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Publicly Available Published by K. G. Saur 2021

Hogarth, William (1697)

Krysmanski, Bernd

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Artikel

Vita

Hogarth, William, brit. Maler, Kupferstecher u. Radierer, *10.11.1697 London (getauft in St. Bartholomew-the-Great am 28. 11. 1697), †25./26.10.1764 ebd. (begr. am 2.11.1764 auf dem Friedhof der St. Nicolas-Kirche in Chiswick).

Biogramm

H. war das älteste überlebende Kind des verarmten nonkonformistisch-presbyterianischen Lat.-Lehrers und erfolglosen Autors von Lat.- und Grammatik-Büchern Richard Hogarth (1663/64-1718), der aus Westmorland stammte und um 1689 nach London zog, wo er 1690 Anne Gibbons (1661-1735), die Tochter seines Zimmerwirts, heiratete. Die ersten Lebensjahre inmitten des großstädt. Treibens prägten den jungen Knaben. In seinen handschr. überlieferten "Autobiographical Notes" führt H. rückblickend aus, dass er bereits als Kind, wo immer er war, seine Umgebung mit wachen Augen beobachtete, sich für Shows jeglicher Art begeisterte, menschl. Gebärden nachäffte und sich in der Schule mehr für zeichnerische Darst. als für den Unterricht interessierte, nachdem ihm ein Maler aus der Nachbarschaft die Grundl. des Zeichnens beigebracht hatte. So kam es, dass er schon früh die Londoner Markt- und Kaffeehausatmosphäre, den Trubel des Kirmesgeschehens, die Volksaufläufe bei öff. Hinrichtungen sowie die vom Mob angezettelten Krawalle hautnah miterlebte und mit Vergnügen, satirischem Humor, teils auch Sarkasmus die spontanen Gesten und Gesichtsausdrücke seiner Mitmenschen skizzierte. Als Knabe machte er allerdings schwere Zeiten durch, weil sein Vater mit der Geschäftsidee eines Kaffeehauses, in dem nur Lat. gesprochen werden sollte, Pleite gemacht hatte und 1708-12 im berüchtigten Fleet-Gefängnis für Schuldner einsaß. Erst im Febr. 1714 konnte H. beim Silbergraveur und Kupferstecher E. Gamble in Leicester Fields in die Lehre gehen. Dort lernte er, Ornamente und allegor. Fig. für Wappen, Embleme und dekorative Geschäftskarten zu gravieren. Das Stechen von "Monstern der Heraldik" nach Vorlagen empfand er jedoch als zu stupide, weil es seinem Wunsch, nach der Natur zu zeichnen, widersprach, so dass er kurz nach dem Tod seines Vaters und noch vor Ablauf der obligator. 7 Lehrjahre seine Ausb. abbrach und sich im Frühjahr 1720 im Hause seiner Mutter als Kupferstecher selbständig machte. Noch im gleichen Jahr entwarf H. seine eig. Shop Card und widmete sich fortan kommerziellen Aufträgen, v.a. auch der Buch-Ill., die in seinem Frühwerk noch stark der holl. und franz. Graphik-Trad. des 17. Jh. verpflichtet ist. So illustrierte er u.a. A. de la Motrayes Travels through Europe, Asia, and into Part of Africa (1723), Ch. Gildons New Metamorphosis (1724) und eine geplante engl. Don-Quijote-Ausg., deren Hrsg. die gelieferten Graphiken jedoch ablehnte. Bereits um 1721 nahm H. auch, orientiert an Motiven von J. Callot, mit dem vielfigurigen, perspektivisch noch fehlerhaften Bl. The South Sea Scheme zum seinerzeit grassierenden Spekulationswahn satir. Stellung. Sein Stich Masquerades and Operas (1724) vereint inhaltl. etliche Charakteristika von H.s Kunst: a) die bewusste Anlehnung an Motive der trad. Malerei und Graphik (hier: an den Titel-Hschn. zum protestantischen Flugbl. Triumphus veritatis von 1524), b) die spött. Ironie gegenüber "falschen" Tendenzen des Zeitgeistes (in diesem Fall: der Tendenz adliger Mäzene, Maskeradenbälle und ital. Opern zu fördern) und c) das Austeilen von sarkastischen Seitenhieben auf Personen, die der Künstler hasste (Zielscheibe hier: der Hofkünstler W. Kent, der als affektierte Witzfigur das Portal des palladianischen Adelssitzes von Lord Burlington bekrönt). 1724 publ. H. auch die allegor. überladenen, emblemat. verschlüsselten und ironisch Motive von Raffael aufgreifenden Stiche The Lottery und Royalty, Episcopacy and Law. E. des gleichen Jahres macht H., der zu den Freimaurern gehörte, mit The Mystery of Masonry Brought to Light by the Gormogons die Exzesse eines falschen Freimaurerordens lächerlich. Immer mehr kristallisieren sich neben Auftragsarbeiten solche satir., eigenständig entworfenen, zeit-, gesellschafts- und kulturkritischen Graphiken als der eigtl. Schwerpunkt von H.s künstlerischem Schaffen heraus. 1724 eröff. er einen kl. Graphik-Shop an der Ecke Cranbourne Alley / Little Newport Street. Mit einigen seiner Bll. reagiert er spontan auf aktuelle ges. Ereignisse, so 1726 mit The Punishment Inflicted on Lemuel Gulliver auf J. Swifts gerade ersch. Gulliver's Travels, wobei H. die Liliputaner den grotesken Zwergenbildern F. Bocchis entlehnt und die anal-erot. Aspekte der Darst. - ein riesiges Klistier, das in Gullivers After eingeführt wird - auf homosexuelle Tendenzen bei den Whig-Parlamentariern im Umkreis des Premierministers R. Walpole anspielen. An diesem Bl. zeigt sich bereits H.s Vorliebe für schlüpfrige, zweideutig-sexuelle, gelegentl. auch skatologische Motive, die er mit vielen Satirikern seiner Zeit teilte. Auf der and. Seite sticht er aber auch in seriöser, barock-allegorischer Trad. eine Glorifizierung des Prinzen von Wales. Sein damals umfangreichstes Projekt, die 12 großen Ill. zu S. Butlers Hudibras, ließ er 1726 vom Verleger Ph. Overton auf Subskriptionsbasis herausbringen. Mit dieser engl. Don Quijotiade, die sich durch eine überwiegend gelungene Gruppierung von Pers. mit ausdrucksstarken Gebärden in vielfigurigen, abwechslungs- und aktionsreich gestalteten Szenen auszeichnet, machte sich H. in der Londoner Graphikszene einen Namen. Doch fühlte er sich zu "Höherem", nämlich der Historienmalerei, berufen, weshalb er das Stechen von Buch-Ill. nach seinen Vor-Zchngn verstärkt G. Vandergucht überließ. Schon als Lehrling hatte H. die Werke des engl. Hofmalers J. Thornhill bewundert, bereits 1720 war er in die von J. Vanderbank und L. Chéron geleitete priv. KA in der St. Martin's Lane eingetreten, und seit 1724 besuchte er die von Thornhill in dessen Priv.-Haus in Covent Garden betriebene Mal- und Zeichenschule. Allerdings wirkt H.s frühes Gem. Falstaff examining his Recruits (1728) - eine komische Theaterszene aus Shakespeares Heinrich IV. - unheroisch und in der Figurenauffassung plump und unausgewogen. Ähnliches gilt für die vom volkstümlich-niederl. Genre beeinflussten und satir.-dok. Züge aufweisenden Gem. Orator Henley Christening a Child und The Denunciation (beide um 1729). In der zw. 1728 und 1731 mindestens viermal dargest. Kerkerszene aus J. Gays allseits beliebter Beggar's Opera jedoch konnte H. bei der Farbgebung und Gruppierung der Akteure an Watteausche Vorbilder anknüpfen und so dem Geschmack potentieller Käufer gerecht werden. Sympathie und soz. Mitgefühl für gequälte Häftlinge zeigt der Künstler 1729 in seinem würdevollen Gruppen-Portr. der Mitgl. eines parlamentar. Untersuchungsausschusses, der die grausamen Zustände im Fleet-Gefängnis aufgedeckt hatte (The Committee of the House of Commons; Nat. Portr. Gall., Lo.). Im gleichen Jahr brennt H. mit Thornhills 19jähriger Tochter durch und heiratet sie heimlich, was für kurze Zeit zum Zerwürfnis zw. H. und seinem Schwiegervater führt. Einige Jahre widmet sich H. dem eintönigen, aber Gewinn versprechenden Malen von "conversation pieces" - Gruppen-Portr. von Mitgl. der besseren engl. Ges., die sich in einem Innenraum oder im Park ihres Anwesens in einer Art Scheinkonversation zur Schau stellen. Hierzu zählen u.a. The Assembly at Wanstead House (1729-31), The Fountaine Family (ca. 1730; beide Philadelphia Mus. of Art), The Wollaston Family (1730) sowie The Cholmondeley Family (1732). Um sich bei Laune zu halten, integrierte H. kleine Anspielungen und Scherze auf Kosten der Dargestellten in diese Bilder. So imitieren die neben den Menschen platzierten Hunde oft best. Körperhaltungen oder Eigenschaften ihrer Herrchen. Mit The Indian Emperor, or The Conquest of Mexico (1731-32), dem größten "conversation piece", das 4 Kinder aus hohen Kreisen beim Aufführen eines heroischen Dramas von J. Dryden vor aristokrat. Publikum zeigt, gab sich H. beim Malen des Interieurs bes. Mühe, um beim Adel Eindruck zu schinden. Er hoffte sogar, 1733 den Zuschlag für ein Gruppen-Portr. der engl. Königs-Fam. zu erhalten, wovon die Ölstudie für ein Innenraumbild und als Alternativ-Vers. eine Gartenszene zeugen, doch durch den Einfluss von Lord Burlington und and. aristokrat. Intriganten, die W. Kent protegierten, kam es weder zur erhofften Annahme dieses Auftrages noch zur Ausf. eines Hochzeitsbildes für die kgl. Prinzessin. Zwischendurch ist H. sich nicht zu schade, die Darst. menschl. Fig. für die Lsch.-Gem. and. Künstler, etwa G. Lambert und J. Wootton, zu übernehmen, so wie er im Gegenzug für die Lsch.-Hintergründe seiner Außenszenen auch auf die Hilfe befreundeter Lsch.-Maler bauen kann. Gelegentl. führt er erotische "Spezialaufträge" aus, etwa die "Indoor"- und "Outdoor"-Vers. der Before-and-After-Gem. (1730 und 1732; "Indoor"-Stich-Vers. 1736), die - als Persiflage franz. "scènes galantes" - in der einen Szene zeigen, wie ein Galan ein Mädchen sexuell bedrängt, und in der anderen, wie das Paar nach dem Geschlechtsakt derangiert nach Atem schöpft. Weil er die Arbeit an den Konversationsstücken als eine zu wenig einträgl. "Schinderei" empfand, wandte sich H. dem Malen und Stechen von mod. Lebensbildern ("modern moral subjects") zu - ein Feld, das vor ihm, wie er betont, noch nie beschritten worden war (wobei er neben volkstümlichen ital. und niederl. Drucken die holl.-fläm. Genre-Trad. eines P. Bruegel, A. Brouwer, A. van Ostade, D. Teniers II, J. Steen und E. van Heemskerck, die ihn ganz klar beeinflusst hat, verschwieg). Sein neues Genre sah er zw. dem Erhabenen und dem Grotesken angesiedelt: Im Gegensatz zur trad. "hohen" sublimen Kunst, die "abgedroschene", entw. der Bibel oder den "lächerl. Gesch. der heidnisch-antiken Götterwelt" entlehnte Sujets bevorzugte, wollte sich H. in seinen Bildern vorrangig den Charakteren, Sitten und Gebräuchen des eig. Landes und seiner Zeit widmen, wobei auch der typisch engl. Humor nicht zu kurz kommen sollte, denn "comedy in painting" stand für ihn an erster Stelle. Seine Stoffe behandelte er nach eig. Angaben so, "wie es die Schriftsteller tun" (womit der Künstler, den J. Mitchell bereits 1730 "Shakespeare der Malerei" nannte, zum einen die Verfasser klass. engl. Komödien und Dramen meinte, v.a. aber die zeitgen. Novellisten und Satiriker, etwa Swift, Fielding und Sterne), und er betrachtete sein Bild als Bühne und die dargest. Männer und Frauen als Schauspieler, die mit ihren Handlungen und Gesichtsausdrücken eine "stumme Show" aufführen. Angeregt durch D. Defoes Moll Flanders (1722) und Zeitungsberichte über das traurige Schicksal zeitgen. Dirnen malt H. als erste moralische Ser. in 6 Gem. den Lebenslauf einer Hure (A Harlot's Progress). Ironische Details in jeder Szene belegen, dass H. kein reiner Moralist ist, sondern ein "comic history painter" (Fielding), der wie ein Komödienschreiber mit geistreichem Witz und satir. Biss die alltägl. Schwächen, absonderl. Verhaltensweisen, Torheiten und Laster seiner Mitmenschen darstellt, so wie sie sind. Gleichzeitig integrierte der Künstler in seine Szenen versteckte, offenbar bewusst blasphemische, nur für Connaisseurs erkennbare Anspielungen auf die damals bei adligen Sammlern so sehr geschätzte christl. Ikonogr.: Szene 1 der Harlot-Ser. etwa ähnelt einer "Heimsuchung", Szene 3 einer "Verkündigung". Die 6 Bilder (die bis auf 2 erhaltene, womögl. authentische Gem. der zweiten und vierten Szene bei einem Feuer in Fonthill 1755 verbrannten) wurden mit grandiosem Erfolg auch als Stich-Ser. vermarktet, wobei H. auf die direkte Zus.-Arbeit mit Graphikhändlern verzichtete und die Stiche 1732 in Eigeninitiative auf Subskriptionsbasis herausgab - ein Verfahren, das er aus geschäftl. Kalkül auch später beibehielt. Als Subskriptionsquittung radierte er das programmatische Bl. Boys Peeping at Nature, das junge Putten beim Kunststudium zeigt, wobei einer der Knaben - ein Satyr, der wie H. den freien, unzensierten Zugang zur Natur sucht, - einer vielbrüstigen, lebendig wirkenden Statue der Artemis Ephesia unter den Rock schielt. Ein weiterer populärer Stich folgte: die Midnight Modern Conversation (1733), worauf 10 unterschiedl. Londoner Charaktere beim feucht-fröhlichen Trinkgelage zu nächtl. Stunde im Kaffeehaus von St. John's, Temple Bar, zu sehen sind. Die Komp. spielt auf Dürers Narrenschiff-Ill. zum Thema "Völlerei und Prassen" und gleichzeitig auf Leonardos Abendmahl an. H. selbst gehörte etlichen Clubs und Vereinigungen (so der "Sublime Society of Beefsteaks") an, wo oft die Nacht hindurch gefeiert wurde, und er traf sich regelmäßig mit Zechkumpanen aus Künstlerkreisen in Kneipen und Kaffeehäusern wie "Old Slaughter's", St. Martin's Lane. 1732 unternahm er mit 4 Freunden eine ausgelassene 5-tägige Tour an die Küste der Grafschaft Kent, worüber ein handschr., mit Ill. versehenes Dok. informiert ("Five Days Peregrination"; erstmals 1782 veröff.). 1733 erwarb H. ein Haus in Leicester Fields, in dem er fortan seine Werke vertrieb, und zwar unter dem Markenzeichen des "Golden Head", einer aus Kork geschnitzten und vergoldeten Büste van Dycks, die das Portal bekrönte und H.s hohe Ambitionen als Maler unterstrich. Dort richtete er einen Verkaufsraum und (als Anbau) ein großes Maleratelier ein. Auch hat er - wenn die Einträge auf alten Geschäftsbuchseiten authentisch sind - vor Ort einen schwunghaften Kunsthandel betrieben. Im neuen Atelier malt und sticht H. 1733 das lebhaft-ungeordnet wirkende Jahrmarktsbild Southwark Fair. Doch machten dem Künstler die vielen unautorisierten Kopien und Plagiate seiner Werke schwer zu schaffen, gegen die er 1735 ein Copyright-Gesetz erwirkte, das noch heute seinen Namen trägt ("Hogarth Act"). Erst nach Inkrafttreten des neuen Urheberrechts veröff. H. 1735 die Stich-Vers. seiner 8-teil. Ser. vom Lebenslauf eines Wüstlings (A Rake's Progress; Gem. 1733, Sir John Soane's Mus., Lo.). Darin wird geschildert, wie Tom Rakewell das reiche Erbe seines Vaters mit bezahlten Schmeichlern und Huren verschwendet, eine hässliche, aber vermögende Alte heiratet, ihr Geld in einer Spielhölle verprasst, im Schuldgefängnis landet und in geistiger Umnachtung im Irrenhaus stirbt. Die höchst profanen Stationen dieses Wüstlingslebens lassen sich als ein ins Negative gekehrtes Leben Christi deuten: Bild 2 ähnelt einer Geißelung Christi, Bild 5 einer Vermählung Mariä, Bild 6 Raffaels Transfiguration und die Hauptgruppe in Szene 8 einer Beweinung Christi. Die Erzählstrukturen in solchen Bilder-Ser. mit ihren vielen, die Einzelbilder verknüpfenden Bezügen und bildinternen satir. Verweisen (durch beschr. Zettel, herumliegende bedeutungsträchtige Gegenstände, best. Gem. als Wandschmuck, Anspielungen auf Bibeltexte, Balladen, antike Stoffe oder die Emblematik, verlebendigt durch das Verhalten, das Mienenspiel und die Gebärden der Protagonisten) sind mit den narrativen Strukturen zeitgen. engl. Romane vergleichbar. H.s außerordentl. Talent, Bildergesch. zu erzählen, deren vieldeutige Inhalte auf versch. Verstehensebenen nur vom lit. und kunsthist. vorgebildeten Betrachter zu entschlüsseln sind, veranlasste Ch. Lamb zu der Bemerkung, dass wir seine Stiche zu "lesen", nicht wie and. Bilder bloß "anzuschauen" hätten. Nach Thornhills Tod 1734 richtete H. 1735 mit Ausstattungsstücken, die er der ehem. Priv.-Akad. seines Schwiegervaters entnahm, in der St. Martin's Lane eine von ihren Mitgliedern selbst finanzierte KA ein, die auf demokrat. Grundsätzen basierte, in der das Aktzeichnen nach dem lebenden Modell gepflegt wurde, H. F. Gravelot Zeichenunterricht erteilte und F. Hayman das Malen lehrte. Auch bot H. dem St. Bartholomew's Hospital an, kostenlos 2 relig. Mon.-Gem. für das dort. Treppenhaus zu malen, um seinen ital. Konkurrenten J. Amigoni nicht zum Zuge kommen zu lassen und um den Engländern zu demonstrieren, dass auch einheim. Künstler die Historienmalerei beherrschen. Die 2 Bilder, The Good Samaritan und The Pool of Bethesda (1735-37), greifen zwar auf van Dycksche und venez. Vorbilder zurück und propagieren das Ideal der christl. Nächstenliebe, doch widersprechen die allzu hässlich-realistisch und selbstsüchtig-bestechlich dargest. Krüppel und Kranken den Normen der idealen relig. Historienmalerei ebenso wie die schöne nackte Kurtisane im Bild, mit der H. intim war und an deren Knie man Anzeichen der syphilitischen Arthritis bemerkt. Erotische Motive (Busengrapscher, Anspielungen auf Phalli) tauchen auch in der Four Times of the Day-Ser. auf, einer Satire auf die barocke Trad. der allegorischen Darst. von Tages- oder Jahreszeiten (Gem. ca. 1736; Kpst. 1738). Gelegentl. malt H. immer noch "conversation pieces", so die Strode Family (ca. 1738; Tate Brit., Lo.) oder den homosexuellen Lord Hervey mit seinen männl. Freunden (um 1738-40; Ickworth House, Suffolk), doch stellt er auch die Probleme eines verarmten Poet (ca. 1736; Birmingham Mus. and AG; Stich-Vers. 1737) oder eines vom Straßenlärm genervten ital. Musikus (The Enraged Musician, Kpst. 1741) dar, ferner zeigt er mit voyeuristischem Blick die desillusionierende Situation einer Truppe von wandernden Schauspielerinnen, die sich in einer Scheune umkleiden, um sich in antike Göttinnen zu verwandeln (Strolling Actresses Dressing in a Barn; Gem. 1874 zerst.; Stich-Vers. 1738). Etwa um die gleiche Zeit entstehen aber auch stärker literarisch beeinflusste Gem.: A Scene from "The Tempest" nach Shakespeare (Nostell Priory, West Yorkshire) und die unvoll. Ölstudie Satan, Sin and Death nach Miltons Paradise Lost (Tate Brit., Lo.), die sich durch eine für H. ungewöhnliche, aber dem höll. Thema angemessene kraftvolle Dynamik und feurige Lichtführung auszeichnet und später Künstler wie Füßli, Barry, Romney und Blake und über Gillray noch J.-L. David beeinflussen sollte. Obwohl ihm zweideutig-humorige Bilder eher lagen, beginnt H. sich seit E. der 1730er Jahre verstärkt der seriösen Bildnismalerei zuzuwenden. Anlass dafür war die Ankunft von J.-B. van Loo in England, der - E. 1737 aus Paris kommend - mit seiner eleganten Manier zum Star der Londoner Portr.-Szene avancierte. H., der schon früher einige Bildnisse gemalt hatte, darunter die Mörderin Sarah Malcolm (1733; NG of Scotland, Edinburgh) und seine Schwestern Mary und Anne Hogarth (um 1735; 2001 bei Christie's versteigert), konterte umgehend mit Bildnissen von Dr. Benjamin Hoadly (ca. 1738 und 1740), George und Frances Arnold (ca. 1738-40) und Bishop Hoadly (ca. 1738-40 und 1741). Auf sein lebensgroßes Ganzkörperportr. von Captain Thomas Coram (1740; Foundling Mus., Lo.) war der Künstler selbst bes. stolz: Zwar wird hier der Gründer der Londoner Findlingsanstalt in ein quasi barockes Ambiente versetzt, jedoch - entgegen trad.-pompöser Repräsentationskonventionen, wie sie noch Rigauds Portr. des Samuel Bernard (Nachstich 1729) zeigt - als schlichte, kernige Persönlichkeit bürgerl. Abstammung dargest., wie er breitbeinig-ungeschliffen auf seinem Stuhl sitzt und dabei eine unverfälscht-natürl. wirkende Sympathie ausstrahlt. Zu H.s weiteren Bildnissen zählen Martin Folkes (1741), Mary Edwards (ca. 1740-42), James Quin (ca. 1740-45), Lavinia Fenton, Duchess of Bolton (um 1740-50), Archbishop Herring (1744-47), Mrs. Desaguliers (ca. 1745) und sein Selbstportr. mit Mops (1745; Tate Brit., Lo.). Darin präsentiert sich H. als belesener, spätbarocker Maler in einem ovalen Bildnis im Bild, das auf einem Bücherstapel steht, vor dem eine Palette mit der vom Künstler favorisierten "Line of Beauty" liegt, während sein Mops "Trump" - als lebendiges Pendant zum stilllebenartigen Arrangement - quasi H.s kämpferisch-animalische Seele verkörpert. Weitere herausragende Bildnisse sind das herrliche Kinderportr. der Graham Children (1742; NG, Lo.), in dem die 4 Kinder des Arztes und kgl. Apothekers D. Graham in ihrer beglückt-intimen Lebendigkeit mit van Dycks Portr. der Kinder Karls I. (1635) wetteifern, sowie das großformatige Rollen-Portr. des Schauspielers David Garrick in the Character of Richard III (1745; Walker AG, Liverpool; Kpst. 1746). Neben den Bildnissen entstehen aber weiterhin "modern moral subjects", so 1743 die Gem.-Ser. Marriage A-la-Mode (NG, Lo.), für deren graph., 1745 ersch. Vers. H. 1743 in Paris gute franz. Kupferstecher anheuert. In 6 Bildern werden hier die negativen Folgen der Ehe einer reichen Kaufmannstochter mit dem pädophilen Spross eines verarmten Adelsgeschlechtes gezeigt, wobei der verblichene Pomp, unmoralisch-ausschweifende Lebensstil und heuchlerische Ehrenkodex des Adels mit der spießig-geizigen Kleinkrämerseele und Scheinmoral des Bürgertums konfrontiert wird. Bilder im Bilde (Märtyrer, Morde des AT sowie erot. Szenen ital.-franz. Provenienz in den Adelsräumen; niedr. holl. Genre in der Bürgerstube) verdeutlichen den unterschiedl. Kunstgeschmack der Ges.-Schichten und künden von kommender Unmoral mit tödl. Ausgang - all dies eingebettet in eine malerische Qualität, die in ihrer raffinierten Eleganz den Vergleich mit franz. Rokokobildern nicht zu scheuen braucht. H.s Gegenstück einer "Happy Marriage"-Ser. dagegen blieb im Entwurfsstadium stecken, weil es ihm nicht gelang, die Szenen einer glücklichen Ehe mit seinem Pinsel treffend einzufangen. 1746 versucht sich der Künstler mit Moses Brought to Pharaoh's Daughter erneut in der relig. Historienmalerei, als er zus. mit engl. Kollegen einige Gem. für den "Court Room" des Londoner Foundling Hospital stiftet, die die biblische Kinderwohlfahrt preisen, gleichzeitig aber auch in einem öff. Raum Reklame für die nat. engl. Kunst machen. Da er für seine and. Gem. aber nicht die gewünschten Preise erzielt, wendet sich H. verstärkt dem Stechen von modernen Lebensbildern in der ihm eigenen, gröberen, weniger eleganten Technik zu. Die Sensationsgier des Massenpublikums befriedigt die Rad. des populären Bösewichts Simon Fraser, Lord Lovat (1746), des wegen Hochverrats zum Tode verurteilten Anführers des schott. Hochland-Clans. Den humorist. Blick auf die Unbequemlichkeiten des Reisens in ländlichen Postkutschen in The Stage Coach, or The Country Inn Yard (1747) funktioniert H. aus aktuellem Anlass binnen weniger Tage zur Politsatire um. Die Ideologie des aufstrebenden Handwerkerstandes bedient er mit der 12teiligen Serie Industry and Idleness (1747), die vordergründig moralisierend die unterschiedl. Lebensläufe eines faulen und fleißigen Lehrlings schildert. Persönl. negative Erlebnisse in Frankreich bringt H. mit seinem frankophoben Gem. The Gate of Calais (1748; Tate Brit., Lo.; Stich-Vers. 1749) zum Ausdruck, das zeigt, wie der Künstler irrtüml. als Spion verhaftet wird, während dürre, ausgemergelte franz. Soldaten vor dem Tor von Calais (das einem Höllenrachen ähnelt) einem riesigen Stück Rindfleisch nachgaffen, das für engl. Lebensqualität und Freiheit steht. Auf den Vorwurf, dass in seinem von Fra Angelico, Raffael, Rubens, Rembrandt u. a. beeinflussten relig. Historienbild Paul before Felix (1748; Lincoln's Inn; Kpst. 1752) die Hand des Paulus den Schoß der weiter hinten sitzenden Gemahlin des röm. Prokurators Felix zu berühren scheint, reagierte H. mit einer bereinigten, von L. Sullivan ausgeführten alternativen Stich-Vers. (1752) und dem Subskriptionsticket Paul before Felix Burlesqued (1751), das durch Verwendung von Motiven aus Rembrandts Christus als Gärtner (1638) die lächerliche, in der Hochkunst verpönte niederl. Manier karikiert und so das eig. Historien-Gem. vom niedr. holl. Naturalismus abzugrenzen versucht. Bereits 1749 hatte H. eine Villa in Chiswick erworben, über deren Stall er ein Atelier einrichtete und in der das kinderlose Ehepaar einige Kleinkinder aus dem Foundling Hospital betreute. Diesem Findlingshaus wurde auch per Losverfahren das wohl 1749/50 entstandene Gem. The March to Finchley (Foundling Mus., Lo.) zugesprochen. Darin erinnert H. an die schott. Gefahr der Jahre 1745/46, gegen die die engl. Grenadiere - teils noch betrunken, teils mit ihren Liebchen oder anderweitig beschäftigt - zusammengetrommelt werden, um nach N auszumarschieren. 1751 beteiligt sich der Künstler an zwei ges. Kampagnen: In Anlehnung an Paradies- und Höllendarst. auf den Seitenflügeln von Weltgerichts-Triptycha preist der Stich Beer Street die heilsame Wirkung des angeblichen Gesundheitstrunks Bier für die engl. Nation, während sein Pendant Gin Lane mit Horrormotiven die schädlichen Auswirkungen des in der Unterschicht weit verbreiteten Ginkonsums verdammt. Die in grober Technik ausgeführte Stich-Ser. The Four Stages of Cruelty wendet sich gegen die Tierquälerei der einfachen Leute. Weil H. bei der Auktion seiner Marriage A-la-Mode-Gem. 1751 nur £126 erzielt, entfernt er verärgert die Büste van Dycks von seiner Shop-Tür. Die Beschäftigung mit kunsttheoretischen Fragen führt E. 1753 zur Veröff. seines antiakad., unter Mithilfe von J. Townley, Dr. B. Hoadly und T. Morell verfassten Traktats The Analysis of Beauty. Darin stellt H. im Geiste des Rokoko den starren akad. Prinzipien mit ihren langweiligen Symmetrien formale Ideale gegenüber, die er nicht nur in Werken großer Kunst, sondern auch in der Natur verwirklicht sieht: die Mannigfaltigkeit ("Variety") und Kniffligkeit ("Intricacy") der schönen Form, die einem Einerlei entgegenwirkt, sowie die wellige "Schönheitslinie" - eine von G. P. Lomazzos manieristischer Flammenlinie abgeleitete "Line of Beauty (and Grace)", die einen Gegenstand quasi bewegt und dadurch für das Auge, das hemmungslos-lustvoll den Schlangenlinien folgt, reizvoll erscheinen lässt. Zwei Schautaf., die der Schrift beigefügt sind, verdeutlichen H.s Schönheitsprinzip nicht nur - wie Taf. I - an Beisp. trad. Kunst, sondern v.a. auch an Alltagsgegenständen, etwa Stuhlbeinen und Korsetts, oder - wie Taf. II - an einem "Country Dance" in all seinen Varianten von agil-lebendiger Grazie bis hin zu steifer Komik. Zwar wurde das von Lessing begrüßte Buch bereits 1754 ins Deutsche und 1761 ins Italienische übersetzt, aber mit seiner Weigerung, eine kgl. KA nach kontinentalem Vorbild in London einzurichten, schuf sich H. etliche Feinde unter Künstlerkollegen, so dass P. Sandby 1753/54 mit einer Ser. von Karikaturen die Schwachpkte von H.s Kunsttheorie gnadenlos offenlegte. Doch H. blieb seiner Kunstauffassung treu. So nahm er die Unregelmäßigkeiten bei der Wahl in Oxfordshire 1754 zum Anlass, um in den 4 farbenprächtigen, vielfigurigen Bildern seiner Election-Ser. die Manipulationen und Bestechungsmethoden bei solchen Wahlen allg. anzuprangern (Gem. 1754, Sir John Soane's Mus., Lo.; Kpst. 1755-58). Szene 1 parodiert dabei Leonardos Abendmahl und barocke Bankette; Szene 2 zeigt die Bestechung eines bäuerlichen "Herkules am Scheidewege"; Szene 4, der Triumphzug des Wahlsiegers, persifliert Papst Julius II. als Zeuge der Raffaelschen Vertreibung des Heliodor. 1757 wird H. zum "Serjeant Painter" des Königs ernannt, was sein Ansehen erhöht und seine malerischen Aktivitäten beflügelt. Nachdem er bereits 1756 mit Schülerhilfe ein mon. Altartriptychon für St. Mary Redcliffe, Bristol (jetzt im St. Nicholas Church Museum), voll. hat, entstehen sein Selbstportr. Hogarth Painting the Comic Muse (ca. 1757; Nat. Portr. Gall., Lo.; Kpst. 1758), das Doppelportr. von David Garrick and his Wife (1757; Roy. Coll.) und The Lady's Last Stake (1758/59; Albright-Knox AG, Buffalo) - eine Szene von venez.-erot. Rokoko-Flair. Als letztes Historienbild malt H. in Konkurrenz zu einem angeblichen Correggio-Bild die Sigismunda (1759; Tate Brit., Lo.), die trad. Magdalenen-Darst. und engl. Melancholie-Portr. imitiert, aber in ihrer unheroischen Weinerlichkeit weder beim Auftraggeber Sir R. Grosvenor noch bei Kunstkennern wie Hor. Walpole ankommt. Neben privateren Aufträgen wie der frivolen Parodie eines Franz von Assisi im Portr. des Leiters des blasphemischen Höllenfeuer-Clubs (Sir Francis Dashwood at his Devotions) oder der Darst. des nach durchzechter Nacht in einen Nachttopf kotzenden Francis Matthew Schutz in his Bed (Norwich Castle Mus. and AG) malt H. auch die mit viel Sympathie und meisterlichem Pinsel treffl. charakterisierten 6 Köpfe seiner Dienerschaft (Tate Brit., Lo.) sowie die in ihrer Unvollendetheit impressionist. anmutende Ölstudie eines Krevettenmädchens (The Shrimp Girl; NG, Lo.). Die Stiche der letzten Schaffensperiode widmen sich entw. ges. Problemen wie dem Wettfanatismus beim Hahnenkampf (The Cockpit; 1759) und dem relig. Sektierertum (Credulity, Superstition, and Fanaticism; 1762) oder sie sprechen - wie auch H.s um 1760/61 verfasstes Ms. "Apology for Painters" (Brit. Libr.) - kunsttheoretische Probleme an: Der Begleittext zu The Bench (Stich-Vers. 1758) unterscheidet Charakterdarst., Karikatur und "Outré"; Time Smoking a Picture (1761) attackiert die zeitgen. Vorliebe für alte, nachgedunkelte Gem.; Enthusiasm Delineated (die unveröff. erste Vers. von Credulity, Superstition, and Fanaticism) parodiert die Schwärmerei engl. Kunstkenner für die relig. Kunst alter Meister. Das Stechen von weiteren Graphiken (v.a. Buchill. nach seinen Vorlagen) überlässt H. - wie früher auch schon - and. Künstlern. 1761 überwirft er sich mit seinen früheren Künstlerfreunden der "Soc. of Artists", mit denen er noch kurz zuvor in Spring Gardens ausgestellt hatte und für deren Kat. er das Titelbl. und die Schlussvignette entwarf. Die letzten Lebensjahre sind v.a. geprägt von gesundheitl. Problemen des Künstlers (längere Krankheit 1760; vermeintl. todkrank im Okt./Nov. 1762; Lähmung im Juli 1763) und unschönen Schlammschlachten mit politischen Gegnern: Weil seine Bilder sich während der Kriegswirren jener Tage schlecht absetzen lassen, polemisiert H. mit seinem Stich The Times, Plate 1 (1762) gegen den Kriegstreiber W. Pitt und dessen zahlr. Anhänger, ja er ergreift gezielt Partei für den kriegsmüden Georg III. und dessen Günstling, den unpopulären Lord Bute, die einen ungünstigen Frieden mit Frankr. zur Beendigung des Siebenjährigen Krieges aushandeln. Deswegen wird er zur Zielscheibe der populistischen Patrioten J. Wilkes und Ch. Churchill, zweier ehemaliger Freunde H.s, die den Künstler 1762 in der Zeitschr. North Briton und 1763 mit einer Epistle to William Hogarth attackieren. Dabei sparen sie nicht mit Seitenhieben auf H.s Eitelkeit und Geldgier, seinen verderbten, boshaften Char. (den sie gut kennen), seine Missgunst, seinen sinkenden Stern und seine Senilität. H. reagiert mit einem Charakterportr. des diabolisch schielenden John Wilkes (1763) und stellt in The Bruiser (1763) - einer Überarbeitung der Kupferplatte seines Selbstportr. mit Mops - Churchill als kraftmeierischen Bären dar, auf dessen Epistle der Hund des Künstlers uriniert. Den fast fertigen Stich The Times, Plate 2, veröff. H. nicht. Nachdem sich die Wogen etwas geglättet haben, findet er die nötige Zeit, den handschr. Entwurf seiner "Autobiographical Notes" (Brit. Libr.) zu vervollständigen. Als letztes Werk entsteht 1764 in Anspielung auf Dürers Melencolia I und Grabplastiken des Bildhauers L. F. Roubiliac der pessimistische Stich Tail Piece, or The Bathos, der als Schluss-Bl. für die gebundene Gesamtausgabe der graph. Werke des Künstlers dienen sollte und auf dem dargest. ist, wie Vater Zeit sein Leben aushaucht, wobei mit ihm alle künstlerischen Werte dieser Welt untergehen, ja per testamentarischer Bestimmung dem Chaos überantwortet werden. Am 16. Aug. 1764 verfasst H. sein Testament. In der Nacht zum 26. Oktober stirbt er in seinem Haus in Leicester Fields an einer Herzattacke oder an einem (womögl. durch syphilitische Arthritis mitbedingten) Aneurysma. Die Inschrift auf seinem Grabmonument stammt von seinem Freund Garrick. Populär werden H.s Stiche auf dem Kontinent durch die physiognomischen Lehren von J. C. Lavater und die seit 1784 ersch. ausführl. Kommentare von G. C. Lichtenberg. Nachdem H. bereits zu seinen Lebzeiten in den Schriften der Satiriker Swift, Fielding, Smollett und Sterne Erwähnung fand, beschäftigen sich seit dem frühen 19. Jh. erneut bekannte Essayisten und Novellisten mit ihm, darunter Ch. Lamb, W. Hazlitt, W. Makepeace Thackeray und Ch. Dickens. H. beeinflusste mit seinem Oeuvre auch etliche Künstler des 18., 19. und 20. Jh., so das Frühwerk von J. Reynolds, T. Gainsborough und J. Zoffany, zahlr. engl. Karikaturisten (G. Bickham d. J., P. Sandby, T. Rowlandson, J. Gillray, H. W. Bunbury, R. Newton, G. Cruikshank, D. Low, R. Searle, R. Steadman, S. Bell), Maler und Graphiker (F. Hayman, S. Slaughter, J. Collet, H. Füßli, J. Northcote, W. Blake, D. Wilkie, B. R. Haydon, E. M. Ward, W. P. Frith, A. Egg, F. Madox Brown, W. Holman Hunt, J. McNeill Whistler, W. Sickert, D. Hockney, P. Howson) sowie dt. Illustratoren (D. Chodowiecki, J. H. Ramberg, W. von Kaulbach, W. Busch), Genremaler des realistisch orientierten Flügels der Düsseldorfer Malerschule (J. P. Hasenclever) und sozialkrit. Künstler des 20. Jh. (G. Grosz, M. Beckmann, O. Dix, J. Immendorff). Ferner lassen sich in Frankreich Einflüsse auf D. Diderots Kunstanschauung, die Malerei von J.-B. Greuze, J. M. Vien, J.-L. David und T. Géricault, H. Daumiers Lithographien, in Holland auf C. Troosts NELRI-Zyklus, in Italien auf Genrebilder von P. Longhi und G. Traversi, in Spanien auf F. de Goyas Radierungen und im Russland des 19. Jh. auf Karikaturen und Genre-Darst. von A. G. Venecianov und P. A. Fedotov erkennen. H.s Bilder-Ser. gelten zudem als Vorläufer der Comic Strips. A Rake's Progress dient noch im 20. Jh. als Vorlage für eine Oper von I. Strawinsky, für Graphik-Ser. von D. Hockney und A. Hrdlicka und für Bühnenbilder von J. Immendorff.

Werke

Aberdeen, Aberdeen AG & Mus.Adelaide, AG of South Australia. Alupka/Ukraine, Schloss Woronzow. Amgueddfa Cymru, NM Wales. Ascott House/Buckinghamshire, Nat. Trust. Barnsley, Barnsley Mus. Birmingham, City Mus. and AG. Bristol, City Mus. and AG. Buffalo/N.Y., Albright-Knox AG. Cambridge, Fitzwilliam Mus. Cambridge/Mass., Harvard Univ., Houghton Library, Donald and Mary Hyde Coll. Cardiff, NM of Wales. Cincinnati/Ohio, Cincinatti AM. Detroit, Inst. of Arts. Dublin, NG of Ireland. Edinburgh, Dalmeny House – NG of Scotland. Farmington/Conn., Lewis Walpole Library. Genf, Mus. d’Art et d’Histoire. Gent, Mus. voor Schone Kunsten. Glasgow, AG. Grimsthorpe Castle/Lincolnshire, Sgl Earl of Ancaster. Houghton Hall/Suffolk, Sgl Cholmondeley. Ickworth House/Suffolk, Nat. Trust. Ithaca/N.Y., Herbert F. Johnson Mus., Cornell Univ. Leicester, Leicester Mus. and Gall. Liverpool, Walker AG. London, Apsley House. – BM. – Dulwich Picture Gall. – Foundling Mus. – Lambeth Palace. – Lincolns Inn. – Marble Hill House. – NG. – Nat. Maritime Mus., Greenwich. – Nat. Portr. Gall. – R. Coll. – R. College of Surgeons. – R. Society. – St. Bartholomew’s Hospital. – Sir John Soane’s Mus. – Tate Britain. Malibu/Calif., Paul Getty Mus. Manchester, Manchester City AG. Minneapolis/Minn., Inst. of Art. München, NP. New Haven/Conn., Yale Center for Brit. Art., Sgl. Paul Mellon. New York, Frick Coll. – Metrop. Mus. Northampton/Mass., Smith College Mus. of Art. Norwich, Castle Mus. and AG. Nostell Priory/West Yorkshire, Nat. Trust. Oberlin/Ohio, Allen Memorial AM. Ottawa, NG of Canada. Oxford, Ashmolean Mus. Penrith/Cumbria, Hutton-in-the-Forest, Sgl. Lord Inglewood. Philadelphia/Penn., Philadelphia Mus. of Art. Richmond/Virginia, Mus. of FA. Saint Louis/Missouri, Washington Univ. San Marino/Calif., Huntington AG. Stratfield Saye House/Berkshire, Sgl. Duke of Wellington. Sydney, AG of New South Wales. Toledo/Ohio, Toledo Mus. of Arts. Truro/Cornwall, R. Cornwall Mus. Upton House/Warwickshire, Nat. Trust. Vancouver, Vancouver AG. Washington, NG of Art. Windsor, R. Coll. Worcester/Mass., AM. York, York AG.

Selbstzeugnisse

The Case of Designers, Engravers, Etchers, etc., Lo. 1735 (Repr. N.Y. 1973); Britophil, St. James’s Evening Post, 7.-9. Juni 1737 (Repr. in: R.Paulson, H. His Life, Art, and Times, New Haven und Lo. 1971, II: 490-493); The Analysis of Beauty, Lo. 1753 (krit. Ausg.: J.Burke, 1955; R.Paulson, 1997). Apology for Painters (BL, Add. Ms. 27993), ed. M.Kitson, Walpole Soc. 41: 1966-68, 46-111; Autobiographical Notes (BL, Add. Ms. 27991), publ. in: J.Burke 1955, 201-231; Rejected Passages (zur Analysis of Beauty; BL, Egerton Ms. 3011-3016, Add. Ms. 27992), publ. ibid., 165-200.

Bibliographie

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Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Hogarth, William, Maler, Kupferstecher u. Radierer, geb. in London 10. 11. 1697, † daselbst 25. 10. 1764. Seine Vorfahren stammten aus Kirkby Thore in Westmoreland; sein Vater, Sohn eines freien Bauern im Tale von Bampton bei Kendal, war zuerst Landschulmeister in seiner Heimat und kam um 1690 nach London, wo er als Korrektor in einer Buchdruckerei sein Brot verdiente und als Verfasser eines latein. Wörterbuchs in der gelehrten Welt bekannt wurde. Wie H. in seiner autobiogr. Skizze berichtet, hatte er von Natur aus einen leidenschaftlichen Hang zum Zeichnen, auch fand er größtes Vergnügen an Komödienspiel aller Art. Auf seinen eigenen Wunsch kam er 1712 zu dem Goldschmied Ellis Gamble in die Lehre, wo er das Zeichnen und Gravieren von Wappen und Namenszügen auf Metall erlernte. Ein regelrechtes Studium ersetzte er durch eine methodische Übung des Formengedächtnisses. Mit 20 Jahren war es, wie er sagt, sein höchster Wunsch, auf Kupfer zu stechen. Eine seiner ersten Arbeiten ist, abgesehen von dem Wappen der Herzogin von Kendal, die Geschäftskarte seines Meisters Ellis Gamble. Um 1718, dem Todesjahr seines Vaters, machte er sich in London als Kupferstecher selbständig. Vom Stechen von Wappen und Geschäftsadressen ging er bald zu Platten und satirischen Zeichnungen für Buchhändler und Kupferstichverleger über. Außer den beiden in Callot's Manier gezeichneten Blättern "Das Sinnbild des Südseehandels" und "Die Lotterie" gehören hierher die Illustrationen (18 oder mehr Bl.) zu den "Travels" des Aubry de la Motraye (1723), zu Briscoe's "Apuleius" (1724) und das Einzelblatt "Maskeraden und Opern, Burlington Gate" 1724, die sogen. "Liebhabereien der Stadt". Von den Stichfolgen zu 2 Ausgaben von Butler's "Hudribas" (1726) läßt die sogen. große Folge (12 Bl.) einen überraschenden Fortschritt in der Klarheit der Zeichnung erkennen. Mit seinem nächsten Einzelblatt ("Burlesque an Kent's Altar-Piece"), einer glänzenden Satire auf ein verunglücktes Werk dieses Allerweltskünstlers, den er einen "lächerlichen Anstreicher" nannte, bewies H. seinen Gegnern, "wie wenig Talent oder Geschmack dazu gehörten, selbst ihre besten Werke zu übertrumpfen". Da er sich durch unrechtmäßige Kopien, die von seinen Drucken im Handel waren, um den Verdienst gebracht sah, begann er kleine Familienbilder und Konversationsstücke, "die der Phantasie viel Spielraum ließen", zu malen. Zu diesen 1728-32 entstand. Arbeiten gehören als früheste "The Wanstead Assembly", mehrere Fassungen der Polly-Szene in Gay's 1728 zuerst aufgeführtem Singspiel "The Beggar's Opera" (Akt 3), mit den Bildnissen der Lavinia Fenton und ihres späteren Gatten, des Herzogs von Bolton; "Verhör des Bambridge"; der später für die Stichbeilage der "Analyse der Schönheit" (Tafel 1) verwendete "Maskenball in Wanstead House"; "The Indian Emperor or The Conquest of Mexico", Szene einer in Hofkreisen veranstalteten Kinderaufführung von Dryden's gleichnamigem Trauerspiel u. a. Außer Titelkupfern für Verleger (u. a. zu Leveridge's "Songs", 1727; Cooke's Hesiod, 1728; James Miller's Komödie "Humours of Oxford"; Theobald's "Perseus und Andromeda", 1730; Molière-Ausg.; Fielding's "Tragedy of Tragedies", 1731) gehören in diese Zeit noch einige Einzelblätter, wie das große "Maskeraden-Billet" und "The Taste" ("The Man of Taste"), eine Satire auf Pope. Um diese Zeit verkehrte H. in der Familie des reichen, 1720 geadelten Hofmalers James Thornhill, dessen Malschule er angeblich besucht hat, und mit dessen Tochter er sich, nachdem er sie entführt hatte, heimlich trauen ließ. Die anmutige Frau, die er in seiner "Sigismunds" und öfters verewigt hat, war ihm eine treue Lebensgefährtin. Ein 1729 für den Besitzer von New Spring Gardens gemaltes, längst zerstörtes Bild, Heinrich VIII. und Anna Boleyn, kennen wir nur aus H.s 1729 ersch. Stichnachbildung. Über die Entstehung seines ersten großen, 6 teiligen Gemäldezyklus "Das Leben einer Dirne" ("The Harlot's Progress"), der uns vollständig nur noch in der Stichfolge vorliegt, gibt H. selbst Auskunft. "Das Malen von Konversationsstücken war nicht so einträglich, daß ich meine Familie davon hätte erhalten können. Ich wandte deshalb meinen Blick auf ein neueres Genre, nämlich auf das Malen und Stechen moderner Lebensbilder ("Moral pictures"), ein Feld, welches bisher noch in jedem Lande brachgelegen hat. Ich erkannte, daß die Schriftsteller und auch die Maler im historischen Stil die Zwischenstufe vom Erhabenen zum Grotesken übersahen. Das veranlaßte mich, auf meine Art zu zeichnen. Mein Wunsch war, auf Leinwand Bilder wiederzugeben, die den Aufführungen auf der Bühne glichen. Mein Ziel war, meinen Stoff so zu behandeln wie ein Dramatiker. Mein Bild ist meine Bühne, und Männer und Frauen sind meine Schauspieler, die durch gewisse Gesten und Stellungen ein stummes Spiel (a dumb show) vorführen." - Das "Leben einer Dirne", in dem H. in satirischer Absicht die Bildnisse einzelner in London wohlbekannter Persönlichkeiten verwendete, hatte einen ungeheuren Erfolg. Für die 1732 ersch. Stiche fanden sich allein 1200 Subskribenten, man brachte die Figuren auf Porzellan und Fächern an; Cibber verwendete den Stoff zu einer Pantomime, andere zu einer 1735 aufgeführten Oper. Seit 1733 wohnte H. in Leicester Fields (jetzt Leicester Square), in einem Hause, dessen Wahrzeichen eine von ihm aus Kork geschnitzte und vergoldete Büste van Dyck's war (zerstört). Aus dems. Jahre stammt auch das Bildnis der Sarah Malcolm (Edinburgh, Nat. Gall.). Nach Thornhill's Tod eröffnete H. eine Akad. in St. Martin's Lane, der er den vernachlässigten Apparat der Thornhill'schen Akad. vermietete, und deren Mitglieder sämtlich gleiche Rechte hatten; sie bestand lange Jahre und verlor erst mit der Errichtung der Kgl. Akad., in die sie dann aufging, ihre Bedeutung. Gleich nach Vollendung des "Lebens einer Dirne" scheint H. "Das Leben eines Wüstlings" ("The Rake's Progress") in Angriff genommen zu haben (8 Bilder; London, Soane Mus.). Gleichzeitig entstand der durch den 1735 ersch. Stich bekannte "Jahrmarkt von Southwark". Die Betrügereien der Verleger und Stecher veranlagten H. in Gemeinschaft mit G. Vertue, V. de Gucht u. a., beim Parlament um Schutz des Urheberrechts der Zeichner und Kupferstecher zu suchen. Ein entsprechender Antrag wurde tatsächlich eingebracht und 1735 zum Gesetz erhoben (sogen. Hogarth-Akte). Als H.s erste Versuche im Historienfach entstanden 1736 die für das St. Bartholomew's Hospital gemalten Bilder mit 7 Fuß hohen Figuren "Der Teich Bethesda" und "Der barmherzige Samariter" (beide erst nach H.s Tode gest.). Ferner gehören in dieses und die nächsten Jahre die bekannten Stiche: "Der Dichter in Not", "Die Ärzteversammlung", "Die schlafende Gemeinde" (sämtlich 1736 dat.), "Die 4 Jahreszeiten" (4 Bl.), Ausschnitte aus dem Londoner Alltagsleben und der ländlichen Umgebung der Stad. (Ölkopien von Hayman für die Logen von Vauxhall Gardens gem.), das wundervolle Blatt "Wanderkomödiantinnen beim Anziehen in der Scheune" (das Orig.-Gemälde, das Charles Lamb für H.s bestes Werk hielt, 1874 verbrannt) und "Der rasende Musiker" (1741). Von Einzelbildnissen entstanden damais der "Kapitän Coram" im Foundling Hospital (1739 für das Foundling Hospital gem.), das H. für sein bestes Porträt erklärte; "Lady Byron"; "Martin Folkes" (1741); "Bischof Hoadly"; "Viscount Boyne" u. a. Der "Coram" bezeugt sein Interesse für das Foundling Hospital, dem er selbst als Regent und Vorsteher angehörte. Auf einer Versteigerung, die er 1745 unter eigenartigen Bedingungen in seinem Hause abhielt, gingen 19 seiner Hauptwerke ("Harlot's Progress"; "Rake's Progress"; "The Four Hours of the Day"; "Strolling Actresses") für einen elenden Preis weg. Er arbeitete damals an seinem berühmten Gemäldezyklus "Heirat nach der Mode", ("The Marriage à la Mode"), deren Stiche er 1745 von "den besten Stechern in Paris", G. Scotin, B. Baron und S. E. Ravenet in Paris anfertigen ließ (1795-1800 von B. Earlom geschabt; die 6 Orig. in der Nat. Gall.). Der Erfolg war auch diesmal so gering, daß H. 1751 wiederum eine Auktion abhalten mußte, auf der nur ein einziger Kauflustiger erschien, der die "schönste gemalte Satire des Jahrhunderts" (Dobson) mitsamt den kostbaren Rahmen für die lächerliche Summe von 126 ¿ erstand. 1742 malte er für eine exzentrische Dame das schöne Bild "Der Geschmack der eleganten Welt" ("The Taste of High-Life"), das jetzt Mr. John Murray gehört. Seinen Freund Garrick hat H. wiederholt konterfeit, so in einem 1746 von ihm und E. Grignion gestoch. Gemälde als "Richard III." in der Geisterszene, das H. den enormen Preis von 200 £' einbrachte, und in dem Doppelbildnis mit seiner Frau, wie sie ihm bei der Niederschrift eines Prologs die Feder aus der Hand nimmt (Windsor). Aus dems. Jahre (1746) stammt das bekannte Bildnis des 1747 in London hingerichteten schott. Hochverräters Lord "Simon Lovat", der H. auf seiner Reise nach London, in einem Gasthof in St. Albans mehrere Sitzungen gewährte. Das bekannte Blatt "Die Landkutsche" ("The Stage Couch", 1747) bringt mit Dickens'schem Humor eine behagliche Schilderung ländlichen Kleinbürgertums. "Fleiß und Faulheit", sein umfangreichster Zyklus, mit den parallelen Lebensläufen zweier Lehrlinge, wurde in billigen, grob ausgeführten Holzstichen (12 Bl.) unterm Volk verbreitet. Auf einer Reise nach Frankreich, die H. 1748 mit dem Maler Hayman, dem Bildhauer Cheere u. a. unternahm, wurde er in Calais beim Zeichnen der Porte de la Mer als Spion verhaftet und außer Landes verwiesen. Dieses Reiseabenteuer gab Veranlassung zu dem 1749 gemalten und gest. Bilde "Das Tor von Calais". Der bekannte Stich "Der Marsch nach Finchley" ("The March to Finchley"), eine satirische Schilderung der engl. Armee, ist nach einem 1745 entstandenen Gemälde ("Representation of the March of the Guards towards Scotland in the Year 1745") von L. Sullivan 1750 verfertigt und Friedrich dem Großen gewidmet. Einer Agitation zur Beschränkung des Verkaufs geistiger Getränke verdanken die als Gegenstücke komponierten, 1751 dat. Stiche "Beer Street" und "Gin Lane" ihre Entstehung. Während jenes mit harmlosem Humor den Segen des Bieres verkündigt, schildert "Gin Lane" in schauerlichgrotesken Bildern die verheerenden Wirkungen des Branntweins. Als Volkserzieher tritt H. auch in seinem Zyklus: "Die 4 Stationen der Grausamkeit" ("The Four Stages of Cruelty") auf, dessen in grober Holzstichmanier ausgeführte Reproduktionen ebenfalls 1751 erschienen. Als weitere Versuche H.s auf dem Gebiet der Historienmalerei entstanden 1748 die beiden für Lincoln's Inn bzw. für das Foundling Hospital bestimmten Gemälde mit überlebensgr. Fig. "Paulus vor Felix" und "Moses vor Pharaos Tochter". Mit dem Jahre 1753 war H.s Glanzzeit im wesentlichen vorüber, doch entstanden in den nächsten Jahren noch einige Hauptwerke seines Pinsels; zunächst der 1755-58 von H., C. Grignion, Morellon le Cave und F. Aveline unter dem Titel "Four Prints of an Election" gest. 4 teilige Gemäldezyklus "Die Wahlen", der das tolle Treiben in einem 40 Meilen von London entfernt gelegenen Wahlflecken während der Parlamentswahlen schildert; eine köstliche Satire auf das Bestechungslaster und die damit verbundene Demoralisierung des Volkes. In seinem 1753 ersch. Buche "Die Analyse der Schönheit" ("The Analysis of Beauty"), bei dessen Abfassung ihm seine Freunde Dr. B. Hoadly, Rev. James Townley, Dr. T. Morell u. a. halfen, legte H. seine Ansichten über die Kunst nieder. Die mit 2 Stichbeilagen ("Statuary's Inn Yard" und "Country Dance") ausgestattete Schrift, die seinen Gegnern neues Angriffsmaterial lieferte, erregte ungeheures Aufsehen und wurde bald nach ihrem Erscheinen ins Deutsche und Italienische, später auch ins Französische übersetzt. Der zugehörige Subskriptionsschein enthält H.s bekannte kleine Radierung: Columbus zerbricht das Ei. Die Gerüchte von einer drohenden Invasion veranlagten 1756 das Erscheinen der als Gegenstücke komponierten satirischen Stiche "Die Invasion" (oder "England" und "Frankreich"), von denen das eine Blatt das lustige Leben der engl. Soldaten schildert, während das andere Blatt die hungerleidenden Untertanen Ludwigs XV. verspottet. Verraten diese Arbeiten bereits das Erlahmen von H.s Kraft, so gehört dagegen das reizende, für Lord Charlemont gemalte Interieur "Letzter Einsatz der Lady" (auch "Pikett" oder "Tugend in in Gefahr" gen.) zu seinen besten kleineren Werken. Nachdem er 1756 das 3 teilige Altarwerk für die Kirche St. Mary Redcliffe in Bristol - dessen einzelne Teile (Himmelfahrt, Versiegelung des hl. Grabes und die 3 Marien am Grabe) lange Jahre in der Cliftoner Akad. aufbewahrt wurden und zuletzt einem Londoner Sammler gehörten - gemalt hatte, schuf H. 1757 sein letztes Gemälde, die über dem Herzen Guiscardo's trauernde "Sigismunda", deren Abnahme der Besteller verweigerte. Ee war eine Art Konkurrenzunternehmen, da er für sein Bild denselben Preis verlangte, der 1758 für Furini's gleichnamiges, damals dem Correggio zugeschriebenes Gemälde auf der Versteigerung der Sammlung Schaub bezahlt wurde. Nach seiner Ernennung zum Hofmaler (1757) entstanden die schöne Skizze "Georg II. und seine Familie" und die Bildnisse Georgs III. und der Königin Charlotte. Auf der Ausstell. der Society of Artists, für deren Katalog er 2 (von E. Grignion gest.) allegorisch - satirische Zeichnungen beigesteuert hatte, war H. mit seinen Gemälden "Sigismunda", "Der letzte Einsatz der Lady" und anderen Arbeiten vertreten. Der 1762 ersch. Stich "Aberglaube, Leichtgläubigkeit und Fanatismus", dem eine ältere, überarbeitete Platte zugrunde liegt, ist eine gegen die Methodisten gerichtete Satire. Seine offene politische Parteinahme für das Kabinett Bute brachte ihm eine schwere Niederlage. Der erste seiner beiden Stiche "Die Zeiten", eine Karikatur auf Pitt und die Whigpartei, veranlaßte den Demagogen Wilkes in seinem "North Briton" zu einem heftigen Ausfall, indem er nicht nur die "Sigismunda" und die "Analysis of Beauty" lächerlich machte, sondern auch H.s Privatleben in den Schmutz zog. H.s Rache war ein karikiertes Bildnis des "britischen Brutus", das ungeheures Aufsehen erregte. Umso heftiger wurde er dafür von Wilkes' "Schmarotzer", dem Satiriker Churchill, in einer gereimten Epistel angegriffen, worauf H. mit einer Karikatur des "russischen Herkules" antwortete. Seine letzten Arbeiten waren eine radierte Bildnisskizze Fielding's für die Murphy'sche Angabe der "Werke" und der allegorische Stich "The Bathos" ("Finis"), ein Epilog seines graphischen Werks und der Ausdruck seiner verdüsterten Stimmung in den letzten Lebenstagen. - H.s Grabmal auf dem Friedhof von Chiswick ist mit einer von Garrick gedichteten Versinschrift geschmückt. Indem H. zur Feder griff und seine Ansichten über die Kunst in einem Buche niederlegte, folgte er der literarischen Strömung der Zeit, die an theoretisch - ästhetischen Erörterungen Geschmack fand. Von den verschiedenen Prinzipien, die in ihrem Zusammenwirken das Schöne hervorbringen, ist ihm die Mannigfaltigkeit ("Variety") als der allgemeinste Ausdruck der Schönheit am wichtigsten. Eine besondere Art der Mannigfaltigkeit ist die Verwicklung ("intricacy"), die das Auge an allen Formen genießt, die aus Wellen- und Schlangenlinien bestehen. Eine solche Linie wird schon an sich von höchstem ästhetischem Wert. Indem das Auge solche Formen in leichter und anregender, fließender und abwechselnder Bewegung durchläuft, nennen wir den Gegenstand schön. Das reichste Beispiel dieser Formen ist der Mensch, dessen Äußeres dem Auge auf die feinste Weise die Vorstellung von der Form der darunterliegenden Teile vermittelt. Auf dem Gebrauch der Schlangenlinie beruht nicht nur die Vollkommenheit der Antike, sondern auch die Überlegenheit der großen Italiener - als Beispiele werden Raffael, Correggio und Pietro da Cortona genannt -, sie macht aber auch das Geheimnis der Mode und die Schönheit der modernen Tänze aus. Hatte man bisher den Begriff des Schönen durch mathematische Verhältnisse umschrieben, so ist es H.s Verdienst, nicht nur für die zeichnerische Komposition, sondern auch für die Malerei und die bildenden Künste überhaupt, die Bedeutung der "Variety", des Vielerlei und seiner Zusammenfassung in einen einzigen lebendigen Rhythmus, erkannt zu haben. Zu H.s frühesten Malversuchen gehören jene kleinen Konversationsstücke, die wegen ihrer intimen Auffassung und der porträtmäßig behandelten Figuren auf die Zeitgenossen den Reiz der Neuheit ausübten, und die wegen ihrer Seltenheit und ihrer malerischen Qualitäten neuerdings wieder stark begehrt sind. Tritt das Porträtinteresse für uns auch naturgemäß in den Hintergrund, so können doch die Vorzüge der H.schen Kompositionskunst und seiner Koloristik vielleicht nirgends besser studiert werden als in diesen anspruchslosen Bildchen der Frühzeit. Neben der zwanglosen Gruppierung der Hauptpersonen und der Sorgfalt in der Detailbehandlung kommen die geschickte Raumdisposition, die Tiefenwirkung und die flotte, sichere Technik in den zarten, hellen Farben vortrefflich zur Geltung. In einigen dieser Stücke verraten die etwas leblosen, an Wachsfiguren erinnernden Hauptpersonen noch eine gewisse Befangenheit, während die Nebenfiguren im Gegensatz dazu schon freier behandelt sind. Zu den besten Stücken dieser Gattung gehören die "Gesellschaft in Wanstead House", die "Familie Fountaine", beide in der Slg Mc Fadden in Philadelphia, die "Kartenpartie" der Slg Johnson ebenda, das "Konzert" bei John Murray, die "Familie Strode" der Londoner Nat. Gall., die "Familie Jeffreys" im New Yorker Metrop. Mus., die "Familie Sharpe" (1923 im Bostoner Kunsthandel), die verschiedenen Fassungen der Polly- u. Lucy-Szene in "The Beggar's Opera", mit den Bildnissen der Schauspielerin Fenton und des Herzogs von Bolton, "The Conquest of Mexico", beim Earl von Ilchester in Holland House, "The Green Room, Drury Lane", mit den Bildnissen der Miß Fenton, des Schauspielers Quin, u. a. Das großfigurige Gruppenbildnis ist bei H. durch das schöne Bild der Dulwicher Gal. ("Gesellschaft beim Fischfang") sowie durch die in emailartigem Glanz der Farbe leuchtenden, in der Komposition offenbar an van Dyck's "Kinder Karls I." sich anlehnenden "Kinder der Familie Graham" (Bes. Earl Normanton) vertreten, das Kinderporträt durch den "Knaben mit dem Drachen" (Bes. Herzog von Westminster), dessen lebhaftes, lustiges Motiv ohne jeden Anflug von Karikatur ist, durch den kleinen "Herzog von Cumberland", bei Sir Charles Tennant, "wo im kleinsten Rahmen Einzelheiten Goya voraussagen" (Meier-Graefe), die Kinder des 4. Herzogs von "Devonshire" und den "Montague". Die Einzelbildnisse H.s verteilen sich auf alle Perioden seiner Tätigkeit, indem einer ebenso großen Reihe datierter oder datierbarer Stücke etwa gleich viele nicht näher datierbare Bilder gegenüberstehen; zahlreiche seiner Porträtarbeiten sind übrigens verschollen oder auf Grund der Urkunden nicht festzustellen. Die Masse der für die Besteller aus den Kreisen des Hochadels, der Gentry, des Bürgertums, des Richterstandes usw. gemalten Bildnisse wird von jenen wenigen Porträts überragt, die H. ohne Bestellung, lediglich aus innerem Antrieb geschaffen hat. Die Reihe der Bildnisse seiner Freunde eröffnet der "Coram", im Foundling Hospital, dessen Bildnis H., wie er sich ausdrückt, "mit der größten Freude" gemalt hat. In der Raumdisposition, mit der offenen Säulenhalle und dem Durchblick auf Meer und Schiffe, sowie in der imposanten Sitzfigur des Dargestellten verrät sich noch der bewußte Anschluß an das ältere Schema des englisch - französischen Repräsentationsbildes. Die großzügig - dekorative Gesamtwirkung, die mit der feierlichstimmungsvollen Umgebung glücklich harmoniert, verschafft diesem Stifterbildnis in der Reihe der übrigen dort befindlichen einen Ehrenplatz. Ein Meisterwerk physiognomischer Charakterschilderung ist auch der Lord "Lovat" der Nat. Gall., dessen vierschrötige, muskulöse Sitzfigur sich plastisch vom braunen Hintergrund abhebt, und hinter dessen gutmütiger, pfiffiger Maske die listige Verschlagenheit des Abenteurers lauert. Von den Bildnissen der Freunde sind am bekanntesten der "Bischof Hoadly" der "Quin" der Nat. Gall., der "James Gibbs", "Präsident Faulkes" u. a.; lauter ungemein kräftig modellierte, ausdrucksvolle Gestalten, denen man gerne das herrliche Bildnis eines Unbekannten in der Dulwicher Gal. anreiht. Als Beispiele der Vielseitigkeit H.s in der Behandlung dieser Bildnisgattung sind ferner der Viscount "Boyne" der Dubliner Gal., eine in grünlichbraunen und lichtblauen Tönen gehaltene geistvolle Studie, sowie der prächtige Charakterkopf des Generals "Wade" (ebenda, oval) zu nennen. Hieran schließt sich dann das prachtvolle Selbstbildnis (Brustbild mit Hund) der Nat. Gall. Im Gegensatz zu der monumentalen Auffassung dieses nicht nur in Äußerlichkeiten an die Selbstbildnisse des alten Rembrandt gemahnenden Bildes, wirkt das skizzenhafte kleine Selbstbildnis der Nat. Portr. Gall., wo H. vor der Staffelei sitzt, um die komische Muse zu malen, wie ein Momentbild aus seiner intimen Häuslichkeit. Als Frauenmaler steht H. unter seinen Zeitgenossen auf einsamer Höhe, als der unbestechliche Menschenschilderer, dessen Augen sich das innerste Wesen einer Persönlichkeit erschließt, aber auch als der unvergleichliche Kolorist, der über die differenziertesten malerischen Ausdrucksmittel verfügt. 1735 entstand das in der Komposition offenbar von Rembrandt beeinflußte Bildnis der Mutter in Witwentracht, eine Erscheinung von puritanischer Strenge, aus deren aufrechter Haltung und gramdurchfurchtem Antlitz Gottvertrauen und Seelenstärke sprechen. Als vollendeten "Toilettenkünstler" zeigen ihn dann die berühmten Meisterwerke der Nat. Gall., die "Schwester Ann", die sogen. "Mrs. Salter" und die "Lavinia Fenton". H.s Frauen vertreten den spezifisch engl. Schönheitstypus; es sind Wesen von gesunden Instinkten u. blühendem Leben, die alle eine gewisse Familienähnlichkeit haben und doch individuell wirken. Weitere Glanzleistungen sind die "Miss Arnold" in Cambridge und die "Mrs. Edwards" in Genf, "unvergängliche Dokumente des vornehmsten englischen Geistes", mit denen H. nicht nur das Kulturniveau seiner Zeit überragt, sondern in den Augen von Engländern auch seinen großen Nachfolgern Reynolds und Gainsborough unbedingt ebenbürtig, wenn nicht überlegen, ist. "Der Stil entfernt H. nie von dem Respekt vor dem Objekt. Genau wie in den Volksszenen. . bleibt er im Bildnis vor allen Dingen sachlich und stellt die Notwendigkeit, Menschen zu schaffen, über die Lust des Artisten, sich in schönen Figuren zu erschöpfen. Das Bild mit den sechs Dienergesichtern in der Nat. Gall. ist das merkwürdigste Dokument für dieses Prinzip. Jedes Gesicht erfährt die technische Behandlung, die seiner Charakteristik die dienlichste ist" (Meier-Graefe). Das vielbewunderte "Krevettenmädchen" der Nat. Gall. ist eine in flüssigen, braunen, grauen und rosa Tönen hingestrichene impressionistische Studie, wo aus einem geheimnisvollen Zusammenhang plötzlich ein Gesicht von leuchtender Frische und lachender Anmut auftaucht; ein Bild, aus dem die Salzluft der See weht - "so seltsam, daß nur die letzten Werke des Frans Hals eine Parallele bieten (Muther)". Erscheint H.s Porträtkunst gewissermaßen als ein Nebenschößling am Baum seiner Kunst, der wieder die herrlichsten Blüten getrieben hat, so galt er andererseits der Mit- und Nachwelt als der erste und bedeutendste Vertreter des humoristisch-satirischen Genre in der Malerei. Seinen frühesten Arbeiten dieser Art geht eine jahrelange Stechertätigkeit auf den Gebieten der Gebrauchsgraphik, der Buchillustration und des satirischen Einzelstichs voraus. Von diesen Grabstichelarbeiten der Frühzeit, in denen man längst die Abhängigkeit von holländ. und französ. Stechern (Romeyn de Hooghe, Callot, B. Picart, A. Bosse) erkannt hat, ist die sogen. große Hudibrasfolge, durch die er in weiteren Kreisen zuerst bekannt wurde, für H.s Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Hier liegt der Schlüssel zum Verständnis des Satirikers H. - Seine Stellung in der Geistesgeschichte des 18. Jahrh. näher zu untersuchen, bleibt eine der dringendsten Aufgaben der Hogarth-Forschung, die anscheinend in Gefahr ist, auf den toten Punkt zu geraten. - Der Beschäftigung mit Butler's komischem Epos verdankte H. nicht nur wichtige Anregungen für seine satirische Begabung, sondern auch die Idee seines ersten gemalten Zyklus, von dessen verschiedenen Fassungen sich anscheinend nur die für Mr. Ward, den Besitzer von East Haddon, nach Abschlug der gleichnamigen Stichfolge (1726) gemalte 12teilige Folge erhalten hat. Was an diesen Bildchen auffällt, sind nicht nur die technische Sicherheit und der Glanz des Kolorits, sondern auch die reiche Erfindungsgabe, die in der Vervielfältigung der Figuren, gegenüber den Stichen, in einer Menge geistreicher Nebenmotive, sowie in der Verwendung charakteristischer Fischer Figurentypen und Requisiten ihren Ausdruck findet. Von hier aus scheint H. dann den naheliegenden Schritt zum zeitgenössischen Genre getan zu haben. Die stärksten Impulse seiner gesamten späteren Entwicklung verdankte er indes seiner Oppositionsstellung zum Kunstleben seiner Zeit, die er von Anfang an behauptete. Schon in seinen frühen, im Selbstverlag erschienenen sozialen und politischen Karikaturen zeigt er sich völlig vertraut mit der Handhabung jener vergifteten Waffe des Witzes und der Satire, von der er in seinem späteren Leber zum Schaden seiner Gegner so unbedenklichen Gebrauch machte, aber auch mit der Verwendung der Elemente jenes "Bilderbogenstils", den er in Callot's Radierungen fand, und der ihm zum Aufbau seiner Volksszenen unter freiem Himmel das Gerüst bot. Daneben wurde er aber auch entscheidend von den niederländ. Bauern- und Gesellschaftsmalern, wie längst erkannt ist, sowie überhaupt von jener primitiven niederländ. Volkskunst, die er in dem Massengut der Epigonen der großen Meister des 16. Jahrh. kennenlernte, beeinflußt. H.s Opposition, die in den geistreichen Karikaturen auf Kent zuerst zum Ausbruch kommt, bedeutete zugleich den Bruch mit der gesamten Tradition. Die sogen. englische Schule vom Beginn des 18. Jahrh. besaß weder einen eigenen Stil noch eine Schulüberlieferung. In der Porträtmalerei, deren Vertreter H. "Gesichtsfabrikanten" und "Kostümiers" nannte, herrschten künstliche Schablone, falsche Grazie, süßliche Fadheit und ein flauer Idealismus. "Man zog aus dem, was zur Zeit für das Vollkommene galt, einen konventionell-idealen Stil; man brachte die Kunst der großen Meister auf Anweisungen. . mit einer breiten, flüchtigen, auf den Eindruck in die Ferne berechneten Behandlung" (Justi). "Da kam Hogarth, und sein scharfer Blick sah den neuen Pfad. Er blickte sich im Leben um und fühlte sich als Sohn einer Zeit, wo die modernen Ideen der Denkfreiheit, der Volksrechte, der naturgemäßen Sitte und Diät durch die starrgeschnitzten Formen allerwärts hindurchwuchsen, ohne doch noch den geschnitzten, bunten Rahmen einer untergehenden Gesellschaftsform gänzlich zu zerbrechen. Diese Welt, wie sie ihn anschaute, zeichnete er in Häßlichkeit und Schönheit treu, wie sie war. Mit ihm beginnt die moderne Kunst. Daß er einsah, was zu seiner Zeit möglich war und gelingen konnte, das ist der Schlüssel seines Erfolges bei Mit- und Nachwelt" (Kinkel). H. "besaß nicht nur die Kunst zu sehen. , sondern auch die Kunst, das wirklich Gesehene von den Zutaten des Beobachters zu trennen. . Es gehört dazu ein Interesse an dem Tatsächlichen als solchem, das nur da vorkommt, wo besonnene Nüchternheit und Beweglichkeit des Geistes beisammen sind,. . eine Schärfe der Beobachtung, ein Hinabgehen ins Individuellste der Charakteristik und der Sprache der Seele, durch ein Erhaschen des Flüchtigsten in Bewegung und Mienenspiel, durch ein Interesse lebendig naturwahren Inhalts .." (Justi). Er besaß aber auch einen redlichen Teil jener echt englischen Brutalität und das starke Nervensystem, das nur übermäßig starke Eindrücke erschüttern, sowie jenen englischen Humor, der in der Kunst beständig betont und unterstreicht, um einer Besserungs- und Bekehrungstendenz gerecht zu werden. Um sich seinem wenig feinfühligen Publikum verständlich zu machen, mußte H., wie sehr ihm die Malerei als Sprache zu Gebote stand, beständig zu ganz un-, ja antikünstlerischen Ausdrucksmitteln greifen. "Beschriebene Zettel, versteckte Anspielungen feiner und handgreiflicher Art ... auf allerhand Gerät und Gerümpel braucht er, um uns ins Ohr zu flüstern oder zu schreien, was er mit der Sprache der Gesichter, der Arme und Beine nicht sagen kann" (Justi). Wenn er in seinen Erfindungen der Wahrheit die Ehre geben will, schreckt er nicht vor dem Ungeheuerlichen, Verzerrten und Widerwärtigen, vor keiner brutalen Derbheit und Zote zurück. Man darf ihn aber deshalb nicht als Muster der Geschmacklosigkeit hinstellen, wie das zuweilen geschehen ist. H. will sein Publikum durch künstlerischen Anschauungsunterricht vom Schlechten abschrecken und zur Kunst erziehen; er wird zum Darsteller des "Schlechten und Verächtlichen, aber über all dem Häßlichen siegt sein angeborenes Schönheitsgefühl und sein Humor, der auch die schärfste Satire durch heitere Zutaten würzt". - Das Urteil über H.s Kunst hat immer sehr verschieden gelautet. Interessant ist es z. B., die Urteile Lessings, Lichtenbergs und Goethes [vgl. Tag- und Jahreshefte 1817] mit denen der deutschen, engl. und französ. Romantiker zu vergleichen. Aber auch eine objektive Würdigung der damaligen sozialen und politischen Zustände Englands - ein Kapitel, das eine Art eisernen Bestand der Hogarth-Lit. bildet - gehört dazu. In H.s Kunst finden nämlich alle jene unerfreulichen Begleiterscheinungen einer Expansion des nationalen Lebens auf allen Gebieten, die sittliche Verkommenheit der höheren Stände, der Luxus der Reichen, die Verschrobenheiten und Sonderbarkeiten der engl. Gesellschaft, die Korruption in der Politik, die Spielwut, die Unmäßigkeit im Essen und Trinken, die Roheit und Bildungslosigkeit des Pöbels ihren Niederschlag. Ferner alles, was die Phantasie des Volkes so lebhaft beschäftigt, die Unsicherheit des Straßenverkehrs, die Raubanfälle am hellen Tage, die blutigen Zusammenstöße zwischen Militär und Volk, die Revolten in den Gefängnissen, die für chtbaren Epidemieen, die unmenschliche Grausamkeit der Justiz, alle diese Schattenseiten der werdenden Großstadt gehören zu der Umwelt, die H.s Kunst mit erklärt. Seine Welt ist London und dessen nähere Umgebung. Die topographische Genauigkeit seiner Straßenszenen macht seine Bilder und Stiche zu einer wertvollen historischen Quelle. "Wir haben die intuitive Gewißheit, daß er ein schlechterdings zuverlässiger Zeuge ist" (Justi). Nach den ersten Karikaturen auf Kent erweitert H. allmählich den Wirkungskreis seiner Satire, der das Interesse des Publikums an literarischen Erscheinungen, an Klatsch und Skandal, sowie die Fehden der Schriftsteller und der von ihnen angegriffenen Persönlichkeiten oft die dankbarsten Stoffe boten. Daß er sich durch seine Satire eine Menge Gegner schuf, die jeden Anlaß benutzten, um über ihn herzufallen, liegt auf der Hand. Unter den Zunftgenossen waren es namentlich die Akademiker, die er durch seine heftige Opposition gegen die Gründung der Königl. Akad. gegen sich aufbrachte, und unter denen er an P. Sandby, seinem bedeutendsten Nachfolger auf dem Gebiete der politischen Karikatur, einen ebenbürtigen Gegner fand. Es war das Verhängnis seines Lebens, daß er sich von Anfang an in Gegensatz zu den treibenden Mächten im nationalen Kunstleben stellte, und daß ihm jeder Einfluß auf die ästhetische Gesittung seines Volkes versagt blieb. So stand er nicht nur außerhalb der Kunst seiner Zeit, sondern eigentlich auch außerhalb der Gesellschaft. Aber andererseits ist dieses rein negative Verhältnis auch die Ursache, daß er mit dem ihm eigenen kühnen Unternehmungsgeist der Malerei ein neues Gebiet eroberte, wodurch seine Kunst in höchstem Maße volkstümlich wurde. Die Idee, seine malerischen Erzählungen in ähnlicher Weise wie die aufeinanderfolgenden Kapitel eines Buches oder wie die Akte und Szenen eines Schauspiels, in denen dieselben Personen wiederholt auftreten, anzuordnen, scheint H.s geistiges Eigentum zu sein, dagegen lag die Verwendung von Stoffen aus dem bürgerlichen Leben in einer Zeit, in der Rührstücke und Sittenromane diese Gesellschaftsschicht soeben erst literaturfähig gemacht hatten, sozusagen in der Luft... "Seine besten Originalwerke blieben Illustrationen zu Romanen, die er selbst gedichtet, die er aber zu schreiben seinen Kommentatoren überließ. Folgt man einem dieser "Lebensläufe" an der Hand eines Auslegers bis ans Ende, so ist es in der Tat, als hätte man einen Roman gelesen, ein so ausführliches Lebensbild mit Haupt- und Nebenpersonen, aufsteigend und sinkend, ist an uns vorbeigezogen. Jedes Bild ist ein Akt oder dessen Höhepunkt, und dieser Punkt ist so gewählt, daß man das Frühere und Folgende ergänzen kann, denn H. ist ein Meister in der Kunst, die Zeitreihe im Zeitpunkt darzustellen, in einer Figur eine ganze Geschichte zu erzählen. ... So reich H. an physiognomischen Typen ist, so glücklich war er auch in der Auffassung des handelnden und leidenden Menschen. Die Mannigfaltigkeit, Schärfe und Richtigkeit seiner Beobachtung beweist den Kenner des menschlichen Ausdrucks und der menschlichen Geste. Und ebenso außerordentlich war die Auffassung des Dramatischen. Nur bei französ. Zeichnern wie bei Callot und Hor. Vernet findet sich eine ähnliche Gabe, das blitzähnlich Momentane - das oft zugleich das kritisch Bedeutendste ist, zu fixieren. Die wahren Parallelen zu H. liegen nicht in der Malerei, sondern in der Literatur ... " (Justi). Es ist nun interessant zu beobachten, wie das malerische Problem allmählich für H. in den Vordergrund tritt und die moralisch-satirische Tendenz immer mehr zur Nebensache wird. über die Art seiner künstler. Tätigkeit gewähren außer den wundervollen Zeichnungen die neuerdings bekannter gewordenen Olskizzen zu den einzelnen Gemälden und den Gemäldezyklen die wertvollsten Aufschlüsse. In den Entwürfen läßt sich z. B. die spätere tragische oder koranische Wendung eines Motivs zuweilen noch gar nicht erkennen, während das Gewoge der Linien und die breite farbige Behandlung einen wohligen Rhythmus zum Ausdruck bringen. Und Ähnliches beobachtet man in den Ölskizzen, wo z. B Personen erscheinen, die in der späteren Ausführung unterdrückt sind, u. wo oft aus einer zunächst nur als Farbenfleck in kaum erkennbaren Umrissen angelegten Figurengruppe sich einzelne Gesichter und Bewegungsmotive mit aller Deutlichkeit herauslösen. Und weiter konstatiert man, wie dieselbe Gruppe in leichter Variation in eine umfangreiche Komposition, für die sie zunächst gar nicht entworfen war, Aufnahme finden konnte. (Ölskizzen zu "The Rake's Progress" in Oxford und in engl. Privatbes.) Während in den beiden ersten Zyklen "The Harlot's Progress" und "The Rake's Progress" noch das rein stoffliche Interesse überwiegt, erreichen in der "Marriage à la Mode" die Grazie der Komposition, die Vertiefung des physiognomischen Ausdrucks, die Sorgfalt der Detailbehandlung, die Feinheit der Lichtführung und die Vereinfachung und Verfeinerung des szenischen Apparats einen Gipfel. "Mit seltener Meisterschaft und Leichtigkeit sind hier die feinsten Nuancen seines Humors in den Köpfen eingeschrieben, auch alles andere mit derselben Sicherheit ausgeführt. Obgleich die Färbung im Ganzen unscheinbar ist, und die Bilder, da sie fast ohne Lasuren, nur in Deckfarben gemalt sind, mehr den Eindruck von Guasch als von Ölgemälden machen, ist doch das Fleisch öfter von kräftiger Färbung, sind die übrigen sehr gebrochenen Farben mit feinem Sinn für eine harmonische Wirkung zusammengestellt. . " (Waagen). Die Verallgemeinerung der Erzählung und die Harmonisierung der Fläche läßt dann vollends das Anekdotische hinter dem Malerischen verschwinden, nicht nur in dem "Marsch nach Finchley" und im "Tor von Calais", sondern vor allem in dem Zyklus der "Wahlen", der zu H.s reifsten Schöpfungen gehört. "Die Farbe wird ein vielmaschiges Netz, das den Bewegungen der Komposition folgt, und die Komposition ist bei aller Ursprünglichkeit des Eindrucks so angelegt, daß sämtliche Einzelbewegungen eine Hauptrichtung ergänzen. Nie merkt man das Schema. Jedes der vier Bilder ist eine Welt, eine Stimmung für sich und doch Teil derselben Geschichte ... Das Gedankliche wird unmittelbar zur plastischen Form" (Meier-Graefe). Die großen religiösen Bilder H.s sind nicht nur beachtenswerte Leistungen auf einem der ganzen Richtung seiner Begabung fernliegenden Gebiet, sondern auch Zeugnisse der Vielseitigkeit und Beweglichkeit seines Geistes. Am meisten Interesse beansprucht darunter wohl das Gemälde "Paulus vor Felix" in der Hall von Lincoln's Inn, nicht nur wegen seiner dramatischen Komposition, sondern auch wegen der meisterhaften physiognomischen Charakterschilderung; wissen wir doch von diesem Werk, daß es die volle Zufriedenheit der Besteller fand. In dem 3 teiligen Altarwerk für St. Mary Redcliffe in Bristol macht H. dann den interessanten Versuch, Gestalten aus Rembrandt's Ideenwelt in eine neue Sphäre zu transponieren und in ihnen italien. Formensprache u. venezian. Kolorit zu verbinden. Die reife Koloristik der Spätzeit bewundert man namentlich in der vielumstrittenen "Sigismunda" der Nat. Gall. Als Graphiker hat H. außer den bekannten großen Kupferstichfolgen und Einzelblättern, deren Platten er z. T. unter Mitwirkung von französ. Stechern vollendete, eine Reihe kleinerer Arbeiten geschaffen, die zum Besten gehören, was er auf diesem Gebiete geleistet hat. Der Frühzeit gehören meist jene Geschäftskarten, Exlibris und Benefit-tickets (Eintrittskarten für Benefizvorstellungen zugunsten von Schauspielern und Autoren) an, die wegen ihrer Seltenheit und ihrer flüchtig geistreichen Manier heute hoch bezahlt werden. Die bekanntesten Arbeiten dieser Art sind die Geschäftskarten des Ellis Gamble und der Schwestern H., mit dem Inneren eines Modistenladens, die Benefizkarte für Milward ("A Bold Stroke for a wife"), mit einer Gefängnisszene, sowie das besonders geistreich und sorgfältig behandelte Blättchen "Mary Chappel five at night", mit der umgemein lebendigen und humorvollen Darstellung einer Knabenkapelle. H.s eigene Erfindung waren jene Quittungen und Subskriptionsscheine, die er als Selbstverleger und zum Vertrieb seiner Kupferstichfolgen und Einzelfolgen als Reklamemittel verwendete. In diesen Blättern, die oft viel geistreicher und fesselnder sind als die großen Blätter, begegnet uns H. als Originalgraphiker. Zu diesen Subskriptionsscheinen, die zuweilen begehrter waren als das angekündigte Werk, gehören die Quittung zu "The Rake's Progress", "Das lachende Parterre", eine meisterhafte Wiedergabe aller Abstufungen des Lachens, "Charaktere und Karikaturen", die Quittung zur "Marriage à la Mode", "Columbus zerbricht das Ei" - der Subskriptionsschein zur "Analysis of Beauty" -, der rein ornamental behandelte Subskriptionsschein zum Zyklus "The four Prints of an Election", sowie die Eintrittskarte zu seiner Gemäldeauktion mit der geistvollen, von Swift angeregten Allegorie "Die Bilderschlacht". Von H.s größeren Einzelblättern sind schließlich jene gestochenen und mit der Radiernadel überarbeiteten Bildnisse hervorzuheben, die einen mit wenigen klaren und scharfen Zügen modellierten Charakterkopf lebenswahr hinstellen ("Lovat"). Hat H. auch weder als Kupferstecher noch als Radierer eine selbständige Bedeutung, so waren ihm doch Grabstichel und Radiernadel in allen Perioden seines Schaffens ein willkommenes Mittel, um seinen glänzenden humoristisch-satirischen Einfällen Ausdruck zu geben. Bilder in öffentl. Slgn, im Besitz von Korporationen, gelehrten Gesellschaften usw. Budapest: Lady Thornhill. - Cambridge: Mr. Arnold; Miss Arnold; Ansicht von Ashby Lodge. - Dublin : Dr. B. Hoadly; Viscount Boyne; General Wade; die Familie Georgs II.; die Familie Mackimon; die Familie Western. - Dulwich: Gesellschaft beim Fischfang; Männerbildnis (1741). - Edinburgh: Sarah Malcolm, 1733, Schabstich von J. Barlow. - Florenz, Uffizien: Sir James Thornhill. - Genf: Mrs. Edwards (Catherine Vaslet). - London, Nat. Gall.: Selbstbildnis (Brustbild mit dem Hund), 1745, Stich H.s von 1749; The Marnage à la Mode (1744); Mary Hogarth (1746); Sigismunda, Schabstich von R. Smith; Das Frühstück (Familie Strode); Lavinia Fenton als Polly Peachum; Das Krevettenmadchen (The Shrimp Girl); H.s Dienerschaft; Ann(?) Hogarth; Mrs. Salters; The Gate of Calais, 1749; James Quin; The Beggar's Opera. Nat. Portrait Gall.: Das Verhör des Bambridge (Ölskizze: Slg C. Fairfax Murray); Lord Lovat; Selbstbildnis (H., die komische Muse malend). [Ebenda H.s Büste, von Roubiliac.] South Kensington Mus.: Duke of Cumberland; Prediger Henley, ein Kind taufend (Ölskizze). Soane Mus.: The Rake's Progress (8 Bilder); Die Parlamentswahlen (4 Bilder). South London Art Gall.: Maskenball in Wanstead House. Burlington House (Royal Acad.) : Aktschule der St. Martin's Lane - Akad. St. Martin in the Fields: James Gibbs, Stich von B. Baron, Schabstich von J. Mc Ardell. St. George's Hospital: Graf Solacio, Reiterbildnis (das Pferd von F. Sartorius gem.), 1746. St. Bartholomew's Hospital: Der Teich Bethesda; Der barmherzige Samariter. Foundling Hospital: Kapitän Coram, Schabstich (Kniefig.) von J. Mac Ardell; March to Finchley, Stich von L. Sullivan, 1750; Moses vor Pharao's Tochter gebracht. Hon. Society of Lincolns Inn: Paulus vor Felix (Rötelzeichng: Slg Fairfax Murray). Royal College of Music: G. B. Buoncini. Royal College of Surgeons: Sir C. Hawkins. Royal Society: Martin Folkes. - Minneapolis: Mrs. Hogarth. - New York: Peg Woffington; Die Familie Jeffreys (Leihgabe aus dortigem Privatbes.). - Oxford: The Enraged Musician; The Inn Yard; An Assembly of Artists; 2 Ölskizzen zu The Rake's Progress. Christ Church Hall: Bischof Hooper (†1727). - Windsor: Garrick und seine Frau. - York, Corporation of York : Georg III.; Königin Charlotte. Besitz d. Erzbisch. von York: Erzbisch. Herring (C. Mosley sculps.), 1745; Replik in London, Lambeth Palace. Zeichnungen: Brit. Mus. (Printroom): Entwürfe zu "Industry and Idleness" (16 Bl.); Konversationsstück, Studie; Lord Lovat; Bildnisstudien aus Lord Lovat's Prozess (1 Bl.); Besucher eines Kaffeehauses (2 Bl.); Die schlafende Hausfrau (Tuschzeichnung); Tagebuch der "Five Days' Peregrination" (1732, mit Skizzen von H. u. a.), usw. - Anderes in Edinburgh, Nat. Gall., cf. Cat. Nat. Gall. of Scotland, 1920 p. 332, und in engl. Privatbes. Werke in engl. u. amer. Privatbesitz (nach Dobson [s. Lit.], mit Nachträgen aus der seit 1906 ersch. Lit.)./. Bildnisse. a) Gruppen- u. Familienbildnisse. The Wanstead Assembly: Philadelphia, J. H. Mc Fadden. Beggar's Opera 1. John Murray, 2. Hornby Castle, Duke of Leeds (Stich von R. Dodd). Indian Emperor, or the Conquest of Mexico, Act 4 Scene 4: Holland House, Earl of Ilchester (Stich von R. Dodd). The House of Commons: Earl of Onslow. The Misses Cotton and Niece: Boston House, Rev. W. J. Stracey-Clitherow. Familie Devonshire; Kinder des 4. Duke of Devonshire : Duke of Devonshire. Familie Fountaine: Philadelphia, J. H. Mc Fadden. Kinder Graham: Somerly, Hampshire, Earl of Normanton. Die Kartenpartie: Philadelphia, Slg Johnson (aus der 1898 verst. Slg Rankin? cf. Dobson, p. 212, 215). Das Konzert: C. Fairfax Murray. Familie Sharpe: 1923 im Bostoner Ksthandel. Familie Shelley: Swallowfield Park, Reading, Sir A. G. Russell. Familie Thornhill: W. K. Willcocks. Familie Burkhardt Tschudi : Miss M. B. Broadwood. Familie Walpole : C. Newton Robinson. Familie Wollaston: Sir Fred. Wollaston. Gartenszene (1. Lord Ilchester, 1. Lord Holland, 1. Lord Hervey, 2. Lord of Ilchester, 2. Duke of Marlborough u. a.): Earl of Ilchester, Melbury House, Dorchester. Garrick in the Green Room: J. E. Reiss. The Green Room, Drury Lane (Quin, Miss Fenton u.a.) : Sir Edward Tennant. Hochzeit des Stephen Beckingbam: William Deedes. A Drunken Brawl (Lord Boyne u. 3. Earl of Oxford). Londoner Kunsthandel 1908. Lord u. Lady Ann Edward: W. F. N. Noel. Dudley Woodbridge u. Capt. Holland: G. Harland Peck. b) Einzelbildnisse: John Broughton: Lowther Castle, Earl of Lonsdale. Mrs. Butler: Philadelphia, Slg Johnson. Lady Byron: 1. Lowther Castle, Earl of Lonsdale, 2. Mr. W. Harvey. Mrs. Clive: Lord St. Oswald. Duke of Cumberland, Knabenbild: Sir Charles Tennant. Mr. Davis: Barnard Castle, Bowes Mus. Mrs. Desaguiliers (Rundbild): W. C. Cartwright; Pub. Arundel Club 1905. Earl Ferrers (Laurence Shirley) : The Hobby, Maidstone, Fred. M. Cutbush. Mrs. Fitzherbert: Sir A. M. Herbert. John Gay : Londoner Kunsthandel 1906; S. Kens. Mus. Nat. Hist. Portr. o. J. IV 3. Garrick als Richard III.: Earl of Feversham (gest. von H. u. C. Grignion). Mrs. Garrick: Mrs. C. E. Lees. Lady Granby: Belvoir Castle, Duke of Rutland. H.s Vater Schule haltend: E. W. March. Selbstbildnis H.s: Sir Charles Tennant. Mrs. Hogarth (H.s Mutter) : David Rothschild. Ann Hogarth: Miss Reid. Lord Holland: Holland House, Earl of Ilchester. Mrs. James: Londoner Kunsthandel 1909. Hon. Edward Montague, Knabenbild: Earl of Sandwich. Thomas Pellet: W. C. Alexander. Mr. Powell: Monmouth, Humphrey F. Hall. Miss Rich: Max Michaelis. Samuel Richardson: Sir Audley Neeld. Lady Somerset (Charlotte Finch, 2. Gattin des 8. Duke of Rutland): Belvoir Castle, Duke of Rutland. Lady Tbornhill: Lord St. Oswald. Jacob Tonson: Ranelagh Club. Lady Townsend (Audrey Harrison): Mr. Henry Johnes Fielding. Horace Walpole: H. S. Vade Walpole. Peg Woffington: 1. Marchess of Lansdowne, 2. F. W. Henson, 3. Sir Edward Tennant, 4. Ernest Pye. - Knabe mit Drachen: Grosvenor House, Duke of Westminster. Männliches Bildnis, Kniefig.: Bridgewater Gall., Earl of Ellesmere. Damenbildnis: Leopold de Rothschild. Bildnis eines jungen Mannes: T. Humphrey Ward. - Kopf eines alten Mannes: E. March. c) Genre und Landschaft. Hudibras (je 1 ölskizze) : W. Rothenstein; General H. F. Davis; Muirhead Bone. Noon; Evening. Sadler's Wells: Grimsthorpe Park, Earl of Ancaster. Night; Morning: Hursley Park Trustees. Before and After: 1. Royal Coll., 2. Duke of Hamilton. The Harlot's Progress (1 Bild): Earl of Rosebery. 4. The Laughing Audience: St. Louis, Mo., U. S. A., Dr. M. A. Goldstein. The Sleeping Congregation : Richmond, Sir Fred. Cook. Taste in High Life; Enthusiasm Delineated: C. Fairfax Murray. Southwark Fair: Duke of Newcastle. The distressed Poet: Duke of Westminster. The Lady's last Stake: New York, J Picrpont Morgan. Courting in Old Times: F. H. Fawkes. The Happy Marnage: Alfred A. de Pass. Altarwerk, 1768 für St. Mary Redcliffe in Bristol gem. (3 Teile) : H. H. Mulliner. Satan, Sin and Death: C. Fairfax Murray. The Savoyard Girl : Norman Court, Hants. The Staymaker: C. Fairfax Murray. Itinerant Musician: Mrs. Hugh P. Lane. Woman awearing a Child to a grave Citizen: C. Fairfax Murray. Ansicht aus St. James's Park (Rosamond's Pond) : Lady Ashburton. Ansicht von Spencer House: Earl Spencer. Bibliographien. Frank Weitenkampf ("Frank Linstow White"), A Bibliography of W. H., Cambridge, Mass., 1880. (Bibliogr. Contributions ed. for the [Harward] Univ. Nr 37). - Dobson (s. u.), p. 157-91. - Univ. Cat. of Books on art, S. Kens. Mus., London, I (1870), Suppl. (1877). Ältere Lit. (Monographien; Kommentare; Oeuvrekataloge; Reproduktionen). [Jean Rouquet,] Lettre à un de ses amis à Paris, pour lui expliquer les Estampes de M. H., London 1748; ders., Description du Tableau de M. H., qui représente la Marche des Gardes... [1750?]; d ers., L'Etat des Arts en Angleterre, 1755. - W. H., The Analysis of Beauty. Written with a view of fixing the fluctuating Ideas of Taste, 1763; deutsch von C. Mylius, Zergliederung der Schönheit, 1754; 2. Ausg. mit Vorbericht hrsg. von Lessing; ital. Ausg. Livorno 1781; franz. Ausg. mit Biogr., Paris An XIII (1805). Neue Gesamtausg., u. d. T.: W. H.s Aufzeichnungen, von M. Leitner, Berlin 1914. - [J. Truster,] H. Moralized, Being a Complete Edition of H.s Works... With an Explanation and ... a Comment on their Moral Tendency (mit 78 Taf.), 1778 u. ö., ed. J. Mayor, 1841. - [W. Gilpin,] An Essay upon Prints etc., 1768. - Die Werke des Hrn W. H. in Kupferstichen moralisch und satyrisch erläutert, Hamburg u. Lpzg, 1789 (20 Taf. gest. von F. N. u. J. J. Rolfssen). - H. Walpole, Anecdotes of Painting etc., I V (1771), ed. Wornum 1882 III. - J. Nichols, Biogr. Anecdotes of W. H. and a Catal. of his Works, chronolog. arranged, 1781; 1782; 1785; deutsch von Crayen, Beitrage zu W. H.s Lebensbeschreibung, Lpzg 1783. - [Felton,] An Explanation of Several of Mr. H.s Prints, 1785. - [Ch. Fr. Bretzner,] Das Leben eines Luderlichen. Ein moralisch-satyrisches Gemälde nach Chodowiecki u. H., Lpzg 1787/8. - [J. Reynolds,] A Discourse delivered to the Students of the Royal Acad. 1788, London 1789. - J. Ireland, H. Illustrated, 2 Bde, 1791; A Supplement to H. III., 1798 (Hauptwerk der alt. Lit.). - G. C. Lichtenberg, Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche, mit verkleinerten, aber vollst. Copien. Derselbe von E. Riepenhausen, 14 Lief., Göttingen 1794-1835 [ab Lief. 13 fortgeführt von J. P. Lyser, Dr. le Petit u. K. Gutzkow]. Neue verb. Ausg. 1850-54. Forts. von F. Kottenkamp (ca 1839-40), Stuttgart 1873, revid. Ausg. von P.Schumann, Lpzg1887.- G. J. Schwinghamer, G. C. Lichtenberg's witzige und launige Sittengemahlde nach H., Wien 1811. Franz. Übers. (1 Bd, unvoll.) von M. Lamy, Göttingen 1797; z. T. übers. in London Magazine, 1820 p. 277-84, 388-402. - J. Nichols u. G. Steevens, The Genuine Works of W. H., illustrated with biogr. Anecdotes, a Chronological Catal. and Commentary, 2 Bde, 1808-10. - J. D. Fiorillo, Gesch. der zeichn. Kste, V (1808), mit Lit. - The Genuine Works etc., Vol. III, enthaltend Ferrera Clavis Hogarthiana, u. a., 1817. Thomas Clerk, The Works of W. H. elucidated by Descriptions, Critical, Moral, and Historical ..., 2 Bde, 1810. - Ch. Lamb in Leigh Hunt's Reflector, II (1811) 61-77 (auch in Lamb's Works by E. V. Lucas, I [1903] 408). - W. Hazlitt im Examiner, 1814 Nr 338 u. 338 (auch in Hazlitt's Lectures on the Engl. Comic Writers, 1841 p. 274-311). - J. Young, A Description of the works of H., 1814. - [E. Ferrers,] Illustrations of H., 1816; 1817 (Neudruck in Nichols' Genuine Works, 1817). - J. Heath, The Works of W. H., from the Original Plates restored .., 1822. - J. Th. Smith, Nollekens and his Times, 1828 14618, 94, 193 f., 26618; 1I 224 f., 34015. - A. Cunningham, The Lives of the Brit. Painters, I (1829) 54-186. - H. Coleridge in Blackwood's Mag., XXX (1831) 655-68 (auch in H. Coleridge's Essays and Marginalia, I [1851] 250-86). - Anecdotes of Hogarth, written by Himself, with Essays selected from Walpole, Gilpin etc., 1833, mit 48 Taf. - J. Pye, Patronage of Brit. Art, 1845. - A. Görling, W. H. und seine Zeit. Eine Sammlung von Stahlstichen (25 Bl.), Lpzg 1851/2. - W. M. 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Hind, A short Hist. of engr. and etching, 1911, mit Lit. - Graves, Soc. of Artists, 1907; d ers., Loan Exhib., 1913-15; II 519-30; IV 1069-71; V2258. - Fr. G.Steevens, Cat. of Prints and Drawings in the Brit. Mus. Division I. Political... Satires II - IV (1872-83) Nrs 1236-4838. - O'Donoghue, Cat. of Drawings by Brit. Artists, Brit. Mus., II (1900). - L. Binyon, Cat. of engr. Brit. Portr., Brit. Mus., 1908ff., I - V passim. - Stater, Engravings and their value, 1900. - Mirur, Dict. des Ventes d'art, 1901ff., III. - Jahrb. der Bilder- u. Kstblátterpreise, Wien 1911ff., I - VIVI. - c) Zeitschriftenaufsätze allgem. u. biogr. Inhalts: Gaz. des beaux-arts, XXV (1868) 185-214 (F. Feuillet de Conches). - Zeitschr. f. bild. Kst, VII (1873) 1/8, 44-54 (C. Justi). - L'Art 1 (1875) 112-26, 177-82 (A. Genevay). - Nederl. Kunstbode, 1880 p. 324/6, 331/3, 338-40. - Gegenwart, XX (1880) 266/8, 298/301, 369-71 (G. Kinkel). - J. Beavington-Atkinson in Dohme's Kst u. Kstler, III (1880). - L'Artiste; N. 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