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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Alusianos

Ἀλουσιάνος

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
20263
Namensvariante
Ałusjan (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
11. Jh.
Erste Erwähnung
1018
ethnos
Bulgarien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Patrikios; Strategos (Theodosiupolis); Magistros
Name normalisiert
Alusianos
Ort
Tmoros (Berg in Bulgarien); Bulgarien
Quelle
Skylitzes; Zonaras; Michael Psellos, Chronographia

T: Patrikios. Zur Zeit der Regierung Michaels IV. (1034–1041) war er Strategos von Theodosiupolis. 1041 wurde er zum Magistros ernannt.

V: A. war der zweite Sohn des bulgarischen Zaren Ivan Vladislav (# 23582) und seiner Gattin Maria (# 24944). Er hatte fünf namentlich bekannte Brüder, den vermutlich älteren Prusianos (# 26775) und Aaron (# 20004), sowie drei weitere Brüder, deren Namen in einem Zusatz zu Skylitzes mit Traïanos (# 28368), Rodomir (# 26826) und Klimen (# 23717) angegeben werden, außerdem sechs Schwestern (# 24944A).

Als nach dem Tod des Ivan Vladislav im Februar 1018 der bulgarische Widerstand zusammenbrach, flohen Prusianos, A. und Aaron auf den Berg Tmoros, der daraufhin von Kaiser Basileios II. mit Wachen umstellt wurde. Schließlich ergaben die Brüder sich, nachdem Basileios II. ihnen entsprechende Garantien gegeben hatte. Prusianos wurde zum Magistros ernannt, seine Brüder zu Patrikioi.

Ca. 1040 amtierte A., der mit einer Armenierin verheiratet war und mit ihr mehrere Kinder hatte, als Strategos von Theodosiupolis (Erzerum), fiel jedoch in Ungnade und schloß sich daraufhin im September 1041 dem in Bulgarien ausbrochenen Aufstand seines Vetters Petros Deljan an. Nachdem dieser einige militärische Mißerfolge erlitten hatte, wurde er von A. gestürzt und geblendet. A. konnte die Anerkennung als Herrscher der Bulgaren erreichen. Als jedoch Kaiser Michael IV. (1034–1041) mit Heeresmacht heranrückte, ergab A. sich gegen Zusicherungen und wurde nach Konstantinopel zurückgebracht. Als Motiv nennt Michael Psellos u. a., daß die Familie des A. in Konstantinopel geblieben war. Michael IV. ernannte ihn zum Magistros.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 41, p. 359,32 – 360,46; 42, p. 360,51 (Zusatz); Skylitzes, Michael IV. Paphlagon 27, p. 412,88 – 414,26; 29, p. 414,29-36; Zonaras XVII 9, p. 566,7-11 (ohne Namensnennung); Zonaras XVII 17, p. 601,7 – 603,16; Michael Psellos, Chronographia: Michael IV. 44–49.

L: ODB I 70; LdMA I (1980) 496f.; Savvides I 269f.; II 64f.; III 58; IV 76; EPLBHC I 171f.; SSS VII (1986) 356f. — Zlatarski, Istorija I/2 634. 736; Moravcsik II, 64; Glossar (griech.) II 157–162; Istorija na Bălgarija II 418; Božilov, Bălgarite 236–239; Andreev–Lazarov–Pavlov, Koj koj e 14–16; Dölger–Müller, Regesten Nr. 804h. 804i; Nikolov, Centralizăm 147.

P: In dem Haupttext des Skylitzes wird nur Prusianos namentlich genannt, die Namen von Aaron und A. erfahren wir aus einem Zusatz (p. 359,33). Zusammen mit der Nachricht, daß Prusianos zum Magistros ernannt wurde, während seine Brüder nur Patrikioi wurden, läßt dies vermuten, daß Prusianos der Älteste war und möglicherweise Anspruch auf die Nachfolge seines Vaters hätte erheben können.

QuelleSource