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Modigliani, Amedeo

Fergonzi, Flavio
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Modigliani, Amedeo
Vollmer Name
Modigliani, Amedeo
Weitere Namen
Modigliani, Amedeo; Modigliani, Amedeo Clemente
Geschlecht
männlich
Beruf
Maler; Bildhauer; Zeichner
GEO-Nachweis
Paris; Rom; Venedig
Staat
Frankreich; Italien
Geburtsdatum
1884.07.12
Geburtsort
Livorno
Todesdatum
1920.01.24
Todesort
Paris; Parigi; París
Fundstelle
AKL XC, 2016, 117; ThB XXIV, 1930, 606 s; Vollmer III, 1956, 403 s
Thieme-Becker Name
Modigliani, Amedeo
Vollmer Name
Modigliani, Amedeo
Further Names
Modigliani, Amedeo; Modigliani, Amedeo Clemente
Gender
male
Occupation
painter; sculptor; master draughtsman
Geographical data
Paris; Rom; Venedig
Country
France; Italy
Date of birth
1884.07.12
Place of birth
Livorno
Date of death
1920.01.24
Place of death
Paris; Parigi; París
Location
AKL XC, 2016, 117; ThB XXIV, 1930, 606 s; Vollmer III, 1956, 403 s
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Modigliani, Amedeo (A. Clemente), ital. Maler, Bildhauer und Zeichner, *12.7.1884 Livorno, †24.1.1920 Paris.

Biogramm

Ausb./Stud.: 1898-1900 Priv.-Unterricht bei Guglielmo Micheli in Livorno; 1902 ABA Florenz; 1903 Scuola Libera del Nudo in Venedig; 1906 Acad. Colarossi in Paris. M. wächst in Livorno in einer verarmten jüdischen Bankiers-Fam. auf, bricht wegen seiner, infolge einer Lungenentzündung geschwächten, Gesundheit und einer erst 1900 diagnostizierten Tuberkulose 1898 das Gymnasium ab, um unter Anleitung eines Schülers von Giovanni Fattori Malerei zu studieren. In Begleitung der Mutter unternimmt er 1900-01 eine der Rekonvaleszenz dienende längere Reise nach Süditalien, wo er Freundschaft schließt mit Oscar Ghiglia. Die Jugendjahre sind durch intensive Lektüre (Baudelaire, D'Annunzio, Nietzsche) und das Stud. der hebräischen Sprache geprägt. Durch seinen Onkel Amédée Garsin finanziell unterstützt, wechselt er 1903 an die Scuola Libera del Nudo in Venedig, wo er im internat. besetzten und alternativ gestimmten Gravitationsfeld der Bienn. den Umgang mit Fabio Mauroner, Guido Marussig, Plinio Nomellini und Guido Cadorin sucht. Im Jan. 1906 geht er - mit einem Empfehlungsschreiben von Manuel Ortiz de Zárate an den Maler und Bildhauer Samuel Granowsky - nach Paris, wo er sich an der Acad. Colarossi einschreibt und nach mehrfachem Wohnungswechsel ein Atelier an der Place Jean-Baptiste Clément mietet. Durch den Besuch der Ateliers von Künstlerkollegen und der Cafés, in denen die Pariser Avantgarde verkehrt, kommt er in Kontakt mit Pablo Picasso, André Derain, Maurice de Vlaminck, Francis Picabia, Max Jacob (1876), Maurice Raynal, Guillaume Apollinaire, Ludwig Meidner und lernt die in der Stadt lebenden ital. Maler Gino Severini und Anselmo Bucci kennen. Er studiert die alten Meister im Louvre, im Mus. Guimet die außer-europ. Kunst und die Werke der Fauves und Paul Cézannes in Gal. und Ausstellungen. 1907 und '08 werden einige seiner Werke im Salon d’Automne und im Salon des Indépendants ausgestellt; die expressionistisch geprägten Porträts und Akte finden jedoch bei Kritik und Publikum keine Beachtung. Alkoholmissbrauch und Drogen beginnen von nun an eine Rolle zu spielen und bleiben seine ständigen Begleiter für den Rest seines Lebens. Im Nov. 1907 muss er das Atelier aufgrund seiner prekären finanziellen Lage aufgeben. Durch Vermittlung von Henri Doucet macht er die Bekanntschaft des Arztes und Kunstliebhabers Paul Alexandre, der als erster einige seiner Werke erwirbt und ihn 1908 mit dem Bildhauer Constantin Brancusi zusammenbringt. M. besucht die Slgn des Mus. d'Éthnographie am Trocadéro (heute Mus. de l'Homme). V.a. die afrikanische Kunst dort und in der Gal. Joseph Brummer gibt ihm den entscheidenden Anstoß für seine ersten Versuche als Bildhauer. 1909-12 mietet er in dem von Künstlern versch. Nationalitäten genutzten Gebäudekomplex der Cité Falguière am Montparnasse ein Atelier mit dazugehörigem Hof, wo er sich insbesondere mit Amadeu de Souza-Cardoso anfreundet. Als erste Auftragswerke entstehen 1909 die drei Porträts der Familie Alexandre, Paul (Priv.-Slg), dessen Bruder Jean (Martigny, Fond. Gianadda], und des Vaters Jean-Baptiste (Rouen, MBA), die er in stark synthetisierender Stilisierung ausführt. Von Juli bis Sept. 1909 reist er in seine Heimatstadt Livorno, wo er einige Porträts seiner Jugendfreundin Bice Boralevi und Genrebilder, die sich stilistisch deutlich an Cézanne orientieren (1909, Der Bettler von Livorno, Priv.-Slg), malt. Zus. mit dem Cellospieler (1909. Priv.-Slg), der im Herbst in Paris entsteht, zeigt M. im Febr. 1910 diese Bilder im Salon des Indépendants, wo sie von André Salmon und Guillaume Apollinaire bemerkt und in ihren Rezensionen erwähnt werden. Im Salon des Indépendants des Frühjahrs 1911 zeigt er sechs Werke, darunter eine Karyatide und einen Kopf (in beiden Fällen ist unklar, ob es sich um eine Temperastudie oder eine Skulptur handelt): Anzeichen einer neuen Schaffensphase, in der an die Stelle von Porträt und Genrebild die nicht mehr objektbezogene skulpturale Reflexion über außerzeitliche Themen tritt. Wegen der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes unternimmt er im Herbst eine von seiner Tante Laura finanzierte Reise in die Normandie. Nachdem er um die Jahreswende die Bildhauer Jacques Lipchitz und Jacob Epstein kennengelernt hat, wendet er sich, vorbereitet durch eine Vielzahl graf. Studien, in seinem Atelier in der Cité Falguière intensiv der Skulptur zu: Er plant, in Einklang mit dem sich von Ivan Meštrović bis hin zu Antoine Bourdelle im Zeitgeschmack durchsetzenden Modell einer engen Verbindung zw. Skulptur und Archit., einen Tempel der Liebe aus Karyatiden und skulpierten Köpfen (unvoll.). Einige der Köpfe werden im März 1911 in einer priv. Ausst. im Atelier seines Freundes Amadeo de Souza-Cardoso ausgestellt. Im Okt. desselben Jahres wird ein Ensemble décoratif aus sieben halbkreisförmig angeordneten Köpfen in dem berühmt gewordenen Kubistensaal des Salon d'Automne präsentiert, unter denen die heute in New York (Guggenheim), Karlsruhe (SKH) und Minneapolis/Minn. (Inst. of Arts) aufbewahrten Exemplare zu identifizieren sind. Die Ausst. dieser Köpfe führt zu einem unerwarteten "succès de scandale": M.s aus dem Steinblock herausgeschlagene Werke in ihrer beklemmenden Unbewegtheit und mit ihrer zw. gotisch und orientalisch geprägten, schwankenden Längung werden zum ersten Mal in der internat. Presse abgebildet und finden neue Käufer (den Engländer Augustus Johns, den Südafrikaner Edward Roworth, den Franzosen Charles Malpel). Zwei dieser Köpfe gelangen in die USA und werden im März 1916 auf der wichtigen Exhib. of Sculpture in Marius de Zayas' Mod. Gall. in New York gezeigt. Im Winter 1912/13 beschäftigt M. sich erneut mit dem Thema der Karyatide, die, ausgehend von einer bereits 1911-12 entstandenen Steinskulptur (New York, MoMA), zu neuen graf. Lösungen und bed. Aqu.-Studien führt (1914, Paris, MNAM; 1914, New York, MoMA, um 1913, Chicago, Art Inst.). Nachdem er Skulpturen und Zchngn bei Paul Alexandre deponiert hat, reist er nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch im April 1913 mit finanzieller Hilfe seiner Freunde zum letzten Mal in seinem Leben in seine Heimatstadt Livorno, wo er bis Juni bleibt. Die dort entstandenen Skulpturen sind verloren (Berichten zufolge vernichtet er sie selbst). Zurück in Paris malt er noch einmal ein Porträt von Paul Alexandre (Paul Alexandre vor einem Fenster, 1913, Rouen, MBA), in dem die plastische Vereinfachung der skulpierten Köpfe spürbar nachwirkt. Er kommt in Kontakt mit einer neuen Gruppe von Künstlern des Montparnasse: Ossip Zadkine, Moïse Kisling, Tsuguharu Foujita, Chaïm Soutine. Zum ersten Mal interessiert sich gegen E. 1913 ein Händler für seine Arbeiten, Guillaume Chéron, der ihn für einige Monate unter Vertrag nimmt, doch die Situation wird für M. bereits nach kurzer Zeit unerträglich. 1914 kehrt er nun für immer zum gemalten Porträt zurück. Durch Vermittlung des Malerdichters Max Jacob lernt er den Galeristen Paul Guillaume kennen, der einige seiner Werke erwirbt, seine Kunst fördert und bis 1916 sein einziger Händler bleiben wird. M. verlagert sein Atelier in die Rue Saint Gothard und bricht nun endgültig die Versuche mit der Skulptur ab. In einem Stil, in dem sich die Vereinfachung des postkubistischen Modernismus mit Einflüssen der sienesischen Malerei des Trecento und von Porträts der Renaiss. verbindet, entstehen 1914-15 die Porträts seiner Malerfreunde Diego Rivera (1886), Léon Indenbaum, Nina Hamnett, Frank Burty Haviland, Kisling, Henri Laurens (1885), Picasso. Von 1914 bis zum Sommer '15 durchlebt M. eine stürmische Liebesbeziehung mit der brit. Schriftstellerin Beatrice Hastings, mit der er nach Kriegsausbruch in der Rue de Montparnasse und ab März 1915 in der Rue Norvins in Montmartre lebt. Von ihr fertigt er zahlr. Porträtstudien, die Ausweis eines neuen, elegant stilisierten Zeichenmodus und der Suche nach einer an der Fläche orientierten, dekorativen Sicht sind. 1916 lernt er den poln. Dichter und Kunsthändler Leopold Zborowski kennen, der nun sein wichtigster Käufer und Händler und ein verlässlicher persönlicher Freund wird. Er garantiert ihm seit Nov. ein wöchentliches Einkommen und einen prozentualen Anteil an jedem fertigen Bild. M. bezieht eine neue Wohnung im Bateau-Lavoir, arbeitet aber meist im Haus von Zborowski in der Rue Bara. Hier entstehen 1916-17 eine Ser. von Porträts und ein Zyklus von Akt-Darst., in denen eine ganz eigene, kühl kontrollierte, lineare Arabeske aufscheint, die aber zugleich mit präziser Aufmerksamkeit auf den jeweilig dargestellten Bildgegenstand eingeht. Die ersten Porträts aus dieser Ser. werden im Nov. 1916 in der Soc. Lyre et Palette ausgestellt, während zwei Zchngn bereits im Juni in der Ausst. des Cabaret Voltaire in Zürich zu sehen sind. Im Dez. 1917 erhält M. in der Gal. Berthe Weill seine erste Einzel-Ausst., in der insgesamt 32 seiner Gem. und Zchngn (Bildnisse, Figuren und vier Akte) zu sehen sind. Wegen der Freizügigkeit der im Schaufenster präsentierten Akt-Darst. wird die Ausst. auf polizeiliche Anordnung vorübergehend geschlossen; sie sorgt so erneut für einen Skandal, der dem Maler eine gewisse Aufmerksamkeit beim Publikum einträgt und Zborowskis Verkaufszahlen steigert. In diesem Jahr verlobt sich M. mit der neunzehnjährigen Jeanne Hébuterne, einer Kunststudentin an der Acad. Colarossi, und bezieht mit ihr eine etwas komfortablere Wohnung in der Rue de la Grande Chaumière. Im März 1918 verlässt er mit Jeanne, die ein Kind erwartet, Paris und reist mit der Familie Zborowski, Soutine und Foujita an die Côte d'Azur, zunächst nach Cannes und anschl. nach Nizza. Während seines bis März 1919 dauernden Aufenthalts malt er monatlich je vier Bilder für Zborowski. Es sind dies die besten Werke seiner Reifezeit, charakterisiert durch ihre aufgehellte Palette, elegant gotisierende Längungen und den entrückten Ausdruck der Dargestellten. Hier entstehen auch die vier einzigen Landschaftsbilder. Im Sommer stellt Zborowski in London M.s Bilder aus. Der dortige Erfolg markiert einen Wendepunkt im Marktwert seiner Werke, der sich im Verlauf des Jahrzehnts nach seinem Tod konsolidieren wird. In Paris entstehen trotz seines durch die Tuberkuloseerkrankung und den Alkoholmissbrauch extrem verschlechterten Gesundheitszustands die letzten, mit leichten, sich wiederholenden Pinselstrichen gemalten Werke, in denen die Längungen und linearen Vereinfachungen noch gesteigert erscheinen. Am 22. Januar 1920 wird er in das Hôpital de la Charité eingeliefert und stirbt dort zwei Tage später an tuberkulöser Meningitis. Zwei Tage später begeht die mit dem zweiten Kind schwangere Jeanne Hébuterne Selbstmord.

Werke

Basel, KM: Marie, Mädchen aus dem Volk, 1918. Cambridge/Mass., Fogg AM: Kopf, Skulpt., 1910-11. Chicago, Art Inst.: Madame Pompadour, 1915; Portr. J. und Berthe Lipchitz, 1916. Cincinnati/Ohio, AM: Portr. Max Jacob, 1916; Frau mit roter Halskette, 1919. Dallas, Mus. of Art: Junge in kurzen Hosen, 1918. Düsseldorf, Kunst-Slg Nordrhein-Westfalen: Portr. M.Jacob, 1916. London, Courtauld Inst.: Sitzender Akt, 1916. - Tate: Kopf, Skulpt., 1913; Bauernjunge, 1918. Los Angeles, LACMA: Portr. Frank Burty Haviland, 1914; Junge Frau aus dem Volk, 1918. Luzern, Mus. Slg Rosengart: Portr. Henri Laurens, 1915. Melbourne, NG of Victoria: Portr. Manuel Humbert, 1916. New Haven/Conn., Yale Univ. AG.: Portr. J.Hébuterne, 1918. New York, Metrop. Mus.: Lola de Valence, 1915; Portr. Juan Gris, 1915; Ital. Frau, 1917; Liegender Akt mit blauem Kissen, 1917; Mädchen mit Matrosenjacke, 1918. - MoMA: Kariatyde, Skulpt., 1911-12; Liegender Akt, 1917-19; Anna Zborowska, 1917. - Guggenheim: Kopf, Skulpt., 1912; Portr. eines Studenten, 1918-19; J.Hébuterne im gelben Rollkragenpullover, 1918-19. Paris, MAMVP: Portr. Lunia Czechowska, 1919. - MNAM: Frauenkopf, Skulpt., 1913; Portr. Odette Hayden, 1918. - Mus. de l'Orangerie: Antonia, 1915; Portr. Paul Guillaume, 1915. - Mus. Picasso. Pasadena/Calif., Norton Simon Mus.: Portr. J.Hébuterne, 1918. Philadelphia/Pa., Barnes Found.: Das schöne Hausmädchen, 1915; Lsch., 1918. - Mus. of Art: Kopf, Skulpt., 1912; Portr. einer Polin, 1919. Rom, GNAM: Anna Zborowska, 1917; Liegender Akt, 1919. Salzburg, Mus. der Moderne. San Antonio/Tes., McNay AM: Mädchen mit blauen Augen, 1917. São Paulo, MAC da Univ.: Selbstbildnis, 1919. - MASP: Leopold Zborowski, 1919; Lunia Czechowska, 1918. Stuttgart, SG: Portr. Chaïm Soutine, 1915. Toledo/Ohio, Mus. of Art: Portr. Paul Guillaume, 1915. Toronto, AG of Ontario: Portr. Beatrice Hastings, 1915. Washington/D.C., NG of Art: Kopf, Skulpt., 1912; Zigeunerin mit Kind, 1919. - Phillips Coll.: Portr. Elena Povolozki, 1917.

Ausstellungen

E: Paris: 1917 Gal. Berthe Weil; 1925 Gal. Bing; 1981 MAMVP / New York: 1929 De Hauke and Co.; 1951 MoMA; 2004 The Jewish Mus. / 1930 Zürich, Kunsthaus / 1958 Mailand, Pal. Reale / 1983-84 Washington (D.C.), NG of Art / 1991 Düsseldorf, Kunst-Slg Nordrhein-Westfalen / 2002 Buffalo (N.Y.), Albright-Knox AG / 2006 London, RA / 2009 Bonn, August-Macke-Haus / 2010 Rovereto, MART / 2015 Turin, GAM. - G: Paris: 1907, '12, '19 Salon d'Automne; 1908, '09, '11 Salon des Artistes Indépendants; 1916 Salon d'Antin: L'Art Moderne en France; Lyre et Palette; 1918 Gal. Paul Guillaume: Expos. Peintres d'Aujourd'hui / 1916 New York, Modern Gall.: Exhib. of Sculpt. / 1919 London, Mansard Gall.: Exhib. of French Art 1914-1919 / 1930 Venedig: Bienn. / 2010-11 Padua, Pal. Zalabrella: Il Volto dell'Ottocento.

Bibliographie

ThB24, 1930; Vo3, 1956. – Edouard-Joseph III, 1934; DizBolaffiScult, 1972; Comanducci III, 1972; DEB VII, 1975; Bauer, GEM VI, 1978; PittItalNovec/1 II, 1992; DA XXI, 1996; I.F. Walther, Künstler-Lex., in: Kunst des 20. Jh., II, Köln u.a. 1998; A.Roussard, Dict. des peintres à Montmartre, P. 1999; Sanchez, Weill/Devambez, 2009. – A.Salmon, M. - Sa vie et Son Œuvre, P. 1926; A.Basler, M., P. 1931; R.Huyghe, Les contemp., P. 1939 (La peint. franç., 1); J.Lipchitz, A.M. (1884-1920), M. u.a. 1954; J.Modigliani, M. senza leggenda, Fi. 1958; A.Werner, M. the sculptor, N.Y. 1962; A.Ceroni, I dipinti di M., Mi. 1970; J.Lanthemann, M., Ba. 1970 (Cat. raisonné); O.Patani, A.M. Cat. gen., 2 Bde, Mi. 1991-92; N.Alexandre, M. inconnu, P. 1993; Wilhelmi, 1996; G.Ofrat, One hundred years of art in Israel, Boulder, Colo. 1998; L.Mravik (Ed.), The "Sacco di Budapest" and depredation of Hungary 1938-1949, Bp. 1998 (vermisste Werke); MCiv. Giovanni Fattori. L'Ottocento (K Livorno), Livorno/Ospedaletto 1999; Wilhelmi, 2001; Vision einer Slg (K Mus. der Moderne Salzburg), M. u.a. 2004; Wilhelmi, 2006; F.Fergonzi, Filologia del '900, Mi. 2013; A.De Stefani, Studiolo 2015(15) (in Vorbereitung).

Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Modigliani, Amedeo, Maler u. Bildhauer, *12. 7. 1884 Livorno, †25. 1. 1920 Paris, seit 1906 ebda ansässig, Schüler von V. Micheli. Beeinflußt durch Cézanne, Matisse u. Picasso. Wurde einer der Führer der Jungen. Bilder in der Tate Gall. London (Peasant boy), im Kunsthaus Zürich (Das Dienstmädchen), im Mus. Detroit (Frauenporträt), in den SIgn Bénard, Paris, J. Doucet ebda, P. Guillaume, Gualino, Turin, Chester Dale, New York (Bildnis Leon Bakst). 2 Zeichngn (Bildnis B. Cendrars; Frauenporträt) im Mus. mod. westeurop. Malerei, Moskau. Steinbildwerke (je 1 Kopf) im Vict. & Albert Mus. London u. in der Slg B. Köhler, Berlin. Lit.: A. Salmon, M. Orné de 2 portr. de l'artiste et 22 reprod., Paris, 1921; ders., M. Sa vie et son oeuvre, 1926. - G. Scheiwiller, A. M. (16 S. 25 Taf.), Mail. 1927 (Arte mod. ital. Nr 8). - Omaggio a. M., 1884-1920 (80 S.), ebda 1980. - A. Pfannstie1, M., Paris 1910 (mit Bibliogr. u. Werkverz.). - L. Vitali, I disegni di M., 15 S. 13 Taf. (Arte mod. ital. Nr 15). - O. Grautoff, Franz. Malerei seit 1914, 1921. - M. Raynal, Anthol. de la peint. en France de 1906 à nos jours, 1927, m. Lit. - C. Einstein, Die Kst des 20. Jh. (Propyläen-Kstgesch.), 1926. - L'Arte, N. S. 1 (1980) 212 f., 257164 (Cinque lettere giovanili), 316 f. - Emporium, 55 (1922) 329 f.; 65 (1927) 279 (Abb.), 285. - Poligono, Febr. 1930 p. 171 ff., 194 ff. - Rass. d'arte, 7 (1920) Nr 2 Cronaca p. X. - Der Cicerone, 13 (1921) 87; 14 (1922) 246 (Abb.), 247; 18 (1926) 62, 391 (Abbn), 408; 19 (1927) 419f. - Genius, 3 (1921) 222. - Dtsche Kst u. Dekor., 56 (1925) 203 ff.; 62 (1928) 74, 76, 81; 64 (1929) 8111. - Kst u. Kstler, 24 (1921122); 27 (1928129); 28 (1929130). - Das Kstblatt, 6 (1921) 93, 291 (Abb.); 6 (1922) 29f., 91 (Abbn); 18 (1929) Taf. b. p.225 (Bildnis des Kunsthändlers P. Guillaume). - Der Querschnitt, 1921 p. 100 ff., Weihnachtsheft 1922 p. 222 (Abb). - L'Amour de l'Art, 1922 p. 20/22; 1925 p. 383187. - Art et Déc., 1926 I. - Bull. de la Soc. de l'hist. de l'art. fr., 1928 p. 280. - La P.enaiss. de l'Art fr., 11 (1928) 262, 273; 13 (1930) 116. - Apollo (Lo.), 4 (1926) 276; 5 (1927) 132; 8 (1928) 227, 279; 9 (1929) 41, 216(19; 12 (1980) 134 f. - Artwork, 2 (1925126) 146. - Burlingt. Mag., 84 (1919) 63, 69; 35 (1919) 121, 125. - Nation & Athenaeum, 30 (1920) 396. - The Art News (New York), 24 (1925126) Nr 16 p. 7. - Bull. of the Cleveland Mus. of Art, 16 (1929) 171f. - Cat. Art Inst. Chicago, Mod. painting, H. BirchBartlett Collect., Chicago o. J. [1926] p. 44, 59. - Int. K.-Ausst. Dresden 1926.

Artikel aus Vollmer

Biogramm

Modigliani, Amedeo, ital. Maler u. Bildhauer, *12. 7. 1884 Livorno, †25. 1. 1920 Paris. Stud. bei Gugl. Micheli in Livorno, dann an d. Akad. in Florenz. Ging nach längeren Aufenthalten in Rom u. Venedig 1906 nach Paris. Nahm Einflüsse von Cézanne, Matisse, Picasso u. Derain auf, verfolgte im übrigen aber ganz seinen eigenen Weg. 1909/11 auch als Plastiker tätig, als solcher beeindruckt von Negerskulptur u. Kubismus. Streift in seiner Vorliebe für überlanggestreckte Figuren, über deren zarten, unirdischen Physiognomien meist die Schatten tiefer Melancholie lagern, gelegentlich das Manierierte. Besonders reizvoll seine mit zarten Konturen umschriebenen Zeichnungen (Akte u. Bildnisse). Fand zu Lebzeiten wenig Käufer, sodaß er in Armut u. schließlich in tiefstes Elend geriet. Zu den bei Th.-B. gen. öff. Smlgn kommen hinzu das Landesmus. in Hannover (Frauenkopf), das Mus. d'Art Mod. in Paris (Lolotte) u. einige amerik. Museen: Chicago (Doppelbildnis); New York (Liegender weibl. Akt); Rhode Island (2 Bildnisse); Worcester (Frau mit Halskette) u. das Dartmouth Coll. in Hanover, N.H. (Gattin des Kstlers). Mehrere Hauptbilder, dar. Selbstbildn. u. Liegender weibl. Akt, in d. Smlg Gualino in Turin. 2 Plastiken: Kopf u. Hockende Karyatide, im Mus. of Mod. Art in New York. - 1. Koll.-Ausst. in Paris 1917, rief der vielen Akte wegen einen Skandal hervor und wurde vorzeitig geschlossen. Posthume Ausst.: 1922 im Rahmen der 13. Biennale in Venedig; 1933 in d. Gal. Charpentier Paris u. im Pal. d. B.-Arts in Brüssel; 1936 in d.-Gal. B.-Arts in Paris; wiederholt in d. Gal. Lefèvre ebda; Jan. 1951 im Mus. Cleveland, Ohio; Sept. 1951 im Mus. of Mod. Art New York; 1951/52 im Rahmen der 6. röm. Quadriennale (Kat. p. 169/81, mit Lit.); Nov. 1954 in d. Fine Arts Assoc. N.York. Lit.: Th.-B., 24 (1930). - Comanducci, m. Abb. (Selbstbildn.). - Joseph, 3, m. 4 Abbn. - Bénézit, 6, m. Lit. u. Abb. - Maud Dale, A.M., New York 1929. - Pfannstil, A.M., Paris 1929. - James Thrall Soby, M., New York 1951. - L.Vitali, A.M., disegnatore (Arte Mod. Ital., Nr 15), Mailand 1936. - G. Arnolds, Malerei d. Abendlandes, Berl. 1955. - Barr, m. Abbn. - Dorette Berthoud, La peint. franç. d'aujourd'hui, 1937. - T. Carven, Mod. Art, New York 1934. - Costantini, p. 485f. u. Reg. - Einstein. - Giedion-Welcker. - Haftmann. - M.Marangoni, Sape vedere, Zürich o. J. - Schmidt. - L'Amour de l'Art, 1929 p. 253ff. passim; 1931, p. 191/201, m. 21 Abbn; 1933, p. 140ff. passim, m. Abb. - Apollo (London), 58 (1953) 51 (Abb.); 60 (1954) 92/95. - L'Art et les Art., 1934, p. 330/35. - L'Art vivant, 1925 Nr 21 p. 1f., m. 5 Abbn. - L'Arte, N.S. 1 (1930) 30/40, m. 6 Taf. - Beaux-Arts, 1933, Nr 38 p. 2, Nr 43 p. 1 u. 8. Nr 44 p. 1, Nr 45 p. 3; 1934, Nr 54 p. 5; 1936, Nr 157 p. 1 u. 3. - Cahiers d'Art, 25 (1950) 166/87, 231/35; 28 (1953) 269 (Abb.). - The Connoisseur, 133 (1954) 17 (Abb.). - Emporium, 71 (1930) 270, 271 (Abb.); 77 (1932) 48 (Abb.), 49; 87 (1938) 47, m. Abb.; 88 (1938) 336 (Abb.), 337; 103 (1946) 125 (Abb.), 200 (Abb.), 250 (Abb.); 105 (1947) 263 (Abb.), 272 (Abb.); 106 (1947) 43 (Abb.); 107 (1948) 125 (Abb.), 141 (Abb.). - Formes, 1930 Nr 7 p. 8; 1931 p. 132, m. 7 Abbn. - Galerie u. Sammler (Zürich), H. 6 (1933) 99/103, m. Abb.; H. 28 (1935) 574/77. - Ill. London News, 225 (1954) Nr 13 p. 852 (Abb.). - Konstrevy, 1929, p. 67f.; 1932, p. 47 (Abb.). - D. Kst f. Alle, 46 (1930/31) 230 (Abb.). - Dtsche Kst u. Dekor., 67 (1930/31) 229f., m. 3 Taf. u. 11 Abbn bis p. 245; 68 (1931) 269, m. Taf., 271 (Taf.); 70 (1932) 85/87, m. 2 Abbn u. 1 Taf. - Kst u. Kstler, 29 (1931) 43, 325 (Abb.); 31 (1932) 209 (Abb.), 210/15, m. 2 Abbn u. Fotobildn. - D. Kst u. d. schöne Heim, 49 (1051) Beil. p. 180; 51 (1952/53) 293 (farb. Abb.), 294f., m. 4 Abbn, dar. Selbstbildn. von 1919. - Kst u. Volk (Zürich), 3 (1941) H. 4, m. Abb.; 17 (1955) 41, m. Abb. - Kst der Zeit, 1 (1927) 66f. - D. Kstblatt, 15 (1931) 47 (Abb.), 48/52, m.4 Abbn. - D. Ksthandel, 46 (1954) H. 4, p. 10 (Abb.). - D. Kstwanderer, 1930/31, p. 333 (Abb.). - D.Kstwerk (Baden-Baden), 6 (1952) H. 4, p. 26, 27 (2 Abbn), H. 5, p. 19/22, m. Abbn, 26/29 (4 Abbn). - Maandbl. v. beeld. Kunsten, 9 (1932) 277 (Abb.), 278; 11 (1934) 3/11, m. Taf. u. 7 Abbn. - Menorah (Wien), 6 (1928) 569 (Abb.), 570 (Abb.), 587 (Abb.), 588 (Abb.), 590/92. - D. Querschnitt, 11 (1931) 387/90. - La Renaiss. de l'Art franç., 12 (1929) 173, 178 (Abb.), 179 (Abb.), 183, 184 (Abb.). - The Studio, 97 (1929) 122 (Abb.), 292 (2 Abbn), 334 (Abb.); 105 (1933) 261 (Abb.); 115 (1938) 340 (Abb.); 122 (1941) 164 (Abb.); 129 (1945) 148 (Abb.); 131 (1946) 120 (Abb.); 132 (1946) 109 (Abb.); 138 (1949) 125 (Abb.); 140 (1950) 119 (Abb.); 141 (1951) 163 (Abb.); 143 (1952) 163 (farb. Abb.); 144 (1952) 126 (Abb.); 147 (1954) 24 (Abb.), 143 (Abb.); 148 (1954) 169 (Abb.). - Thema (Gauting b. München), 1949/50 H. 2, p. 29 (Abb.), 30. - D. Weltkst, 24 (1954) H. 10, p. 5 (Abb.); 25 (1955) H. 12 p. 17 (Abb.); 26 (1956) H. 15 p. 15, m. Abb. - D. Werk (Zürich), 14 (1927) 183 (Abb.); 21 (1934) 62, m. Abb.; 37 (1950) Beil. p. 130; 38 (1951) Beil. p. 120. - The Art Index (New York), 1929ff. passim. - Kat. d. Ausst. "documenta", Kassel Juli/Sept. 1955, m. Abb.

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