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Vlastimir

Βλαστίμηρος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
8590
Namensvariante
Blastimeros (griech.); Blastimiros
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
9. Jh.
Erste Erwähnung
835
Titel / Beruf
Serbe; Archon Serben; Herrscher Serben
Name normalisiert
Vlastimir
Ort
Serbien; Bulgarien; Terbunia bzw. Tribunia (Serbien)
Quelle
Konst. Porph., DAI

N: Blastimeros/Vlastimeros — Βλαστίμηρος (DAI); Vlastimir (DAI, Comm.; Belke–Soustal); Blastimiros (Belke–Soustal).

T: Archon, Herrscher der Serben (ca. 835–860).

V: Er herrschte von ungefähr 835–860 über die Serben. Nach der Darstellung im DAI folgte er als Archon der Serben seinem Vater Prosigoïs (# 6382) nach. Er war ein Enkel des Radoslav (# 6391) und hatte die drei Söhne Mutimir (# 5207), Stroïmir (# 7149) und Goïnik (# 2318) sowie eine Tochter (# 4153A).

Ca. 839 wurden die Serben von den Bulgaren unter Persian (# 5906) angegriffen, die diese unterwerfen wollten. Nach Zlatarskij geschah dies möglicherweise auf Betreiben des byzantinischen Kaisers Theophilos. Es kam zu einem dreijährigen serbisch-bulgarischen Krieg, wohl 839–842, in dem die Bulgaren von V. abgewehrt wurden und große Verluste erlitten.

Während seiner Regierungszeit, vielleicht um 850, verheiratete er seine Tochter mit Krajina (# 4153), dem Župan von Terbunia (Tribunia), dem er nach der Darstellung des DAI im Anschluß den Titel eines Archon von Terbunia und relative Selbständigkeit verliehen haben soll. Nach seinem Tode teilten seine drei Söhne das Reich unter sich auf.

Q: — (Fs.): Konst. Porph., DAI 32,35-44; 34,4-11.

L : ODB III 2185; LdMA VIII (1997) 1807; DAI, Comm. 134; Belke–Soustal 173; Zlatarskij, Istorija I1, 346.

P: Das ODB vermerkt, daß laut DAI 32,33-38 Vlastimir und seine Vorgänger den byzantinischen Kaisern ergeben gewesen seien (“these princes were ‘in servitude and submission’ to Byz.”) Die Passage im DAI ist aber nicht ganz klar in diesem Sinne interpretierbar, denn die Formulierung ἔχοντες δὲ δούλωσιν καὶ ὑποταγὴν εἰς τοὺς βασιλεῖς τῶν Ῥωμαίων καὶ εὐεργετούμενοι παρ᾿ αὐτῶν (DAI 32,37-38) bezieht sich nicht auf die serbischen Herrscher, sondern auf die Bulgaren, die bis in Vlastimirs Zeit noch in friedlicher Nachbarschaft zu den Serben gelebt hätten (laut Belke–Soustal 173 ist dies jedoch eine unwahre Behauptung).

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