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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Alexandros

Ἀλέξανδρος

  • Ralph-Johannes Lilie , Claudia Ludwig , Beate Zielke and Thomas Pratsch

N: Arab.: al-Iskandar bzw. al-Iskandrūs (Mas‘ūdī, Murūǧ); arm.: Ałēk‘sandr (Yovhannēs Drasx.; Stephan von Taron [Asołik]); altruss.: Oleksandr (Nestorchronik); Beiname: Porphyrogennetos — Imperante domno nostro Leone et Alexandro porfirogenito maghni imperatoribus (Codex diplomaticus Cajetanus).

T: Mitkaiser seines Vaters Basileios I. (wohl seit 879) und seines Bruders Leon VI.; Kaiser (11. Mai 912 – 6. Juni 913).

V: A. wurde wahrscheinlich 870 in Konstantinopel als jüngster Sohn Basileios’ I. und der Eudokia Ingerina (# 21754) geboren (s. dazu unter P). Ps.-Symeon gibt als konkretes Geburtsdatum den 23. November des fünften Jahres des Basileios an, also den 23.11.871. Die Logothetenchronik bezeichnet ihn ausdrücklich als (ehelichen) Sohn des Basileios (Leon gr.: οὗτος παῖς γενόμενος καὶ γνήσιος Βασιλείου), während sie bei seinen älteren Geschwistern ja unterstellt, daß diese in Wahrheit von Michael III. gezeugt worden waren. Geschwister bzw. Halbgeschwister waren Anastasia (# 20280), Anna (# 20427), Helene (# 22572) und Maria (# 24913), sowie Konstantinos (# 23742), Leon und Stephanos (# 27208). Laut Theoph. cont. wurde A. in einem gewissen zeitlichen Abstand (μετὰ χρόνον τοίνυν τινά) zu seinen älteren Brüdern Konstantinos und Leon von Basileios I. zum Mitkaiser gekrönt, während Skylitzes dies in das dritte Regierungsjahr des Basileios (τῷ δὲ τρίτῳ ἔτει τῆς μοναρχίας), also auf 870, verlegt. Die Darstellung bei Genesios legt eine gleichzeitige Krönung der drei Brüder kurz nach der Thronbesteigung des Basileios nahe. Da A. aber anscheinend erst 870 geboren wurde, dürfte dies unrichtig sein. Das in der Forschung mehrfach angenommene Jahr 879 besitzt eine gewisse Wahrscheinlichkeit, da der älteste Sohn und Mitkaiser Konstantinos in diesem Jahr gestorben war, so daß A. ihn im Kaiserkollegium gewissermaßen ersetzt hätte. Jedoch gibt es auch hiergegen Argumente (1).

Photios (# 26667) bezeichnet Leon und dessen Bruder A. in einem Brief als seine πνευματικὰ τέκνα, wobei unklar bleibt, ob es sich hierbei um mehr als eine allgemeine Aussage handelt, wie sie von einem Patriarchen erwartet werden kann. Die Vita Euthymii berichtet, daß Basileios die Herrschaft seinem Sohn Leon und dessen Bruder A. hinterlassen habe, obwohl letzterer keine brüderlichen Gefühle für Leon gezeigt habe. In gewisser Weise wird dies durch die Vita Theophanus bestätigt, die davon spricht, daß Basileios I. A. zusammen mit Stephanos und Leon zu sich gerufen und ihn zum Miterben (συγκληρονόμος und συμπράκτωρ) Leons bestimmt habe. Freilich war er dies als amtierender Mitkaiser ohnehin schon (2). Bei Mas‘ūdī ist zu lesen, daß A. nach dem Tod Basileios’ I. als Kaiser eingesetzt wurde, daß seine Regierung aber nicht zufriedenstellend gewesen sei, so daß er abgesetzt und durch seinen Bruder ersetzt worden sei. Er habe ein Jahr oder, gemäß anderen, etwas länger regiert, und sei dann wegen seiner Boshaftigkeit und verabscheuenswürdigen Herrschaft zugrunde gegangen. Möglicherweise ist diese Mitteilung ein Reflex auf die zeitweilige Absetzung Leons VI. als Mitkaiser des Basileios in den Jahren 883–886. In dieser Zeit scheint A. der alleinige Mitkaiser und damit präsumtive Nachfolger des Basileios gewesen zu sein (3).

Während der Regierungszeit Basileios’ I. und Leons VI. tritt A. in den historiographischen Quellen kaum hervor. Nur die georgische Vita Hilarionis behauptet, daß drei georgische Mönche (# 30203) Leon VI. und A. in der hl. Schrift und in der georgischen Sprache unterrichet hätten. Jedoch ist diese Nachricht nicht vertrauenswürdig (4). Die koptische Patriarchengeschichte überliefert ein Schreiben der Kaiser Leon VI. und A. an den ägyptischen Herrscher Ḫumārawayh (# 22639), das in den Zeitraum 886–896 zu datieren ist (5).

Kurz nach dem Regierungsantritt Leons VI. begleitete A. auf Anordnung des Kaisers den Leichnam Michaels III., als dieser aus Chrysopolis nach Konstantinopel in die Apostelkirche umgebettet wurde. Im Kletorologion des Philotheos wird außerdem berichtet, daß an dem Tag, an dem er seine Brumalia feierte (24. November), in seinem Namen Geschenke im Wert von zehn Goldpfund verteilt worden seien (6).

Nach dem Tod der Zoe Zautzina (# 28505), der zweiten Frau Leons VI., und vor der Eheschließung Leons mit Eudokia Baïane (# 21759), also vermutlich 899 oder 900, soll Leon VI., wie die Vita Euthymii berichtet, A. von seiner Gattin getrennt haben, da er ihn beschuldigte, gegen den Kaiser zu konspirieren: τῷ γὰρ ἰδίῳ ἀδελφῷ Ἀλεξάνδρῳ ἀκούσας νεωτερίζειν ἐπιχειροῦντα κατ᾿αὐτοῦ τῆς ἰδίας γαμετῆς ἐστέρησεν, τοῦτον ἐάσας παντὶ ἀνέμῷ περιφερέσθαι (7). Am 11. Mai 903 soll A. aus Krankheitsgründen nicht an einer Prozession Leons VI. in die Mokioskirche teilgenommen haben, während der Leon von einem Attentäter (Stylianos [# 27410]) angegriffen und verletzt wurde. Man habe ihn deshalb als Anstifter des Attentats verdächtigt (8).

Bei der Taufe Konstantinos’ VII. Porphyrogennetos am 6. Januar 906 (Epiphanias) wurde Konstantinos von A. und dem Patrikios Samonas (# 26973) aus der Taufe gehoben (9).

Theoph. cont. berichtet von einer Mondfinsternis, die als übles Vorzeichen gedeutet wurde, das den Fall einer hochstehenden Person anzeige. Leon VI. bezog dies auf seinen Bruder A., tatsächlich habe es jedoch Samonas betroffen, der wenig später gestürzt worden sei (10).

Angeblich soll Leon VI. mehrfach versucht haben, A. von der Thronfolge auszuschließen. So habe er ca. 907/08 eine Versammlung einberufen, an der der Patriarch Euthymios (# 21913), die Metropoliten und Episkopoi sowie die Befehlshaber der Themen und der Tagmata teilgenommen hätten. Von den Versammelten habe er sich schriftlich versprechen lassen, daß sie, solange sein Sohn Konstantinos (VII. Porphyrogennetos) lebe, weder seinen Bruder noch einen anderen zum Kaiser krönen würden. Später habe er dies dann wieder zurückgenommen. Kurz vor seinem Tod soll er sogar versucht haben, A. gänzlich zugrundezurichten (ἐβουλήθη μὲν τὸν ἀδελφὸν ἀπολέσαι κακῶς), indem er sich bemühte, Himerios (# 22624), den Schwager seiner Frau Zoe Karbonopsina (# 28506), zum Vormund (ἐπίτροπος) seines Sohnes zu machen, was zur Folge gehabt hätte, daß Himerios Regent geworden wäre. Jedoch hätten sein Tod und der Widerstand des Senates dies verhindert (11).

Vor seinem Tod am 11. Mai 912 setzte Leon VI. A. als seinen Nachfolger ein, sagte ihm eine dreizehnmonatige Regierungszeit voraus und bat ihn, für seinen Sohn Konstantinos (VII.) zu sorgen und über ihn zu wachen (12).

Regierungszeit:

A. herrschte nur ein Jahr und 22 Tage. Seine Person und seine Regierungstätigkeit werden in den Quellen durchgängig negativ dargestellt. Allgemein werden ihm, nicht nur für seine Regierungszeit, sondern auch schon für die vorangegangenen Jahre, Verantwortungslosigkeit, Zügellosigkeit und Sittenlosigkeit vorgeworfen, wobei die Chronik des Theoph. cont. dies immerhin teilweise damit entschuldigt, daß A. sich wegen der Verdächtigungen seines Bruders Leon VI. nicht an den Staatsgeschäften habe beteiligen können. Angeblich war er abergläubisch und auch zu absurd scheinenden Handlungen fähig, wenn man ihm sagte, daß sie eine glückliche Herrschaft für ihn zur Folge haben würden. So ließ er einem bronzenen Eber (σύαγρος ὁ χαλκοῦς), der im Hippodrom stand, fehlende Zähne und Schamteile ersetzen, da sich das auf seine eigene Gesundheit positiv auswirken würde, und schmückte das Hippodrom bei einem Pferderennen mit Leuchtern und Kerzenhaltern, die aus den Kirchen herbeigeholt wurden. Außerdem ließ er im Hippodrom die Bronzefiguren der Tierkreiszeichen (Zodiaka) bekleiden und mit Kerzen erleuchten. Angeblich erlitt er im Hippodrom einen Schwächeanfall und mußte in den Palast getragen werden (13).

Das lateinische Chron. Salernitanum überliefert eine Anekdote, die A. geradezu Götzendienst unterstellt: Die Römer hätten einst 70 Statuen für die von ihnen unterworfenen Völker auf dem Kapitol aufgestellt. Jedesmal wenn ein Volk rebelliert habe, habe die an der jeweiligen Statue befestigte Glocke geläutet, so daß ein Heer zum Unterdrücken der Rebellion ausgeschickt werden konnte. Diese Statuen seien nach Konstantinopel überführt worden. A. nun habe befohlen, diese Statuen mit seidenen Gewändern zu schmücken, da die Kaiser Roms so lange ruhmreich gewesen seien, wie diese Statuen verehrt worden seien. Daraufhin sei ihm in der Nacht der Apostel Petrus erschienen, habe A. geschlagen und sich selbst als princeps Romanorum bezeichnet. A. sei erwacht, habe Blut erbrochen und sei gestorben, woraufhin Konstantinos VII. zum Kaiser erhoben worden sei. Möglicherweise hängt die Darstellung des Chron. Salernitanum, die eigentlich an eine ähnliche, in Rom zirkulierende Legende anknüpft, damit zusammen, daß A., wie die Vita Euthymii berichtet, angeordnet haben soll, die Tierkreiszeichen im Hippodrom zu bekleiden. Freilich ist völlig unklar, wie der Autor des Chron. Salernitanum, der in der zweiten Hälfte des 12. Jh.s schrieb, an diese Nachricht gekommen ist (14).

A. starb am 6. Juni 913, angeblich an Magenbeschwerden, die auf das Übermaß an Essen und Alkohol zurückzuführen waren. Bei Arethas von Kaisareia findet sich die Darstellung eines längeren Siechtums des A., wobei sein Körper aufgedunsen sei und üble Gerüche abgesondert habe (15). Begraben wurde er bei seinem Vater Basileios I. (Theoph. cont.). Nach dem Zeremonienbuch war er gemeinsam mit seinem Vater und seiner Mutter in einem Sarkophag aus grünem thessalischem Marmor im Heroon Konstantins des Großen in der Apostelkirche beigesetzt. Ein Portrait des Kaisers hat sich auf der Galerie der Hagia Sophia erhalten (16).

Ob die überwiegend negativen Quellenaussagen zu A. zutreffend sind, ist auf der gegebenen Quellengrundlage schwer zu beurteilen, da diese Quellen zu einem Großteil in der Zeit Konstantins VII. Porphyrogennetos entstanden sind, so daß man annehmen kann, daß die negativen Züge des A. in ihnen bewußt hervorgehoben worden sind.

Familienpolitik:

A. war als noch von Basileios I. eingesetzter Mitkaiser Leons VI. dessen Nachfolger, da Leons Sohn Konstantinos VII. noch nicht alt genug für eine eigene Regierung war. Die chronikalen Quellen berichten, daß A. versucht habe, Konstantinos VII. entmannen zu lassen oder auf andere Weise auszuschalten und einen seiner Günstlinge zum Nachfolger zu machen, doch sei dies am Widerstand der alten Anhänger Leons VI. gescheitert. Da A. selbst keine Kinder gehabt zu haben scheint – zumindest finden sie in den Quellen keine Erwähnung –, wäre Konstantinos VII. wohl in jedem Fall der gegebene Nachfolger gewesen. Allerdings suchte A., sich der Verwandten seines Bruders und Vorgängers zu entledigen. Zoe Karbonopsina mußte den Hof verlassen und ins Kloster gehen, ihr Schwager Himerios, der angeblich noch von Leon zeitweilig als Regent für Konstantinos VII. vorgesehen war, was die Ausschaltung A.s zur Folge gehabt hätte, wurde nach einer Niederlage gegen die Araber abgesetzt und in das im Kalypaspalast gelegene Kampaskloster verbannt (17). Laut der Vita Euthymii ließ A. sich durch Patriarch Nikolaos I. Mystikos mit seiner Geliebten verheiraten und ließ, um dies zu ermöglichen, seine rechtmäßige Gattin mitsamt deren Mutter gegen ihren Willen scheren und in das Nonnenkloster Mesokapelu bringen (18).

Innenpolitik:

Von den innenpolitischen Maßnahmen des A. sind nur einige Personalentscheidungen überliefert. Die Absetzung und Verbannung des Himerios ist schon erwähnt worden. Außerdem soll A. sofort nach seinem Regierungsantritt gegen alle, die gegen ihn Partei genommen oder ihm irgendetwas Böses angetan hatten, ungeachtet ihres Ranges vorgegangen sein (19). Unmittelbar nach seiner Thronbesteigung machte er den Kleriker (Papas) Ioannes Lazanes (# 22906) zum Rhaiktor. Den Gabrielopulos (# 22045) und den Basilitzes (# 21126), beide schon vor der Thronbesteigung zu seinem Anhang gehörend, beschenkte er reich und erhob sie in den Rang von Patrikioi. Angeblich soll er sogar erwogen haben, den Basilitzes zum Mitkaiser zu krönen und anstelle des jungen Konstantinos VII. zu seinem Nachfolger zu machen. Als Vormünder für Konstantinos hinterließ er bei seinem Tod den Patriarchen Nikolaos I. Mystikos (# 25885), die beiden Magistroi Stephanos (# 27224) und Ioannes Eladas (# 22909), den Rhaiktor Ioannes Lazanes, sowie Euthymios (# 21927), Basilitzes und Gabrielopulos (20).

Kirchenpolitik:

Kirchenpolitisch ist das Verhalten A.s unklar. Die chronikalen Quellen vermelden übereinstimmend, daß er Nikolaos I. Mystikos aus dessen Verbannung im Galakrenaikloster zurückgeholt und zusammen mit ihm im Rahmen eines Silentions den amtierenden Patriarchen Euthymios abgesetzt habe. Dies wird auch recht nachdrücklich bestätigt durch den Epitaphios Logos auf Euthymios aus der Feder des Arethas von Kaisareia (# 20554), der wohl anläßlich der Translation der Gebeine des Euthymios in das Psamathiakloster um den 9. Juli 920 gehalten wurde. Allerdings findet sich auch die Darstellung, daß die Wiedereinsetzung des Nikolaos bereits von Leon VI. vollzogen worden war. Eine zweifelsfreie Entscheidung scheint auf der gegebenen Quellengrundlage nicht mehr möglich zu sein (21).

Außenpolitik:

Über die Außenpolitik A.s wird nur berichtet, daß er die Gesandten des bulgarischen Zaren Symeon (# 27467), die dieser aus Anlaß von A.s Thronbesteigung nach Konstantinopel geschickt hatte, verächtlich und herablassend behandelt habe, was den erzürnten Symeon zur Wiederaufnahme des Kriegs gegen Byzanz bewogen haben soll (22). Ebenso gibt es Hinweise darauf, daß auch die arabischen Kriegsgefangenen, die sich in Konstantinopel befanden, unter ihm zu leiden hatten, was zu einer Protestgesandtschaft des Kalifen führte (23). Eine Nachricht bei dem armenischen Katholikos und Historiker Yovhannēs Drasxanakertc‘i legt nahe, daß A. es ablehnte oder nicht in der Lage war, dem byzantinischen Verbündeten Smbat I. (# 27141) militärische Hilfe gegen die Bedrohung durch den Emir Yūsuf (# 28472) zur Verfügung zu stellen (24). Eine grundlegende Linie seiner Außenpolitik ist aus den wenigen Nachrichten, die über seine Herrschaft erhalten sind, nicht ersichtlich.

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. V 35, p. 264,14f.; Skylitzes, Basileios Kephalas 17, p. 134,88f.; Genesios IV 29, p. 80,94-1; Symeon log. (Leon gr. 255,6f.; Symeon sl. 111,34f.); Symeon log. (Wahlgren) 132,41f.; Ps.-Symeon 690,4f.; Zonaras XVI 8, p. 419,3-5; gegen eine Krönung erst nach dem Tod des Konstantinos spricht ein Brief des Papstes Iohannes VIII. (# 23470) vom August 979, der an die Kaiser Basileios, Konstantinos und A. gerichtet ist, merkwürdigerweise unter Auslassung Leons. In der griechischen Übersetzung dieses Briefes ist dann Konstantinos durch Leon ersetzt. Aber in jedem Fall zeigt der Brief (MGH Epp., epp. Iohannis VIII. Nr. 207), sofern es sich bei der Nennung des Konstantinos im lateinischen Text nicht um einen Irrtum handelt, der dann in der griechischen Fassung stillschweigend korrigiert wurde, ohne den lateinischen Text zu ändern, daß A. einige Zeit vor dem August 979 zum Mitkaiser gekrönt worden sein müßte; Dölger–Müller, Regesten, p. 1 datieren die Krönung auf September/November 879. — (2) Photios, Ep. 287 (III 114 Laourdas–Westerink); Vita Euthymii (BHG 651) I, p. 5,19-21 (Karlin-Hayter): τὸ κράτος τῶν σκήπτρων τῷ υἱῷ Λέοντι καταλιπὼν σὺν Ἀλεξάνδρῳ ἀδελφῷ, εἰ καὶ τὰ ἀδελφὰ μὴ φρονοῦντι; Vita Theophanus (BHG 1794) cap. 20, p. 14,3-11. — (3) Mas‘ūdī, Murūǧ II 353,1-3; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 38f; Mas‘ūdī, Tanbīh 172,1-3; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 396. — (4) Vita Hilarionis cap. 37, p. 265,13-17 (Peeters); cap. 37,6-9, p. 135f. (Martin-Hisard). — (5) Patriarchengeschichte 75,4-21 (110,11 – 111,17); als Adressat des Schreibens wird Aḥmad b. Ṭulūn (# 20194) genannt, der aber schon 884 verstorben war. Da Leon VI. erst 886 auf den Thron kam, dürfte das Schreiben an den Sohn und Nachfolger des Aḥmad b. Ṭulūn, Abū l-Ǧayš Ḫumārawayh b. Aḥmad b. Ṭulūn (# 22639), gerichtet worden sein; zum genauen Inhalt des Schreibens und zu seinem außenpolitischen Kontext s. dort und unter Leon VI. — (6) Skylitzes, Leon 2, p. 172,80-88; Symeon log. (Leon gr. 262,17 – 263,2; Theod. mel. 183,15-21; Symeon sl. 114,30-36); Symeon log. (Wahlgren) 133,4-10; Georg. mon. cont. (Bonn) 849,7; Georg. mon. cont. (Muralt) 1089A; Zonaras XVI 11, p. 441,1-7; Philotheos, Kletorologion 223,26 – 225,2 (Oikonomidès); Konst. Porph., De cerim. II 52, p. 782,17-21 (Reiske); an den Brumalia Leons VI. (4. Dezember) wurden 20 Goldpfund verteilt, an denen der Kaiserin Zoe Zautzina (29. November) acht; cf. Oikonomidès, Listes 222 Anm. 269f. — (7) Vita Euthymii (BHG 651) IX, p. 55,21-24. Diese Episode wird nur von der Vita Euthymii berichtet und ist wahrscheinlich nicht vertrauenswürdig; s. unten (Angehörige). — (8) Theoph. cont. VI 19, p. 365,15-18; Skylitzes, Leon 21, p. 181,30-33; Symeon log. (Leon gr. 275,15-18; Theod. mel. 192,22-25; Symeon sl. 119,34f.); Symeon log. (Wahlgren) 133,256-259; Georg. mon. cont. (Bonn) 861,15-18; Georg. mon. cont. (Muralt) 1108A; Georg. mon. cont. (Istrin) 31,13-15; Ps.-Symeon 704,16-19; Zonaras XVI 13, p. 447,12-14; am ausführlichsten ist die Vita Euthymii (BHG 651) XI, p. 67,23-26 (Karlin-Hayter), die berichtet, daß A. nach dem Attentat von der Galerie der Kirche (Katechumenia) heruntergekommen sei. Demzufolge hatte er zwar an der Prozession teilgenommen, war jedoch nicht zusammen mit Leon in den Altarraum gezogen, sondern hatte sich auf die Galerie begeben, was den Verdacht gegen ihn wahrscheinlicher werden ließe. Der Verfasser der Vita behauptet bei späterer Gelegenheit (XXII, p. 137,32 – 139,6), daß A. zu Euthymios in das Psamathiakloster gekommen sei und Euthymios um Hilfe gebeten habe. Euthymios habe daraufhin Leon VI. von der Unschuld A.s überzeugt. — (9) Theoph. cont. VI 23, p. 370,11-15; Skylitzes, Leon 26, p. 185,19-21; Symeon log. (Leon gr. 275,15-18; 279,7-10; Theod. mel. 192,22-25; 195,8-10; Symeon sl. 119,34f.; 121,9-11); Symeon log. (Wahlgren) 133,256-259. 326-328; Georg. mon. cont. (Bonn) 865,1-5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1113B; Georg. mon. cont. (Istrin) 33,30-33. — (10) Theoph. cont. VI 30, p. 376,8-16; Symeon log. (Leon gr. 284,5-13; Theod. mel. 198,27 – 199,4; Symeon sl. 123,9-14); Symeon log. (Wahlgren) 133,420-436; Georg. mon. cont. (Bonn) 869,20 – 870,5; Georg. mon. cont. (Muralt) 1121B; Georg. mon. cont. (Istrin) 36,28-34; Ps.-Symeon 713,4-7; Zonaras XVI 16, p. 454,7-10; zum Datum dieser Mondfinsternis (20.3.908 oder 14.7.911) cf. unter Samonas (# 26973) Anm. 12. — (11) Flusin, Fragment, cap. 29, p. 129,89-106. — (12) Theoph. cont. VI 32, p. 377,12-16; Skylitzes, Leon 34, p. 192,26f.; Symeon log. (Leon gr. 285,10-14; Theod. mel. 199,21-25; Symeon sl. 123,26-30); Symeon log. (Wahlgren) 133,440-444; Georg. mon. cont. (Muralt) 1124A; Georg. mon. cont. (Istrin) 37,15-19; Ps.-Symeon 715,14-18; Zonaras XVI 14, p. 455,7-13; Georg. mon. cont. (Bonn) 871,1-7 fügt hinzu, daß die Prophezeiung sich bewahrheitet habe und daß A. nach 13 Monaten gestorben sei; Flusin, Fragment, cap. 29, p. 129,100-103; verkürzt: Michael Psellos, Historia Syntomos 100, p. 90,42-45. — (13) Vita Euthymii (BHG 651) XX, p. 129,22-29 (Karlin-Hayter). — (14) Chron. Salernitanum 131, p. 143,10-32; Vita Euthymii (BHG 651) XX, p. 129,22-29 (Karlin-Hayter). Die römische Legende, die die Erbauung des Pantheons erklärt, erwähnt die Statuen, weiß allerdings nichts von der Überführung nach Konstantinopel und erst recht nichts von den angeblichen Handlungen des A., die eine eigenständige Erweiterung des Autors des Chron. Salernitanum zu sein scheinen. Die Ursprungslegende des Pantheons findet sich in der Legenda Aurea des Iacobus de Voragine, s. Iacopo de Varazze, Legenda Aurea, ed. crit. a cura di G. P. Maggionie, 2. ed. Firenze 1998, cap. CLVIII (De Festivitate Omnium Sanctorum), p. 1098f. Dieser Text geht seinerseits auf die Mirabilia Urbis Romae zurück, die in der ersten Hälfte der 40er Jahre des 12. Jh.s entstanden sind, also einige Jahrzehnte vor der Niederschrift des Chron. Salernitanum. — (15) Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 91,17-27; laut Michael Psellos, Historia Syntomos 101, p. 92,52-55, soll er, obwohl betrunken, Polo gespielt haben und dabei an einem Herzschlag gestorben sein. — (16) Seine kurze Regierungszeit wird in folgenden Quellen dargestellt: Theoph. cont. VI 1–7, p. 377,17 – 380,22; Skylitzes, Alexandros 1–7, p. 193,40 – 196,18; Symeon log. (Leon gr. 285,15 – 288,7; Theod. mel. 199,26 – 202,2; Symeon sl. 123,31 – 124,36); Symeon log. (Wahlgren) 134,1-52; Georg. mon. cont. (Bonn) 871,8 – 874,4; Georg. mon. cont. (Muralt) 1124A–1128B; Georg. mon. cont. (Istrin) 37,19 – 39,6; Ps.-Symeon 715,19 – 718,2; Zonaras XVI 15, p. 455,14 – 458,4; Erwähnung von A.s Tod auch bei Yaḥyā [p. 80] p. 778 (PO 18,5); 7:24, p. 95 (Pirone). — (17) Theoph. cont. VI 5, p. 379,22 – 380,4; Skylitzes, Alexandros 5, p. 195,90-94; Symeon log. (Leon gr. 287,13-18; Theod. mel. 201,11-15; Symeon sl. 124,23-26); Symeon log. (Wahlgren) 134,34-39; Georg. mon. cont. (Bonn) 873,8-12; Georg. mon. cont. (Muralt) 1125B-C; Georg. mon. cont. (Istrin) 38,23-27; Ps.-Symeon 717,8-12. — (18) Vita Euthymii (BHG 651) XX, p. 127,32 – 129,4 (Karlin-Hayter). — (19) Flusin, Fragment, cap. 31, p. 131,120-123. — (20) Quellen s. unter den genannten Personen. — (21) Absetzung des Euthymios durch A.: Theoph. cont. VI 1, p. 377,19 – 378,10; Theoph. cont. VI 1, p. 377,20 – 378,8; Skylitzes, Alexandros 1, p. 193,43-54; Symeon log. (Leon gr. 285,17 – 286,7; Theod. mel. 199,27 – 200,9; Symeon sl. 123,33 – 124,2); Symeon log. (Wahlgren) 134,3-12; Georg. mon. cont. (Bonn) 871,12-20; Georg. mon. cont. (Muralt) 1124B; Georg. mon. cont. (Istrin) 37,21-32; Ps.-Symeon 715,21 – 716,6; Zonaras XVI 15, p. 455,13 – 456,3; Absetzung des Euthymios durch Leon VI.: Flusin, Fragment, cap. 30, p. 129,107 – 131,113; Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 82–93. — (22) Theoph. cont. VI 6, p. 380,5-11; Skylitzes, Alexandros 6, p. 195,95-98; Symeon log. (Leon gr. 287,18-21 [sehr verkürzt]; Theod. mel. 201,16-20; Symeon sl. 124,26-28); Symeon log. (Wahlgren) 134,39-44; Georg. mon. cont. (Bonn) 873,13-18; Georg. mon. cont. (Muralt) 1125C–1128A; Georg. mon. cont. (Istrin) 38,28-33; Ps.-Symeon 717,13-18; Zonaras XVI 15, p. 457,7-11. — (23) Ob die arabische Gesandtschaft tatsächlich während der Herrschaft A.s nach Konstantinopel kam, ist strittig, da aufgrund der entsprechenden Quelle (Tanūḫī 30,11 – 32,16; Übers.: Vasiliev, Arabes II. 2, p. 286–290; Hilāl aṣ-Ṣābī’ 328,5 – 330,9) keine sichere Datierung möglich ist. Für eine detaillierte Besprechung der Gesandtschaft und der damit zusammenhängenden Datierungsproblematik s. unter ‘Alī b. ‘Isā (# 20254). — (24) Yovhannēs Drasx., cap. 48 [148f.], p. 278 (B.-Ch.) = cap. 48,7, p. 174 (Maksoudian).

Q: — (Hist): Theoph. cont.; Skylitzes; Genesios; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Muralt) 1076A; Georg. mon. cont. (Istrin) 18,34f.; Ps.-Symeon; Zonaras; Kleinchroniken I 15,1, p. 157; I 16,1, p. 164; Michael Psellos, Historia Syntomos 101, p. 90,46 – 92,54; Petros v. Alexandreia 197,37f. — (Ep.): Photios, Ep. 287 (III 114 Laourdas–Westerink); Nikolaos III. Grammatikos, Ep. ad Alexium imp. (August 1084), in: Syntagma Kanon. V, p. 72,26f. (Erwähnung eines Chrysobulls Λέοντος καὶ Ἀλεξάνδρου τῶν βασιλέων für die Metropolis Patras; cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 564); Arethas, Scripta minora Nr. 8, I, 88,30 – 91,27; Nr. 12, I, 118; Nr. 49, I, 322; Nr. 77, II, 132. — (Conc.): Kanones Deusdedit Nr. 432, p. 610,9; Nr. 434, p. 612,10; Synodicon vetus, cap. 166,2, p. 142. — (Hag): Vita Euthymii (BHG 651); Flusin, Fragment; Vita Mariae iun. (BHG 1164) cap. 5, p. 693F–694A; Vita Ignatii (BHG 817) 565D–568A; Vita Euphrosynae iun. (BHG 627) cap. 33, p. 873D; Vita Basilii iun. (BHG 263) fol. 3v–4v (p. 284f. Vilinskij); cap. 2, p. *20C (AASS); fol. 14r (p. 291 Vilinskij); cap. 10, p. *21F (AASS); Visio Cosmae (BHG 2085) p. 80,24f.; Synax. Cpl. 107/108,51f.; Vita Theophanus (BHG 1794) cap. 20, p. 14,4-11; Passio Nicolai Bunensis (BHG 2308) 140,50; 141,79-81; Passio Nicolai Bunensis (BHG 2309) 153,61f.; 156,180-182. — (Fs.): Konst. Porph., De cerim. II 42, p. 643,4f.; Anonymus, Lists 37,6; 40,7 (Downey); Philotheos, Kletorologion 223,26 – 225,2. — (lat.): Erchempert, Hist. Lang. 52, p. 256,26f.; Chron. Salernitanum 131, p. 143,3f. 10-34; Dandolo, Chron. Venet. 163,10f.; MGH Epp., Epp. Iohannis VIII. Nr. 207, p. 167,6; Codex Diplomaticus Cajetanus I 14. — (arm.): Yovhannēs Drasx., cap. 48 [148f.], p. 278 (B.-Ch.) = cap. 48,7, p. 174 (Maksoudian); Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 6, p. 124,22 (Gelzer); p. 24 (Macler); Vardan, cap. 47 [88], p. 188 (Thomson); cap. 49 [91], p. 190 (Thomson). — (georg.): Vita Hilarionis cap. 37, p. 265,13-17 (Peeters); cap. 37,6-9, p. 135f. (Martin-Hisard); Synodikon georg. 313. — (syr.): Michael syr. III 118; Chronik v. 1234: cap. 229, p. 29; Bar Hebraeus 151. 156. — (arab.): Mas‘ūdī, Murūǧ; Mas‘ūdī, Tanbīh; Patriarchengeschichte; Yaḥyā; Tanūḫī; Hilāl aṣ-Ṣābī’. — (hebr.): Vision Daniels 306 (Sektion G) (Sharf); 30 (Bonfil). — (Sg.): ZV 60 a-c (zusammmen mit Leon VI.; datiert 886–912); ZV 61 (zusammen mit Konstantinos VII.; datiert 912–913). — (Inscr.): Preger, in: BZ 21 (1912) 466f. (= Schneider, Mauern und Tore 98f.); Inscriptions (Spieser) Nr. 12; Beševliev, Spätgriechische und spätlateinische Inschriften Nr. 158,4, p. 106 (Bauinschrift aus Mesembria zusammen mit Leon VI. und Basileios I.); CIG IV 8690; Anthologia Graeca XV 15,5 (ed. Beckby IV, p. 264). — (Num.): Morrisson II 558f.; Catalogue, Byzantine Coins III/2, p. 523–525: Taf. XXXV; Grierson, Coins 395 (Reg.): Abb. Nr. 778. 800. 864. 874–876.

L: ODB I 56f.; II 1262f. s. v. “Macedonian Dynasty”; Savvides I 210–212; III 57; IV 71; EPLBHC I 131f. — Kurtz, Theophano 57 Anm. 23; Vogt, Basile 56. 61. 75. 120. 134. 156–158. 257. 410. 422; Karlin-Hayter, in: Vita Euthymii (BHG 651) 156f. (Lit.); Glossar (griech.) II 133-136; RdIm Nr. 1080. 1150; Bonfil, in: RSBN 40 (2003) 44–49. — Zur Datierung der Geburt cf. Adontz, in: Byz 8 (1933) 506; Jenkins, in: DOP 19 (1965) 98f.; zu der Inschrift cf. zuletzt Kresten, Heirat, bes. 188f. mit Anm. 69; Grégoire, in: Byzantion 7 (1932) 666–673; Karlin-Hayter, in: Speculum 44 (1969) 585–596; zu dem Attentat auf Leon 903 in der Mokioskirche und der vermuteten Verbindung mit A. cf. Tougher, Leon 112f. 222–225.

P: Laut Theoph. cont. und Skylitzes war A. der dritte Sohn des Basileios, während der jüngste Stephanos war (geboren 867). Jedoch herrscht in der Forschung Einigkeit darüber, daß A. der jüngste Sohn war, dessen Geburtsdatum ca. 870 angesetzt worden ist. In jedem Fall muß er nach 867 geboren worden sein, da er in einer Inschrift aus der Zeit zwischen 906 und 911, die ihn zusammen mit seinem Bruder Leon (VI.) sowie wahrscheinlich seinen Nichten Anna (# 20430), Maria (# 24921), Helene (# 22576) und seinem Neffen Konstantinos (VII.) nennt, als Porphyrogennetos bezeichnet wurde; zum mutmaßlichen Datum der Krönung zum Mitkaiser (879) s. oben in V mit Anm. 1. — Laut Genesios IV 29, p. 81,6f. war A. bereits von Basileios I. zum Nachfolger seines Bruders Leon bestimmt worden. — Lauxtermann, Poetry 210f., entwickelt die Hypothese, daß A. verschlüsselt mit dem “jüngeren Kyros” in einem Epigramm an Leon VI. gemeint sei (ed. A. Markopulos, Ἀποσημειώσεις στόν Λέοντα ΣΤ᾿ τόν Σοφόν, in: Θυμίαμα στη μνήμη της Λασκαρίνας Μπούρα, Athen 1994, vol. I 193–201 [Ndr. in: A. Markopoulos, History and Literature of Byzantium in the 9th–10th Centuries, Variorum Reprints, Aldershot 2004, Nr. XVI], bes. 195, v. 17–23), dessen Machtgier (φιλαρχία, v. 20) zu seinem Scheitern geführt habe. Das Gedicht, das ein Buchgeschenk (Xenophons Anabasis) an Leon VI. begleitete, habe Leon vor der Gefahr von Intrigen und Verschwörung von A.s Seite warnen wollen. — Michael syr. III 118 bezeichnet A. fälschlich als Sohn Leons VI. — Die Nachricht der hebräischen Vision Daniels wurde früher allgemein auf Romanos I. Lakapenos bezogen; cf. jedoch die überzeugende Argumentation von Bonfil, in: RSBN 40 (2003) 44–49.

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 20228A

T: Augusta (?).

V: Nach dem Tod der Zoe Zautzina (# 28505), der zweiten Frau Leons VI., und vor der

Eheschließung Leons mit Eudokia Baïane (# 21759), also vermutlich 899 oder 900, soll Leon VI., wie die Vita Euthymii berichtet, A. von seiner Gattin getrennt haben, da er ihn beschuldigte, gegen den Kaiser zu konspirieren.

Nach A.s Thronbesteigung wurde – wieder der Vita Euthymii zufolge – seine rechtmäßige Ehefrau gegen ihren Willen geschoren und zusammen mit ihrer Mutter in das Mesokapelukloster gebracht, so daß A. seine Geliebte heiraten konnte (τὴν δέ γε νομίμως αὐτῷ συναφθεῖσαν γαμετὴν καὶ μὴ βουλομένην ... πολλὰ καταβοωμένην τὴν ἀδικίαν καὶ ἀποδυρομένην σὺν τῇ μητρὶ ἐν τῷ γυναικείῳ σεμνείῳ Μεσοκαπήλου ἐπονομαζομένῳ καὶ μὴ βουλομένην ἀπέκειρεν).

Q: — (Hag.): Vita Euthymii (BHG 651) IX, p. 55,21-24; XX, p. 127,32 – 129,4 (Karlin-Hayter).

L: Karlin-Hayter, in: Speculum 44 (1969), 585–596; Tougher, Leon 146f. 222–225.

P: Die Ehefrau des Kaisers Alexandros wird nur in der Vita Euthymii erwähnt, in keiner anderen Quelle, und auch hier nur ohne Namen. Der Zusammenhang, in dem sie erwähnt wird, ist dergestalt, daß die ganze Episode möglicherweise fiktiv ist: Leon nimmt Alexandros die Frau weg, woraufhin Euthymios (# 21913) ihm weissagt, daß ihm dasselbe widerfahren werde. Ein Jahr später stirbt Leons dritte Frau, Eudokia Baïane, womit sich Euthymios’ Prophezeiung erfüllt. Der Vorgang wird in keiner anderen Quelle erwähnt, und es wäre auch ohne Beispiel in der byzantinischen Geschichte, daß ein Kaiser jemanden, dem er unterstellte, gegen ihn zu konspirieren, durch die Trennung von dessen Frau bestraft hätte. In der Forschung wird der Vorgang damit erklärt, daß Leon, um die Erlaubnis zu einer dritten Heirat zu bekommen, die Frau seines Bruders und Mitkaisers A. habe entfernen müssen, weil er nur auf diese Weise mit der Notwendigkeit einer dritten Heirat habe argumentieren können, da für das Zeremoniell eine Kaiserin notwendig gewesen sei. Aus demselben Grund habe er auch seine Tochter Anna (# 20430) mit einem fränkischen König verheiraten wollen. Allerdings steht seit einiger Zeit fest, daß Anna in Konstantinopel geblieben ist, womit dieses Argument keine Beweiskraft mehr hat. Daß alle anderen Quellen, die Leon teilweise durchaus kritisch gegenüberstehen, von diesem Vorgehen gegen A. und dessen Ehefrau nichts wissen, weckt Mißtrauen, ebenso wie der Zusammenhang innerhalb der Vita Euthymii hier auch dafür sprechen könnte, daß der Verfasser die Episode erfunden hat, um auf diese Weise die Sehergabe seines Helden ein weiteres Mal anhand eines konkreten Beispiels unter Beweis zu stellen.

    Ähnliches gilt für die zweite Erwähnung der Ehefrau, die nach A.s Thronbesteigung zusammen mit ihrer Mutter gegen ihren Willen geschoren und in das Mesokapelukloster gebracht worden sein soll, damit der Kaiser seine Geliebte heiraten konnte. Der Patriarch Nikolaos Mystikos habe die Hochzeit vollzogen und die beiden anderen Frauen ins Kloster bringen lassen. Auch diese Episode findet in keiner anderen Quelle Erwähnung, was Grund zur Skepsis gibt, zumal nach dem Skandal der vierten Ehe Leons VI. Möglicherweise handelt es sich bei der Schilderung daher um eine weitere Verleumdung des Nikolaos, dessen Eintreten gegen die vierte Ehe Leons VI. in der Vita Euthymii ja schon zuvor in Frage gestellt worden war.

2. Schwiegermutter 20228B

V: Laut der Vita Euthymii ließ Patriarch Nikolaos I. Mystikos nach der Thronbesteigung des Alexandros (auf Wunsch des Kaisers) dessen rechtmäßig angetraute Ehefrau und ihre Mutter gegen ihren Willen scheren und in das Nonnenkloster Mesokapelu einweisen, damit es Alexandros möglich sein würde, seine Geliebte zu heiraten.

Q: — (Hag.): Vita Euthymii (BHG 651) XX, p. 127,32 – 129,4 (Karlin-Hayter).

3. Geliebte und zweite Ehefrau 20228C

V: Laut der Vita Euthymii segnete Patriarch Nikolaos I. Mystikos nach der Thronbesteigung des Alexandros die Hochzeit des Kaisers mit dessen Geliebter ein (βασιλέα μετὰ τῆς παλλακῆς εὐλόγησε), wofür er die rechtmäßige Ehefrau des Kaisers und ihre Mutter scheren und in das Nonnenkloster Mesokapelu einweisen ließ.

Q: — (Hag.): Vita Euthymii (BHG 651) XX, p. 127,32 – 129,4 (Karlin-Hayter).

P: Daß diese Hochzeit tatsächlich stattgefunden hat, dürfte eher zweifelhaft sein, s. oben; Karlin-Hayter, in: Speculum 44 (1969) 586, scheint sie jedoch für real zu halten, ohne auf die ganze Frage näher einzugehen.

QuelleSource

Downloaded on 7.12.2023 from https://www.degruyter.com/database/PMBZ/entry/PMBZ22381/html
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