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Theoktiste Phlorina

Θεοκτίστη

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
8025
Namensvariante
Phlorina (Beiname oder Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Beides
Zeit
8. Jh.; 9. Jh.
Titel / Beruf
Zoste; Patrikia; Zoste-Patrikia; Logothetes (# 8025A)
Name normalisiert
Theoktiste
Ort
Ebissa (Paphlagonien); Paphlagonien; Psamathia (Stadtteil von Kpl.); Gastriakloster (Kpl.); Hagios Andreas (Insel in Bithynien); Bithynien
Quelle
Vita Theodorae imp. (BHG 1731); ZN; Oikonomidès, Dated Seals; Vita Euthymii Sard. (BHG 2145); Zonaras; Kedrenos; Theoph. cont.; Skylitzes; Ps.-Symeon; Genesios; Konst. Porph., De cerim.; Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494)

N: Phlorina (Theoph. cont. III 5, p. 89,18f.; Zonaras XV 26, p. 258,11f.).

T: Zoste-Patrikia — ζωστή τε καὶ πατρικία.

V: Gattin des Marinos (# 4812) und Mutter der Kaiserin Theodora (# 7286), der Ehefrau des Kaisers Theophilos (829–842). Weitere Kinder waren die Söhne Bardas (# 791) und Petronas (# 5929) sowie die Töchter Sophia (# 6842), Maria (# 4738) und Eirene (# 1448). Die Familie wohnte in dem Ort Ebissa in Paphlagonien oder stammte von dort. Nach der Heirat Theodoras (vermutlich im Jahre 821) erhielt sie den Titel einer Zoste-Patrikia. Etwa in dieser Zeit (nach 821) soll sie von dem Patrikios Niketas (# 5435) ein Haus (oder einen Palast) im Stadtteil Psamathia von Konstantinopel erworben haben, das später (vermutlich unter der Herrschaft des Theophilos 829–842; cf. Janin) in ein Kloster (Gastriakloster) umgewandelt wurde (Theoph. cont. III 5, p. 90,2-5). Sie wird in den Quellen als heimliche Bilderverehrerin bezeichnet; so soll sie sowohl verfolgten Bilderanhängern geholfen als auch ihre Enkeltöchter in diesem Sinne beeinflußt haben. Nach dem Tod des Theophilos soll sie sich dann bei ihrer Tochter, der Kaiserin, für die Wiederherstellung der Ikonenverehrung eingesetzt haben. Laut dem Zeremonienbuch war sie im Gastriakloster im Narthex der Kirche in einem Sarkophag aus prokonnesischem Marmor beigesetzt, in derselben Kirche, in der auch ihre Tochter Theodora und andere Familienmitglieder beigesetzt waren.

Q: — (Hist.): Theoph. cont. III 5, p. 89,15 – 91,10; IV 22, p. 174,12 (ohne Namen); Genesios IV 2, p. 56,65 – 67,67; Skylitzes 82,37f.; Ps.-Symeon 628,11-14 (fälschlich auf Euphrosyne [# 1705] bezogen); Zonaras XV 26, p. 358,8 – 359,18; XVI 3, p. 394,11; Kedrenos II 103,8 – 104,21. — (Hag.): Vita Theodorae imp. (BHG 1731) 2,10-14; 3,3-18 (Regel); cap. 2,4-8. 26-41, p. 257f. (Markopulos); Vita Euthymii Sard. (BHG 2145) cap. 18f., p. 45–47. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II, 42 p. 648,3 (Reiske). — (Sg.): ZN 1083 = Oikonomides, Dated Seals 48: Θεοκτίστης ζωστῆς πατρικίας καὶ μήτηρ (sic) τῆς βασιλίσσης.

L : Guilland, Titres 274; Janin, Églises 67; G. Huxley, in: Les femmes et le monachisme byzantin 23.

P: Zu dem Erwerb des Hauses, das später in das Gastriakloster umgewandelt wurde, cf. unter Niketas (# 5435).

Angehörige (anonym):

1. Schwiegersohn (?) 8025A

T: Logothetes.

V: Im Jahre 831 war er auf der Insel des hl. Andreas (Bithynien) beteiligt an Folter und Verhör des Euthymios von Sardes (# 1838). Er soll ein Verwandter des Kaisers Theophilos gewesen sein, beide hatten angeblich dieselbe Schwiegermutter (nämlich Theoktiste).

Q: — (Hag.): Vita Euthymii Sard. (BHG 2145) cap. 18f., p. 45–47.

L : Gouillard, in: TM 10 (1987) 9f. 44 Anm. 96.

P: Gouillard hält es für möglich, daß dieser Logothetes mit dem in den Acta Davidis, Symeonis et Georgii (BHG 494) cap. 22, p. 238,8-12 genannten Patrikios Kosmas (# 4128) identisch ist. — Die Bemerkung über die gemeinsame Schwiegermutter läßt den Ehemann einer der drei Schwestern der Kaiserin Theodora (Sophia, Maria oder Eirene) vermuten, also Arsaber (# 601), Sergios (# 6666) oder Konstantinos Babutzikos (# 3932). Jedoch hatte, so weit wir wissen, keiner von diesen Amt oder Titel eines Logothetes inne. Es ist überhaupt zu fragen, ob der ganze Vorgang als historisch anzusehen ist.

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