenförmige Kumulation von Anerkennungsdefiziten sind die gesellschaftliche Erwerbsarbeitszentrierung, Paarnormativität, die nicht adäquate Berücksichtigung von Sorgearbeit (Care) sowie von gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Zusammenfassung

Zu den zentralen Aufgaben einer Professur an deutschen Universitäten gehört neben Forschung und Lehre die Beteiligung an der akademischen Selbstverwaltung, wobei sich die Hochschulforschung vor allem auf die ersten beiden Berufsfelder konzentriert. Die wenigen Erkenntnisse zum Engagement in der Selbstverwaltung beziehen sich vorrangig auf veränderte organisationale Aspekte. Dieser Beitrag zeigt, wie mit Hilfe der praxeologischen Wissenssoziologie untersucht werden kann, in welchen Orientierungsrahmen das akademische Personal innerhalb der akademischen Selbstverwaltung agiert. Dazu wurden teilnarrative Interviews durchgeführt und mit der dokumentarischen Methode ausgewertet. Im Ergebnis unterscheiden wir zwischen den „Hochschulmanagenden“, „Zurückhaltenden“ und „Pflichtbewussten“, wobei insbesondere der Orientierungsrahmen der „Pflichtbewussten“ erklärt, warum sich Professorinnen und Professoren wiederkehrend in der akademischen Selbstverwaltung gewissenhaft engagieren, obwohl sie der Forschung und Lehre den Vorrang einräumen.

Zusammenfassung

Dieser Beitrag geht der Frage nach, ob die sozialen Netzwerke von Arbeitslosen deren Chancen zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit positiv beeinflussen. Ausgehend von in der aktuellen Literatur diskutierten Wirkmechanismen werden mehrere Hypothesen zu unterschiedlichen Aspekten des Netzwerks aufgestellt. Es wird angenommen, dass Arbeitslose umso eher in Arbeit kommen, je größer der Umfang ihrer (starken und schwachen) sozialen Beziehungen ist, je mehr Kontakt zu Erwerbstätigen sie haben und je mehr Ressourcen ihr Netzwerk enthält. Auf Basis des Panels „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ mit dem Schwerpunktmodul zu sozialem Kapital werden diese Hypothesen anhand einer Fixed-Effects Panelregression getestet. Wird für alle zeitkonstanten sowie für einschlägige zeitvariante Variablen kontrolliert, erweisen sich schwache Beziehungen, gemessen als aktive Mitgliedschaften in freiwilligen Vereinigungen, sowie der Umfang nicht unmittelbar auf die Stellensuche bezogener sozialer Ressourcen als bedeutsam für die Arbeitsmarktchancen. Der Beitrag endet mit einer Diskussion dieser Befunde.

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