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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Konstantinos Kontomytes

Κωνσταντῖνος

Ralph-Johannes Lilie , Claudia Ludwig , Beate Zielke and Thomas Pratsch

Achtung: Dieses Lemma enthält gegenüber der gedruckten Fassung Veränderungen und Zusätze ohne Auswirkung auf die Angaben zur Person.

N: Bei- oder Familienname: Kontomytes — ὁ κατὰ τὸν Κοντομύτην (Theoph. cont. 137), ὁ Κοντομύτης (Theoph. cont. IV 22, p. 175,9f.), ὁ Κονδομύττης (Kleinchroniken 45, 14, p. 332). Siehe dazu auch P.

T: Patrikios, Strategos von Thrakesion; später Strategos von Sizilien.

V: Er war der Vater einer Tochter, die mit dem Magistros Bardas (# 793) verheiratet war. Unter Kaiser Theophilos (829–842) amtierte K. als Strategos des Themas Thrakesion und konnte einen Angriff der kretischen Araber abwehren, während die byzantinische Flotte bei Thasos von den Arabern vernichtet wurde (Theoph. cont. III 39, p. 137,1-16). Unter Kaiser Michael III. wurde K. im Jahre 859 an der Spitze einer Flotte von 300 Schiffen nach Sizilien entsandt (Chron. Cambridge [Vasiliev, Arabes I 346] [= Kleinchroniken 45, 14]), wo er aber noch bei der Landung von den Arabern vernichtend geschlagen wurde (Herbst 859: s. Vasiliev, Arabes I 221; Eickhoff, Seekrieg 191; Schreiner, Kleinchroniken 102). Die Familie scheint einen sehr guten Ruf besessen zu haben, da dem Magistros Bardas, der über seine Mutter immerhin der amorischen Dynastie angehörte, nach seiner Heirat mit der Tochter des K. die Bezeichnung Kontomytes beigegeben worden sein soll (Theoph. cont. IV 22, p. 175,9f.: ἐκεῖθεν γὰρ αὐτῷ [i. e. Bardas] καὶ ἡ τοῦ Κοντομύτου ἐκληρώθη προσηγορία).

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Chron. Cambridge (Vasiliev, Arabes I 346) (= Kleinchroniken 45, 14, p. 332); Cozza-Luzi, La Cronaca siculo-saracena di Cambridge, Palermo 1890, 28: Kondymetes (Κονδομήττης). — (arab.): Ibn al-Aṯīr (Vasiliev, Arabes I 367, ohne Namensnennung).

L : Vasiliev, Arabes I 90. 221; Eickhoff, Seekrieg 191; Schreiner, Kleinchroniken II, 102; Treadgold, Revival 325. 355. 357. 452. 454; Winkelmann II 118. 158. 188f.

P: Grégoire, in: Vasiliev, Arabes I 215, hält eine Identität mit dem bei aṭ-Ṭabarī (Yar-Shater XXXIV) 124 [1417] genannten Ibn Qaṭūnā (# 2651) für möglich, der einer der drei Befehlshaber einer byzantinischen Expedition gegen das ägyptische Damiette 853 gewesen ist. Jedoch gibt es hierfür außer einer gewissen Ähnlichkeit der Konsonanten keine weiteren Hinweise. — Unklar ist, ob es sich bei dem Namen Kontomytes um einen Familiennamen oder um einen individuellen Beinamen (etwa “der Kurznasige”; cf. Winkelmann II 218 Anm. 819: “stumpfnasig”) gehandelt hat. Die erste Erwähnung bei Theoph. cont. 137 (ὁ κατὰ τὸν Κοντομύτην) spricht für einen Familiennamen (so auch Winkelmann II 188f.; zu der Bedeutung von κατὰ τὸν cf. A. Cameron, Cyril of Scythopolis, v. Sabae 53: a note on κατά in late Greek, in: Glotta 56 [1978] 87–94), andererseits ist außer K. kein weiteres Familienmitglied namentlich greifbar, so daß auch ein Spitzname, der dann auf Bardas sozusagen übertragen worden wäre, nicht ausgeschlossen erscheint. — Eine Zusammenstellung mehrerer Strategoi von Sizilien mit leicht abweichenden Rangtiteln, die den Namen Konstantinos tragen, bietet Borsari (RSI 66) mit den Nrr. 1–5 und 7–11; cf. auch # 3994 zu weiteren Siegeln und Möglichkeiten der Identifizierung.

Angehörige (anonym):

1: Tochter 3929A

V: Sie war die Tochter des K. Kontomytes und Ehefrau des Bardas.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. IV 22, p. 175,9f.: ἐκεῖθεν γὰρ αὐτῷ (sc. Bardas) καὶ ἡ τοῦ Κοντομύτου ἐκληρώθη προσηγορία.

QuelleSource

Downloaded on 1.2.2023 from https://www.degruyter.com/database/PMBZ/entry/PMBZ15082/html
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