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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Manuel

Ralph-Johannes Lilie , Claudia Ludwig , Beate Zielke and Thomas Pratsch

T: Protostrator (unter Kaiser Michael I. [811–813]); Patrikios und Strategos des Armeniakon oder des Anatolikon (unter Kaiser Leon V. [813–820]); Magistros und Domestikos der Scholen (unter Michael II. [820–829] und Theophilos [829–842]); sowie unter Michael III. (ab 842] möglicherweise Protomagistros — ὁ πρῶτα φέρων Μανουὴλ ἐν μαγίστροις (Genesios); auf dem Siegel ZV 2151A wird vermutlich M. als “Patrikios, basilikos Protospatharios, Magistros und Bagulos (Baïulos) des Kaisers” bezeichnet (cf. dazu unter P). Glykas nennt ihn Paradynasteuon — παραδυναστεύων.

V: M. war einer der bedeutendsten byzantinischen Politiker der ersten Hälfte des 9. Jh.s. Von armenischer Abstammung (1), war er ein Bruder des Marinos (# 4812) und Onkel väterlicherseits der späteren Kaiserin Theodora (# 7286), der Frau des Kaisers Theophilos. M. wird zum ersten Mal als Protostrator unter Kaiser Michael I. erwähnt, dem er zum Kampf gegen den heranrückenden Usurpator Leon (V.) riet (2). Dennoch gewann M. auch die Gunst Leons, der ihn zum Patrikios und Strategos des Armeniakon (3) oder des Anatolikon (4) ernannte. Als solcher scheint er vor dem Übertritt des “persischen” Aufrührers Naṣr (s. Theophobos: # 8237) nach Byzanz Unterhandlungen mit diesem geführt zu haben (Michael syr. III 36f.). Jedoch ist die Chronologie des Michael syr. problematisch, der einerseits diese Verhandlungen vor 819 ansetzt (cf. Treadgold, Revival 420 Anm. 304), andererseits aber erst Kaiser Michael II. auf den Brief des Naṣr antworten läßt. Zu dieser Zeit muß M. das Strategat des Armeniakon bzw. des Anatolikon schon verloren haben, da zum Zeitpunkt des Beginns der Revolte Thomas’ des Slawen (# 8459) Olbianos (# 5646) als Strategos des Armeniakon genannt wird, während das Anatolikon auf der Seite des Usurpators Thomas des Slawen gestanden zu haben scheint.

Die nächsten Schritte der Karriere M.s sind unklar. Bei der Verteidigung Konstantinopels gegen den Thronprätendenten Thomas (den Slawen) wird er nicht erwähnt. Dennoch hat er sicherlich auf der Seite Michaels II. gestanden, von dem er zum Magistros erhoben worden zu sein scheint (5). Sollte die – sehr wahrscheinliche – Hypothese von Brooks, Marriage 540–545, zutreffen, daß die Heirat zwischen Theophilos und Theodora ca. 821 stattfand und nicht erst nach der Thronbesteigung des Theophilos 829/30 (wie von Treadgold, in: DOP 33 [1979] 157–197, bes. 173ff. angenommen wird), wäre es wohl am wahrscheinlichsten, daß M. von Michael II. unmittelbar nach dessen geglückter Usurpation nach Konstantinopel gerufen und, sicher im Zusammenhang mit der Heirat, zum Magistros ernannt worden ist. Kurz vor dem Tod Michaels (6) floh M. zu den Arabern, da er von dem Logotheten des Dromos, Myron (# 5214), beim Kaiser wegen angeblicher Usurpationspläne denunziert worden war. Er kehrte aber auf Bitten des Theophilos, der ihm Straffreiheit zusicherte, bald nach Konstantinopel zurück, nachdem er zusammen mit dem Sohn des Kalifen (7) einen siegreichen Feldzug gegen einen feindlichen Volksstamm (κατὰ ἔθνους τινός) geführt hatte (s. dazu Rosser, Theophilus 150 mit Anm. 33). Danach soll er mit ihm gegen das byzantinische Reich gezogen sein, die Araber aber an der Grenze verlassen haben (8).

Nach Konstantinopel zurückgekehrt, übernahm M., mit dem Titel eines Magistros und Domestikos der Scholen, zusammen mit Naṣr (Theophobos) wiederum den Oberbefehl über die Armee (9) und wurde außerdem σύντεκνος des Kaisers (10). Die syrischen Quellen, die über diesen Lebensabschnitt M.s gut unterrichtet zu sein scheinen, behaupten, daß Theophilos M. zum Gouverneur einiger “innerer Regionen” des Reiches ernannt habe. In seiner Eigenschaft als Domestikos scheint er – möglicherweise zusammen mit dem Kaiser – im Gebiet des Themas Charsianon (Sozopetra/Zapetra, Samosata) einen erfolgreichen Feldzug gegen die Araber unternommen zu haben, der mit einem Triumphzug in Konstantinopel gefeiert wurde (11). Dieser Feldzug hatte den arabischen Gegenschlag zur Folge, der zu der byzantinischen Niederlage bei Dazimon (Anzen) und zu der Eroberung Amorions im Jahre 838 führte.

Die Vita Gregorii Decapolitae berichtet davon, daß ein – namentlich nicht genannter – Magistros in den dreißiger Jahren in Boleron die Gefangennahme des Protokankellarios Georgios (# 2233) befohlen haben soll. Ob es sich hierbei um M. oder um eine andere Person gehandelt hat, ist kaum zu entscheiden (12).

Vor der Schlacht von Dazimon (Anzen) wurde M. zusammen mit Theophobos im Kriegsrat überstimmt, bei der Schlacht selbst rettete er laut Aussage aller griechischen Quellen Theophilos vor der Gefangenschaft (13), wobei er laut Symeon log. selbst verwundet wurde und an den Folgen der Verletzung wenige Tage später gestorben sein soll (am 27. Juli 838; cf. Halkin, Recherches 9–11) (14). Hiervon wissen Theophanes cont., Genesios, Skylitzes und Zonaras nichts, sondern berichten, daß M. nach dem Tod des Theophilos zusammen mit der Kaiserin Theodora und Theoktistos (# 8050) die Leitung der Staatsgeschäfte und die Erziehung des jungen Michael III. übernommen habe (15). Laut Michael syr. III 95 (Bar Hebraeus 138) soll Theophilos nach der Eroberung Amorions 838 in einer Gesandtschaft (s. dazu unter Basileios: # 932) um Frieden und um Rückgabe der Gefangenen Amorions gebeten haben, worauf al-Mu‘taṣim als Gegenforderung die Auslieferung M.s und des Theophobos gefordert habe, was vom Kaiser abgelehnt worden sei. Nach Michael syr. III 113 (Bar Hebraeus 140) übernahm M. nach dem Tod des Theophilos den Oberbefehl über die gesamte byzantinische Armee. Er soll zu diesem Zeitpunkt so populär gewesen sein, daß einige erwarteten, er werde sich selbst als Kaiser ausrufen lassen, was er aber zugunsten der Herrschaft Theodoras und Michaels abgelehnt habe (16).

Die Quellengruppe um Theoph. cont., Genesios und Skylitzes schreibt M. auch maßgeblichen Anteil an der Wiedereinführung der Bilderverehrung zu (17), während Symeon log. ihn konsequenterweise nicht mehr erwähnt. So gehörte er angeblich zu denen, die die Anschuldigungen der Ikonoklasten gegen den neuen (orthodoxen) Patriarchen Methodios (# 4977) untersuchten (18). Genesios bezeichnet ihn jetzt als Protomagistros (19), während ein Siegel, das zweifellos in diese Zeit zu datieren ist, ihn als “Patrikios, basilikos Protospatharios, Magistros und Bagulos des Kaisers” anführt. Michael III. soll zu Anfang seiner Regierung über eine schwere Erkrankung M.s, der für tot gehalten wurde, verzweifelt gewesen sein; M. sei dann durch die Gebete von Studitenmönchen wieder gesund geworden (20). Später entspann sich offenbar ein Machtkampf zwischen M. und Theoktistos, den letzterer gewann. M. zog sich von der Politik zurück und widmete sich in seinem Palast in Konstantinopel (in der Nähe der Zisterne des Aspar gelegen), den er zu einem Kloster umbaute, Gebeten und frommen Werken, bis er nach einiger Zeit hochbetagt gestorben sein soll (21). Er soll in seinem Kloster bei der Asparzisterne bestattet worden sein (Janin, Églises 320). Der Zeitpunkt seines Todes soll zwischen 855 und 863 gelegen haben, wahrscheinlich 863 oder kurz zuvor (22). Das Synax. Cpl. 852/853,57 nennt ihn als Heiligen (Fest am 27. 7.).

Anmerkungen: — (1) Genesios III 2, p. 36,1f.: Μανουὴλ τὸν γεννάδαν τὸν ἐξ Ἀρμενίων; Theoph. cont. I 9, p. 18,9 bezeichnet ihn, möglicherweise aufgrund einer Fehllesung seiner Vorlage (?), als Amalekiter: τινος τῶν ἐξ Ἀμαληκιτῶν. Als Bruder des Marinos war er ein Onkel der Theodora, der Frau des Theophilos, s. Theoph. cont. IV 1, p. 148,13f.: Μανουὴλ ὁ μάγιστρος ἐκ τῶν Ἀρμενίων καταγόμενος, ὃς καὶ θεῖος ἀπὸ πατρὸς τῆς δεσποίνης ὑπῆρχεν. — (2) Theoph. cont. I 9, p. 18,9f.; III 19, p. 110,4f.: καὶ τοῦ ... Μιχαὴλ ἱπποκόμων ὁ πρῶτος· πρωτοστράτορα τοῦτόν φασιν; Zonaras XV 27, p. 368,5f. — (3) Theoph. cont. I 12, p. 24,2-4: καὶ Μανουὴλ δὲ τὸν Μιχαὴλ πρωτοστράτορα πατρικίοις ἐγκαταλέξας καὶ στρατηγὸν τιμήσας τῶν Ἀρμενίων; IV 1, p. 149,5f.: ὅτε τῶν Ἀρμενιακῶν ἐστρατήγει. — (4) Theoph. cont. III 19, p. 110,3f.: καὶ τοῦ στρατοῦ τῶν Ἀνατολικῶν ἐπὶ τοῦ Λέοντος προηγούμενος; Skylitzes 65,54f.: τοῦ στρατοῦ τῶν Ἀνατολικῶν κατάρξας ἐπὶ τοῦ Λέοντος. — (5) Laut Genesios III 17, p. 51,45f.; Skylitzes 71,39f. und Theoph. cont. III 26, p. 120,21f.; Symeon log. (Leon gr. 220,18; Theod. mel. 152,14f.; Symeon sl. 96,12); Georg. mon. cont. (Bonn) 798,14; Georg. mon. cont. (Muralt) 1016D; Ps.-Symeon 634,10f. soll er erst nach seiner Rückkehr aus dem arabischen Exil von Theophilos zum Magistros ernannt worden sein. — (6) Theoph. cont. III 26, p. 121,1-5; dagegen Symeon log. (Leon gr. 218,8 – 219,1; Theod. mel. 150,21 – 151,5; Symeon sl. 95,12-23): kurz nach der Thronbesteigung des Theophilos, letztere Datierung akzeptiert von Rosser, Theophilus 145ff.; Treadgold, Revival 267f.; die Chronik v. 1234 datiert einen zusammen mit M. durchgeführten Feldzug des Kalifen al-Ma’mūn in das Jahr 830 (a. h. 215) und begründet den Übertritt M.s mit seiner Gegnerschaft zu Theophilos. M. sei zusammen mit 50 Mann Begleitung zum Kalifen übergegangen. Theoph. cont. III 25f., p. 118,4 – 120,23; Genesios III 9–10, p. 44,22-41; Skylitzes 70,1 – 71,41 datieren die Flucht noch später, nach 837; cf. auch Zonaras XV 28, p. 372,5 – 374,2; diese Datierung kann allerdings nicht stimmen, da der Synkellos Ioannes, der mit einer Geheimbotschaft zu M. geschickt wurde, identisch ist mit Ioannes Grammatikos (# 3199), der bis 837 Synkellos, dann Patriarch war; Ps.-Symeon 632,3-16 datiert den Vorgang in das fünfte Jahr des Theophilos; cf. auch Georg. mon. cont. (Bonn) 796,5-21; Georg. mon. cont. (Muralt) 1013C-D; indirekt bestätigt wird ein Übertritt M.s gegen Ende der zwanziger oder zu Anfang der dreißiger Jahre durch aṭ-Ṭabarī (Yar-Shater XXXII) 195 [1109] (= Vasiliev, Arabes I 289), der für a. h. 217 (= 832) von einer byzantinischen Gesandtschaft an den Kalifenhof spricht, cf. unter Ioannes Grammatikos. — (7) Abhängig von der Datierung der Flucht handelt sich entweder um al-Ma’mūn (# 4689) oder um al-Mu‘taṣim (# 5205). Die arabischen Quellen lassen allerdings keinen Zweifel daran, daß es sich um al-‘Abbās (# 7), den Sohn al-Ma'mūns, handelt. — (8) Rosser, Theophilus 150f.; Quellen: Theoph. cont. III 26, p. 120, 3-19; Symeon log. (Leon gr. 219,18 – 220,16; Theod. mel. 151,22 – 152,12; Symeon sl. 95,35 – 96,10); Ps.-Symeon 633,9 – 634,9; Georg. mon. cont. (Bonn) 796,21 – 798,11; Georg. mon. cont. (Muralt) 1013D–1016C; laut Zonaras XV 28, p. 372,11f. errang er Siege über die Perser; ibnWāḍiḥ (bei Vasiliev, Arabes I, p. 272) erwähnt seine Rückkehr nach Byzanz für a. h. 215, also 830, anläßlich eines Feldzugs des Kalifen al-Ma’mūn gegen Ankara: “Et d'elle (i. e. Ankara) s'enfuit le Patrice Manuel.” Genauer ist ibn Ṭaïfūr (bei Vasiliev, Arabes I 392), der ihn in diesem Zusammenhang als Befehlshaber einiger Grenzfestungen bezeichnet. Dies wird auch in den syrischen Quellen erwähnt, denen zufolge er in dieser Eigenschaft ein Heer aus Persern und Arabern kommandiert haben soll. Die Rückkehr M.s wird von diesen Quellen auf a. h. 216, also 831, datiert. — (9) Theoph. cont. III 26, p. 120,21-23: καὶ δομέστικος προβιβάζεται τῶν σχολῶν; Genesios III 14, p. 48,32f.: προστασία τῶν σχολῶν; Skylitzes 67,25: αἱ σχολαὶ μετὰ τοῦ δομεστίκου; Symeon log. (Leon gr. 220,18f.: ὁ δὲ βασιλεὺς ... τὸν Μανουὴλ ... μάγιστρον εὐθὺς καὶ δομέστικον τῶν σχολῶν ποιησάμενος; Theod. mel. 152,15; Symeon sl. 96,13); Ps.-Symeon 634,10f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 798,13-15; Georg. mon. cont. (Muralt) 1016D. — (10) Theoph. cont. III 26, p. 120,22; Skylitzes 71,40; laut Symeon log. (Leon gr. 220,19f.; Theod. mel. 152,15f.; Symeon sl. 96,13); Ps.-Symeon 634,11f.; Georg. mon. cont. (Bonn) 798,15f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1016D hob Theophilos M.s Kinder (s. unten 4707A) aus der Taufe. — (11) Theoph. cont. III 23, p. 114,17-22. 115,5f.: ἐπεὶ γοῦν ἐν τῷ τῶν ἵππων ἁμιλλητηρίῳ ὁ τοῦ δομεστίκου θρίαμβος ἐτελεῖτο ...; Symeon log. (Leon gr. 220,20 – 221,9; Theod. mel. 152,16-27; Symeon sl. 96,13-21); Ps.-Symeon 634,13 -22; Georg. mon. cont. (Bonn) 798,17 – 799,4; Georg. mon. cont. (Muralt) 1016D–1017A. — (12) Vita Gregorii Decapolitae (BHG 711) cap. 19, p. 63,4f. (Dvorník); cap. 19, p. 150 (Joannou); cap. 52,23-27 (Makris). Laut Makris ist eine Identifizierung mit M. möglich, kann aber nicht als gesichert gelten. — (13) Theoph. cont. III 24, p. 116,21 – 118,3; III 32, p. 128,12-21; Genesios III 9, p. 43,4-20; 14, p. 48,50-59; Skylitzes 67,23 – 68,38; 69,83 – 70,94; Symeon log. (Leon gr. 222,3-15; Theod. mel. 153,11-22; Symeon sl. 96,32 – 97,2); Ps.-Symeon 636,10-21; Georg. mon. cont. (Bonn) 802,10 – 803,1; Zonaras XV 28, p. 371,6 – 372,1 (der aber auch eine zweite Version bietet, nach der Theophobos der Retter war: XV 27, p. 369,8-10, was unter Berücksichtigung der orientalischen Quellen auch zutreffend zu sein scheint, s. H. Grégoire, in: Vasiliev, Arabes I 414; Rekaya, in: Byz 44 [1974] 67; Lesmüller-Werner, Genesios 156). — (14) Symeon log. (Leon gr. 222,15-19; Theod. mel. 153,23-27; Symeon sl. 97,1-6); Ps.-Symeon 636,22 – 637,2; Georg. mon. cont. (Bonn) 803,1-5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1021A-B. — (15) Theoph. cont. IV 1, p. 148,9-14 (nennt außerdem Bardas); Genesios IV 1, p. 55,18-20; Skylitzes 81,88-91; Zonaras XVI 1, p. 381,14; XVI 2, p. 390,14f. — (16) Genesios IV 1, p. 55,18 – 56,37. — (17) Theoph. cont. IV 1-2, p. 148,17 – 149,17; Genesios IV 2, p. 56,38 – 57,80; Skylitzes 81,7 – 83,50; Zonaras XVI 1, p. 382,3-16. — (18) Theoph. cont. IV 10, p. 159,16-22; Genesios IV 5, p. 59,46 – 60,67; Skylitzes 87,55 – 89,36; Zonaras XVI 1, p. 385,7f.; 386,9-14. — (19) Genesios IV 5, p. 59,47: ὁ πρῶτα φέρων Μανουὴλ ἐν μαγίστροις; Skylitzes nennt ihn bei dieser Gelegenheit nur Magistros. — (20) Synodicon vetus, Appendix II. — (21) Theoph. cont. IV 18,8-19; Skylitzes 94,52-60; Genesios IV 8, p. 61,5-16; Zonaras XVI 2, p. 390,12-17; cf. auch Georg. mon. cont. (Istrin) 3,4-8. — (22) Theoph. cont. IV 25, p. 184,11f.; Skylitzes 101,65f.; Zonaras XVI 3, p. 397,13f.; cf. auch Georg. mon. cont. (Istrin) 7,12f., der eine Warnung M.s an Bardas (# 791) nach der Ermordung des Theoktistos (im Jahre 855) anführt.

Q: — (Hist.): Theoph. cont., zusätzlich IV 1f., p. 148,13 – 149,17; 168; Genesios; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Istrin); Georg. mon. cont. (Muralt); Ps.-Symeon; Glykas 541,8f. (als παραδυναστεύων); Zonaras, zusätzlich XV 27, p. 368,2-6; XV 29, p. 378,2-7. — (Conc.): Synodicon vetus, Appendix II, cap. 156,5-15, p. 196. — (Hag.): Vita Gregorii Decapolitae (BHG 711); Synax. Cpl. — (syr.): Michael syr. III 36. 74 u. ö.; Bar Hebraeus 132. 138. 140; Chronik v. 1234: cap. 211–213, p. 16f. — (arab.): aṭ-Ṭabarī; ibn Wāḍiḥ; ibn Ṭaïfūr. — (Sg.): ZV 2151 A: Μανουὴλ πατρικίῳ βασιλικῷ πρωτοσπαθαρίῳ μαγίστρῳ καὶ βαγύλῳ τοῦ δεσπότου (Mitte des 9. Jh.s).

L : ODB II 1289. — Grégoire, in: Byz 8 (1933) 520–524; idem, in: Byz 9 (1934) 183–204; Peeters, in: AnBoll 52 (1934) 146f.; Vasiliev, Arabes I 154f.; H. Grégoire, in: Vasiliev, Arabes I 413–415; Halkin, Recherches 97–99 (zuerst in: Byz 24 [1954] 9–11); Guilland, Recherches I 386. 436f. 478; Charanis, in: Bsl 22 (1961) 208f.; Rosser, Theophilus 145–153; Treadgold, in: DOP 33 (1979) 157–197, bes. 176–178 (ohne Kenntnis von ZV 2151 A); Winkelmann II 35. 68f. 110. 112. 118. 138. 154. 189 (Lit.); Mango, Re-reading 633–646; Treadgold, Revival 492 (Reg.); idem, History 437–441.

P: Nicht mehr eindeutig zu klären ist, ob M. unter Leon V. Strategos des Anatolikon oder des Armeniakon gewesen ist, da die Quellen hier nicht eindeutig sind. Wenn M. allerdings Strategos des Anatolikon gewesen sein sollte, dann kann dies nur für einen relativ kurzen Zeitraum der Fall gewesen sein, da zwischen 816 und 819 Krateros (# 4158) als Strategos dieses Themas bezeugt ist. — Treadgold, Revival 420 Anm. 304, nimmt fälschlich an, daß M. 819 Monostrategos “der fünf Themen” gewesen sei, hierbei offenbar Bury, Eastern Rom. Emp. 10 Anm. 4, folgend. Jedoch beruht dies auf einem Mißverständnis der Ep. 407 (Fatouros); II. 63 (PG 99) des Theodoros Studites, der hier eindeutig den Metropoliten von Smyrna (# 11422) meint und nicht einen weltlichen Würdenträger. — Die Annahme von Mango, Re-reading 642, daß es sich bei einem anonymen Magistros (# 11566) und Stellvertreter des Kaisers im Jahre 831 um M. handelt, ist nicht sehr wahrscheinlich, da dies zeitlich zu eng mit seiner Desertion zu den Arabern zusammenfällt. — Seit den Forschungen Grégoires gibt es auch über den späteren Lebenslauf M.s keine sichere Meinung mehr. Nach Grégoire, der sich auf Symeon Logothetes stützt, starb M. an den Wunden, die er sich in der Schlacht bei Dazimon (Anzen) 838 zugezogen hatte. Dagegen berichten Theoph. cont. (IV 24, p. 177,18 – 179,12), Genesios (IV 13. 14, p. 65,11 – 66,65), Skylitzes (99,14-16), Zonaras (XVI 3, p. 396,5f.) und Georg. mon. cont. ([Istrin] 9,1-15) von einer zweiten Schlacht bei Anzen ca. 860, bei der M. Michael III. gerettet habe. Treadgold akzeptiert den Bericht des Symeon Logothetes. Tatsächlich ist nicht daran zu zweifeln, daß die Darstellung dieser zweiten Schlacht bei Anzen 860 eine Dublette der Niederlage von 838 ist. Jedoch ist dies nicht unbedingt ein Beweis dagegen, daß M. die erste Schlacht überlebt und zur Zeit Michaels III. weiter eine Rolle in der byzantinischen Politik gespielt hat, auch wenn er dann bis an die siebzig Jahre und älter geworden sein muß, was aber nicht ausgeschlossen ist. Für ein solches Weiterleben spricht vor allem ein von ZV publiziertes Siegel, das einen “Manuel Patrikios, basilikos Protospatharios, Magistros und Bagulos des Kaisers” nennt und von den Herausgebern in die Mitte des 9. Jh.s datiert wird. Bei diesem Kaiser kann es sich nur um Michael III. gehandelt haben, was bedeuten würde, daß M. wenigstens in den ersten Jahren Michaels noch gelebt haben muß, so daß die entsprechenden Nachrichten der Quellengruppe Theoph. cont. – Genesios – Skylitzes denen des Symeon Logothetes vorzuziehen sind. Das Siegel untermauert durch den Titel Bagulos tu despotu sogar konkret die überlieferte Nachricht, daß M. Mitglied des Regentschaftsrates für Michael III. war. Allerdings besteht kaum ein vernünftiger Zweifel daran, daß die Berichte über das Verhalten M.s zur Zeit Michaels III. legendenhaft überzeichnet sind und die Tendenz haben, M. als glühenden Anhänger der Bilderverehrung zu zeigen. Doch spricht dies nicht gegen die Existenz M.s. Sie wird auch durch den Bericht dieser Quellengruppe gestützt, wonach M. aufgrund eines Zerwürfnisses mit Theoktistos zurückgetreten und in Frieden gestorben sei, während der zweite Schlachtbericht als Dublette des ersten eindeutig abzulehnen ist. Der Widerspruch zwischen beidem scheint den Chronisten nicht aufgefallen zu sein. Folgt man dieser Quellengruppe, so muß das Todesdatum M.s nach 855 liegen, da er anläßlich der Ermordung des Theoktistos (20.11.855 oder wenig später) dem für die Ermordung verantwortlichen Bardas (# 791) dessen eigenen Tod prophezeite, auch dies sicherlich legendär (Theoph. cont. IV 19, p. 170,20 – 171,2; Skylitzes 95,94-4; Genesios IV 10, p. 64,81-83). Für ein Weiterleben M.s nach 838 spricht auch die – von den bekannten byzantinischen Quellen unabhängige – Nachricht bei Michael syr. III 95, daß von dem Kalifen nach der Eroberung Amorions (also auch nach der Niederlage bei Dazimon) die Auslieferung M.s gefordert worden sei und daß dieser zu Beginn der Regierungszeit Michaels III. und Theodoras den Oberbefehl über die byzantinische Armee übernommen habe (ibidem III 113). — Im Zeremonienbuch werden anläßlich einer kaiserlichen Stiftung von liturgischen Geräten wohl für die Hagia Sophia am Festtag τῶν φώτων (Epiphanie am 6. Jan.) unter Michael III. zwei Magistroi ohne Namen erwähnt, Konst. Porph., De cerim. II 31, p. 631,12 (Reiske): τῶν δύο μαγίστρων. Für den fraglichen Zeitraum, eher 856 bis 867 als zur Zeit der Regentschaft, sind mehrere Magistroi namentlich bekannt; angesichts der Bedeutung und der Seltenheit des Magistrostitels ist es daher wahrscheinlich, daß die in der Quelle anonym erwähnten Magistroi mit namentlich bekannten Trägern dieses Titels zu identifizieren sind. Eine sichere Zuweisung ist jedoch nicht möglich: Vielleicht ist es am wahrscheinlichsten, daß wir in den beiden Magistroi die Brüder Petronas (# 5929) und Bardas (# 791) zu sehen haben; eine Identifizierung mit M. und/oder Sergios Niketiates (# 6664) scheint ebenfalls möglich; eine Identifizierung mit dem späteren Kaiser Basileios I., Stephanos (# 7076), einem weiteren Bardas (# 793), Theodotakios (# 7896) und/oder Arsaber (# 601) ist weniger wahrscheinlich, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden.

Angehörige (anonym):

1. Kinder 4707A

V: Diese Kinder Manuels sollen nach der Rückkehr ihres Vaters aus dem Kalifat von Kaiser Theophilos aus der Taufe gehoben worden sein.

Q: — (Hist.): Symeon log. (Leon gr. 220,19f.; Theod. mel. 152,15f.; Symeon sl. 96,18); Georg. mon. cont. (Bonn) 798,15f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1016D; Ps.-Symeon 634,11f.

P: Zahl und Geschlecht der Kinder sind unbekannt.

QuelleSource

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