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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Andreas

Ἀνδρέας

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
353
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Eunuch
Zeit
7. Jh.
Erste Erwähnung
663
Titel / Beruf
Kubikularios
Name normalisiert
Andreas
Ort
Amorion (Galatien); Kalifat
Quelle
Movses Dasxuranci; Theophanes; Kedrenos; Theod. Skut.; Michael syr.; Bar Hebraeus; Chronik v. 1234; Agapius

T: Kubikularios.

V: Eunuch und offenbar einer der einflußreichsten Würdenträger in Konstantinopel in den sechziger Jahren des 7. Jh.s. Laut Theophanes 351,25-28 verhindert er 663 zusammen mit Theodoros von Koloneia (# 7312) den Versuch Konstans' II., dessen Frau und Kinder nach Italien zu holen. 667/68 wird er von Konstantin IV. als Gesandter zu dem arabischen Kalifen Mu‘āwiya (# 5185) geschickt, um dessen Hilfe gegen den Usurpator Saborios (# 6476) zu gewinnen. Bei Mu‘āwiya trifft Andreas auf den Stratelates Sergios (# 6534), der die Sache des Saborios vertritt und ihn als Eunuchen beschimpft. Es gelingt A., Sergios auf dessen Rückweg gefangennehmen, foltern und schließlich töten zu lassen (1). Im Winter 668/69 befehligt A. eine byzantinische Truppenabteilung, die das von den Arabern besetzte Amorion zurückgewinnt und die gesamte arabische Besatzung in Stärke von 5.000 Mann tötet (2).

Anmerkungen:(1) Theophanes 349,2 – 350,18; Theod. Skut. 112,3 – 113,7; Chronik v. 1234: cap. 138, p. 220–223 (Palmer, Chronicles § 115, p. 283-286); Michael syr. II 452–454; Bar Hebraeus 100f.; Agapius 488f. — (2) Theophanes 351,5-9; Kedrenos I 763,7-11.

Q:(Hist.): Theophanes; Kedrenos; Theod. Skut. — (arm.): Movses Dasxuranci II, Kap. 28, p. 127 (ohne Namensnennung). — (syr.): Chronik v. 1234; Michael syrus; Bar Hebraeus. — (arab.): Agapius.

L: Savvides II 167f. — Caetani, Chronographia III: a. h. 48 Nr. 7; Stratos, Byzantium III 305 (Reg.); IV 10; Proudfood, in: Byz 44 (1974) 411f.; Lilie, Theophanes 302–305. — Speziell zu der Gesandtschaft an den Kalifen cf. Kaplony, Konstantinopel und Damaskus 51–75, zu der Rolle des Andreas hierbei bes. 55f.

P: Es gibt keinen Zweifel an der Historizität des Andreas. Wohl aber läßt die dramatische und mit direkter Rede durchsetzte Szene am Kalifenhof, insbesondere die formelhafte Kriegserklärung des Andreas an den Kalifen (s. dazu Yuval, in: BZ 66 [1973] 331), eine nachträgliche literarisch-legendenhafte Ausgestaltung vermuten, die dann wahrscheinlich in dem von Georgios Synkellos aus Syrien nach Konstantinopel mitgebrachtem Konvolut enthalten gewesen sein dürfte. Hierfür spricht, daß sich in den syrischen Quellen (bei Agapius leicht verkürzt) eine mit Theophanes praktisch identische Fassung des Zusammentreffens von Andreas und Sergios findet. Der armenische Historiker Movses Dasxuranci erwähnt zwar die Verhandlungen byzantinischer Gesandter am Kalifenhof, nennt jedoch keine Namen und gibt keine genaueren Einzelheiten.

QuelleSource

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