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Publicly Available Published by K. G. Saur 2021

Brancusi, Constantin

Klein, Ina
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Vollmer Name
Brâncusi, Constantin; Brancusi, Constantin
Weitere Namen
Brancusi, Constantin; Brâncuși, Constantin
Geschlecht
männlich
Beruf
Bildhauer; Holzschnitzer; Schnitzer; Fotograf
GEO-Nachweis
Bukarest; New York; Paris
Staat
Rumänien; Frankreich; Vereinigte Staaten
Geburtsdatum
1876.02.19
Geburtsort
Hobiţa / Peştişani (Gorj)
Todesdatum
1957.03.16
Todesort
Paris; Parigi; París
Fundstelle
AKL XIII, 1996, 590; Vollmer V, 1961, 333 s; Vollmer I, 1953, 295 s
Vollmer Name
Brâncusi, Constantin; Brancusi, Constantin
Further Names
Brancusi, Constantin; Brâncuși, Constantin
Gender
male
Occupation
sculptor; wood carver; carver; photographer
Geographical data
Bukarest; New York; Paris
Country
Romania; France; United States of America
Date of birth
1876.02.19
Place of birth
Hobiţa / Peştişani (Gorj)
Date of death
1957.03.16
Place of death
Paris; Parigi; París
Location
AKL XIII, 1996, 590; Vollmer V, 1961, 333 s; Vollmer I, 1953, 295 s
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Brancusi, Constantin, frz.-rumän. Bildhauer, Fotograf, *19.2.1876 Hobiţa/Rumänien, †16.3.1957 Paris.

Biogramm

Fünftes Kind von sieben der Bauern Nicolae und Maria Brâncuşi. 1.9.1894 bis 28.9.1898 Besuch der KGS in Craiova, arbeitet in einer Kunsttischlerei. 1898 bis 1902 (Dipl.) Stud. an der KA in Bukarest bei Ion Georgescu (wichtigstes Werk neben akad. Porträts der Muskelmann). 1.4.1902 bis 1903 Militärdienst. Im Mai 1904 bricht B. über Budapest, Wien, München, Zürich und das Elsaß nach Paris auf. B. arbeitet dort als Geschirrspüler und Meßdiener in der rumän. Kirche. 1905 erhält B. ein Stip. an der EcBA in der Bildhauer-Kl. von Antonin Mercié. 1906 erste Beteiligung am Salon d'Automne mit drei Gipsbüsten. 1907 arbeitet er kurzzeitig im Atelier Auguste Rodins. 1908 begegnet B. Henri Rousseau, Matisse, Fernand Leger, Modigliani und seinem späteren Biographen V.G. Paleolog. 1909 Reise mit Modigliani nach Livorno; im selben Jahr nach Bukarest, hier Ankäufe durch das rumän. Erziehungs-Minist. und Privatiers. Beginn der Freundschaft mit Archipenko. 1910 entsteht die erste Vogelskulptur, eine Maiastra in weißem Marmor. B. trifft Margit Pogany. Im Dez. findet die große Version von Der Kuß als Grabmal für Tanja Rachewskaja Aufstellung auf dem Friedhof Montparnasse, Paris. 1912 stellt B. im Salon des Indépendants aus. Weitere Versionen der Maiastra in Bronze, Mademoiselle Pogany I in Marmor, Torso in weißem Marmor und die Drei Pinguine entstehen. B. nimmt regelmäßig an den Dienstagstreffen in der Closerie des Lilas teil, befreundet sich mit Marcel Duchamp und hat Kontakt zu den Künstlern, Philosophen und Mathematikern der sog. "Puteaux-Gruppe" um die Brüder Duchamp. Teiln. an der Tiniremea Artistica in Bukarest und im Febr. 1913 an der Armory Show, New York. Beteiligt am 6. Salon der Allied Artists Assoc. und Begegnung mit Henri Gaudier-Brzeska in London. Die Holzskulptur Der Erste Schritt entsteht. 1914 erste Einzel-Ausst. in New York. Im Mai und Juni 1914 Rumänienreise über Budapest, Craiova und Hobiţa; Aufstellung des Grabmals Stanlscu in Buzau. Aufenthalt in E.Steichens Villa in Voulangis mit Marius de Zayas und Agnes E. Meyer. B. gelingt es, trotz Ausländerstatus, bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Frankreich zu bleiben. 1915 entstehen die Marmorversion Das Neugeborene, die Holzskulptur Der Verlorene Sohn und die Chimäre sowie die Pforte und zwei Bänke. Die Kontakte zu Cocteau, Satie, Apollinaire, Leger und Cendrars verdichten sich zu Freundschaften. 1916 bezieht B. das Atelier in der Impasse Ronsin Nr 8, beteiligt sich an zwei Ausst. der Mod. Gall., New York. Walter Pach vermittelt die Sammlerbeziehung John Quinns zu B.; weitere wichtige amer. Sammler: Walter und Louise Arensberg, Peggy Guggenheim, Agnes E. Meyer. - Das Schaffen B.s orientiert sich bis 1907 überwiegend an einem trad. akad. Stil, in der Mehrzahl Auftragsarbeiten für Büsten und Portr. in Bronze, aber auch dem impressiven Realismus Rodins verwandte, eher lyrische Arbeiten entstehen, wie Der Stolz, Knabenbüste oder Der Schlaf. Erst die im Wege der "taille directe", dem direkten Behauen des Steins geschaffene Skulpt. Der Kuß, 1907, leitet die Wende im Werk B.s ein. Neben dem Kußmotiv sind es v.a. naturmythologische Motive und Themen der Antike, u.a. die Maiastra, 1910-12, der Zaubervogel aus den Märchen seiner Heimat, Die Weisheit der Erde, 1908, Danaide, 1907-09, Alte Figur, um 1909, Karyatidenpaar, um 1908, aber auch die Arbeit am Objet trouvé, wie Kopf in einen Kieselstein gehauen, um 1908, mit denen sich B. aus der akad. Trad. löst. B. findet zur schrittweisen Gestaltung in sog. Werkreihen, mittels derer er durch stetes Abstrahieren des Ausgangsthemas das ihm Wesentliche seines Sujets verdichtet. Diese kontinuierliche Arbeit kann sich, wie in der Werkreihe zum Kuß, dem Vogel im Raum oder zur Unendlichen Säule über Jahrzehnte erstrecken. Über die Eliminierung alles Zufälligen bei strikter Reduktion der Oberflächengestaltung nähert sich B. im Gleichklang zu den Gegebenheiten des Materials schrittweise der essentiellen Aussage. Gleichzeitig ermöglicht B. das Arbeiten in Werkreihen, seinen in den Trad. Rumäniens verwurzelten naturmytholog. Ansatz mit der damals in Paris lebhaften kunsttheoret., naturwiss. und metaphysischen Diskussion über die Beschaffenheit der Materie und des Raumes zusammenzuführen. In diesen Jahren findet B. zu den konstituierenden Elementen seines Werkes, dem seriellen Arbeitsprozeß und der strikten Beschränkung auf Stein (meist Marmor), Bronze und Holz, wobei sich für die Marmorskulpturen und Bronzen, u.a. der Muse, Mademoiselle Pogany oder der Maiastra, die bestimmende Funktion der Politur abzeichnet. Die für die Holzskulpturen gemutmaßte Auseinandersetzung B.s mit archaischen Kulturen, vor allem der afrikan. Kunst, ist als marginal zu werten, da er ausschl. aus der bäuerlichen Schnitzkunst seiner Heimat schöpft. Rumänischer Witz und kubist. Formensprache kreieren Fabelwesen wie die Hexe oder die Chimäre. Ebenso ist die enge Verbindung von Skulpt. und Archit. in der Holzbauweise Rumäniens ein Schlüsselfaktor für B.s ganzheitl. Auffassung der dreidimensionalen Künste. Mehrere Entwürfe und Studien für ein Grabmal im Jahr 1907, die 1914 mit Das Gebet und dem Portr. von Petre Stanescu auf dem Friedhof Dumbrava, Buzau, ihre Ausführung finden, und das Projekt für einen Brunnen zeugen von B.s frühem Interesse an der Verbindung von Archit. und Skulptur. Nach Ezra Pound postulieren B. und Henri Gaudier-Brzeska bereits 1912 die Aufhebung der Gattungstrennung von Archit. und Skulptur. Dieser Aufhebung und in deren Folge der Negierung der trad. Rangordnung folgt konsequent B.s Gleichsetzung von Sockel und Skulptur. Die freie Handhabung der Skulpt. als Sockel (z.B. in der Holzskulptur Adam und Eva, 1920) äußert sich auch in der unterschiedl. Nutzung. So kann der Sockel auch als Möbel genutzt werden. Dieser kombinatorischen Methode entspricht die Zusammenführung seiner Werke in den sog. Assemblagen, die B. in zahlr. Fotogr. dokumentiert. In der formalen Verwendung geometr. Elementarkörper, u.a. in der Holzskulptur Der Verlorene Sohn, 1912, fußt B. (neben dem Einfluß kubist. Plastik) bes. auf den Schriften Platons und neo-pythagoreischem Gedankengut. Das ausgeprägte Wechselspiel von Positiv- und Negativvolumina seiner Holzskulptur hingegen dürfte v.a. auf die Auseinandersetzung mit den Arbeiten Archipenkos zurückzuführen sein. B. formt in den Jahren zw. 1908 und 1916 den Dialog mit den künstler. Positionen der Moderne Westeuropas und der kult. Trad. Rumäniens zu einer eigenständigen, souveränen Synthese. Cocteau beschreibt B. 1915 als Künstler, der, ohne es zu wissen, in der Skulpt. eine echte Revolution auslöse. - Im April/Mai 1917 beteiligt an der Ausst. der Soc. of Independent Artists in New York. Die Holzskulpturen Das Kind in der Welt und Der Erste Schritt III setzen die 1914 beg. Werkreihe Der Erste Schritt fort. Dgl. arbeitet B. mit den Alabaster- bzw. Marmorskulpturen Schlummernde Muse II und Schlummernde Muse III weiter an der Reihe des ruhenden Ovoids. Die finanzielle Situation B.s stabilisiert sich durch größere Ankäufe John Quinns. Okt. 1917 Kontakt zu dem Schriftsteller Henri-Pierre Roché, einem wichtigen Mittelsmann zwischen amer. Sammlern und bedeutenden Künstlern der Moderne. 1918 entsteht die erste der Unendlichen Säulen, dgl. das ebenfalls aus Holz gearbeitete Werk Architektonisches Projekt. Bricht sich ein Bein während des Sommeraufenthaltes im Ferienhaus von Odette de Saint-Paul. Nicht gehfähig, fertigt B. zahlr. Zchngn und Gouachen, überwiegend Frauenporträts. 1919 Tod der Mutter. Forts. der Werkreihe der Vögel mit zwei hochpolierten Bronzen und einer Version aus gelbem Marmor. Das Thema Das Kind in der Welt beendet B. mit zwei Holzskulpturen, jetzt als Platon bezeichnet. 1920 besucht Tristan Tzara B.s Atelier. B.s Bronzeskulptur Prinzessin X löst einen Skandal im Salon des Indépendants aus; er muß die als obszön-phallisch charakterisierte Arbeit entfernen trotz Protest namhafter Künstler. Kontakt zu den Dadaisten, Teiln. an den Lesungen Bretons und am Festival Dadal. Aufstellung der 7m hohen Unendliche(n) Säule im Garten Edward Steichens in Voulangis. - Obwohl im Kreis der Pariser Avantgarde fest verankert, lassen Kriegswirren, der Tod der Mutter, Apollinaires und Modiglianis, persönliche Verluste und Krankheit B. diesen Lebensabschnitt als "das Besteigen des steilsten Kalvarienbergs" beschreiben. Die Jahre 1916-20 zeichnen sich durch hohe Konsequenz in der Schaffensmethode aus, der eine strikte, den Regeln der "Vers dorés" der pythagoreischen Esoterik unterworfene, zurückgezogene Lebensführung B.s entspricht. B.s persönlicher Leitsatz, das "se dégager de soi-même", korrespondiert ursächlich mit den großen Themen seines Werks: Flug, Schwerelosigkeit und Unendlichkeit. Die 2m hohe 1918 in Holz gearbeitete Unendliche Säule zeigt eine serielle Addition von drei rhomboiden Elementen, begonnen und "abgeschlossen" jeweils mit einem Semielement. Formal direkt von den Grabstelen rumän. Friedhöfe hergeleitet, das Aufsteigen der Seele des Toten und seine Wiedereingliederung in den unendlichen Kreislauf der Natur symbolisierend, ist sie gleichermaßen die Inkarnation der kunst- und naturwiss. Theorien zu Raum und Materie der frühen Moderne. In einer fotogr. dok. Assemblage dieser Skulpt. mit der des Platon thematisiert B. die für ihn existente Verknüpfung zwischen der aus Platons Höhlengleichnis abgeleiteten Unendlichkeit des Universums, in dem die Realität nur Projektion einer höher dimensionierten Wirklichkeit ist, und der Unendlichkeit des n-dimensionalen Raums, wie ihn die zeitgen. Naturwiss. erarbeitet hatten. Die Werkreihe des ruhenden Ovoids findet mit Der Weltenanfang, einem Marmorovoid auf einer Metallscheibe, die auf einem zweiteiligen Sockel ruht, ihren höchsten, scheinbar schwerelosen Abstraktionsgrad. Dgl. dok. die hochpolierte Bronzeskulptur, der Goldene Vogel, die Überwindung des Materials, die scheinbare Aufhebung der Schwerkraft. In völligem Einklang mit dem Material gelangt B. zu einem Ausdruck vollständiger Harmonie und Schönheit. Weitere wichtige Arbeiten 1920: Leda, Marmor, Adam, Holz, Eva, Holz, Kapitellstudie aus Gips und Das Neugeborene, in Marmor und Bronze ausgeführt. Die Verdichtung der Thematik seiner Werkreihen, wie sie Die Unendliche Säule, Der Goldene Vogel, Leda oder Der Weltenanfang dok., tritt nur noch einmal M. der 30er Jahre in den Großskulpturen-Ensembles in Tirgu-Jiu und seinem Modell für den Tempel der Befreiung auf. Die Themen Unendlichkeit, Transzendenz, Flug und Schwerelosigkeit werden zu Synonymen für B.s Schaffen. - 1921 unterweist Man Ray B. in der Fotografie. Erste Pläne zum Bau eines Tempels. Mehrere Einzel-Ausst. und Ausst.-Beteiligungen in New York sowie zahlr. Kontakte zu amer. Sammlern, Architekten, Schriftstellern und Künstlern in den folgenden Jahren. 1924 Teiln. an der internat. Ausst. Contimporanul, Bukarest, erstmalig mit Fotogr. und Skulpturen. Jan. bis März 1926 Amerikareise. B. trifft u.a. den Architekten William Lescaze. Anläßl. der dritten Einzel-Ausst. in der Brummer Gall. zweite Reise nach New York von Sept. bis Dez. 1926. Duchamp und Roché kaufen 1927 die Werke B.s aus dem Nachlaß von Quinn (†1923) auf. 1927 Beitritt zur Künstlergruppe De Stijl. Prozeß der amer. Zollbehörden gegen B. um die Skulpt. Vogel im Raum, deren Status als Kunstwerk angezweifelt wird. 1928 Entscheidung des Prozesses zugunsten B.s. 1929 porträtiert B. James Joyce, u.a. für ein Frontispiz von "Tales told of Shem and Shaun". Isamu Noguchi und Victor Brauner arbeiten in B.s Atelier. 1930 Sommeraufenthalt mit Duchamp und Mary Reynolds in Villefranche, Kur in Aix-les-Bains, Sept.-Okt. Rumänienreise. 1931 erwirbt auf Vermittlung von Roché der Maharadscha von Indore einen Vogel im Raum in Bronze und bestellt zwei weitere in Marmor. 1933 inszeniert Duchamp B.s am 17. Nov. eröffnete Einzel-Ausst. in der Brummer Gall., New York. Im Kat. bez. B. die Kußsäule als "Part of Project for the Temple of Love". 1935 erhält B. von der nat. Liga der Frauen von Gorj/Rumänien den Auftrag für ein Heldendenkmal in Tirgu Jiu, ausgef. 1938 mit dem Tisch des Schweigens, der Kußpforte und der Unendlichen Säule. 1936 Auftrag des Maharadschas von Indore für den Tempel der Befreiung. 1938 nach der Einweihung des Ensembles in Tirgu-Jiu Reise nach Indore/Indien, Rückkehr über Ägypten. Mai 1939 Reise nach Chicago, u.a. mit dem Wunsch, die Unendliche Säule als Wolkenkratzer zu realisieren. Das letzte Lebensjahrzehnt wird bestimmt durch eine ausgesprochene Hinwendung zur Esoterik. Lediglich die architekton. Großprojekte, wie Der Große Hahn und die Unendliche Säule als Wohnhochhaus fesseln B.s Aufmerksamkeit bis zu seinem Tod. 1952 erhält B. die frz. Staatsbürgerschaft. Am 12. April 1956 vermacht er in seinem Testament sein Atelier dem frz. Staat. B.s Grab befindet sich auf dem Cimetière Montparnasse. - B.s Arbeit an der Überführung seiner Skulpt. in Archit., u.a. mit dem Vogel im Raum, der Unendlichen Säule, den Kapitellstudien und der Kußsäule, findet in der Ausf. der skulpturalen Archit. des Ensembles in Tirgu Jiu den Höhepunkt seines Schaffens. Zahlr. Architekturskizzen, Dok. und Fotogr. aus den 20er Jahren bezeugen die Kontinuität dieses Werkprozesses. Grundlegende Voraussetzung für die Aufhebung der Gattungstrennung von Skulpt. und Archit. ist für B. die Rückführung jeglicher gestalteter Form auf die ihr inhärenten universalen Harmonien, wie er sie bereits 1920 in einer geometr. Zchng auf seiner Atelierwand dokumentierte. Die im Harmonie- oder Proportionssystem verankerten Maße der Skulptur, wie in der nun 30m hohen Unendlichen Säule die pythagoreische Tetraktis oder in der Kußpforte die aus der organischen Natur abgeleitete dynamische Wurzel5-Progression, können dann "bis zum Himmel aufsteigen". Die im Ensemble von Tirgu Jiu vollzogene Verschmelzung von Archit. und Skulpt. begründet maßgeblich B.s Einschätzung als eines der bedeutendsten Bildhauer der Avantgarde und seinen nachhaltigen Einfluß auf Künstler und Architekten, wie Alvar Aalto, Jean Arp, Richard Serra, Isamo Noguchi, die Künstler der Minimal Art u.a.m. Das unvoll. Tempelprojekt wie der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs lassen B. resignieren. Noch einmal widmet sich B. mit der Skulptur Die fliegende Schildkröte, 1941-45, dem Thema der Schwerelosigkeit in seiner wohl extremsten Ausdeutung. Zwei bronzene Vogelskulpturen, 1941, Der Seehund, 1943, Die Schildkröte, 1941-43, der Grenzstein, 1945, und der Gips Großer Hahn, 1941-52, vollenden das Œuvre B.s: Ein zahlenmäßig kleines Œuvre, das den Schöpferreichtum und die Vielfalt der Natur im Ausdruck höchster Harmonie und geistiger Klarheit zu fassen sucht. "Es ist die reine Freude, die ich euch gebe.".

Werke

Cf. Werk-Verz. bei F.T.Bach, 1987; P.Hulten/A.Istrati/N.Dumitresco, 1986; B. Brezianu, 1974 (rumän. Frühwerk); S.Geist, 1975; I. Jianou, 1963; C.Giedion-Welcker, 1958. - Slgn mit Hauptwerken: Bukarest, Muz. Naţ. de Artă: Frühwerk, u.a. Die Weisheit der Erde, Das Gebet. Canberra, Australian Nat. Gall.: Vogel im Raum. Chicago, Art Inst.: Alte Figur. Craiova, Muz. de Artă: Der Stolz, Knabenbüste. New York, Mus. of Mod. Art: Vogel im Raum; die erste Unendliche Säule. - Guggenheim Mus.: Die fliegende Schildkröte. Paris, Mus. Nat. d'Art mod., Centre G.Pompidou: umfassendste Slg aller Werkbereiche sowie fotogr. Nachlaß. Philadelphia, Mus. of Art: v.a. Holzskulpturen. Tirgu-Jiu, Stadt Tirgu-Jiu. Venedig, Peggy Guggenheim Coll.: Vogel im Raum. Yokohama, MoA..

Selbstzeugnisse

Unpubl. Dok.: John Quinn Memorial Coll., The New York Public Libr., New York; Arch. Istrati/Dumitresco, Paris; Arch. Brancusi, Doc. du Mus. Nat. d'Art Mod., Centre G. Pompidou, Paris; The Mus. of Mod. Art, New York; The James Johnson Sweeney Papers, The Solomon R. Guggenheim Museum, New York. - Publ. Schriften: Réponses de B., Aphorismes, Hist. de Brigands, This Quarter 1:1925; Aphorismen, De Stijl 79/84:1927; Quelques Propos de B., Cah. d'Art 8-9:1929; Aphorismen, Continuity 2:1954; Hommage à Rodin, in: Quatrième Salon de la Jeune Sculpt. (Ausst.-Kat. Mus. Rodin), P. 1952; Aphorismen, in: Begründer der mod. Plastik (Ausst.-Kat. Kunsthaus Zürich), Z. 1954; Propos de B., in: D.Lewis, Lo. 1957, C.Zervos, P. 1957, C.Giedion-Welcker, Basel 1958; Hist. de Brigands, P. 1969; Briefwechsel B./J.Quinn, John Quinn Memorial Coll., The New York Publ. Libr.; I.Klein, Köln 1995.

Ausstellungen

E: New York: 1914 Gall. of the Photo-Secession; 1916 Mod. Gall.; 1926 Wildenstein Gall.; The Brummer Gall.; 1933, '34 ebd.; 1954 Mus. of Mod. Art; 1955, '76 Guggenheim Mus.; 1960 Staempfli Gall.; 1978 Zabriskie Gall.; 1987 Jason Mc Coy Inc.; 1988 Paul Kasmin Gall.; 1989 Mus. of Mod. Art; 1990 Gagosian Gall.; 1992 Menil Found. / 1926 Chicago, Arts Club of Chicago / Philadelphia: 1955 Mus. of Art; 1969/70 ebd. (Wander-Ausst.) / Bukarest: 1956, '67, '70, '76 Muz. de Artă / 1958 Tirgu Jiu, Muz. regional / Paris: 1967, '75/76, '77, '95 (Wander-Ausst.) Mus. Nat. d'Art Mod.; 1985 Gal. de France; 1991 Gal. Didier Imbert FA / 1970 Den Haag, Gemeente-Mus. / 1976 Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Mus., und Mannheim, Städt. Kunsthalle; Craiova, Muz. de Artă; Zürich, Kunsthaus / 1977 München, Städt. Gal. im Lenbachhaus / 1978 Tokio, Gal. Tokoro / 1980 London, Duke Street Gall. / 1982 Cardiff, Glamorgan Inst. / 1984 Hamburg, Kunst-Ver. / 1985 Lugano, Gall. Pieter Coray / 1987 Antwerpen, Gal. Portfolio; Köln, Gal. Reckermann; Osaka, Edobori Gall.; Williamstown, Williams Gall. of Art / 1994 Washington, The Phillips Coll. / 1995 Paris, Mus. Nat. d'Art Mod., und Philadelphia, Philadelphia Mus. of Art.

Bibliographie

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Biogramm

Brancusi, Constantin, rumän. Stein- u. Holzbildhauer u. Metallbildner, †16.3.1957 Paris. Vertreten außer in den bei Volmer gen. öff. Smlgn in: Ksthalle Hamburg: Der Kuß (Gips, Variante des Steinexemplars im Kstmus. Craiova); Minneapolis Inst. of Arts: Der gelbe Vogel; Mus. d. Stiftg Guggenheim in New York: Muse (Marmorstatue); Mus. Nat. d'Art Mod. in Paris: Schlafende Muse (Bronze), D. Hahn (Bronze), D. Robbe (Marmor); Kstmus. Winterthur: Bronzestudie f. d. Bildnis Miss Pogany; Mus. Zambaccian in Bukarest: Bronzebüste. Sonderausst.: 1955/56 im Guggenheim-Mus. New York, 1957 im Kstlerverband Bukarest. Gedächtn.-Ausst. im Kstmus. Bukarest 1957. Sein kstler. Nachlaß dem Franz. Staat vermacht. Lit.: Vollmer, 1. - David Lewis, C. B., London u. New York 1958; dtsche Ausgabe, Teufen 1958. - V. G. Paleolog, C. B., Bukarest 1947. - Chr. Zervos, C. B., Paris 1957. - U. Gertz, Plastik d. Gegenw., [1953], m. Abb. - C. Giedion-Welcker, C. B., Basel-Stuttgart 1959; dies., Plastik d. 20. Jh.s, Zürich 1955. - G. Oprescu, D. rumän. Bildhauerkst, Bukar. 1957, p. 100 ff, m. Abbn. - E. Trier, Mod. Plastik, 1955, p. 60, 61, Bildtaf. p. 66 u. 67. - Arta Plastică, 4 (1947) H. 1 p. 1, m. Abb., H. 3 p. 27 (Abb. u. Fotobildn.) u. Text, H. 4, p. 58, m. Abb., H. 6, p. 21 (Abb.). - college art journal, 15 (1955/56) 90, m. Abb., 161. - Emporium, Okt. 1957 (Nachruf). - D. Kst u. d. Schöne Heim, 55 (1956/57) Beil. p. 236, 277; 57 (1958/59) Beil. p. 287. - Kst in d. Rumän. Volksrep., H. 14 (1957) 5/12, m. zahlr. Abbn. - Kst ins Volk (Wien), 7 (1956/57) 245, m. Abb. - D. Kstwerk (Baden-Baden), 10 (1956, 57) H. 5 p. 61; 11 (1957/58) H. 1 p. 20/29, m. 9 Abbn. - Magnum (Frankf. a. M.), 2 (1956) H. 9, p. 8, m. Abb. - Przeglad artyst., 4 (1957) (B. Urbanowicz). - D. Werk (Zürich), 43 (1956) 199, 204, m. 9 Abbn; 44 (1957) 36 (Abb.) u. Beil. p. 92, m. Fotobildn.; 46 (1959) 25/30, m. 8 Abbn u. Beil. p. 24. - Neue Zürcher Zeitg, 19.3.1957, m. Abb. - The Art Index (New York), 1956ff. passim. - Jahrb. d. Hamb. Kstsmlgn, 4 (1959) 208 (Abb.), 209f.

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