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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Theodorus

Θεόδωρος

Ralph-Johannes Lilie , Claudia Ludwig , Beate Zielke and Thomas Pratsch

T: Presbyteros, Legat des Papstes Agatho (# 129) auf dem 6. Ökumenischen Konzil in Konstantinopel 680/81 — Θ. καὶ Γεωργίου τῶν εὐλαβεστάτων (sive θεοφιλεστάτων) πρεσβυτέρων καὶ Ἰωάννου τοῦ εὐλαβεστάτου (sive θεοσεβεστάτου) διακόνου ἐπεχόντων τὸν τόπον τοῦ ὁσιωτάτου (καὶ ἁγιωτάτου) πάπα (τοῦ ἀποστολικοῦ θρόνου) τῆς πρεσβυτέρας Ῥώμης Ἀγάθωνος (Präsenzlisten; s. a. Theodoro et Georgio deo amabilibus presbiteris et Iohanne reverentissimo diacono locum gerentibus Agathonis sanctissimi ac beatissimi archiepiscopo antiquae Romae – actio XVII); humilis presbyter sanctae Romae ecclesiae, locum repraesentans Agathonis ter beatissimi universalis Papae urbis Romae — ἐλάχιστος πρεσβύτερος τῆς ἁγίας ἐκκλησίας Ῥώμης καὶ τὸν τόπον ἐπέχων Ἀγάθωνος τοῦ μακαριωτάτου καὶ οἰκουμενικοῦ πάπα πόλεως Ῥώμης (Subskriptionslisten der actiones XVII und XVIII sowie Sermo prosphoneticus); ... archipresbiterum (a. 687); Topoteretes — τοποτηρητής (Georg. mon.); laut Photios Exarchos.

V: T. firmierte während des 6. Ökumenischen Konzils 680/81 in Konstantinopel als Legat des Papstes Agatho (# 129) (zusammen mit Georgius [# 2286], Iohannes [# 3414], Constantinus [# 1169] sowie den Bischöfen Iohannes von Porto [# 2724], Iohannes von Rhegion [# 2725] und Abundantius von Paterno [# 73]).

Schon in der Sacra des Kaisers Konstantinos IV. an den Patriarchen Georgios II. (# 1968) vom 10.9.680 (Winkelmann, Streit Nr. 159) wird er (wie die anderen päpstlichen Legaten) als bereits in Konstantinopel eingetroffen genannt (ACO II/2/1, p. 12,11). Die Legaten waren bereits im Brief Papst Agathos und der römischen Synode vom 27.3.680 angekündigt worden (ibidem 56,7-9).

Zu Beginn der ersten Sitzung (7.11.680) wurde die Sitzordnung geklärt. T. saß mit Georgius und Iohannes und den anderen römischen Vertretern an der linken Seite des Kaisers, der Ehrenseite (ibidem 20,1ff.).

Gleich zu Beginn der dritten Sitzung (13.11.680) protestierten die römischen Legaten während der Verlesung der Akten des 5. Ökumenischen Konzils (553) zunächst gegen die Verlesung eines Briefes (s. Winkelmann, Streit Nr. 1, der ihn – mit Grumel, Regestes Nr. 243 – für echt hält [cf. Riedinger, in: ACO II/2/2, p. XI]) des Patriarchen Menas (536–552) an den Papst Vigilius (537–555) (ibidem 40,21ff.). Die geforderte Überprüfung des Kodex ergab, daß im ersten Buch (βιβλίον) drei Quaternionen interpoliert waren, was anhand der Paginierung festgestellt wurde (ibidem 40,32-42,4). Es wurde deshalb beiseite gelegt und das zweite Buch kam zur Verlesung. Diese begann mit einem Brief des Papstes Vigilius (aus dem Jahre 547; JE 920), in dem dieser una operatio bzw. μία ἐνέργεια gelehrt habe. Es handele sich um eine Fälschung (ibidem 42,21ff.), behaupteten die römischen Legaten, was – wie man inzwischen weiß (s. Straub, in: ACO 4/1, XVII–XXI) – unrichtig war. T., Georgius und Iohannes forderten eine Überprüfung des Kodex (ibidem 44,1ff.), der Kaiser verschob dies jedoch auf eine spätere Sitzung und ordnete zunächst die weitere Verlesung der Akten des 5. Ökumenischen Konzils an.

Während der sechsten Sitzung (12.2.681) forderten T., Georgius und Iohannes, die Testimonien, die der (monotheletische) Patriarch Makarios von Antiocheia (# 4670) und dessen Schüler Stephanos (# 6920) dem Konzil vorgelegt hatten, anhand der im Patriarchatsarchiv vorhandenen Originale überprüfen zu lassen (ὅθεν αἰτοῦμεν τὸ ὑμέτερον εὐσεβὲς κράτος [sc. den Kaiser] τὰ αὐθεντικὰ βιβλία ὧν προήγαγον πατρικῶν χρήσεων προαχθῆναι ἐκ τοῦ εὐαγοῦς πατριαρχείου τῆς θεοφυλάκτου ταύτης καὶ βασιλίδος πόλεως ...), um die Verfälschungen (συσκιασμός, wörtlich: “Verschattung”) des Makarios zu zeigen (ibidem 178,6ff.). Sie selbst präsentierten einen Kodex mit Testimonien, die die dyotheletische Lehre beweisen sollten (ibidem 178,22ff.). Dieses römische Florileg (CPG 9429 [1 und 2]) wurde dann während der siebten Sitzung (13.2.681) vorgelegt, jedoch noch nicht verlesen (um den Kaiser nicht zu ermüden!) (ibidem 188,2ff.) – es stellte dann in der zehnten Sitzung (18.3.681) den Hauptgegenstand dar. In der achten Sitzung (7.3.681), unmittelbar nach der ersten Verurteilung des Makarios durch die Synode (ibidem 242,10-13), ergriffen die römischen Legaten (T., Georgius und Iohannes) gegen den Abt Stephanos das Wort (ibidem 244,19ff.), hierbei den Theophanes (# 8082) – ebenfalls der römischen Delegation angehörend – unterstützend. Während der zehnten Sitzung (18.3. 681), am Ende der Verlesung der römischen Testimonien, beantragten T., Georgius und Iohannes noch die Verlesung einer Stelle aus Apollinaris' von Laodikeia Contra Diodorum (CPG 3656), die zeigen sollte, daß der Monotheletismus auch auf der Lehre dieses Häretikers basierte (ibidem 388,11ff.). Zuletzt griffen T. und die anderen römischen Legaten aktiv ins Konzilsgeschehen in der elften Sitzung (20.3.681) ein, als sie die Untersuchung weiterer Schriften des Makarios und Stephanos beantragten (ibidem 494,17ff.). Danach traten sie nicht mehr in Erscheinung, was erstaunlich ist. So äußerten sie sich mit keinem Wort zur Verlesung der zwei Briefe – des als Häretiker verurteilten – Papstes Honorius während der vierzehnten Sitzung. G. Kreuzer (Honoriusfrage 98) vermutete deshalb, daß die römischen Legaten diese Briefe nicht kannten, trotz ihrer sonst bemerkenswerten Vorbereitung auf das Konzil.

T. unterschrieb die Subskriptionslisten der actiones XVII und XVIII an erster Stelle. Offensichtlich war er der griechischen Sprache mächtig, wenn er nicht selbst ein Grieche (möglicherweise aus einem der römischen Griechenklöster) war, sonst hätte er dem Konzilsgeschehen nicht so aufmerksam folgen und eingreifen können. T. war offenbar eine wichtige Persönlichkeit in Rom. Er trat mehrfach als Papstkandidat auf, so im Jahre 686 als Wunschkandidat des exercitus (Liber Pont. I, 368,3f.) – gewählt wurde Conon (# 1164) – und im Jahre 687 erneut (Liber Pont. I, 371,7f.). Diesmal trug er den Titel eines Archipresbyter, war also unter Conon befördert worden. Gewählt wurde diesmal Sergius (# 6689). Der Tod des T. ist also nach 687 anzusetzen.

Q: — (Hist.): Georg. mon. 726, 2-4; Georg. mon. (Muralt) 892C; Kedrenos I 766,18-20; Theod. Skut. 114,5f. — (Ep.): Photios, Ep. 1 (I 12 Laourdas–Westerink). — (Conc.): ACO II/2/1-2, p. 12,11; 20,16; 44,1; 56,8; 178,6; 186,10. 29; 188,2; 244,19; 388,11; 494,17; 726,11; 870,4; 889,19; Präsenzlisten: p. 16,3ff.; 17,3ff.; 28,7ff.; 36,20ff.; 48,6ff.; 162,9ff.; 172,3ff.; 182,3ff.; 192,1ff.; 264,1ff.; 278,35ff.; 402,3ff.; 514,25ff.; 570,10ff.; 628,26; 666,3ff.; 684,3ff.; 706,12f. (nur latein.); 754,13f.; Subskriptionslisten: p. 729,3f. (nur latein.); 778,4 (actio XVIII, Nr. 1); 822,4f. (Sermo prosphoneticus, Nr. 1); Synodicon vetus, cap. 141,4, p. 118. — (lat.): Liber Pont. I 81, p. 350,8; 368,3f.; 371,7f.; Gesta episc. Neapol. 32, p. 419,20-22. — (syr.): Michael syr. II 451f.

L : LThK IX (2000) 1416f. — Hefele III 254f. mit Anm. 3; 260–262; Duchesne, in: Liber Pont. I, 370 Anm. 3 und 377 Anm. 5; Caspar II 597. 621. 623; Conte, Chiesa 34 Anm. 7; 207f. mit Anm. 234; Kreuzer, Honoriusfrage 84ff. 98f.; Riedinger, Präsenz- und Subskriptionslisten 7; Sansterre, Moines 156 Anm. 71; Murphy–Sherwood 236; Riedinger, in: ACO II/2/2, p. XIff.; Winkelmann, Streit Nr. 159 (= CPG 9419 = Dölger, Regesten Nr. 244).

P: Michael syr. II 451f. berichtet die phantastische Geschichte, daß T. im Auftrag des Papstes den Kaiser mit 170 Kentenaren Goldes bestochen haben soll, die von Maximos Homologetes (# 4921) verkündete Häresie durchzusetzen. Dies wird von ihm wenig später noch einmal wiederholt. Wie Michael syr. zu dieser Mitteilung kommt, die von anderen Quellen nicht bestätigt wird, ist völlig unklar, zeigt aber deutlich seine “promonotheletische” Einstellung.

QuelleSource

Downloaded on 28.1.2023 from https://www.degruyter.com/database/PMBZ/entry/PMBZ19033/html
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