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Bardas Kontomytes

Βάρδας

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
793/corr.
Namensvariante
Kontomytes (Beiname oder Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Titel / Beruf
Magistros
Name normalisiert
Bardas
Quelle
Theoph. cont.

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Später angenommener Familien- oder Beiname: Kontomytes — ἡ τοῦ Κοντομύτου ἐκληρώθη προσηγορία.

T: Magistros.

V: Sohn der Eirene (# 1448) und des Sergios (# 6666), Bruder des Stephanos (# 7076) und über seinen Vater verwandt mit dem Patriarchen Photios (# 6253). B. heiratet später die Tochter des Konstantinos Kontomytes (# 3929A) und nimmt dessen Familiennamen an.

Q:(Hist.): Theoph. cont. IV 22, p. 175,4-11.

L: Mango, Liquidation 138; Winkelmann II 188–190.

P: Der Text bei Theoph. cont. ist nicht in Ordnung, so daß auch Eirenes Schwester Maria (# 4738) und deren Gatte Arsaber (# 601) die Eltern sein könnten. Jedoch scheint es sich hier um einen Fehler bei Theoph. cont. zu handeln, wie man aus dem Vergleich mit Skylitzes 98,73f. schließen kann. — Im Zeremonienbuch werden anläßlich einer kaiserlichen Stiftung von liturgischen Geräten wohl für die Hagia Sophia am Festtag τῶν φώτων (Epiphanie am 6. Jan.) unter Michael III. zwei Magistroi ohne Namen erwähnt, Konst. Porph., De cerim. II 31, p. 631,12 (Reiske): τῶν δύο μαγίστρων. Für den fraglichen Zeitraum, eher 856 bis 867 als zur Zeit der Regentschaft, sind mehrere Magistroi namentlich bekannt; angesichts der Bedeutung und der Seltenheit des Magistrostitels ist es daher wahrscheinlich, daß die in der Quelle anonym erwähnten Magistroi mit namentlich bekannten Trägern dieses Titels zu identifizieren sind. Eine sichere Zuweisung ist jedoch nicht möglich: Vielleicht ist es am wahrscheinlichsten, daß wir in den beiden Magistroi die Brüder Petronas (# 5929) und Bardas (# 791) zu sehen haben; eine Identifizierung mit Manuel (# 4707) und/oder Sergios Niketiates (# 6664) scheint ebenfalls möglich; eine Identifizierung mit dem späteren Kaiser Basileios I., Stephanos (# 7076), diesem Bardas, Theodotakios (# 7896) und/oder Arsaber (# 601) scheint weniger wahrscheinlich, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. — Etwas unklar ist, ob es sich bei dem Namen Kontomytes um einen Familiennamen oder um einen Beinamen ("der Kurznasige"; cf. Winkelmann II 218 Anm. 819: "stumpfnasig") gehandelt hat. Die erste Erwähnung eines Kontomytes bei Theoph. cont. 137 (ὁ κατὰ τὸν Κοντομύτην) spricht für einen Familiennamen (so auch Winkelmann II 188f.; zu der Bedeutung von κατὰ τὸν cf. A. Cameron, Cyril of Scythopolis, v. Sabae 53: a note on κατά in late Greek, in: Glotta 56 [1978] 87–94), andererseits ist außer Konstantinos Kontomytes kein weiteres Familienmitglied namentlich greifbar, so daß auch ein Spitzname, der dann auf Bardas sozusagen übertragen worden wäre, nicht ausgeschlossen erscheint.

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