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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Sergius I.

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
6689
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
7. Jh.
Erste Erwähnung
687
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Papst
Name normalisiert
Sergius
Ort
Panormos (Sizilien); Sizilien; Rom; Antiocheia (Syrien); Syrien; Trullos des Kaiserpalastes (Kpl.)
Quelle
Beda; Chronicon Universale; Liber Pont.; Johannes diaconus, Cronaca Veneziana; Paulus Diac.

T: Papst (21. September [Wahl] bzw. 15. Dezember 687 [Weihe] – 9. September 701).

V: Obwohl die Familie syrischer Herkunft aus der Region um Antiocheia war, wurde S. in Panormus (Palermo) auf Sizilien geboren. Nach dem Tod Papst Conons (# 1164) wurde er von einer Mehrheit des Klerus und der Miliz von Rom gegen zwei Mitbewerber, die bereits den Lateran besetzt hielten, als Papst durchgesetzt. Der Exarch von Ravenna, Ioannes Platyn (# 2737), der während der mit der Wahl verbundenen Unruhen nach Rom gerufen worden war, erkannte angesichts der Stimmung in Rom S. als neuen Papst an, allerdings erst, nachdem er von ihm die Summe von 100 Goldpfund erpreßt hatte.

Als Kaiser Iustinianos II. 691/92 im Kuppelsaal des Kaiserpalastes in Konstantinopel eine Synode (Trullanum bzw. Quinisextum) veranstaltete, lehnte S. eine Unterschrift unter die ihm von Byzanz zugesandten Kanones ab, obwohl die päpstlichen Legaten auf dem Konzil unterschrieben hatten. Iustinianos ließ daraufhin zwei Berater des Papstes, Bischof Iohannes von Porto (# 2724) und den consiliarius Bonifatius (# 1025), gefangennehmen und entsandte schließlich den Protospatharios Zacharias (# 8606) nach Rom, um den Papst entweder zur Unterschrift zu bewegen oder aber gleichfalls gefangenzunehmen. Zacharias stieß allerdings auf den Widerstand der italienischen Truppen des Reiches, vor deren Zorn er sich angeblich sogar unter dem Bett des Papstes verstecken mußte. Bevor der Kaiser weitere Maßnahmen gegen den unbotsamen Papst ergreifen konnte, wurde er selbst gestürzt.

Q: — (lat.): Liber Pont. I 86, p. 371–376; Beda p. 316,556; Paulus Diac., Hist. VI 11, p. 168,18-21; Chronicon Universale 16,50 – 17,2; Johannes Diaconus, Cronaca Veneziana 87,21f.

L : ODB III 1880; LdMA VII (1995) 1786f.; LThK IX (2000) 485; Kelly, Päpste 97f. — Stratos, Byzantium V 43f. 54f. 131. 136; Head, in: Byz 40 (1970) 18f.; ead., Justinian II 179 (Reg.); Treadgold, History 336.

QuelleSource

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