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Publicly Available Published by K. G. Saur 2021

Dürer, Albrecht (1471)

Mende, Matthias
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Thieme-Becker Name
Dürer, Albrecht (1471)
Weitere Namen
Dürer, Albrecht (1471); Durero, Alberto; Dürer, Albrecht; Dürer, Albrecht (der Jüngere)
Geschlecht
männlich
Beruf
Maler; Kupferstecher; Grafiker; Zeichner; Kunsttheoretiker
GEO-Nachweis
Basel; Strasbourg (Elsaß); Nürnberg
Staat
Deutschland
Geburtsdatum
1471.05.21
Geburtsort
Nürnberg; Norimberga; Nuremberg
Todesdatum
1528.04.06
Todesort
Nürnberg; Norimberga; Nuremberg
Fundstelle
AKL XXX, 2001, 295; ThB X, 1914, 63 ss
Thieme-Becker Name
Dürer, Albrecht (1471)
Further Names
Dürer, Albrecht (1471); Durero, Alberto; Dürer, Albrecht; Dürer, Albrecht (der Jüngere)
Gender
male
Occupation
painter; copper engraver; graphic artist; master draughtsman; Art theorist
Geographical data
Basel; Strasbourg (Elsaß); Nürnberg
Country
Germany
Date of birth
1471.05.21
Place of birth
Nürnberg; Norimberga; Nuremberg
Date of death
1528.04.06
Place of death
Nürnberg; Norimberga; Nuremberg
Location
AKL XXX, 2001, 295; ThB X, 1914, 63 ss
InhaltsverzeichnisTable of Contents

Artikel

Vita

Dürer, Albrecht, d.J., dt. Maler, Zeichner, Kupferstecher, Zeichner für Hschn. und Glasgemälde, Kunsttheoretiker, *21.5.1471 Nürnberg (Taufbecken in St. Sebald, Hauskirche der Fam. D., erh.), †6.4.1528 ebd. Sohn von Albrecht D. d.Ä. und Barbara (*1451, †1514; geb. Holper) als deren drittes von achtzehn Kindern (der Erstgeborenen Barbara [*1468] folgte 1470 der erste Sohn Hans; beide waren vermutl. schon gest., als D. zur Welt kam), Bruder von Endres und Hans D.

Biogramm

Das Geburtshaus ist nicht bekannt. Seit der Goethezeit hielt man dafür das Rückgebäude des Pirckheimerschen Anwesens am Herrenmarkt (Winklerstraße 20; im 2. WK zerst.), für diese Annahme gibt es keine urkdl. Hinweise. Taufpate war Anton Koberger, etwa ab 1470 Drucker in Nürnberg, dessen Unternehmen mit Filialen in Europa bis 1504 Weltgeltung erlangten. Er hatte für D.s Entwicklung zum Grafiker und Verleger immense Bedeutung. Auch D.s späterer wirtschaftlicher Erfolg gründet sich auf Kobergers Unternehmensstrategien. D. wuchs in dem kleinen Fachwerkhaus Unter der Veste auf (Burgstraße 27, Ecke Obere Schmiedgasse; im 2. WK zerst.), das der Vater am 12.5.1475 dem Goldschmied Peter Kraft abkaufte. D. besuchte nach eig. Zeugnis die Lateinschule von St. Sebald, wo er Lesen und Schreiben lernte. Über Herkunft, Jugendjahre und Geschwister berichtet D. in der Ende 1523 von ihm verfassten Familienchronik (Urschrift verloren; erh. 4 Abschriften, 17. Jh.). Hierin hat er nach eigenen Worten manches aus seines Vaters Schriften zusammengetragen, v.a. die ungar. Herkunft der Fam. betreffend. Mit spürbarer Anteilnahme schildert D. den Char. des lebensklugen und welterfahrenen Vaters und schreibt, dass dieser ihn mochte, als er merkte, "daß ich fleißig in der übung zu lernen was." Der Vater sah daher im begabten Sohn früh den Nachfolger. Die Ausb. zum Goldschmied mag spielerisch-fließend begonnen haben, doch kann man den Beginn der regulären Lehrzeit mit 1484 ansetzen. Viell. steht das gezeichnete Selbstbildnis des Dreizehnjährigen (Silberstift; Wien, Albertina) damit in Zusammenhang. Zeichnen ("Reißen") war wie das Gravieren wesentlicher Teil der Goldschmiedeausbildung. D.s spätere Virtuosität im Kpst. gründet sich auf das beim Vater Erlernte. Goldschmiederisse des Lehrlings D. konnten nicht identifiziert werden. Doch beweist eine 1485 dat. Federzeichnung Thronende Maria mit dem Kind und zwei Engeln (Berlin, SMPK, Kpst.-Kab., KdZ 1), wie bewusst sich der 14jährige vom Handwerk des Vaters zu lösen versuchte. Bereits nach zwei Dritteln der angesetzten Lehrzeit konnte D. als Goldschmied "säuberlich arbeiten" (Fam.-Chronik), als er den Vater bat, die Ausb. bei ihm abbrechen zu dürfen, weil er mehr "Lust zur Malerei" verspüre. Es spricht für den Vater, dass er für diesen Berufswechsel Verständnis aufbrachte. Am 30.11.1486 gab er ihn als Malerlehrling zu Wolgemut. In dieser Zeit entstand in dessen Wkst. der Altar für Sebald Peringsdörfer (Nürnberg, Friedenskirche). Die Schedelsche Weltchronik, das größte Buchunternehmen der Zeit, war seit zwei Jahren in Arbeit. An den über 1800 Hschn., weitgehend von Wolgemut und dessen Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurff entworfen, hat D. bis Herbst 1489 mitarbeiten können, doch lässt sich sein Anteil nicht bestimmen. Einen vom jungen D. bez., nicht geschnittenen Holzstock zur Schedelschen Chronik im Kpst.-Kab. Berlin (Inv.-Nr D. 186) hat Kroll (1997) publiziert. Die Malerei war in Nürnberg, einer Stadt ohne Zünfte, eine freie Kunst ohne Malerordnung und Meisterstück. Zum Ende der dreijährigen Lehrzeit malte D., vermutl. im Herbst 1489, das Bildnis der Mutter, das Brand Philip (1981) identifizieren konnte (Nürnberg, GNM, Gm. 1160). Im Frühjahr darauf entstand als Gegenstück das 1490 dat. Portr. des Vaters (Florenz, Uffizien). Es zeigt auf der Rückseite das Allianzwappen D.-Holper. Das Wappen D.s richtet sich nach dem von Albrecht d.Ä. benutzten kleinen Siegel (Nürnberg, StsA), doch weitet er das Wappenbild aus (das D.-Vollwappen zeigt am deutlichsten der große, wohl auf Kolorit angelegte Hschn. von 1523, [Bartsch, 1803, 160; im folgenden B. abgekürzt]). Die anschließende Gesellenwanderung dauerte vier Jahre. Verbürgt ist nur das Abreisedatum 11.4.1490 (Fam.-Chronik). D.s Wanderweg ist unbekannt. Die Annahme eines Aufenthaltes in den Niederlanden lässt sich für die Wanderjahre nicht belegen. Der mit D. befreundete Christoph II. Scheurl überliefert in seiner 1513 in Nürnberg verf. Lebensgeschichte des Propstes Anton Kress, Albrecht d.Ä. habe vorgehabt, den Sohn zu Martin Schongauer zu geben und habe ihm deshalb geschrieben. Daran mag sich D. Ostern 1490 erinnert haben. Scheurl formuliert, D. sei in "Teütschland hin vnd wider gezogen". Schongauer hätte er nicht lebend angetroffen, als er 1492 Colmar erreichte. Doch hätten ihm dessen Brüder, Goldschmiede und Maler in Colmar und Basel, "gute gesellschaft" geleistet. Ein geschnittener Holzstock mit einem Hl. Hieronymus ist rückseitig "Albrecht Dürer von nörmergk" beschriftet (Basel, KM). Es ist der Titelholzschnitt zu einer Ausgabe der Hieronymus-Briefe, die am 8.8.1492 bei Nikolaus Kessler erschien. Zum Basler Frühwerk des wandernden Malergesellen D. rechnet man bis zum Frühjahr 1494 als Kernbestand: Ill. zu Komödien des Terenz - geschnittene bzw. mit Vorzeichnungen versehene Holzstöcke zu einem Buch, das nie erschien (Basel, KM); die Hschn. im Ritter vom Turn, Basel, M.Furter für J.Bergmann, 1493; den Hauptteil der Ill. in Sebastian Brants Narrenschiff, Basel, Bergmann, am 11.2.1494; kleine Ill. zu einem Hortulus animae. V.a. der Kontakt mit Sebastian Brant muss für D. anregend und prägend gewesen sein. Annahmen älterer Forscher, statt D. einen "Meister der Bergmannschen Offizin", einen "Meister des Baseler Terenz" oder einen "Doppelgänger D.s" für diesen Werkkomplex in Anspruch zu nehmen, gelten (durch Winkler, 1951) als überholt. Strittig bleibt, ob D. in der Wolgemut-Wkst. und in Basel auch als Holzschneider tätig war. Unter den Zuschr. von Gem. der Basler Zeit an D. überzeugt die Rettung eines ertrunkenen Knaben (Kreuzlingen, Slg Kisters). Der Aufforderung des Vaters folgend, kehrte D. am 18. 5. 1494 nach Nürnberg zurück. Grund war die geplante Ehe mit Agnes Frey (* 1475, † 1539). Albrecht d.Ä. und Hans Frey hatten als Väter während D.s Abwesenheit einen Ehevertrag ausgehandelt. Die Hochzeit mit der 19jährigen Agnes fand am 7. 7. 1494 statt, die Mitgift betrug 200 fl. Das gemalte Selbstbildnis von 1493 scheint D. als Brautwerber darzustellen (Paris, Louvre). Durch seine Schwiegermutter, Anna Frey (Tochter von Wilhelm Rummel und Kunigunde Haller), versippte sich D. mit der patriz. Oberschicht von Nürnberg. Hans Frey, aus ehrbarer Fam. stammend, wohlhabend und mehrfacher Hausbesitzer, lt. Neudörfer (1547) „kunstreich“ und „in allen Dingen erfahren“, war Musiker, entwarf und baute Automaten (v.a. Tischbrunnen) und saß seit 1496 als Genannter im Größeren Rat. Auch er wurde ein wichtiger Anreger und Förderer D.s. Dem Brauch der Zeit gemäß wird D. 1494 zu den Schwiegereltern gezogen sein. Am Schluß der Fam.-Chronik berichtet D. anrührend von deren Tod. Daß D. in ihrem Grab die letzte Ruhe fand, entbehrt daher nicht einer inneren Logik. D.s Ehe mit Agnes verlief offensichtl. harmonisch. Mehrfach hat er sie porträtiert. Das älteste erh. Bildnis ist die wohl im Hochzeitsjahr entstandene, von ihm Mein angnes beschriftete Zchng (Wien, Albertina). Fast alles, was später über Agnes geschrieben wurde, ist üble Nachrede. An ihrer ungewollten Kinderlosigkeit werden beide gelitten haben. Die ersten Monate nach der Heirat blieb D. ohne Aufträge, da andere in Nürnberg arbeitende Malerwerkstätten, wie die von Hans Traut d.Ä. und Wolgemut, den Bedarf an relig. Bildern deckten und nach dem Erscheinen der ill. Weltchronik des Hartmann Schedel (1493) Wolgemut und Pleydenwurff ein Monopol für anspruchsvolle Buch-Ill. hatten. So entwickelte sich im Sommer 1494 auch aus Muße das Wunder der Lsch.-Kunst D.s. Er erkundete v.a. den Westen vor der Nürnberger Stadtmauer. Der epochale Rang der 1494 entstandenen Aqu.- und Deckfarbenmalereien, Drahtziehmühle an der Pegnitz (Berlin, SMPK, Kpst.- Kab.), Blick auf den Johannisfriedhof (Bremen, KH) und Lindenbaum auf der Bastei (Rotterdam, BvB), ist längst unstrittig. Im Herbst 1494 brach D. ohne seine Frau nach Italien auf, wohl um Kenntnisse und Fertigkeiten zu vervollkommnen. Agnes Mitgift machte ihn für eine gewisse Zeit materiell unabhängig. Schon in der Wolgemut-Wkst. hatte er ital. Stiche studieren und kopieren können, einige Bll. von Mantegna scheint er selbst besessen zu haben. Die gewählte Reiseroute Nürnberg – Venedig und zurück ist nur z.T. durch Zchngn gesichert, doch kann die 1501 erstmals von Georg Glockendon d.Ä. in Nürnberg verlegte, nach einer Zchng von Erhard Etzlaub in Holz geschnittene Straßenkarte durch das Hl. Röm. Reich als Anhaltspunkt dienen. Soweit die wenigen erh. Zchngn der ersten Italienreise ein Urteil erlauben, interessierten D. v.a. fremde Trachten und exot. Tiere. Studien nach Gentile Bellini, Antonio Pollaiuolo und Lorenzo di Credi verraten die Absicht, sich einen Mustervorrat anzulegen. Die farbige Lsch.-Studie, 1494 in Nürnberg entwickelt, beschäftigte D. während der Reise weiter. Haupt-Bll. sind Ansichten von Innsbruck (Wien, Albertina), Trient (Bremen, KH), der Burg Arco (Paris, Louvre) und ein Welsch pirg (Oxford, Ashmolean Mus.). Nach der Rückkehr im Frühjahr 1495 wurde D. in Nürnberg freischaffend. Er konzentrierte sich sofort auf den Kpst., der ihm als gelerntem Goldschmied techn. keine Schwierigkeiten bereitete. Konkurrenten hatte er auf diesem Gebiet in Nürnberg nicht. Techn. orientierte er sich an Bll. von Schongauer, der tief stach und daher hohe Auflagen drucken konnte. Vorsichtig den Absatzmarkt erkundend, suchte D. nach neuen Wegen bei der Themenwahl. Darst. von Liebespaaren finden sich im frühen Sortiment (Stiche; B. 92 s.), Kriegsleute (B. 88), weibl. Aktfiguren (B. 63, 78), die Hl. Fam. (B. 44), Heilige (B. 61, 63), Exoten ( Der oriental. Herrscher; B. 85), Bauern (B. 83, 86) und eine Wundergeburt (B. 95). In Nürnberger Vororten und in nahegelegenen Steinbrüchen gemachte Naturstudien werden geschickt zu realist. Hintergrundkulissen umgeformt (B. 28, 61, 63). Neben dem Kpst. tat sich für den Einblatt- Hschn. eine Marktlücke in Nürnberg auf, da sich Wolgemut auf Buch-Ill. beschränkte. Haupt-Bl. der Anfangszeit ist die große zweiteilige Kreuzigung, die geschickt ital. Vorlagen verarbeitet. Mit diesem Format tastete sich D. an die in Holz geschnittenen Folgen der Apokalypse und der Großen Passion heran, an denen die Arbeit vermutl. 1496 begann. Die 1498 im Selbstverlag, wahlweise mit lat. oder dt. Text, herausgebrachte, bei Koberger gedruckte Apokalypse bedeutete für D. den Durchbruch als Graphiker. Gemalt hat D. um 1495 mangels Aufträgen vermutl. wenig. Kleinere priv. Andachtsbilder, der Hl. Hieronymus in London (NG), die Hl. Fam. in Rotterdam (BvB), mögen für Verlorenes stehen. Das Verdienst, den Maler D. entdeckt zu haben, kommt Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen zu. Im April 1496 weilte er mit seinem Bruder Johann in Nürnberg. Bei dieser Gelegenheit gab er vermutl. zwei große Altäre in Auftrag. Der Altar mit den Sieben Freuden Mariä ging verloren, doch lassen sich einzelne Szenen durch Zchngn der Cranach- Wkst. inhaltl. bestimmen (Erlangen, Univ., GrS; das Mittelst ück des Altars der Sieben Schmerzen in München, AP, die zugehörigen Tafeln vollst. in Dresden, GG AM). Man hat die maler. Qualität der Dresdener Marientafeln bemängelt und sie deshalb einer „D.-Wkst.“ zuweisen wollen. Da eine solche nicht vor 1503 nachw. ist, muß D. beide Altäre für die Wettiner eigenhändig gemalt haben. Sicher nicht von D. stammen die Flügel des sog. Dresdener Altars mit den Hll. Antonius Eremita und Sebastian. Daß das undat. Bildnis Friedrichs des Weisen in der Berliner GG schon um 1496 entstand, darf angezweifelt werden. In den Haushaltsrechnungen von Kurfürst Friedrich taucht 1496 eine Zahlung von 100 fl. an einen Nürnberger Maler „für ein newe tafel“ auf, doch ließ sich das gelieferte Werk nicht zuordnen. Die Patrizier-Fam. Haller bestellte zuerst ein Gem. bei D. in Nürnberg, was nicht verwunderlich ist, denn Agnes’ Großmutter mütterlicherseits war eine Haller. Die undat. Haller-Madonna gehört zu den schönsten und am besten erh. Bildern D.s (Washington/D. C., NG of Art). Die Paumgartner gaben um 1498 einen Flügelaltar in Auftrag (München, BSGS, AP), wenig später die Holzschuher ein Epitaph für die Sebalduskirche (Nürnberg, GNM). Eine Tafel D.s von den Harsdörffern ging 1505 in den Besitz König Wladislaws von Böhmen und Ungarn über. Die Ehepaare Hans und Felicitas sowie Nikolaus und Elsbeth Tucher ließen sich ebenso von D. malen wie 1499 auch Oswolt Krell. Die materielle Basis aber blieb für D. die Druckgraphik. Am 8. 7. 1497 schloß D. einen Kolporteursvertrag mit Konrad Schweitzer. Dieser verpflichtete sich, Stiche und Hschn. des Künstlers „von einem lannd zu dem anndern vnd von einer stat zu der anndern“ zu bringen und nach einer mitgeführten Preisliste zu verkaufen. Das eingenommene Geld sollte in Abständen nach Nürnberg überwiesen werden. Als zweiter Handelsvertreter ist 1500 Jakob Arnholt bezeugt. Daß Drucke D.s von Bildhauern, Schnitzern, Malern, Buchmalern, Glasmalern, Majolikakünstlern und Emailmalern in Europa als Vorlagen herangezogen wurden, lag an diesem neuartigen, Ländergrenzen überschreitenden Vertriebssystem. 1497 legte sich D. ein unverwechselbares Markenzeichen zu. Das große A mit dem kleinen eingestellten D ist in mod. Sinne ein Warenzeichen und Gütesiegel (1497 erstmals auf der Zchng Der Engel mit der Laute; Berlin, SMPK, Kpst.-Kab., KdZ 3877). Im gleichen Jahr begann D., Stiche zu datieren ( Vier nackte Frauen, B. 75). Als Mann von Wohlstand (wenn auch nicht von Stand) und als erfolgreicher Unternehmer malte D. sich 1498 erneut (Madrid, Prado). Sein geistiger Mentor der Jahre um 1500 war Conrad Celtis, der 1487 auf der Nürnberger Burg von Kaiser Friedrich III. als erster Deutscher zum Dichter gekrönt wurde. 1495 hatte Celtis dem Nürnberger Rat seine „Beschreibung Nürnbergs“ überreicht. Spätestens 1498, dem Erscheinungsjahr der Apokalypse, suchte Celtis Kontakt zu D. Wie kaum ein anderer setzte Celtis auf das mod. Medium der Bildpublizistik. Die Hschn.-Ill. seines Sammelbandes, der verspätet 1502 in Nürnberg unter dem Titel „Quatuor libri amorum“ erschien, formte der Dichter bis in Einzelheiten begriffl. vor. Von D. stammen in dem Buch nur die beiden Haupt-Hschn., darunter Die Philosophie (B. 130). Im übrigen scheint er sich bei diesem Buch den engen kompositionellen Vorgaben des Celtis entzogen zu haben. Die übrigen Ill. stammen vom anonymen „Meister der Celtis-Ill.“, der fälschl. von Winkler (1941) mit Hans von Kulmbach gleichgesetzt wurde. Um 1500 pries Celtis den Künstler D. erstmals als „Neuen Apelles“. Mit seinem gemalten christomorphen Selbstbildnis von 1500 erweist sich D. dieses Ranges würdig (München, BSGS, AP). Wuttke (1985) wird die Erkenntnis verdankt, daß D. durch Celtis ab 1500 zu den Humanisten zu rechnen ist. Auf der Marter der Zehntausend stellte sich D. 1508 in ganzer Figur neben den in diesem Jahr verstorbenen Celtis in die Bildmitte – ein Epitaph und Freundschaftsbild (Wien, Kunsthist. Mus.). In gewisser Weise, doch emotional näher, trat nach dem Tod des Celtis Willibald Pirckheimer an dessen Mentorenstelle. Unter den zahlr. Freunden blieb er für D. lebenslang die wichtigste geistige Bezugsperson. – Im Frühjahr 1500 berief Maximilian I. Jacopo de’ Barbari als kaiserl. Porträtisten und Illuministen nach Nürnberg. D. verdankte dem Venezianer aktuelle Kenntnisse. Jacopo lernte andererseits als Stecher von dem Nürnberger. D.s Hang zur Kunsttheorie, v.a. der Versuch, Mann und Frau nach mathemat. Regeln zu konstruieren, wurde durch den Kontakt mit Jacopo konkurrierend verstärkt. Noch auf dem Totenbett wird D. Korrekturbögen seiner Proportionslehre lesen. In einem Entwurf zur Vorrede des Buches schrieb D., Jacopo habe ihm Mann und Weib gewiesen, die er „awss der mas gemacht“, doch habe er ihm den mathemat. Kanon vorenthalten. D. hielt sich ersatzweise an Angaben von Vitruv und begann mit eig. Messungen. Als Ergebnis legte er 1504 als Muster- Bl. den Stich mit Adam und Eva (B. 1) vor. Neben den menschl. Maßverhältnissen erforschte D. ab 1500 die Proportionen des Pferdes. Dabei halfen Lösungen von Leonardo da Vinci, die der Mailänder Galeazzo de San Severino vermittelte, der 1502 als Gast von Pirckheimer in Nürnberg wohnte. Das Resultat hielt D. ebenfalls in einem Stich fest ( Bukephalos und Alexander der Große, B. 96). Der Tod des Vaters im Sept. 1502 erschütterte D., wie Niederschriften in der Fam.-Chronik und in einem fragm. überkommenen Gedenkbuch zeigen. An dem 12jährigen Bruder Hans vertrat er von nun ab Vaterstelle. Die seel. Krise drückte sich bis 1503 in Zchngn Leidender aus. Ein Christuskopf in Kohle zeigt eine Inschr. mit Hinweis auf eine (seel.) Erkrankung (London, BM). Als wunderbar angesehene „Kreuzfälle“ im Mai 1503, die D. im Gedenkbuch beschrieb und die der Chronist Heinrich Deichsler bestätigte, werden die krit. Gemütsverfassung D.s verstärkt haben. Der Stich Das Wappen mit dem Totenkopf (B. 101) fällt in das Krisenjahr 1503. Pirckheimer, den er 1503 zweimal porträtiert (Berlin, SMPK, Kpst-Kab., KdZ 24623 und KdZ 4230), wird als Freund gebraucht worden sein. Auf die spontane Silberstiftversion setzt Pirckheimer eine griech. Inschr. (lat.: viri umbilico ad anum), evtl. Hinweis auf eine homoerot. Komponente beider Freundschaft. Als Pirckheimers Frau Crescentia am 17. 5. 1504 starb, malte D. dem Witwer ein anrührendes Gedenkbild (Original verloren, 4 Kopien nachw.). Psychische Stabilität gewann D. 1503 durch Arbeit. Beim Tod der Mutter 1514, die seit 1504 in seinem Haushalt lebte, wird er ähnlich verfahren. Die 1503 datierte Zeichnung Das große Rasenstück, ein nie wieder erreichtes Meisterwerk im Bereich der Pflanzenstudien, zeugt von bohrendem Fleiß (Wien, Albertina). Durch Aufnahme zweier belastbarer Gesellen, den Malern Hans Baldung Grien und Hans Schäufelein, erweitert D. um 1503 seinen Betrieb zur Werkstatt. Aufträge für Glas-Gem. und Buch-Ill., vorher vermutl. aus Zeitmangel abgelehnt, konnte D. nun mit seinen Gehilfen erfüllen. Die sächs.Wettiner bestellten erneut einen großen Flügelaltar, den D. durch Zchngn vorbereitete und bis 1507 von Schäufelein ausführen ließ ( Ober St. Veiter Altar; Wien, Diözesan-Mus.). Als D. im Herbst 1505 zu seiner zweiten Italienreise aufbrach, übernahm Agnes die Leitung der Werkstatt. Zehn Jahre zuvor in Venedig noch unbek. Malergeselle, empfing er nun als führender Künstler des Nordens wie ein Malerfürst Gäste in seinem Quartier, darunter den Dogen und Giovanni Bellini, den er für den besten Maler der Stadt hält. D. nutzte seinen Ruhm, um sich für Graphik neue Absatzmärkte zu erschließen. Die dt. Kaufleute hatten eine Altartafel für ihre Kirche S. Bar tolomeo am Rialto in Auftrag gegeben, die D., unter den Augen von Zuschauern, in fünf Monaten 1506 ausführt ( Rosenkranzfest, Prag, NG). Als Beweis seiner Virtuosität malte er in fünf Tagen Jesus unter den Schriftgelehrten (Madrid, Mus. Thyssen-Bornemisza). Von D.s umfangr. Korrespondenz aus Venedig haben sich zehn informative Briefe an Pirckheimer erh., so daß die zweite Italienreise relativ gut belegt ist. Von Venedig aus machte D. Abstecher nach Padua, Bologna und Ferrara, doch ist eine angenommene Reise nach Rom aus chronolog. Gründen und wegen der ungewissen Kriegslage in Mittelitalien auszuschließen. A. 1507 machte sich D. auf den Rückweg. Mitte Febr. ist er in Augsburg bezeugt und erhält von Lorenz Beheim aus Bamberg im Mai 1507 ein ausführl. Horoskop. Es enthält, aus Sicht eines Vertrauten, persönl. Mitt. und Einschätzungen von D.s Charakter. Trotz einer Erkrankung zwang er sich zur Malarbeit. 1507/08 entstanden für einen unbek. Auftraggeber die Adam-und-Eva-Tafeln (Madrid, Prado) und für Friedrich den Weisen Die Marter der Zehntausend (Wien, Kunsthist. Mus.). Im Aug. 1508 begann die Arbeit am Altar für Jakob Heller in Frankfurt am Main (Gemeinschaftswerk von D., seiner Wkst. und Matthias Grünewald; Mitteltafel verloren; Flügel im HM Frankfurt am Main). Baldung und Schäufelein scheinen Nürnberg bald nach D.s Rückkehr aus Italien verlassen zu haben. Gehilfen, die er für die Malarbeit am Heller-Altar einsetzen konnte, erreichten nicht deren Niveau. Einer, der Meister des Schreyer Altars, erfüllte 1508 einen an D. von Sebald Schreyer ergangenen Auftrag für Schwäbisch Gmünd. D. selbst malte parallel für Matthäus Landauer das Allerheiligenbild (Wien, Kunsthist. Mus.) und entwarf Glasfenster (im 2. WK zerst.) für die Landauer-Kap. im Nürnberger Zwölfbrüderhaus. Als im Okt. 1509 der Heller- Altar endlich aufgestellt war, hatte D. die Lust an der Altarmalerei verloren. Er schaffte so Raum für Hans von Kulmbach, der um 1508 bei D. als Geselle eintrat und bis zum Tod 1522 in Nürnberg der führende Altarmaler blieb. Herausragenden Gem. ( Tuchertafel, St. Sebald) und Glas- Gem. ( Markgrafenfenster, St. Sebald) liegen Entwürfe D.s zu Grunde. Am 14. 6. 1509 erwarb D. von den Test.-Vollstreckern des 1504 verstorbenen Astronomen Bernhard Walther ein Eckhaus an der Einmündung der Zisselgasse (heute Albrecht-Dürer-Straße 36) zum Platz am Tiergärtnertor. In diesem „D.-Haus“ (seit 1871 Mus.) lebte er bis zum Tod. Er wurde, wie der Großvater Holper und Schwiegervater Frey, Genannter des Größeren Rates. 1510 begannen die Vorarbeiten zu den Kaiserbildern für die Heiltumskammer am Herrenmarkt, ein ehrenvoller Auftrag der Stadtoberen (Nürnberg, GNM). Vom Auftragsvolumen gewaltiger waren die Arbeiten für die Grablege der Fugger in St. Anna in Augsburg, für die es bereits 1506 in Venedig oder 1507 in Augsburg Vorgespr äche gegeben hatte. Mit dem Tod von Ulrich Fugger im April 1510 wurden für D. die Pläne konkret. Als von D. geprägtes Gesamtkunstwerk hat Bushart (1994) die Anna-Kap. monograph. behandelt. Das nicht immer planvoll entstandene Holzschnittwerk wurde von D. 1511 komplettiert und systematisiert. Apokalypse, Große Passion und Marienleben erhalten Titel-Bll. und bilden die Trias der drei Großen Bücher. Zu allen schrieb ihm der im Nürnberger Egidienkloster lebende Mönch Benedictus Chelidonius lat. Verse. Als typogr. Meisterwerke in der Einheit von Bild und Text und als herausragendes Zeugnis des Nürnberger Klosterhumanismus sind die drei Großen Bücher kaum gewürdigt worden. Auch die Kleine Hschn.-Passion erschien mit Texten von Chelidonius 1511 in Buchform. Die 1508 begonnene Kpst.-Passion konnte D. 1512 abschließen. D.s Erfolg als Graphiker animierte früh Kopisten und Nachahmer. Bes. dreist bot ein Fremder 1512 unter den Augen der Obrigkeit im Rathausbereich Fälschungen mit D.s Monogr. an. Mit dem Besuch Maximilians I. im Febr. 1512 in Nürnberg und der Kontaktaufnahme durch seinen Geschichtsschreiber Johann Stabius begann D.s Tätigkeit für den Kaiser. Sie wird erst mit dem Tod des Herrschers im Januar 1519 enden. Maximilian ersuchte den Rat, D. von allen städt. Auflagen zu befreien, doch der Künstler verzichtete auf Steuerbefreiung. 1515 setzte ihm der Kaiser ein jährl. „Leibgeding“ von 100 fl. aus, das der kaiserl. Nachfolger verlängerte. 1515 entstanden D.s Rand-Zchngn zum Gebetbuch Kaiser Maximilians (Besançon, MBA; München, Bayer. Staats-Bibl.). Die Art D.s griffen andere ebenfalls für das Projekt herangezogenen Künstler auf (Albrecht Altdorfer, Hans Baldung Grien, Jörg Breu). Ähnlich arbeitsteilig entstand bis 1515 das Riesenwerk der in Holz geschnittenen kaiserl. Ehrenpforte (B. 138). In Zusammenarbeit mit Pirckheimer als Übersetzer vom Griechischen ins Lateinische und D. als Zeichner entsteht 1512/ 13 eine ill. Ausg. der Hieroglyphica des Horapollon, die Maximilian I. 1514 in Linz überreicht wurde. Von der Hs. sind nur wenige Fragm. auf uns gekommen, doch gibt es in Wien eine zeitgleiche Kopie, die das Verlorene erahnen läßt (Österr. NB, Cod. 3255). Daneben entwickelte D. den Gedanken eines umfassenden Lehrbuches der Malerei in dt. Sprache, dem er zeitweilig den Titel „Ein Speis der Malerknaben“ geben wollte. Inhalts- Verz. geben Aufschluß über das Geplante. Lesenswert sind 1512 niedergeschriebene Entwürfe zur Einleitung, in denen D. Grundzüge seiner Kunstlehre darlegt. Durch die Predigten des Johann Staupitz in Nürnberg näherte sich D. ab 1512 der reformator. Bewegung. Die sich gegen 1517 formierende Sodalitas Staupitziana, der D. angeh örte, ermöglichte den Gedankenaustausch mit führenden Männern der Stadt: Christoph II. Scheurl, Anton Tucher, Hieronymus Ebner, Kaspar Nützel, Hieronymus Holzschuher, Andreas und Martin Tucher, Siegmund und Christoph III. Fürer, Lazarus Spengler. Aus diesem Kreis, in dem Standesunterschiede sich einebneten, kamen die Protagonisten der Reformation, die 1525 in Nürnberg offiziell eingeführt wurde. Einschneidendes persönl. Ereignis war die Erkrankung von D.s Mutter im Frühjahr 1513 und ihr ein Jahr währendes Sterben. In der Niederschrift im Gedenkbuch und in einer Kohle-Zchng von 1514 (Berlin, SMPK, Kpst.-Kab., KdZ 22) spiegelt sich der Schmerz des Sohnes. 1513 starb zudem sein Pate Koberger. Vor diesem Hintergrund entstanden 1513/14 die drei sog. Meisterstiche: Ritter, Tod und Teufel; Melancholie; Hieronymus im Gehäus. Es sind humanist. Trostblätter von ikonogr. kaum auszudeutender Tiefe. 1514/15 stand D. mit Raffael in Kontakt. D. schickte ein Selbstbildnis (verloren) nach Rom, Raffael revanchierte sich mit Zchngn, von denen sich eine Aktstudie mit einer Beschriftung D.s erh. hat (Wien, Albertina). Als Genannter wurde D. gelegentl. vom Rat in Kunstsachen als Gutachter herangezogen. 1516 beriet man sich über die Ausmalung der Ratsstube, Auftakt zur umfassenden Neueinrichtung des Rathauses, die D. nach 1521 beschäftigen wird. Die Fürer erbaten von ihm ein Gutachten über das Dach der Klosterkirche Gnadenberg b. Altdorf. D. erwies sich bei dieser reinen Bauaufgabe als sachkundig (Nürnberg, StA). Experimente mit der Eisen-Rad. ab 1515 führten zu beachtl. künstler. Ergebnissen ( Der Verzweifelte, B. 70; Die Entführung auf dem Einhorn, B. 72), doch brach D., vermutl. aus techn. Gründen, mit der Großen Kanone (B. 99) seine Bemühungen in diesem Medium ab. Die Bildnismalerei, nach der zweiten Italienreise kaum gepflegt, gewann im Schaffen nach 1516 neuen Stellenwert. In Bamberg porträtierte er Bischof Georg III. Schenk von Limpurg (verloren, Kopie in Pommersfelden, Schloß Weißenstein). Freundschaftsbilder sind 1516–18 Bildnisse seines alten Lehrers Wolgemut (Nürnberg, GNM), des Ratsherrn Kaspar Nützel (verloren; Kopie Berlin, Jagdschloß Grunewald), von Lazarus Spengler (verloren; Nachstich 17. Jh.) und eines Unbekannten (Washington/D. C., NG of Art). Mehrere Monate hielt sich D. 1518 auf dem Reichstag in Augsburg auf und porträtierte, in versch. Technik, u.a. Kaiser Maximilian I., Kardinal Albrecht von Brandenburg, Graf Philip zu Solms, Jakob Fugger und seinen Kollegen Hans Burgkmair. In der Korrespondenz Luthers, Melanchthons, des Erasmus von Rotterdam und Ulrich von Huttens taucht D.s Name mehrmals auf. Im Mai und Juni 1519 weilte D. mit Pirckheimer und Martin Tucher in der Schweiz, traf in Zürich vermutl. Felix Frey und machte viell. die Bekanntschaft von Zwingli. Der Plan, im Herbst nach Spanien zu reisen, zerschlug sich. Der Tod von Kaiser Maximilian I. veränderte D.s Lebensplanung. Am 18. 1. 1519 schrieb Pirckheimer an Thomas Venatorius, D. sei erkrankt („turer male stat“), vermutl. eine psych. Krise nach dem Tod des kaiserl. Gönners. So wurde 1519 die Fertigstellung des Bildnisses Maximilian I. vor grünem Grund für D. zur ganz persönl. Angelegenheit (Wien, Kunsthist. Mus.); im Selbstverlag erschien der große Bildnis- Hschn. (B. 154), der die Vorstellung von Maximilian für die Nachwelt prägte. Auch das erste in Kupfer gestochene Bildnis des Kardinals Albrecht von Brandenburg ( Der kleine Kardinal, B. 102) entstand in diesem Jahr. A. 1520 erhielt dieser als Besteller die Druckplatte und 200 Abzüge aus Nürnberg zugesandt. Zugleich plante D., den Gegenspieler des Kardinals, Martin Luther, zu zeichnen und zu stechen (nicht verwirklicht). Ein Verz. der Schriften Luthers, die D. 1520/21 besaß, hat sich erhalten. – Der Nürnberger Rat mußte nach der Wahl von Maximilians Enkel Karl zum Nachfolger ab Juni 1519 davon ausgehen, daß dieser nach der Krönung in Aachen den ersten Reichstag nach Nürnberg einberufen würde. Als erstes entstand bis Juni 1520 unter D.s Leitung eine silberne Dedikations-Med. mit dem Abbild Karls, die Hans Kraft d.Ä. in der Nürnberger Münze prägte. Gleichzeitig gab es Pläne, den Nürnberger Rathaussaal innen und außen nach D.s Entwürfen und unter seiner Leitung bemalen, ausmalen und ausstatten zu lassen. Eine Reise in die Niederlande, die er am 12.7.1520 begann, sollte ihn mit dem neuesten Stand der Rathausikonographie im Norden bek. machen. D.s Tagebuch der Reise in die Niederlande (in Abschriften erhalten) belegt, wie gewissenhaft er diesem Auftrag des Nürnberger Rates nachkam. Dank dieser Aufzeichnungen kann D.s Biographie für die Zeit 1520/21 fast täglich belegt werden. Am Beginn stand eine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen, die D. als Gast des Bischofs von Bamberg unternahm. Im Juli 1520 war D. in Frankfurt am Main und Mainz, darauf in Köln Gast der Familie des Cousins Niklas D. und nahm am 3. 8. 1520 in Antwerpen Quartier. Abstecher nach Mecheln und Brüssel, Aachen, Jülich und Köln werden von diplomat. Kontakten mit Mitgl. der Delegation des Nürnberger Rates begleitet, die D. helfen, die von Maximilian I. bewilligte Jahresrente von Karl V. verlängert zu erhalten. Am 4.11.1520 bestätigte dieser die jährl. großzügige Zahlung von 100 fl. an D. auf Lebenszeit. Mit Nachzahlungen ab 1515 erhielt D. auf einen Schlag 500 fl. aus der Nürnberger Stadtsteuer. Von nun an gehörte er zu den hundert reichsten Nürnbergern. Im Okt. 1524 überließ er aus seinem Barvermögen dem Rat 1000 fl. als verzinsl. Darlehen. Die Zinsen vermachte später Witwe Agnes einer Studienstiftung. – Es gab kaum einen Künstler von Rang in Antwerpen, Brügge, Gent oder Mecheln, mit dem D. 1520/21 nicht in Kontakt kam. Lucas van Leyden bewunderte ihn, machte ihm zugleich als Stecher auf dem dt. Markt Konkurrenz. Mit Joachim Patinir verband D. Freundschaft. Folgenreich wurden Begegnungen mit Erasmus von Rotterdam, doch zog sich die Fertigstellung von dessen Bildnisstich (B. 107) bis 1526 hin. Die Statthalterin Margarethe von Österreich bereitete D. einen kühlen Empfang, den andere Fürsten und Mitgl. der Oberschicht kompensierten, die häufig die Nähe des Nürnbergers suchten. König Christian II. von Dänemark ließ sich von D. malen (Bild verschollen), ebenso Kaufleute in Antwerpen wie Bernhard von Reesen aus Danzig (Dresden, GG AM), der Portugiese Rodrigo Fernandez de Almada (Boston/Mass., Isabella Stewart Gardner Mus.) und ein bisher namentl. nicht identifizierter Mann (Madrid, Prado). Rodrigo war auch Besteller des Hieronymus-Gem. (1521), das im 16. Jh. meist kopierte Gem. D.s (Lissabon, MN de Arte Antiga). E. Juli 1521 kehrte D. aus den Niederlanden nach Nürnberg zurück. Am 11. 8. beschloß der Rat, „nach Albrecht Dürers gemachten visir soll man das rathauß inwendig malen lassen“. Obwohl Kaiser Karl V. entgegen den Erwartungen den ersten Reichstag 1521 nach Worms einberief, wurde die Neuausstattung des Rathaussaales unbeirrt fortgesetzt. Das Bildprogramm der Außen- und Innenwände hatten Pirckheimer und D. gemeinsam entwickelt. Auf der fensterlosen Nordwand sah man innen von West nach Ost: Die Verleumdung des Apelles (nach einem Text von Lukian); Die Ratsmusik (sog. Pfeiferstuhl); Triumphwagen Kaiser Maximilians I. (nach D.s Hschn., B. 139); auf der Südwand zw. Fenstern Rundbilder mit Darst. röm. Tugenden und Gerechtigkeitsszenen; auf der Westwand vermutl. ein Jüngstes Gericht. 1613 und 1621 wurden die Wandgemälde restauriert, z.T. erneuert und programmat. ergänzt (bei der Neuausmalung 1904/05 wurden Teile von D.s Malschicht freigelegt und die Befunde zeichner. dok. [Nürnberg, StA]; im 2. WK wurden alle Malschichten zerst.). Die Außenbemalung des Rathauses von 1521 ist durch Kopien des 16. Jh. (Wien, Albertina) und Nach-Zchngn des 19. Jh. dok., so daß D.s Vorstellungen rekonstruierbar sind. Ähnliches gilt für die Bemalung des Hauses des Ulrich Stark am Weinmarkt in Nürnberg nach 1521, die auf Risse D.s zurückgeführt werden kann (Wien, Albertina: zwei Nach-Zchngn). Die Rathausausstattung ist das Hw. des späten D. Als Gesamtkunstwerk aus Archit., Malerei, Skulpt., Glasmalerei und Bronzeguß war es im Profanbereich nördl. der Alpen beispiellos. Daß D. sich nach erfolgreichem Abschluß des Großauftrags 1522 in der Pose des Schmerzensmannes mit Werkzeugen der Geißelung zeichnete (Bremen, KH), erklärt sich aus körperl. Erschöpfung, Todesahnung und Angst vor revolutionären Zeiten. Auch der für Albrecht von Brandenburg 1523 gemalte Schmerzensmann zeigt selbstbildnishafte Züge (verschollen, Kopie in Pommersfelden). Der 1522 gedruckte Aufruf von Andreas Karlstadt zur „Abtuung“ christl. Bilder bedrohte auch das von D. für Kirchen und Klöster Geschaffene. Doch es gelang dem Rat, Bilderstürmerei in Nürnberg zu verhindern. Der Nürnberger Reichstag 1521/22 fand zwar ohne Kaiser Karl V. statt, doch fehlte sonst kaum ein Fürst. Wie beim Augsburger Reichstag 1518 blieb D. von Teilnehmern als Porträtist gefragt. Kurfürst Friedrich der Weise, Kurfürst Friedrich von der Pfalz, Albrecht von Brandenburg, Kardinal Lang von Wellenburg, Lord Morley (Kanzler Heinrichs VIII. von England) und der kaiserl. Rat Ulrich Varnbühler ließen sich von ihm zeichnen. – Die Bibl. des Astronomen Bernhard Walther (†1504), dessen Haus D. seit 1509 besaß, war 1522 durch Pirckheimer katalogisiert worden. D. erwarb im Jan. 1523 aus ihr zehn Bücher, „die den Malern dienlich sind“. Von nun an bis zum Tod stand für D. die kunsttheoret. Arbeit im Vordergrund. 1523 schloß er den ersten Teil der Proportionslehre im Ms. ab (1528 Buchausgabe in dt. Sprache). Daneben entstanden in den letzten Schaffensjahren Portr. von Freunden. 1524 zeichnete er Lucas Cranach d.Ä. (Bayonne, Mus. Bonnat). Mit gestochenen Brustbildern wurden Pirckheimer (B. 106), Melanchthon (B. 105) und Erasmus (B. 107) festgehalten. Die Nürnberger Ratsherren Jakob Muffel und Hieronymus Holzschuher ließen sich 1526 malen (beide Berlin, SMPK, GG). Eine Sonderstellung nimmt das außergewöhnl. Rundbild des Hans Kleberger ein (Wien, Kunsthist. Mus.). – Der Einführung der Reformation in Nürnberg durch den patriz. Rat ging im März 1525 ein mehrtägiges Religionsgespräch voraus. Als Genannter nahm D. an den Sitzungen im Rathaussaal teil. Die Brisanz der Umbruchszeit spiegelt sich im Prozeß gegen die „Gottlosen Maler“ Barthel und Sebald Beham sowie Georg Pencz im Jan. 1525 in Nürnberg. Das Traumgesicht einer Apokalypt. Sintflut, das D. in der Nacht vom 7. auf den 8. 6. 1525 in Bild und Text festhielt, zeugt von großer Angst (Wien, Kunsthist. Mus.). Den beiden Tafeln der sog. Vier Apostel, die D. 1526 zum Abschluß der von ihm verantworteten Ausstattung des Rathauses dem Rat schenkte, sind von ihm verfaßte, von Johann Neudörfer geschriebene Unterschriften angefügt, die als Bekenntnis und Vermächtnis verstanden werden (München, BSGS, AP). Daß Melanchthon, der im Herbst 1525 und im Mai 1526 in Nürnberg weilte, D. für den Kopf des Johannes Modell stand, kann allenfalls indirekt zutreffen. Evtl. war auch die vielfigurige Kreuztragung von 1527 für das Rathaus gedacht, D.s letztes Gem. (verloren, Kopien in Bergamo, Accad. Carrara, Pin., und Dresden, GG AM). Als erstes von drei in Nürnberg ersch. Büchern lag 1525 die „Unterweisung der Messung“ vor. Ausgehend von Euklid, ist es das erste dt.-sprachige Lehrbuch der angewandten Geometrie. Ottheinrich von der Pfalz ließ sich 1526 ein Exemplar für seine Bibl. binden. Erasmus dankte Pirckheimer am 6. 6. 1526 für die Übersendung der „Unterweisung“. Von den Hschn.-Ill. des Bandes fand v.a. die zweiteilige sog. Bauernkriegssäule als Bildkommentar zum Bauernkrieg 1525 Beachtung. Nach Abschaffung des Heiligen- und Reliquienkultes in Nürnberg 1525 wurden auch D.s Kaiserbilder in der Heiltumskammer am Herrenmarkt entbehrlich. Am 6.10.1526 ließ der Rat sie als profanisierte Kunstwerke in das Rathaus überführen. Dort bildeten sie, mit den Vier Aposteln, den Grundstock der D.-Slg im Rathaus zu Nürnberg, bis zum Ausverkauf im späteren 16. Jh. die umfangreichste der Welt. Mit einer Widmung an König Ferdinand I. erschien im Okt. 1527 in Nürnberg D.s Befestigungslehre, Reaktion auf die das Abendland drohende Türkengefahr. Die rasche Entwicklung des Wehrbaues ließ das Buch schnell veralten, doch behielt das Kapitel über die Idealstadt bis in barocke Planungen hinein Bedeutung. Das dritte Buch war die Proportionslehre, wenige Monate nach D.s Tod ausgeliefert. Am 14.8.1528 erteilte Karl V. der Witwe ein Druckprivileg. 1532 ersuchte sie den Kaiser um Verlängerung, um gegen Nachdrucke vorgehen zu können. V.a. durch präzise Hsch.-Ill. und eine posthume lat. Übersetzung durch Joachim Camerarius wurde die Proportionslehre ab 1532 ein Welterfolg. Mit Hans Baldung Grien, D.s begabtestem Gesellen, bestand Kontakt bis 1521 oder länger. Mit der Zusendung einer Locke vom Haupt des toten D. an ihn regelte sich die Rangfolge, die Beatus Rhenanus 1524 fixierte. In seiner Naturalis Historia des Plinius legte er den Rang der dt. Maler aus humanist. Sicht fest: D. – Baldung – Cranach – Holbein. Bei der engen Nähe des Rhenanus zu Erasmus darf man unterstellen, daß dieser die Abfolge billigte. D. wurde im Grab der Schwiegereltern auf dem Johannisfriedhof westl. vor Nürnberg bestattet. Nach dem glaubwürdigen Bericht seines Freundes Christoph II. Scheurl wurde der Leichnam von Künstlern exhumiert, um eine Totenmaske zu nehmen („vnnd von künstnern wider aussgraben, sein angesicht abtzugiessen“). Dabei wurde wahrsch. zugleich ein Handabdruck genommen, der zus. mit der Totenmaske mehrfach in alten Inv. aufgeführt wird. Lat. Epicedien und Grab-Inschr. auf D.s Tod sind von Willibald Pirckheimer, Eobanus Hessus und Thomas Venatorius überliefert. Die in der Nürnberger Vischer-Hütte wohl noch 1528 gegossene bronzene Grabplatte mit lat. Inschr. von Pirckheimer wurde 1681 von Joachim von Sandrart in dessen barockes D.-Grab inkorporiert und hat sich in situ erhalten. Der Text lautet: ME[moriae]. AL[berti]. DV[reri]. / QVICQVID ALBERTI DVRERI MORTALE / FVIT, SVB HOC CONDITVR TVMVLO / EMIGRAVIT. VIII. IDVS APRILIS / M. D. XXVIII. / AD [D.-Monogr.]. – Zeitgenossen erkannten in D. den führenden dt. Maler und Kupferstecher. Das Urteil der Nachwelt hat diese Hochschätzung nicht korrigiert. Der Werk-Kat. der Gem. von Anzelewsky (1991) führt etwa 190 Nrn auf. Über 2000 Zchngn haben sich erh., viell. 10 % des urspr. Vorhandenen. Dazu kommen über 100 Kpst., Eisen-Rad. und Kaltnadel- Rad.; etwa 300 von ihm gerissene Stöcke für Einblatt- Hschn. und Folgen, ca. 420 Buchholzschnitte. Die Nürnberger Goldschmiedekunst hat D. ab 1500 ebenso geprägt wie die in der Stadt blühende Glasmalerei. Der schriftl. Nachlaß, von Rupprich (1956–69) publ., ist in Umfang und Tiefe für die Zeit beispiellos. D.s kunsttheoret. Werk steht am Beginn des dt.-sprachigen wiss. Schrifttums. Der Verzicht auf die universale Gelehrtensprache Latein muß als bewußter Akt nat. Selbsterhöhung verstanden werden. Gedankl. und sprachl. wollte D. gleichberechtigt den ital. Theoretikern des Quattrocento an die Seite treten. Deutl. verfolgte er als Publizist pädagog. Absichten. Diesem Ziel diente die sorgfältige Ausstattung seiner drei gedruckten Bücher mit Holzschnitten. D.s sprachschöpfer. Leistung findet nur in Luthers Bibelübersetzung ein Pendant. Das am meisten beachtete Werk ist wohl weltweit der Kpst. der Melancholie (B. 74). Kein dt. Künstler wurde in fünf Jh. so verehrt, kopiert, paraphrasiert wie D. Im nachahmenden Trivialbereich wurden die Zchngn der Betenden Hände und der Sitzende Feldhase von 1502 favorisiert (beide Wien, Albertina). – Hochphasen der D.-Rezeption in Deutschland waren die Jahrzehnte vor dem 30jährigen Krieg (D.-Renaiss. um 1600), das ausgehende 18. Jh. und die Romantik sowie die 1960er und 1970er Jahre. In England und Frankreich kulminierte die D.-Verehrung im 19. Jh. Später wird man mit dem Begriff „D.-Zeit“ eine ganze Epoche nach ihm benennen..

Werke

Gem.: Augsburg, StKS, Schaezler-Pal., SG: Bildnis Jakob II. Fugger, um 1518. Bergamo, Accad. Carrara, Pin.: Männl. Bildnis. Berlin, SMPK, GG: Bildnis Kurfürst Friedrich III. von Sachsen; sog. Fürlegerin mit geflochtenem Haar, 1497; Maria mit dem Zeisig, 1506; Mädchen mit rotem Barett, 1507; Betende Maria, 1518; Bildnis Hieronymus Holzschuher/ Wappen Holzschuher-Müntzer, 1526; Bildnis Jakob Muffel, 1526. Boston/Mass., Isabella Stewart Gardner Mus.: Bildnis Rodrigo Fernandez de Almada, 1521. Bremen, KH: Hll. Onuphrius und Johannes der Täufer; Salvator Mundi, 1514 (im 2. WK zerst.). Dessau, Schloß Georgium, GG: Hl. Christophorus (verschollen). Dresden, GG AM: Sieben Schmerzen Mariä, um 1496 (Inv.-Nr 1875-1881); Bildnis Bernhard von Reesen aus Danzig, 1521. Florenz, Uffizien: Bildnis Albrecht D. d.Ä./Wappen D.-Holper, 1490; Anbetung der Könige, 1504; Hll. Philippus und Jakobus, 1516; Maria mit Kind, 1526. Frankfurt am Main, HM: Stifterbilder mit Jakob und Katharina Heller, 1509. - Städel: Fürlegerin mit offenem Haar, 1497; Hiob von seiner Frau verhöhnt. Genua, Gall. di Pal. Rosso: Bildnis eines jungen Mannes, 1506. Hamburg, KH, Kpst.-Kab.: Liegender Löwe. Hannover, Niedersächs. LM: Kreuztragung Christi. Karlsruhe, SKH: Christus als Schmerzensmann. Kassel, Staatl. Mus., GG AM: Bildnis Elsbeth Tucher, 1499. Köln, WRM Fond. Corboud: Pfeifer und Trommler. Kreuzlingen, Slg Kisters: Rettung eines ertrunkenen Knaben. Lissabon, MN de Arte Antiga: Hl. Hieronymus, 1521. London, NG: Büßender hl. Hieronymus (ehem. Slg E.Bacon); Bildnis des Vaters, 1497. Madrid, Prado: Selbstbildnis, 1498; Adam und Eva, 1507; Bildnis eines bartlosen Mannes mit großem Barett, 1521. - Mus. Thyssen-Bornemisza: Jesus unter den Schriftgelehrten, 1506. München, BSGS, AP: Maria als Schmerzensmutter, um 1496; Paumgartner Altar, um 1498; Beweinung für Albrecht Glimm; Bildnis Oswolt Krell, 1499; Bildnis eines jungen Mannes, 1500; Selbstbildnis, 1500; Hll. Joseph und Joachim, Simeon und Lazarus; Maria mit der Nelke, 1516; Selbstmord der Lukretia, 1518; Vier Apostel, 1526. New York, Metrop. Mus.: Salvator Mundi; Maria mit hockendem Kind, 1516; Anna Selbdritt, 1519. Nürnberg, GNM: Bildnis Barbara Dürer; Beweinung der Fam. Holzschuher; Herkules im Kampf gegen die stymphal. Vögel, 1500; Originalrahmen des Allerheiligenbildes, 1511; Karl der Große und Kaiser Sigismund; Bildnis Michael Wolgemut, 1516; Bildnis Kaiser Maximilians I. vor blauem Grund. Paris, BN, Cab. des dessins: Frauenkopf, 1503; zwei Knabenköpfe. - Louvre: Selbstbildnis, 1493; Bärtiger Mann mit roter Kappe, 1520; Kopf eines bärtigen Kindes, 1527. Parma, Fond. Magnani-Rocca: Maria mit Kind. Prag, NG: Rosenkranzbild, 1506. Rotterdam, BvB: Hl. Fam. (ehem. Slg Koenigs). Washington/D.C., NG of Art: Haller-Madonna/ Loths Flucht aus Sodom; Bildnis eines Geistlichen, 1516. Weimar, KS: Hans und Felicitas Tucher, 1499. Wien, Albertina: Jesusknabe mit Weltkugel, 1493. - Kunsthist. Mus.: Maria mit Kind, 1503; Bildnis einer jungen Venezianerin, 1505; Bildnis eines jungen Mannes/Vanitas, 1507; Marter der Zehntausend, 1508; Allerheiligenbild (Landauer Altar), 1511; Maria mit der Birnenschnitte, 1512; Bildnis Kaiser Maximilians I. vor grünem Grund, 1519; Bildnis Hans Kleberger, 1526. Windsor/Berks., Windsor Castle, R. Coll.: Bildnis Burkhard von Speyer, 1506. - Gem. (falsche Zuschr.): Basel, KM: Anbetung der Könige (Inv.-Nr 555). Berlin, SMPK, GG: Bildnis einer Venezianerin (Inv.-Nr 557 G). Bremen, KH: Tod der Crescentia Pirckheimer, 1504. Budapest, SzM: Bildnis eines jungen Mannes. Dresden, GG AM: Mittelbild und Flügel des sog. Dresdener Altars (Inv.-Nr 1869). Kreuzlingen, Slg Kisters: Männl. Bildnis vor grünem Grund. London, NG: Madonna mit der Iris. München, Priv.-Bes.: Konstruierter Männerkopf von vorn (ehem. Slg M. von Nemes). Nürnberg, St. Sebald: Beweinung der Fam. Holzschuher. Obbach b. Schweinfurt, Slg G.Schäfer: Maria mit Kind (als Leihgabe in Coburg, KS der Veste); Bildnis Michael Wolgemut, 1516. Rothenburg ob der Tauber, Slg Teichert: Bildnis eines Mannes in mittleren Jahren. Rotterdam, BvB: Hl. Fam., 1509. Siena, PN: Kopf eines alten Mannes. Schweiz, Priv.-Bes.: Karl der Große; Kaiser Sigismund, beides Brustbilder. - Zchngn: Amsterdam, RM. Bamberg, Staats-Bibl. Basel, KM. Bayonne, Mus. Bonnat. Berlin, SMPK, Kpst.-Kab. Besançon, Bibl. Mun. - MBA. Boston/Mass., MFA. Braunschweig, HAUM. Bremen, KH. Brüssel, Mus. d'Ixelles. Budapest, SzM. Cambridge, Fitzwilliam Mus. Cambridge/Mass., Fogg AM. Chantilly, Mus. Condé. Chicago, Art Inst. Cleveland/Ohio, Mus. of Art. Coburg, KS der Veste. Colorado Springs, College Mus. Compiegne, Hôtel de Ville. Darmstadt, Hess. LM. Dessau, Schloß Georgium, GG. Detroit/Mich., Inst. of Arts. Dresden, Kpst.-Kab. - Sächs. Landes-Bibl. Erlangen, Univ., GrS. Florenz, Mus. Horne. - Uffizien. Frankfurt am Main, Städel. Gdańsk, MN. Grenoble, MBA. Hamburg, KH. Hannover, Niedersächs. LM. Kansas City/Mo., Nelson-Atkins Mus. of Art. Kassel, Staatl. Mus., Hess. LM. Köln, WRM Fond. Corboud. Konstanz, Wessenberg-Gal. Kopenhagen, Kongelige Bibl. Lille, MBA. Lissabon, Mus. C.Gulbenkian. Liverpool, Walker AG. London, BM. - R. Soc. - V&A. Los Angeles/Calif., J. Paul Getty Mus. Lyon, MBA. Mailand, Bibl. Ambrosiana. Melbourne, NG of Victoria. Moskau, Puškin-MBK. München, Bayer. Staats-Bibl. - Staatl. GrS. New York, Metrop. Mus. - Pierpont Morgan Libr. Nürnberg, GNM. - StA. - Stadt-Bibl. Ottawa, NG of Canada. Oxford, Ashmolean Mus. - Bodleian Libr. - Christ Church Libr. Paris, BN, Cab. des deesins. - EcBA. - Inst. Néerlandais. - Louvre. Providence, Rhode Island School of Design, Mus. of Art. Rennes, MBA. Rotterdam, BvB. Sacramento/Calif., Crocker AM. San Lorenzo, El Escorial. St. Petersburg, Ermitage. Seattle/Wash., AM. Stockholm, NM. Stuttgart, SG. Turin, Bibl. R. Venedig, Gall. dell'Accad. - MCiv. Warschau, BN, Zbiory Graf. Washington/D.C., NG of Art. Weimar, KS. Wien, ABK, Kpst.-Kab. - Albertina. - Kunsthist. Mus. - Österr. Nat.-Bibl. Williamstown/Mass., Sterling and Francine Clark Art Inst. Windsor/Berks., Windsor Castle, R. Coll. Zürich, Kunsthaus.

Selbstzeugnisse

Vnderweysung der messung mit dem zirckel vn[d] richtscheyt, Nü. 1525 [Unterweisung der Messung]; Etliche vnderricht zu befestigung der Stett, Schlosz vnd flecken, Nü. 1527 [Befestigungslehre]; Hjerin[n] sind begriffen vier bücher von menschl. Proportion, Nü. 1528 [Proportionslehre] (Repr. Nördlingen 1980-2000); Schriftl. Nachlaß, ed. H.Rupprich, 3 Bde, B. 1956-69; Lettres et écrits théoriques, ed. P.Vaisse, P. 1964; The painter's manual 1525, ed. W.L. Strauss, N.Y. 1977; ZKG 49:1986, 398-409; Tagebuch der Reise in die Niederlande, ed. F.Anzelewsky, Z. 1988; J. de voyage aux Pays-Bas, ed. M.Hewak/S.Hugue, P. 1993; Schr. und Briefe, ed. E.Ullmann/E.Pradel, L. 61993; Instruction sur la manière de mesurer, J.Bardy/M. van Peene, P. 1995; Viaggio nei Paesi Bassi, ed. A.Lugli, T. 1995; Unterweisung der Messung, ed. M.Mende, Nördlingen 2000. - Selbstbildnisse (Gem.): Madrid, München, Paris. (Zchngn): Bremen, Erlangen, New York, St. Petersburg, Weimar, Wien.

Ausstellungen

E: 2012 Nürnberg, GNM: Der frühe D. (K) / 2018 Mailand, Pal. Reale / 2019-20 Aachen, Suermondt-Ludwig-Mus.: 1520 - D. - Karl V. - Künstlerreisen - 2020 (K) / 2019-20 Wien, Albertina.

Bibliographie

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Artikel aus Thieme-Becker

Biogramm

Dürer, Albrecht, Maler, Kupferstecher u. Zeichner für Holzschnitt, geb. 21. 5. 1471 in Nürnberg, †26. 4. 1528 ebenda. D.s Geschlecht stammte (nach der in Abschrift erhaltenen "Familienchronik") aus Ungarn, aus dem Dorfe Ajtós (ajtó = Thür), woraus vermutungsweise der Name Tltürer = Dürer hergeleitet wird (vgl. den vorhergehenden Artikel des Vaters Albrecht D.). Als Knabe kam D.s Großvater Anthoni nach dem Städtchen Gyula bei Großwardein und wurde Goldschmied. Sein Sohn Albrecht (s. d.), unseres Meisters Vater, wurde gleichfalls Goldschmied, kam 1455 nach Nürnberg und hatte mit seiner Frau Barbara (†16. 5. 1514) 18 Kinder, als 3. Kind und 2. Sohn Albrecht. Anthoni Koburger, der berühmte Buchdrucker, stand Gevatter bei der Taufe des Malers. D. lernte das Goldschmiedehandwerk bei seinem Vater. Da er aber mehr Lust zur Malerei spürte, gab der Vater seinem Drängen nach und brachte ihn am 30. 11. 1486 zu dem Maler Michael Wohlgemut. Nach Scheurl (vita Anthonii Kressen) sollte D. in die Lehre Martin Schongauers nach Colmar gegeben werden, doch wurde aus diesem Plane nichts, weil Schongauer damals nicht in Colmar anwesend war ("excesserit"). In Wohlgemuts Werkstatt, wo D. 4 Jahre blieb, wurden Altarwerke mit Holzbildwerk und gemalten Flügeln hergestellt und gerade damals. Holzschnittillustrationen für Koburger geliefert. Der "Schatzbehalter" erschien 1491, Schedels "Neue Weltchronik" 1493. Außer Wohlgemut kommt sein Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurf als D.s Lehrer in Betracht. Nach Ostern (11. 4.) 1490 begab sich D. auf Wanderschaft. Von D.s Tätigkeit während der Lehrzeit bei dem Vater und bei Wohlgemut sind spärliche Proben erhalten: als erste Arbeiten das Selbstbildnis von 1484 in der Albertina in Wien (Lippmann 448), die Federzeichnung der Madonna mit zwei Engeln, mit den Initialen Advon1485(Berlin, L. 1), die Kreidezeichnung, das Mädchen mit dem Falken (London, British Museum, L. 208). Von 1489: der Reiterzug in Bremen (L. 100), die drei Landsknechte in Berlin (L. 2) und bezeichnet wie diese Federzeichnungen ein verschollenes Blatt, das bei Andreossi und Lawrence gewesen ist "einige geharnischte Reiter, von denen einer vom Pferde gestochen wird". - 1490 ist das älteste erhaltene Gemálde D.s datiert, es stellt den Vater dar, muß also vor Antritt der Wanderschaft entstanden sein (Florenz, Uffizien; auf der Rückseite die Dürer-Holper-Wappen und 1490, vorn [später hinzugefügt] D.s Monogramm in der bekannten Form und 1490). Wie eine Studie zu diesem Porträt erscheint die Silberstiftzeichnung, die den Vater darstellt, in der Albertina (nicht bei L., abg. Repert. für Kstw. XIX zu p. 12). Vielleicht ist dieses Blatt schon 1486 entstanden, da die Kopie danach (Schloß Rheinstein) 1486 datiert ist (vgl. Repert. XXXIV 1 ff., wo die Zeichnung für ein Selbstporträt des Vaters erklärt wird). über D.s Schicksale u. Arbeiten während der Wanderschaft (1490-1494) sind wir unzureichend unterrichtet. Der Inhalt dieser Periode ist Gegenstand wissenschaftlichen Streitens, und jeder Versuch, den leeren Raum zu füllen, ist bekämpft worden. Nach Scheurl's zuverlässiger Aussage durchzog D. Deutschland und kam 1492 nach Colmar, zu spät, als daß er Martin Schongauer (†2. 2. 1491) noch am Leben gefunden hätte. Er wurde in Colmar von Martins Brüdern, den Goldschmieden Caspar und Paul, sowie von Ludwig dem Maler, endlich zu Basel von dein Goldschmied Georg gütig aufgenommen und freundlich behandelt. - Die Tätigkeit D.s in Basel wird mindestens durch eine erhaltene Arbeit bezeugt, den Hieronymus-Holzschnitt (auf der Rückseite des Stockes D.s Namensaufschrift), derzuerst 1492 zu Basel bei Keßler in einer Ausgabe der Hieronymus-Briefe erschien (Nachweis u. Abb. bei D. Burckhardt, D.s Aufenthalt in Basel, 1892). - 1494 scheint D. in Straßburg gearbeitet zu haben, da in den Inventaren der Imhof'schen Sammlungen von einem 1494 zu Straßburg gemalten Porträtpaar die Rede ist ("ein alter Mann ... ist zu Straßburg sein meister gewest - auf pergamen'). Ein am 13. 11. 1493 zu Straßburg erschienenes "speciale opus missarum" enthält einen Holzschnitt Christus am Kreuze zwischen Maria u. Johannes, der dem Stile nach für eine Arbeit D.s gehalten wird (Dürer Society IX u. Burlington Magazine 1911 p. 95 [C. Dodgson]). - Wahrscheinlich ist danach, daß D. die beiden letzten Jahre der Wanderschaft (1492-94) im Südwesten Deutschlands gearbeitet hat. Man sollte meinen, daß Burckhardt's Aufstellung, die mehrere Baseler Illustrationsfolgen D. gab, leicht Beifall hätte finden müssen. Als Arbeiten D.s kommen in Betracht: Illustrationen zu den Komödien des Terenz (die Stöcke mit wenigen Ausnahmen noch nicht geschnitten, im Museum zu Basel, abg. bei Burckhardt 1. c.), die Holzschnitte im "Ritter von Turn" (1493 bei Furter in Basel, publ. von Kautzsch, Heitz, Studien z. d. Kstg. H. 44), die Mehrzahl der Holzschnitte in Brants "Narrenschiff" (1494 bei Joh. Bergmann v. Olpe in Basel). Diese drei Hauptwerke, sowie eine kleine Zahl stilistisch verwandter, gleichfalls in Basel erschienener Buchholzschnitte bilden, wie anerkannt wird, eine Gruppe, die mit der alteren Baseler Illustration wenig gemein hat. Mit D.s Heimkehr nach Nürnberg (1494) scheint dieser Stil im Westen zu verschwinden. Seine Fortentwickelung finden wir in Nürnberg. Dieses Argument für D.s Autorschaft hat Weisbach zu entkräftigen gesucht mit dem Hinweis auf einige nach 1494 in Basel erschienene Holzschnitte (Heitz, Studien z. d. Kstg. H. 6). Koegler hat den Einwand Weisbachs widerlegt (Repert. XXX 195), Burckhardt seinen Standpunkt verteidigt (Jahrb. d. pr. Ksts. XXVIII 168 ff.). - Von den Zeichnungen, die D. als Arbeiten aus der Wanderzeit zugeschrieben werden, ist nur eine durch Signatur beglaubigt, die Grußkarte mit dem Christkind von 1493 (Albertina, Wien, L. 450). Die meisten dieser Blätter stehen u. fallen mit den Baseler Illustrationen, die von Roettinger dem Hans Wechtlin (Jahrb. d. ksth. Samml. d. allerh. Kaiserh. XXVII H. 1), von Fr. Bock dem Mathias Grünewald (Die Werke des M. Grünewald, Heitz, Studien z. d. Kstg. H.54), von anderen einem Anonymus zugeschrieben werden. Eine gesicherte Arbeit D.s von 1493 ist sein gemaltes Selbstbildnis aus der Sammlung Felix (jetzt zu Paris bei den Erben des Herrn L. Goldschmidt). Etwa aus derselben Zeit das gezeichnete Selbstbildnis in Erlangen (L. 429). Einschließlich der Baseler Illustrationen lassen sich die Zeichnungen, Holzschnitte und Bilder, die D. zwischen 1490 und 1494 ausgeführt zu haben scheint, so ordnen, daß ein organisches Ganze, das Bild einer Entwicklung entsteht (vgl. Pauli's Versuch, gelegentlich einer Ausstellung in Bremen [19111). Gegen Ende Mai 1494 kehrte D. heim von der Wanderschaft und heiratete am 7. 7. Agnes, die Tochter des Hans Frey. Die Frau, mit der er in kinderloser Ehe lebte, starb am 28. 12. 1539. Wahrscheinlich im Jahre 1495 reiste D. nach Italien. Die erste Italienfahrt, die den Meister mit der italienischen Frührenaissance, namentlich mit Andrea Mantegna`s Kunst in Berührung brachte und die Ausbildung seines Stils wesentlich bestimmte, hat man früher in die eigentliche Wanderzeit einzuschieben sich bemüht. Mehrere Zeichnungen D.s nach italienischen Originalen, wie das Christkind nach Lorenzo di Credi bei dem Baron Schiekler in Paris (L. 384), sind 1495 datiert. Und auf dieses Jahr trifft die viel besprochene Briefstelle (7. 2. 1506) aus Venedig an Piikheimer: "Und das Ding, das mir vor eilf Johren so wol hat gefallen, das gefällt mir itz nüt mehr. Und wenn ichs nit selbs säd, so hätt ichs keim Anderen gelaubt". In D.s Werken unmittelbar nach dem Aufenthalt in Oberitalien wird ein gesteigertes Streben nach dramatischer Beweglichkeit, großer Form und starkem Ausdruck offenbar. Von 1496 ist datiert die Zeichnung des Frauenbades in Bremen (L. 101), von 1497 der Laute spielende Engel in Berlin (L. 73). Von 1497 an signierte D. regelmäßig, mindestens die gedruckten Blätter (soweit sie nicht in Büchern erschienen) mit der bekannten Signatur, während er vor 1497 in wechselnder Schreibweise, mit den Initialen nebeneinander und nur ausnahmsweise zu bezeichnen pflegte. Der älteste datierte Kupferstich, die Hexen, von 1497 (B. 75) zeigt schon das berühmte Monogramm. Bei der zeitlichen Ordnung der ersten Kupferstiche des Meisters leistet d. Beobachtung der Signaturformen gute Dienste. Um 1495 entstand anscheinend der älteste bekannte Stich D.s, ohne Signatur, der Gewalttätige (B. 92). Nicht wesentlich später die Madonna mit der Heuschrecke (B. 44). Hier ist das Monogramm aus einem A mit schräg gestellten Balken und einem eingefügten kleinen gotischen d gebildet. Etwa 1497 schuf D. eine lange Reihe von Kupferstichen, indem er durch den Vertrieb gedruckter Blätter die besten Aussichten hatte, bekannt zu werden und seine wirtschaftliche Sicherheit zu begründen. Hervorragt unter den Kupferstichen dieser Zeit der verlorene Sohn (B. 28). Wie D.s Berufs- und Erwerbstätigkeit in der Wanderzeit das Zeichnen für den Holzschnitt, für die Buchillustration war, so hat er nach der Niederlassung in Nürnberg diese Beschäftigung gewiß nicht aufgegeben. Das Fehlen der Signatur allein entscheidet (auch nach 1497) nicht gegen seine Autorschaft. Holzschnitte, die in Büchern erschienen, mit dem Monogramm, das in erster Linie eine Verlagsmarke war, zu versehen, lag kein Anlaß vor. Beim Durchforschen der Nürnberger Drucke auf D.s Anteil hin darf man nicht ohne weiteres die Buchdaten mit den Entstehungszeiten der Holzschnitte gleichsetzen. Mit der Möglichkeit, daß die Holzschnitte älter seien, muß stets gerechnet werden. So sind die Illustrationen zu Celtes' "quatuor libri amorum" (das Buch erschien 1502 in Nürnberg) gewiß früher und wahrscheinlich schon 1497 etwa entstanden. Mit größerem inneren Anteil als an Illustrationen, die er gelegentlich für befreundete Autoren oder befreundete Verleger ausführte, ging D. an das Holzschnittwerk der. ,Apokalypse", das er in eigenem Verlage 1498 mit lateinischem und mit deutschem Text erscheinen ließ. In den 15 Blättern dieser Folge (das Titelblatt ist erst 1511 hinzugefügt) findet D. zum erstenmal e'nen persönlichen Ton von gewaltsamer Eindringlichkeit. Etwa gleichzeitig mit der "Apokalypse' zeichnete er eine Reihe großräumiger Einzelholzschnitte (sämtlich mit der gewohnten Signatur), wie das Männerbad (B. 128), Simson's Kampf mit dem Löwen (B. 2), die heilige Familie mit den Hasen (B. 102), die Marter der Zehntausend (B. 117) u. a. Er begann damals eine Folge der Passion (die sog. große Passion) im Format der Apokalypse, ließ aber die Arbeit liegen, nachdem er 7 Blätter ausgeführt hatte (erst 1510 wurde diese Folge mit dem Titel und vier Blättern [B. A, 5, 7, 14, 15] zum Abschlusse gebracht). Vergleichsweise zögernd u. unsicher sind D.s erste Schritte auf dem Gebiete der Altarmalerei. Mehrere Werke zeigen seinen Stil, wie wir ihn aus Zeichnungen und Holzschnitten kennen, bei derber, handwerklicher Ausführung. Am meisten altertümlich unter diesen problematischen Gemälden der zerstückelte Dominicus-Altar in Darmstadt und die sieben Schmerzen Mariae in Dresden, die aus Wittenberg stammen und vermutlich im Auftrage des sächsischen Kurfürsten Friedrichs des Weisen ausgeführt worden sind. Diese Bilder hat man konsequent mit gleichzeitigen und stilverwandten Zeichnungen außer D. auch Wechtlin und Grünewald zugeschrieben. Von dem Bildnis des Vaters, das D. 1497 ausführte, ist das Original nicht erhalten (auch -das Exemplar der Londoner National Gallery eine Kopie), dagegen ist aus demselben Jahre das auf Leinwand mit Wasserfarben gemalte Bildnis der Fürlegerin (mit aufgebundenem Haar) wahrscheinlich im Original noch vorhanden, wenn auch nicht in vollkommenem Zustand (bei Mr. Heugel in Paris). Von 1498 das prachtvoll erhaltene Selbstbildnis in Madrid. Von 1499 sind mehrere Bildnisse datiert (in Cassel u. Weimar), auch der Oswolt Krel in München. Undatiert und etwa 1497 entstanden ist das Bildnis Friedrichs d. Weisen, in Wasserfarbe auf dünner Leinwand (die Signatur vielleicht nicht gleichzeitig) im Kaiser-Friedrich-Museum zu Berlin. Im Auftrage dieses Fürsten, für die Wittenberger Kirche, in derselben Technik wie das Bildnis gemalt, der sog. Dresdner Altar. Da Wölfflin seinen Widerspruch gegen D.s Autorschaft zurückgezogen hat nach dein Erscheinen von L. Justi's Schrift, steht höchstens die Entstehungszeit dieser Schöpfung zur Diskussion. (vgl. Jahrb. d. pr. Ksts. XXV 196 f. u. L. Justi, D.s Dresdn. Altar bei Seemann, Leipzig,. 1904). Justi datiert das Mittelbild: 1495-1500, die Flügel aber: 1508-15. Unterzeichneter glaubt, daß das Ganze um 1498 entstanden ist. D.s Streben in der Periode zwischen 1500 und 1505 ist namentlich auf die Ausbildung und Verfeinerung der Grabsticheltechnik gerichtet und auf das Auffinden der meßbaren Schönheit des menschlichen Körpers, des Kanons der normalen Maße. Beide Bestrebungen werden zu einem Abschluß geführt in dem sorgfältig vorbereiteten Kupferstich Adam und Eva, der 1504 datiert ist (B. 1). Mehrere Meisterwerke des Grabstichels, wie das "Wappen des Todes" (1503, B. 101), das "große Glück" (B. 77), der "Traum des Doktors" (B. 76), gehen diesem Stiche voran und gestatten den Aufstieg zu beobachten. Der Holzschnitt tritt in dieser Zeit zurück. Die damals entstandenen Altarbilder, selbst die besten, wie der Paumgärtner -Altar in München (kurz vor 1500), die Anbetung der Könige von 1504 in Florenz, lassen erkennen, daß die Ausbildung einer persönlichen Sprache dem Meister in der Malerei nicht so leicht gelang wie in der Zeichnung. Das einzige Gemälde mit einer profanen Darstellung, der Herkules im Kampfe mit den stymphalischen Vögeln, von 1500, im Germanischen Mus. zu Nürnberg, geht auf ein italienisches Vorbild (Pollajuolo) zurück. 1505 (wahrscheinlich im Herbst) begab sich D. nach Italien und blieb dort, hauptsächlich in Venedig, vermutlich bis zum Frühjahr 1507. Durch viele Zeugnisse seiner Kunst, sowie durch 10 erhaltene Briefe, die er aus Venedig an Pirkheimer nach Nürnberg richtete, sind wir über die zweite italienische Reise, über den Arbeitsinhalt dieser fruchtbaren Zeit gut unterrichtet. Anlaß und Absicht der Reise sind nicht deutlich. Es scheint, als ob es dem Meister um 1505 wirtschaftlich in der Heimat nicht zum Besten ging, daß er den Versuch machte, bei den deutschen Kaufleuten in Venedig verständnisvolle und zahlungsfähige Gönner zu gewinnen. Die erste Hälfte des Jahres 1506 ist ausgefüllt durch die Arbeit an dem "Rosenkranzfest", dein Altarbild, das die deutschen Kaufleute für ihren Altar in S. Bartolommeo bestellt hatten. In der ehrgeizigen Absicht, in Venedig als Maler zu bestehen, verwendete D. Mühe auf diese Tafel und bereitete mit Naturstudien in Helldunkeltechnik, von denen wir eine größere Anzahl besitzen, die Ausführung vor. Das in dem mittleren Teil arg zerstörte Altarbild (jetzt im Chorherrenstift zu Strahow in Prag) ist signiert "exegit quinquemestri spatio Albertus Dürer Germanus 1506". Da D. schon am 6. 1. 1506 mit den Vorbereitungen begonnen hatte, zwischen dem 8. und 23. 9. aber fertig wurde (dies aus den Briefen an Pirkheimer), so hat er bei Angabe der Arbeitszeit entweder die Zeit der Vorstudien oder gewisse Arbeitsunterbrechungen abgerechnet. - D. fand in Venedig noch Zeit, einige kleinere Malaufträge auszuführen, nämlich das Bild der Barberini - Galerie in Rom "Christus unter den Schriftgelehrten" (1506 datiert; wahrscheinlich bezieht sich die Briefstelle vom 23. 9., da D. die Vollendung des Rosenkranzfestes meldet und hinzufügt "auch ein ander quadro desgleichen ich noch nie gemacht hab", auf diese Tafel), ferner die Madonna mit dem Zeisig in Berlin, das Männerporträt zu Hampton Court (das einen deutschen Kaufmann, der auch auf dem Rosenkranzfest zu finden ist, darstellt) und das schlecht erhaltene Porträt im Palazzo rosso zu Genua (1506). Vor den von 1507 datierten Gemälden (wie namentlich dem ersten Menschenpaar im Prado in Madrid) könnte man streiten, ob sie in Venedig oder erst nach der Heimkehr entstanden seien. Ende Oktober 1506 machte D. von Venedig aus einen Abstecher nach Bologna. - Auf der Reise, namentlich unter dem Eindruck der fremdartig großen: Alpennatur, hat D. Landschaften in Wasserfarben ausgeführt. Doch bleibt vor den meisten dieser Blätter die Frage unentschieden, ob sie nicht etwa schon auf der ersten Reise nach dem Süden (1495) entstanden seien. Nach Nürnberg zurückgekehrt, fühlte D. sich als Maler. In den folgenden Jahren empfing er Aufträge zu Altarbildern, die er mit derselben Sorgfalt, nach derselben Methode wie die venezianische Tafel ausführte. Zuerst ein Auftrag seines alten Gönners, des sächsischen Kurfürsten: "Die Marter der zehntausend Christen" (dat. 1508, in Wien). Dann für den Kaufherrn Jacob Heller in Frankfurt a. M. die Krönung Mariae mit den Aposteln am Grabe (datiert 1509). Die Entstehungsgeschichte dieses in München verbrannten Hauptwerkes ist aus 9 Briefen des Meisters an den Auftraggeber und aus erhaltenen Studien klar (die Flügel, von Schülern ausgeführt, in Frankfurt erhalten, vgl. Cornill, J. Heller u. A. D., Frankfurt, 1871). Von 1511: das in Wien bewahrte "Allerheiligenbild", gemalt im Auftrage des Nürnberger Rotschmieds Matthäus Landauer für die Kapelle eines Altmännerhauses (der von D. entworfene reiche Rahmen in Nürnberg erhalten). Damit ist die Periode der großen Gemälde zu Ende. In einem der Briefe an Jacob Heller (26. 8. 1509) klagt D., daß er bei dem sorgfältigen Ausführen der Gemälde nicht auf seine Kosten käme, "darum will ich meines Stechens auswarten" (will mich dem Kupferstich widmen). "Und hätte ichs bishero gethan, so wollte ich uf den heitigen Tag 1000 fl. reicher sein." Seit 1510 wandte sich D. energisch der Druckkunst zu. Er vollendete die "Große Passion" (in Holzschnitt, s. oben), die um 1504 begonnene Folge des "Marienlebens" und die um 1509 begonnene "Kleine Passion". Die drei Folgen wurden 1511 ausgegeben. Die Blätter der Kupferstichpassion sind 1507 bis 1513 datiert. Das Jahr 1511 ist, von den Folgen abgesehen, besonders ergiebig an Holzschnitten. In diesem Jahre schuf D. eines seiner Meisterstücke, die Dreifaltigkeit (B. 122). - 1513 und 1514 sind die Blütejahre des Kupferstichs. Damals entstanden die berühmten Blätter "Ritter, Tod u. Teufel" (B. 98, 1513), der "Hieronymus im Gehäus" (B. 60, 1514) und die "Melancholie" (B. 74, 1514). Man hat sich gemüht, eine gedankliche Einheit für diese drei Stiche zu konstruieren. Es gibt zu ihrer Deutung eine ganze Literatur (vgl. Giehlow, Mitteil. d. Gesellsch. f. vervielf. Kst. 1903, 1904). D. experimentierte auf der Kupferplatte, nachdem er mit dem Grabstichel das Äußerste an Wirkung erreicht hatte, um leichtere, rascher fördernde Arbeit leisten zu können. Er versuchte es mit der "kalten Nadel" (wie 1512 in dem hl. Hieronymus, B. 59). Diese Technik gab er bald auf, weil die so bearbeitete Platte nur wenige wirkungsvolle, allerdings höchst malerische Drucke hergab. Von 1515, 1516 u. 1518 sind die wenigen geätzten Blätter datiert, die wir von D. besitzen (am ehesten gelungen die "Kanone" [B. 99]). Der vergleichsweise derbe und rauhe Effekt scheint den Meister nicht befriedigt zu haben. Er kehrte zur reinen Grabstichelarbeit zurück und blieb ihr treu. Die Zeit von 1512 bis 1519 ist zu einem erheblichen Teil ausgefüllt durch Arbeiten für den Kaiser Maximilian, der den Ruhm seines Hauses und den Glanz seiner Taten in Holzschnittpublikationen zu verbreiten wünschte und mit nicht bildmäßigen Aufgaben harte Anforderungen an die Zeichner stellte. Seit 1515 empfing D. von dem Kaiser ein Jahresgehalt von 100 Gulden. Von 1515 datiert ist der ungeheure Holzschnitt der "Ehrenpforte" (B. 135), den D. nach genauer Vorschrift entwarf und mit Hilfe jüngerer Kräfte, namentl. Hans Sprinkinklee's, durchführte. Sein Anteil liegt hauptsächlich in der phantasiereichen Ornamentik. Geringer noch ist seine Beteiligung an dem "Triumphzuge" Maximilians. Dagegen hat er mit eigner Hand den sogen.. ,Triumphwagen" (B. 139), der erst 1522 erschien, gezeichnet, nach Vorarbeiten, die bis 1515 etwa zurückreichen und mit dem "Triumphzug" zusammenhängen. 1519, nach dein Ableben des Kaisers (am 12. 1.), gab D. ein stattliches Porträt heraus, dem er eine Naturaufnahme zugrunde legen konnte, da er auf dem Augsburger Reichstag 1518 Maximilian gezeichnet hatte. Die Zeichnung (Albertina, Wien, L. 546) trägt die Aufschrift: "Das ist keiser maximilian den hab ich albrecht Dürer Zw awgspurg hoch obn Awff der pfaltz in seine kleinen stüble künterfett, do man czalt 1518 am rnandag noch Johannes tawffer". Die Holzschnittausführung geschah mehrere Male, und die Platten sind schwer voneinander zu unterscheiden. Das glücklichste Ergebnis der Beziehungen zwischen Maximilian und D. sind die Randzeichnungen zum kaiserlichen Gebetbuch, in denen der Meister einen aus der besonderen Aufgabe geborenen Dekorationsstil voll Laune und erfindungsreich ausbildete. Der von D. gezeichnete Teil des Buches ist in der Münchener Bibliothek, mit dem, wenn auch nicht echten, so doch zutreffenden Datum 1515. Die Zeit von 1517 bis 1520 ist relativ arm an Gestaltung. Damals entstanden die am meisten frostig und pedantisch erscheinenden Gemälde, die wir von D. besitzen, wie die Münchener "Lucretia" (1518). Am 12. 7. 1520 brach D. von Nürnberg mit seiner Frau und der Magd Susanne auf und blieb ein Jahr aus, in den Niederlanden, den größten Teil der Zeit in Antwerpen. Hauptanlaß zu der Reise war wohl der Wunsch, sich bei dem neuen Kaiser, bei Carl V., der in Aachen gekrönt werden sollte, um Weiterzahlung des Jahresgehalts zu bemühen. Daneben verfolgte D. die Absicht, von seiner "gedruckten Kunst", die er in beträchtlicher Menge mit sich führte, zu verkaufen. Wir können die Reise dank einem in Abschriften erhaltenen Tagebuch in allen Etappen verfolgen. D. fuhr über Bamberg, Frankfurt. Mainz, Köln nach Antwerpen, wo er am 2. B. eintraf. Von dort machte er verschiedene Abstecher, im August nach Mecheln und Brüssel, im Oktober nach Aachen, wo am 22. Carls V. Krönung stattfand. Von Aachen reiste er über Köln rheinahwärts und über Nymwegen nach Antwerpen zurück, wo er im November eintraf u. bis zum Sommer 1521 blieb, von Ausflügen abgesehen, die er nach Zeeland (im Dezember 1520), nach Brügge und Gent (im April) und nach Mecheln (im Juni 1521) unternahm. Am 3. 7. 1521 brach er zur Heimreise auf und fuhr über Brüssel und Köln nach Haus. Während des einjährigen Aufenthalts in den Niederlanden empfing D. die reichsten Anregungen bei Betrachtung niederländischer Kunst, im Verkehr mit Malern, wie Quentin Massys, Lucas van Leyden, Jan Provost, mit Gelehrten, wie Erasmus, mit reichen Kaufherrn aus vielen Ländern. Er schärfte und erfrischte seinen Blick u. gewann an Sicherheit und Selbstvertrauen, wie er vor Personen aller Stände mit Ehren sich hielt u. hier und dort gefeiert wurde. Er porträtierte in diesem Jahre mehr als je. Von den vielen im Tagebuch erwähnten Porträtaufnahmen besitzen wir in stattlichen Kohlezeichnungen eine große Zahl. Er führte ein kleines Zeichenbuch mit sich, in das er mit dem Silberstift höchst sauber Bildnisse, Baulichkeiten u. a. eintrug. Wir besitzen dies Büchlein oder doch Blätter daraus. - Gemalt hat D. in den Niederlanden nicht viel, abgesehen von einem sorgfältig vorbereiteten Hieronymus für "Ruderigo von Portugal" (das Original im Mus. zu Lissabon) und das Bildnis Bernaert van Orley's (in Dresden). Die Anregungen und Beziehungen, die D. in den Niederlanden gewonnen hatte, wirkten in der Produktion der folgenden Jahre nach. Die gesteigerte Porträtiertätigkeit dauerte an. D. hat Bildnisse hervorragender Personen in Kupferstich geschaffen, was er früher nicht getan hatte (das erste Bildnis Albrechts von Mainz freilich schon 1519, B. 102). Nun 1523 derselbe Kirchenfürst im Profil (B. 103), Friedrich d. Weise und Pirkheimer (1524, B. 104, 106), Melanchthon (1526, B. 105) und Erasmus in demselben Jahr. Die berühmtesten gemalten Bildnisse gehören dieser Spätzeit an, wie der Holzschuher und der Muffel (in Berlin, beide von 1526). Nach Nürnberg heimgekehrt, wurde D. gleich bemüht, an der Dekoration des großen Rathaussaales teilzunehmen. Wenigstens nach seinen Visierungen wurden die (jetzt zerstörten) Wandmalereien ausgeführt. Mit Entwürfen zu Altarbildern hat sich D., wie viele Zeichnungen lehren, in den letzten Jahren seines Lebens vielfach beschäftigt. Doch kam von monumentalen Altarbildern, denen die Zeit nicht günstig war, außer den berühmten "Aposteln" in München (1526), die der Meister dem Rat seiner Vaterstadt schenkte, anscheinend nichts zur Vollendung. Eine Angelegenheit, die seine letzten Jahre zu einem erheblichen Teil ausfüllte, war die Redaktion u. Drucklegung lehrhafter Schriften. Wie aus Handschriften (London, British Museum) ersichtlich ist, hat D. daran gedacht, aus Erfahrungen, dem Studium klassischer Schriftsteller und theoretischen Erwägungen einen "Unterricht der Malerei" zu verfassen. Das Buch über die Proportionen des Menschen, mit welchem Thema er sich fast sein ganzes Leben beschäftigt hatte, ist als ein Abschnitt der allgemeinen Kunstlehre anzusehen. Das Werk über die Proportionen erschien am 31. 10. 1528, in D.s Todesjahr, bei Jer. Formschneider. Vorher brachte er die Unterweisung der Messung (angewandte Geometrie und Perspektive) zum Druck (1525) und ein Werk über Befestigungswesen (1527). Die erste Nachricht von einer Erkrankung D.s, von einem Fieber, das ihn in Zeeland überkam, findet sich im Tagebuche der niederländischen Reise (April 1521). Eine Zeichnung in Bremen (ohne Datum, L. 130), in der D. an seinem Körper die Stelle, wo er Schmerz fühlte, eingezeichnet hat (das Blatt wurde vermutlich einem Arzt zwecks Konsultation zugesandt), gestattet vielleicht, den Charakter seiner Todeskrankheit zu ermitteln. Es scheint sich um eine Erkrankung der Milz zu handeln. D. starb am 6. 4. 1528 und ward in der Gruft der Familie Frey auf dem Johanneskirchhof in Nürnberg beigesetzt. Verzeichnis der Gemälde: In diese nach Orten geordnete Liste sind diejenigen Bilder aufgenommen, die von der jüngeren Kritik als Werke von D.s Hand betrachtet werden. In einigen Fällen ist Zweifel geäußert, Meinungsstreit angedeutet. Augsburg, Kgl. Galerie: Maria mit dem Kinde (Mon. u. 1516). - Berlin, Kaiser-Friedrich-Museum: Das Martyrium Sebastians (aus der Weber-Sammlung; Hypothetische Zuschreibung, um 1490; vgl. Amtl. Berichte aus d. kgl. Kunsts. Sept. 1912); Friedrich d. Weise v. Sachsen (Mon. [echt?], um 1497); Die Madonna mit dem Zeisig (Mon. u. 1506); Bildnis einer Frau (Mon., um 1506; dem Stil nach in Venedig entstanden); Bildnis e-ines Mädchens (Mon. u. 1507); Betende Maria (Mon. u. 1518); Bildnis Holzschuhers (Mon. u. 1526); Bildnis Muffels (Mon. u. 1526). - Boston, Mrs Gardner: Männerporträt (Mon. u. 1521; Alte Kopie danach in Hampton Court). - Bremen, Kunsthalle: Johannesd. T., Der h1.Onuphrius (unfertige Altarflügel; Mon. u. 1504 [angeblich]); Brustbild Christi (Mon. u. 1514). - Briissel, Kgl. Museum: No 621 (Männerporträt[nicht Erasmus]; vgl. Hymans, v. Mander-Ausg. II 214). - Cassel, Kgl. Gemäldegalerie: Elsbe†h Tucher (Mon. u. 1499). - Cöln, Wallraf-Museum: Die zwei Musikanten (vomsog. JabachAltar; vgl. Frankfurt u. München; um 1500). - Darmstadt, Großherz. Mus.: 6 Bruchstücke eines Dominikus-Altars (vgl. Pauli, Zeitschr. f. bild. Kst N. F. XXIII [1912] 116 f.; um 1496 [D.s Autorschaft nicht allgemein anerkannt]). - Dessau, Amalienstift: Der h 1. Christoph (vgl. R. Wustmann, Ztschr. f. b. Kst N. F. XXI [1910] 49 f.; um 1497 [D.s Autorschaft nicht allgemein anerkannt]). - Dresden, Kgl. Gemäldegalerie: Die sieben Leiden Mariae (vgl. Pauli, Ztschr. f. b. Kst N. F. XXIII [1912] 112 f.; um 1497 [D.s Autorschaft nicht allgemein anerkannt]); Dersog. Dresdner Altar (vgl. die Polemik zwischen Wölfflin u. L. Justi: D.s Dresdn. Altar, E. A. Seemann, 1904; um 1498 [die Flügel werden von Justi wohl mit Unrecht wesentlich später als das Mittelbild datiert]); Christus am Kreuz (Mon. u. 1506; Echtheit neuerdings wohl mit Unrecht bestritten); das Porträt B. van Orley's (Mon. u. 1521). - Florenz, Uffizien: Bi1dnis des Vaters (Mon. [später hinzugefügt] u. 1490, Rückseite: Wappen); Die Anbetungder Könige (Mon. u. 1504); Die Apostel Philipp u. Jacob (jeder Mon. u. 1516); Maria mit dem Kinde (Mon. u. 1526). - Frankfurt a. M., Städelsches Institut: Bildnis der Fürlegerin mit offenem Haar (Mon. u. 1497; Zustand nicht tadellos, wahrscheinlich echt; alte Kopie in Augsburg, k. Galerie); Derleidende Hiob (Teildessog. JabachAltars; s. auch Cöln u. München; um 1500). - Genua, Palazzo rosso: Bildnis eines jungen Mannes (schlecht erhalten, Mon. u. 1506). - Hampton Court: Porträt eines deutschen Kaufmanns (vgl. das Rosenkranzfest; Mon. u. 1506). - Lissabon, Museum: Der hl. Hieronymus (das für "Ruderigo von Portugal" 1521 ausgeführte Bild; Mon. u. 1521. Es gibt unendlich viele Varianten dieser Komposition von niederländischen Malern). - London, National Gallery: Bildnis des Vaters (1497; Kopie wie die entsprechenden Bilder in München, Sion House u. Frankfurt. Das verlorene Original war signiert wie das Münchener Exemplar). - Bei Baron Alfred Rothschild: Porträt eines Mannes in Rüstung (aus der Ashburton-Sammlung [Grange]; Mon. u. 1512). - Bei Fairfax Murray: Christus in Halbfigur (unfertig; aus der Sammlung Felix, Leipzig; um 1504?). - Madrid, Prado: Selbstbildnis (Mon. u. 1498); Adam u. Eva (Mon. u. 1507; alte Kopien [Werkstattrepliken?] in Florenz u. in Mainz); Bildnis eines Mannes (angeblich eines Imhofs; Mon. u. 1521). - München, Alte Pinakothek: Bildnis Oswolt Kreis (1499; Verschlußtüren mit wilden Männern, die die Wappen Kreis u. seiner Frau Agathe v. Esendorf halten, früher in Nürnberg, Germ. Mus., jetzt dem Porträt hinzugefügt); Bildnis eines jungen Mannes (1500; angeblich Porträt Hans Dürers); Die Beweinung Christi (Mon. [echt?] u. 1500; die Stifterfiguren übermalt); Selbstbildnis (Mon. u. 1500. Das Datum wird beanstandet. Man glaubt, daß dies Selbstbildnis später, etwa 1506, entstanden sei. Daß es in Venedig ausgeführt wurde, erscheint unwahrscheinlich); Der Paumgartner Altar (um1498); Lukretia (Mon. u. 1518); Reste des sog. Jabach-Altars (vgl. Cöln u. Frankfurt. Zwei Tafeln mit je zwei Heiligen. Um 1503. Ausführung schwerlich von D.); Porträt Jacob Fuggers (um1520. Wahrscheinlich Kopie. Eine andere Kopie [datiert 1520] beim Grafen Törring zu München); Die sog. vier Apostel: auf 2 Tafeln: Johannes Ev. und Petrus - Paulus u. Markus (je Mon. u. 1526. Schrifttafeln davon im Germ. Mus. zu Nürnberg). - New York, B. Altmann: Anna selbdritt (Mon. u. 1519; aus Schleißheim. Vgl. R. Wustmann in Ztschr. f. b. Kst N. F. XXI (1910) 52 f.). - P. Morgan: Maria mit dem Kinde (Mon. u. 1516. Kopie [abgerieben] in Wiener Privatbesitz, vgl. v. Frimmel, Blätter f. Gemäldekunde II 37. Von Glück mit Unrecht beanstandet, vgl. Jahrb. d. Allerh. Kaiserh. XXVIII H. 1). Nürnberg, Germanisches Mus.: Beweinur, g Christi (um 1500; Mon. [echt?]); Herkules auf die stymphalischen Vögel schießend (Mon. u. 1500); Karl d. Große (um 1512); Kaiser Sigismund (um 1512); Maximilian I. (um 1519; Replik des Wiener Bildes); Bildnis Michel Wohlgemuts (Mon. u. 1516). Paris, Louvre: Bildnis eines Greises (Mon. u. 1520); Kinderkopf mit Bart (1527). - Bibliothèque Nat.: S † u - dienkopf einer Frau (um 1498); Knabenkopf (um 1506 [?]); Knabenkopf (Mon. Um 1506 [?]). - Erben von L. Goldschmidt: Selbstbildnis (1493; aus Sammlung Felix, Leipzig). - Heugel: Die Fürlegerin mit geflochtenem Haar (Mon. [?] u. 1497. Kopie in Samml. Speck v. Sternburg, Lützschena bei Leipzig). - Pest, Nationalgalerie: Bildnis eines Manne s. - Prag, Kloster Strahow: Das Rosenkranzfest (Mon. u. 1506. Der mittlere Teil übermalt; vgl. Neuwirth, A. D.s Rosenkranzfest, Leipzig 1885). - Richmond, Sir Fred. Cook: Maria mit der Schwertlilie (Mon. u. 1508. Autorschaft D.s beanstandet; alte Kopie im Rudolfinum zu Prag); Kreuztragung Christi (Mon. u. 1527. Grau in grau. Alte Repliken in Dresden und Bergamo. Autorschaft D.s unsicher). - Rom, Palazzo Barberini: Christus als Knabe unter den Schriftgelehrten (Mon. u. 1506). - Weimar, Großh. Mus.: Bildnis Hans Tuchers (1499) u. Bildnis der Felicitas Tucher (1499). - Wien, k. k. Hofmus.: Maria mit dem Kinde (Mon. u. 1503); Bildnis eines Mannes (Mon. u. 1507), auf der Rückseite die Allegorie des Geizes; Die Marter der zehntausend Christen (Mon. u. 1508); Das Allerheiligenbild (Mon. u. 1511; vgl. Else Ziekursch, A. D.s Landauer Altar, München 1913); Maria mit dem Kinde (Mon. u. 1512); Kaiser Maximilian (Mon. u. 1519); Bildnis Johann Klebergers (Mon. u. 1526). - Gal. Graf Czernin: Bildnis eines Mannes (Mon. u. 1516). Literatur: Eine annähernd vollständige Ubersicht über die umfangreiche D.-Literatur bietet H. W. Singer, Versuch e. D.-Bibliographie (Straßburg, Heitz 1903). Im folgenden werden die wichtigsten Bücher u. Aufsätze herausgehoben (vgl. auch die Literaturangaben oben im Text). Monographien: J. Heller, D. Leben u. d. Werke A. D.s Bd II T. 1 u. 2 (Bd I nicht erschienen), Bamberg, Leipzig 1827-31 (fleißige, wenn auch unkritische Zusammenstellung der Monumente). - M. Thausing, D., Geschichte seines Lebens, 2. Aufl. Leipzig, 1884. - A. Springer, A. D. Berlin, 1892. - Zucker, A. D., Halle, 1900. - H. Wölfflin, Die Kunst A. D.s, 2. Aufl., München 1908. Abbildungswerke: V. Scherer, D., des Meisters Gemälde, Kupferstiche u. Holzschnitte, 3. Aufl. 1908 Stuttgart u. Leipzig (Klassiker der Kunst). - Soldanu. Rieh I, D.s u. Wohlgemut's Gemälde, Nürnberg, 1887, Nachtrag dazu von Thode (1895). - F. Lippmann, Zeichnungen von A. D., 5 Bände seit 1883 (annähernd vollständig; mehrere Sammlungen, wie Florenz, Mailand, Venedig stehen aus). - Die Jahrespublikationen der Dürer-Society, London 1898-1908 (Gemälde, Zeichnungen, dabei viele hei Lippmann nicht publizierte, Kupferstiche u. Holzschnitte). - Die Kupferstiche u. Holzschnitte (einzeln käuflich), fast vollständig in Heliogravüren u. Zinkätzungen der Reichsdruckerei (bei Amsler u. Ruthardt, Berlin). - Das Dresdener Skizzenbuch publiziert von Bruck, Dresden, 1905. - A. D.s Fechtbuch von Dörnhöffer (Jahrb. d. ksth. Samml. d. Allerh. Kaiserh. XXVII H. 6). - Kaiser Maximilians I. Gebetbuch von Karl Gieh1ow, Wien 1907 (Bruckmann). Die Briefe u. Schriften D.s am vollständigsten u. übersichtlichsten bei Lange u. Fuhse, D.s schriftlicher Nachlaß, Halle 1903. - Conway, Literary remains of A. D., Cambridge 1889. Die Kupferstiche und Holzschnitte katalogisiert: Bartsch, Peintre-Graveur VII (1866). - Heller (s. oben). - Hausmann, D.s Kupferstiche u. Holzschnitte, Hannover, 1861 (namentlich über die Wasserzeichen der Papiere). - v. Retberg, D.s Kupferstiche u. Holzschnitte, München, 1871., - Koehler, A chronological catalogue. . . , New York 1897 (nur die Kupferstiche). - C. Dodgson, Catalogue of early German woodcuts. in the British Mus. I London, 1903 (nur die Holzschnitte). Einige besonders wichtige Abhandlungen über einzelne Kapitel: Wickhoff, D.s Studium n. d. Antike, Mht. d. Instituts f. österr. Geschichtsforschung Bd I, H. 3. - Ephrussi, D. et ses dessins, Paris 1882. - Zahn, D.s Kunstlehre, Leipzig 1866. - Haencleke, Die Chronologie der Landschaften A. D.s, Straßburg, Heitz, 1899. - Scherer, Die Ornamentik bei A. D., Straßburg, Heitz, 1902. - Heidrich, Gesch. d. D.schen Marienbildes, Leipzig, 1905. - L. Justi, Konstruierte Figuren u. Köpfe unter d. Werken D.s, Leipzig 1902, und Über D.s künstlerisches Schaffen, im Repert. f. Kstw. XXVI 447. - P. Weber, Beiträge zu D.s Weltanschauung, Straßburg, Heitz, 1900. - Weisbach, Der junge D., Leipzig, 1906. - V. Schubert-Soldern, Z. Entwicklung d. technischen u. künstlerischen Ausdrucksmittel in D.s Kupferstichen, Monatshefte f. Kstw., Leipzig, 1912, H. 1. -Beet s, Zu A. D. Zeitschr. f. b. Kst, N. F. XXIV (1913) 89 f.

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