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Bardas Phokas (der Jüngere)

Βάρδας

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
20784
Namensvariante
Phokas (Familienname); Pokas: P‘okas (arm.); Vard (arm.); Barḏas (arab.); Bārdīs (arab.); Wardīs b. Lāwun (arab.); Ward (dt. Übers. des Stephan von Taron durch Gelzer); Varda (Sekundärliteratur)
Klerus / Laie
Laie; Klerus
Geschlecht
Beides
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
969
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Domestikos Scholai; Magistros; Patrikios; Dux Chaldia; malik ar-Rūm (arab.: “König der Rhomäer”); Gegenkaiser; dumustuq (arab.) = Domestikos; Dux Koloneia; Klerikos; Statthalter Antiocheia = wālī ‘alā Anṭākiya (arab.); wali ala Antakiya: wālī ‘alā Anṭākiya (arab.) = Statthalter Antiocheia; Megas Dux = duk‘s mec (arm.); duqas ala l-masriq: dūqās ‘alā l-mašriq (arab.) = Dux Osten; Dux Osten (Anatole) bzw. Dux Oriens = dūqās ‘alā l-mašriq (arab.); Großgrundbesitzer; Grundbesitzer
Name normalisiert
Bardas
Ort
Chaldia (Chaldaia) (T); Amaseia (Pontos); Kaisareia (Kappadokien); Kappadokien; Antigus (Kappadokien); Bardaetta (Pisidien); Bagdad; Kalifat; Abydos; Koloneia (T); Sarvenis (Charsianon); Charsianon (T); Aquae Saravenae (Charsianon); Tyropoion (Kappadokien); Emesa (Syrien) = Ḥimṣ (arab.); Hims: Ḥimṣ (arab.) = Emesa (Stadt in Syrien); Ihrisubuli: Iḫrisūbūlī (arab.) = Chrysopolis; Chrysopolis = Iḫrisūbūlī (arab.); Tripolis = Ṭarābulus (arab.); Tarabulus: Ṭarābulus (arab.) = Tripolis; Killis (Stadt in Nordsyrien) = Killiz (arab.); Gayhan: Ǧayḥān (arab.) = Pyramos (Fluß); Gusiya: Ǧūsiya (arab.) (Stadt in Syrien); Apahunik‘ (Region in Armenien); Manazkert (arm.) = Mantzikert = Manzikert; Syrien ; Armenien; Antiocheia (Syrien); Zrung: Zṙung (Festung in Kappadokien); Chios; Lesbos; Pisidien; Bosporos; Pyramos (Fluß) = Ǧayḥān (arab.); Kırşehir (moderner türk. Ortsname); Basilika Therma; Pontosregion; Amorion; Pankaleia = Banqāliyā (arab.); Banqaliya: Banqāliyā (arab.) = Pankaleia; Dardanellen; Aleppo; Apameia
Quelle
Inscriptions (Grégoire I); Aristakēs Lastivertc‘i; Vita Niconis (BHG 1366. 1367); Leon Diakonos, Historia; Skylitzes; Yaḥyā; Seibt–Wassiliou; Zonaras; Michael Psellos, Chronographia; Michael Psellos, Historia Syntomos; Abū Šuǧā‘; Kamāladdīn; Ibn Ẓāfir; Ibn al-Aṯīr; Ibn Šahrām; Dawādārī; Nuwayrī; Svoronos, Novelles; Ius (Zepos); Makīn; Stephan von Taron (Asołik); Ioannes Lazaropulos, Miracula Eugenii (BHG 612); Vita Euthymii Madyt. (BHG 654)

N: Familienname: Phokas — Φωκᾶς, arm.: Vard P‘okas (Aristakēs Lastivertc‘i, Stephan von Taron); Mōravard, Mavroy Vard (schwarzer Vard, Matthäus von Edessa); arab.: Barḏas bzw. Bārdīs (Ibn Ẓāfir) und Barḏas al-Fuqās (Yaḥyā) bzw. Bardas, der Sohn des Leon — arab.: Wardīs b. Lāwun (Ibn al-Aṯīr) und Ward b. Lāwun (Abū Šuǧā‘).

T: Patrikios (Leon Diakonos) und Dux von Chaldia und Koloneia (Leon Diakonos [nur Chaldia]; Skylitzes); Megas Dux — arm.: duk‘s mec (Stephan von Taron III, cap. 8); zwischen 970 und 976 Kleriker — κληρικός (Leon Diakonos); wohl ab Winter 977/78 Magistros und Domestikos der Scholen; diese Titel sind auch auf Siegeln belegt, ebenso der Titel Bestes, den er dann etwas später erhalten haben muß, da das Siegel etwas jünger ist. Bei Ibn Ẓāfir 46,8 und Dawādārī 206,1 wird er König/Herrscher der Byzantiner — arab.: malik ar-Rūm genannt; bei Yaḥyā wird er als Domestikos — arab.: dumustuq bezeichnet; 376 a. h. (13.5.986 – 2.5.987) habe der Kaiser B. zum Dux des Oriens (dūqās ‘alā l-mašriq) und zum Statthalter von Antiocheia (wālī ‘alā Anṭākiya) erhoben (Yaḥyā [209f.] p. 417f. (PO 23,3); 10:137f., p. 192 [Pirone]). Großgrundbesitzer (rückblickend in Novelle von 996).

V: Sohn des Kuropalates Leon Phokas (# 24423) und Bruder des Nikephoros Phokas (# 25609) sowie der Sophia (# 27154), somit Neffe des Kaisers Nikephoros II. Phokas. Er hatte zwei Söhne: Leon Phokas (# 24519) und Nikephoros Phokas (# 25675), der Name seiner Frau ist nicht bekannt.

Zum Zeitpunkt des Sturzes und der Ermordung Nikephoros’ II. Phokas (Dezember 969) amtierte er als Dux in Chaldia und Koloneia. Als solcher hatte er 968 einen erfolgreichen Feldzug in die armenische Region Apahunik‘ geleitet, auf dem er Mantzikert erobern konnte (1). Nach der Thronbesteigung des Ioannes Tzimiskes wurde er, wie auch andere von Nikephoros II. Phokas eingesetzte Statthalter, abberufen. Ioannes verbannte ihn nach Amaseia im Pontos (2).

Etwa im Sommer 970 floh B. mit Hilfe von Freunden aus Amaseia und begab sich nach Kaisareia in Kappadokien, dem Zentrum der Besitzungen der Phokasfamilie. Dort sammelte er Anhänger um sich und ließ sich zum Kaiser ausrufen. Aufforderungen des Ioannes I. Tzimiskes, sich zu unterwerfen, wies er zurück. Der Aufstand wurde auch durch seinen Vater Leon Phokas unterstützt, der von seinem Verbannungsort Lesbos aus versuchte, die Truppen in den europäischen Reichsteilen gegen Tzimiskes aufzuwiegeln. Jedoch wurde dieser Versuch von dem Kaiser schnell niedergeschlagen, Leon und dessen (jüngerer) Sohn Nikephoros wurden geblendet. Gegen B. schickte Ioannes Tzimiskes den Bardas Skleros (# 20785), der in demselben Jahr in Thrakien gegen die eingefallenen Russen Krieg geführt hatte. Bardas Skleros setzte nach Asien über, und es gelang ihm, einige der Anhänger des Bardas Phokas auf seine Seite zu ziehen. Dieser mußte einsehen, daß seine Sache verloren war. Er floh mit wenigen Leuten aus seinem Heerlager, das er bei dem Ort Bardaetta (Pisidien) errichtet hatte, in die Festung Antigus (ἐπὶ τὸ τῶν Τυράννων φρούριον ..., ὃ Ἀντιγοὺς κέκληται), wo er sich schließlich gegen Sicherheitszusagen des Bardas Skleros bzw. im Namen des Kaisers ergab. Auf Befehl des Kaisers wurde er zum Kleriker geschoren und mit Frau und Kindern nach Chios verbannt (3).

Als nach dem Tod Ioannes’ I. Tzimiskes 976 die Herrschaft auf Basileios II. und Konstantinos VIII. überging, während die tatsächliche Macht bei dem Parakoimomenos Basileios Lakapenos (# 20925) lag, rebellierte Bardas Skleros, brachte in kurzer Zeit fast ganz Kleinasien auf seine Seite und schlug mehrere gegen ihn ausgesandte kaiserliche Armeen. In dieser Situation wurde auch B. aus der Verbannung zurückgerufen. Nachdem man ihm mehrere Sicherheitseide abgenommen hatte, wurde er zum Domestikos der Scholen ernannt und erhielt den Titel eines Magistros. Da die Dardanellen von Romanos Skleros (# 26854) gesperrt wurden, setzte B. über den Bosporos nach Kleinasien über und marschierte zunächst nach Kaisareia in Kappadokien, wo er sich mit Eustathios Maleïnos (# 21861) und Michael Burtzes (# 25253) vereinigte, der sich zwar zunächst Bardas Skleros angeschlossen hatte, aber in der Zwischenzeit auf die Seite des Kaisers zurückgekehrt war. Darauf zog er nach Westkleinasien, um Bardas Skleros zu stellen. Am 19. Juni 978 traf er bei Pankaleia (Banqāliyā) nahe Amorion auf den Usurpator, wurde jedoch geschlagen und entkam selbst nur mit Mühe Tod oder Gefangenschaft. Allerdings wurde seine Armee nicht völlig zersprengt, sondern konnte sich geordnet und einigermaßen unversehrt zurückziehen. Während des Rückzugs wurde B. von Konstantinos Gabras (# 23931) persönlich angegriffen, konnte diesen aber niederschlagen und vom Pferd werfen. Wenig später kam es im Thema Charsianon bei dem Ort Basilika Therma zu einem erneuten Aufeinandertreffen, in dem wiederum Bardas Skleros siegte (4).

Allerdings konnte B. eine neue Armee aufstellen, der neben byzantinischen auch georgische Truppen angehörten. Befehlshaber dieser georgischen Kontingente waren Ioannes Tornikios (# 22926) und Džodžik (# 21612). Mit dieser Armee schlug B. den Bardas Skleros am 22. oder 24. März 979 bei Aquae Saravenae (Sarvenis im Thema Charsianon, heute: Kırşehir). Die Auseinandersetzung wurde letztlich durch einen persönlichen Zweikampf zwischen den beiden Anführern entschieden, in dem B. sich als der Stärkere erwies. Bardas Skleros konnte zwar auf arabisches Territorium entkommen, aber seine Soldaten glaubten, ihr Anführer sei gefallen, und ergriffen die Flucht, womit das Scheitern des Aufstands besiegelt war (5).

B. blieb auch nach dem Sieg über Bardas Skleros als Domestikos der Scholen Oberbefehlshaber der byzantinischen Truppen in Kleinasien. Er scheint sein Hauptquartier im Thema Charsianon gehabt zu haben, wo wahrscheinlich auch Besitzungen seiner Familie lagen. Aber er behielt gleichfalls in Konstantinopel Einfluß, wohin sein Vater Leon Phokas aus der Verbannung zurückgerufen worden war. Wenn wir dem Bericht des Ibn Šahrām (# 22703), trauen dürfen, der sich etwa 981/82 als Gesandter des būyidischen Großemirs ‘Aḍudaddawla (# 20131) in Konstantinopel aufhielt, führte B. eine durchaus eigenständige Politik, die nicht unbedingt mit der offiziellen Politik Konstantinopels in Einklang stand und unter Umständen sogar als Vorbereitung einer eigenen Usurpation gewertet werden könnte. Allerdings ist die Zuverlässigkeit dieser Information an anderen Quellen nicht überprüfbar. Ibn Šahrām charakterisiert B. als “jung und selbstzufrieden”. Er habe den – von Ibn Šahrām vorgeschlagenen – Vertrag (zur Auslieferung des Bardas Skleros) abgelehnt, zum Teil weil er seiner Reputation schade, zum Teil weil der Kaiser ihn befürwortete, dessen Ambitionen B. gefürchtet habe, und drittens aufgrund seiner persönlichen Hoffnungen und Erwartungen. Außerdem erklärt Ibn Šahrām anläßlich einer persönlichen Unterredung mit dem Kaiser, daß B. und sein Vater Verrat gegen den Kaiser geplant hätten, was aus der Aussage ihres eigenen Boten Ibrāhīm (# 22707) hervorgehe, den sie mit dem Auftrag nach Bagdad geschickt hätten, die Muslime dazu zu bringen, daß diese B. unterstützen würden, wenn er rebelliere (6).

Da sich das Emirat von Aleppo der Oberhoheit des būyidischen Großemirs ‘Aḍudaddawla unterstellt hatte und fortan weigerte, die in dem Vertrag von 969 vereinbarten Tributzahlungen an Byzanz zu entrichten (s. unter Qarġūyah [# 26785]), unternahm B. im Ǧumādā I 371 a. h. (2.11. – 1.12.981) einen Feldzug gegen Aleppo, bei dem er den ḥamdānidischen Emir der Stadt, Sa‘daddawla (# 26954), zum Einlenken in der Frage des Tributs zwingen konnte (7).

Als Aleppo im Jahr 983 von dem von fāṭimidischen Verbänden unterstützten Bakǧūr (# 20746) belagert wurde, traf B. am 14. Rabī‘ II 373 a. h. (25.9.983) (Yaḥyā) zusammen mit Mufarriǧ b. Daġfal (# 25433) in Aleppo ein, um den Emir Sa‘daddawla gegen die Belagerer zu unterstützen. Während Yaḥyā berichtet, daß es vor den Stadtmauern zu einem Kampf zwischen B. und Bakǧūr kam, heißt es bei Ibn al-Qalānisī und den anderen arabischen Quellen nur, daß Bakǧūr noch rechtzeitig die Belagerung aufheben und nach Emesa (Ḥims) fliehen konnte, das er im Rabī‘ II 373 a. h. (12.9. – 10.10.983) erreichte. In der Folge schloß B. mit Sa‘daddawla einen Friedensvertrag. Dabei wurde festgelegt, daß Sa‘daddawla den Tribut für zwei Jahre in Höhe von 40.000 Dīnār bezahlen sollte. Am 26. Rabī‘ II 373 a. h. (7.10.983) (Yaḥyā) verließ B. Aleppo, um im Auftrag des Sa‘daddawla Bakǧūr zu verfolgen. Am 17. Ǧumādā I (27.10.983) (Dawādārī) bzw. am 19. Ǧumāda I 373 a. h. (29.10.983) (Ibn al-Qalānisī) erreichte B. Emesa, wo er mit der Bevölkerung einen Schutzvertrag (amān) schloß. Bakǧūr, der rechtzeitig vom Herannahen des B. erfahren hatte, war jedoch bereits weiter nach Ǧūsiya geflohen. Dawādārī berichtet zusätzlich, daß B. nach seinem Aufbruch von Aleppo zunächst durch einen Boten (# 31669) versucht habe, von Emesa Geldzahlungen zu fordern, worauf er die Antwort erhielt, daß die Stadt zerstört und kein Geld vorhanden sei. Daraufhin sei B. in Emesa einmarschiert und habe, bevor er in der Stadt brandschatzte, raubte und Gefangene machte, erlaubt, daß diejenigen, die es wollten, Emesa verließen (8).

Im Ṣafar 375 a. h. (23.6. – 21.7.985) kam es infolge des Ausbleibens des fälligen Tributs zu einer neuerlichen Militäraktion des B. gegen den Emir Sa‘daddawla von Aleppo. Auf diesem Feldzug wurde die Stadt Killis erobert und ein Teil der Befestigungsanlagen von Apameia zerstört. Nachdem der ḥamdānidische General Qarġūya jedoch im Auftrag des Sa‘daddawla am 2. oder 8. September 985 das Symeonkloster (nahe Aleppo) überfallen und alle Anwohner, die sich dorthin geflüchtet hatten, getötet oder in die Sklaverei geführt hatte, wurde B. vom Kaiser befohlen, die Belagerung von Apameia abzubrechen (9). Etwa im Frühjahr des darauffolgenden Jahres 986, wohl bald nach der Absetzung des Parakoimomenos Basileios (# 20925) und möglicherweise infolge einer Beteiligung des B. an einer Verschwörung zugunsten des ersteren, wurde B. als Domestikos der Scholen abgesetzt und dafür mit der Würde eines Dux des Oriens ausgestattet und mit der Statthalterschaft über Antiocheia betraut. Damit ersetzte er Leon Melissenos (# 24531), der nur kurzzeitig als Dux von Antiocheia amtiert hatte. In seiner neuen Eigenschaft erneuerte B. im Frühsommer 986 den Waffenstillstand mit dem Emir Sa‘daddawla, um die vereinbarten Tributzahlungen zu sichern (10). Diese Ereignisse werden in der verkürzenden Darstellung des Skylitzes ignoriert, so daß sich die Quellendarstellungen über die Umstände der Erhebung des B. im Sommer 987 unterscheiden. Skylitzes sieht den Mißerfolg des Kaisers auf dem Feldzug gegen die Bulgaren 986 und die herabsetzende Behandlung der Adligen durch Basileios als das ausschlaggebende Moment: ὁ βασιλεὺς ... τὰς Ῥωμαϊκὰς ἀθροίσας δυνάμεις αὐτὸς δι᾿ ἑαυτοῦ εἰσβολὴν ἐν Βουλγαρίᾳ ἐδόκει ποιήσασθαι, Βάρδαν τὸν Φωκᾶν ἔτι δομέστικον ὄντα τῶν σχολῶν καὶ τοὺς λοιποὺς ἑῴους δυνάστας μηδ᾿ ἀξιώσας λόγου. Die Rückkehr des Bardas Skleros sei erst nach der Ausrufung des B. erfolgt (11).

Der Aufstand (987–989)

Im Frühjahr 987 (Ḏū l-Ḥiǧǧa 376 a. h. = 3.4. – 2.5. 987 [Yaḥyā]) ernannte Basileios II. B. wiederum zum Domestikos und beauftragte ihn mit der Bekämpfung des auf byzantinisches Gebiet zurückgekehrten Bardas Skleros, jedoch nicht ohne zuvor strenge Sicherheitseide zu verlangen. B. ergriff jedoch die Gelegenheit, jetzt seine eigenen Ambitionen auf den Thron zu verfolgen. Der genaue Grund, weshalb er dies gerade zu diesem Zeitpunkt tat, bleibt indes offen. Zwar scheint Basileios II. die Schuld am Scheitern des von ihm selbst angeführten Bulgarenfeldzugs in der Tat auf andere geschoben zu haben, ebenso wie er offenbar mehrere Adelige öffentlich gedemütigt hatte, aber andererseits sind schon vorher (spätestens seit 981/82, s. o.) Anzeichen für die Ambitionen des B. erkennbar. Der militärische Mißerfolg des Kaisers, verbunden mit der Absetzung des erfahrenen Parakoimomenos Basileios, der bis dahin die Zügel der Politik in den Händen gehabt hatte, ließen möglicherweise in B. und seinen Anhängern den Eindruck aufkommen, daß eine Usurpation gegen den unerfahrenen und erfolglosen Kaiser gute Chancen haben würde (12).

Damit gab es im Sommer 987 zwei Gegenkaiser, nämlich Bardas Skleros und B., die um Anhänger hätten konkurrieren müssen und damit einander geschwächt hätten. So verwundert es nicht, daß man miteinander Verhandlungen aufnahm, wobei nicht ganz klar ist, von wem die Inititative ausging. Nach Yaḥyā war es B., der über seinen Schwager Konstantinos Skleros (# 23921), den Bruder des Bardas Skleros, eine Verständigung vorschlug, laut Skylitzes war es Bardas Skleros, der seinen Bruder Konstantinos zu B. schickte. Jedenfalls kam es schließlich, obwohl laut Yaḥyā Romanos (# 26854), der Sohn des Skleros, den byzantinischen Kaiser über die Pläne seines Vaters und des B. unterrichtete, zu einer Einigung zwischen den beiden Prätendenten: Es wurde ein Abkommen geschlossen, das vorsah, daß Bardas Skleros die östlichen Reichsregionen – genannt werden Antiocheia und Umgebung, Phönizien, Koile Syria, Palästina und Mesopotamia – erhalten sollte, während B. Konstantinopel und den Rest des Reiches beanspruchte. Jedoch wurde die Vereinbarung nicht in die Tat umgesetzt, denn B. nahm seinen Rivalen nach einem erstmaligen Treffen beim Fluß Pyramos (Ǧayḥān) überraschend gefangen und setzte ihn in der Festung Tyropoion fest, in der er schon seine Frau sicher untergebracht hatte. Offenbar war Tyropoion ein alter Stützpunkt der Phokasfamilie. Danach nahm er den Kampf um den Kaiserthron auf. Am Tag der Kreuzerhöhung, also am 14. September 987, ließ sich B. laut Yaḥyā zum Kaiser ausrufen. Skylitzes dagegen berichtet, daß sich B. am 15. August 987 im Hause des Eustathios Maleïnos (# 21861) in Charsianon von den “Megistanes” zum Kaiser ausrufen ließ (13).

In den von ihm beherrschten Reichsteilen setzte B. eigene Gouverneure ein, so in Antiocheia seinen Sohn Leon Phokas, dem er befahl, den Patriarchen von Antiocheia, Agapios (# 20165), ohne Gewaltanwendung aus der Stadt zu entfernen, was von Leon Phokas am 2. März 989 ausgeführt wurde (14).

In rascher Folge eroberte B., ohne Widerstand zu finden, fast ganz Kleinasien, mit Ausnahme von Abydos, das er von einer Armee unter Leon Melissenos belagern ließ. Gegen Gregorios Taronites (# 22428), der vom Kaiser mit einem Feldzug von Trapezunt aus ins Euphratgebiet betraut worden war, erbat B. durch seinen Sohn Nikephoros Phokas (# 25675) militärische Unterstützung von dem georgischen Fürsten David von Tao (# 21432). Diese wurde auch gewährt, so daß Gregorios Taronites abgewehrt werden konnte. Eine weitere Armee unter seinem Bruder Nikephoros Phokas und unter Kalokyres Delphinas (# 23632) lagerte bei Chrysopolis. Jedoch setzte Kaiser Basileios II. mit seinen Truppen, unter denen sich auch eine Abteilung der Rhos befand, überraschend über den Bosporos, griff dieses Heer an und nahm beide Anführer gefangen. Nikephoros wurde gefangengesetzt, Kalokyres hingegen gepfählt oder verbrannt (15). Auf die Kunde von dieser Niederlage brach B. mit seinen Truppen in Richtung Abydos auf, um dort über die Dardanellen zu setzen und auch die europäischen Reichsprovinzen zu unterwerfen. Kaiser Basileios II. marschierte seinerseits zum Hellespont, setzte dort über und schlug die Armee B.s am 13. April 989 vor Abydos. B. selbst fiel. Ihm wurde der Kopf abgeschlagen, den man in Konstantinopel durch die Straßen trug und dann auch in Kleinasien präsentierte, woraufhin die Revolte zusammenbrach (16).

Umstritten ist in den byzantinischen Quellen der Tod B.s: Laut Skylitzes sah B. kurz vor Schlachtbeginn Kaiser Basileios II. vor der Front die Truppen anfeuern. In der Meinung, durch einen persönlichen Angriff auf Basileios die Schlacht zu entscheiden – wie ja auch schon zehn Jahre zuvor gegen Bardas Skleros mit Erfolg praktiziert –, spornte B. sein Pferd und ritt gegen den Kaiser an, stieg dann aber plötzlich ab und legte sich auf den Boden, wo er starb. Möglicherweise sei er auch vom Pferd gefallen. Michael Psellos gibt als weitere Möglichkeit an, daß B. von einem Wurfgeschoß getroffen worden sei. Auch habe sich Kaiser Konstantinos VIII. gerühmt, B. mit einem Speer getroffen zu haben. Demgegenüber versichert Skylitzes, daß sich an B.s Körper keine Wunde gefunden habe. Deshalb hätten viele vermutet, daß B. von seinem Mundschenk Symeon (# 27514) vergiftet worden sei. Symeon sei von Basileios II. mit Geschenken bestochen worden. Letzteres erwägt auch Michael Psellos, ohne sich festzulegen. In der Forschung herrscht dagegen die Meinung vor, daß B. an einem Herzinfarkt gestorben sei (17).

Anmerkungen: — (1) Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 8, p. 134,27-33 (Gelzer); p. 44 (Macler): im Jahre 417 armenischer Ära (29.3.968 – 28.3.969). Stephan von Taron berichtet auch, daß B. im Jahre 418 das syrische Antiocheia eingenommen habe, doch ist die Eroberung Antiocheias Michael Burtzes (# 25253) und dem Stratopedarches Petros (# 26496) zuzuschreiben. — (2) Leon Diakonos, Historia VI 2, p. 96,8-11; Skylitzes, Ioannes 1, p. 284,13f.; Zonaras XVII 1, p. 520,7-10; Ibn al-Aṯīr VIII 703,9f.; Abū Šuǧā‘ 13,11-14. — (3) Leon Diakonos VII 1–8, p. 112,1 – 126,4; Skylitzes, Ioannes 7, p. 291,5 – 294,93; Zonaras XVII 2, p. 525,4 – 527,4; Yaḥyā [p. 133f.] p. 831f. (PO 18,5); 8:34, p. 137f. (Pirone); stark verkürzt auch bei Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 8, p. 134,36 – 135,4 (Gelzer); p. 44 (Macler) (die Festung des B. wird dort Žṙung genannt). Zu der Sicherheitsgarantie für B. cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 734a (Beihammer); zur Lage der Festung Antigus cf. Hild–Restle, Kappadokien 142. Skylitzes und Zonaras geben als Zuflucht des B. dessen Burg Tyropoion an, wahrscheinlich jedoch nur in irrtümlicher Duplizierung der Nachricht, daß B. im Jahre 987 diese Burg benutzte, um dort Bardas Skleros festzusetzen. Zu der gute 300 km östlich von Antigus liegenden Festung Tyropoion s. Hild–Restle, Kappadokien 298. Da der Aufstand schon vor Ende des Jahres 970 niedergeschlagen werden konnte, dürften die Schilderungen über das Ausmaß der Erhebung wahrscheinlich übertrieben sein. — (4) Skylitzes, Basileios 8, p. 324,32 – 325,82; zusammenfassend und verkürzend: Leon Diakonos, Historia X 7, p. 170,2-10; stark verkürzt und mit verfälschender Tendenz: Michael Psellos, Chronographia: Basileios 5,14 – 7,14; so schreibt Michael Psellos nichts von dem ersten Aufstand des B. und erklärt, B. sei, um seine Treue zu sichern, vor der Ernennung zum Kleriker geschoren worden und hätte dann Sicherheitseide geleistet. Im folgenden werden seine kriegerischen Fähigkeiten ausführlich (und übertrieben) dargestellt. Die ganze Darstellung ist auf den Zweikampf zwischen B. und Bardas Skleros als Höhepunkt hin komponiert. Gleichfalls stark verkürzt: Zonaras XVII 5, p. 544,9 – 545,2. Yaḥyā [p. 166f.] p. 374f. (PO 23,3); 10:12, p. 160 (Pirone), lokalisiert die erste Schlacht des B. mit Bardas Skleros bei Pankaleia, das nach Forsyth, Yahya 386, bei Amorion und nicht am Halys, wie Skylitzes glauben macht, zu lokalisieren ist; stark verkürzt auch bei Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 15, p. 142,13-18 (Gelzer); p. 60 (Macler). — (5) Leon Diakonos, Historia X 7, p. 169,14 – 170,24 (verkürzt); Skylitzes, Basileios 9, p. 326,83 – 327,23; Zonaras XVII 5, p. 545,2 – 546,8; Michael Psellos, Chronographia: Basileios 8 (verkürzt und frei modifiziert); Michael Psellos, Historia Syntomos 106, p. 106,25-29 (verkürzt); zu diesem Sieg cf. auch Seibt, Skleroi 47 mit Anm. 139, der vom 24. März 979 spricht (so auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 762d); laut Yaḥyā [p. 191f.] p. 399 [PO 23,3]; 10:82, p. 178 [Pirone] floh B. am Sonntag, dem 21. Ša‘bān 368 a. h. (24.3.979); die Schlacht gegen Bardas Skleros soll er aber am Freitag davor geschlagen haben, was dem 22. März 979 entsprechen würde, der aber kein Freitag, sondern ein Samstag war; Ostrogorsky, Geschichte 248, hatte irrtümlich den 24. Mai 979 angenommen; zu dem Ort cf. Seibt, ibidem; Hild–Restle, Kappadokien 143f. Quelle für den Ort ist die Inschrift von Zarzma: “in dem Lande, das Charsanani heißt, an dem Orte, der Sarvenisni genannt wird” (Übers. Tarchnišvili, Euthymius 122). Skylitzes, Basileios 9, p. 326,87f., spricht dagegen – wohl in Verwechslung mit dem Skleros-Sieg vom Juni 978 – von Pankaleia. — (6) Ibn Šahrām 933f. 940f. [919f. 930] (Amedroz, Embassy) = Abū Šuǧa‘ 37,10 – 38,4; zu dem ganzen Gesandtschaftsbericht cf. auch Beihammer, Bardas Skleros 41f. — (7) Yaḥyā [p. 199] p. 407; 10:106, p. 183f. (Pirone); Kamāladdīn I 173,8 – 174,3; cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 767c (Beihammer). — (8) Yaḥyā [p. 204f.] p. 412f. (PO 23,3); 10:124f., p. 188f. (Pirone); Kamāladdīn I 174,4-11; 176,6 – 177,5; Ibn Ẓāfir 46,8-17; Dawādārī 206,1-6; 210,11 – 211,10; Nuwayrī XXVI 153,13-17; cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 767h (Beihammer). — (9) Yaḥyā [p. 207f.] p. 415f. (PO 23,3); 10:132f., p. 190f. (Pirone); cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 768a (Beihammer). — (10) Yaḥyā [209f.] p. 417f. (PO 23,3); 10:137f., p. 192 (Pirone); Makīn 249,13-17; cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 768g. 769 (Beihammer). Es läßt sich nicht mehr entscheiden, ob man die Versetzung des B. tatsächlich als Degradierung, u. U. wegen verschwörerischer Umtriebe, ansehen muß. Yaḥyā scheint dies nahezulegen, wenn er es auch nicht explizit sagt; cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 768d. In dieselbe Richtung deutet Michael Psellos, Chronographia 10, 6–7. Immerhin fanden die meisten Kämpfe in der Region von Antiocheia statt, so daß es vielleicht nahelag, hier den Befehlsweg zu verkürzen und B. zum unmittelbar verantwortlichen Kommandanten zu ernennen. Andererseits war es, formal gesehen, zweifellos eine Degradierung. Wie B. sie aufgefaßt hat, wissen wir allerdings überhaupt nicht; cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 768g. — (11) Skylitzes, Basileios 12, p. 330,10-14; Zonaras XVII 6, p. 548,9-12; 549,19 – 550,7 (wie Skylitzes). — (12) Im Geschichtswerk des Michael Psellos findet sich am Ende ein “Brief des Kaisers an den Phokas (Γραφὴ τοῦ βασιλέως πρὸς τὸν Φωκᾶν), der früher in die Zeit Kaiser Michaels VII. datiert wurde und demzufolge an Nikephoros Botaneiates gerichtet gewesen wäre (also auf 1077): Michael Psellos, Chronographia: Brief an Phokas 1–3; J. N. Ljubarskij hat jedoch mit guten Gründen wahrscheinlich gemacht, daß es sich bei dem Briefschreiber um Basileios II. und bei dem Adressaten um Bardas Phokas gehandelt haben muß. In dem Brief, der teils nur inhaltlich, teils wörtlich wiedergegeben wird, erinnert der Kaiser den Usurpator an frühere Wohltaten und fordert ihn auf, von dem Aufstand abzulassen. Informationen, die wesentlich über die auch aus anderen Quellen bekannten Ereignisse und die dort genannten Personen hinausgehen, sind nicht zu finden; cf. Ljubarskij, in: JÖB 27 (1976) 103–107; zuletzt Reinsch, in: JÖB 58 (2008) 147–151, der Ljubarskij folgt, aber keine neuen Argumente anführt. — (13) Grund für die unterschiedliche Datierung könnte sein, daß auf eine erste Ausrufung im August eine offizielle Akklamation durch die Truppen im September erfolgte. Skylitzes, Basileios 14, p. 332,59-67; 16, p. 334,40 - 335,51; Michael Psellos, Chronographia: Basileios 10; 12, p. 22,1-14 (verkürzt: Bardas Skleros unterwirft sich B. freiwillig); Zonaras XVII 6, p. 549,19 – 550,7; 7, p. 551,16 – 552,14 (verkürzende Kombination aus Skylitzes und Psellos); Michael Psellos, Historia Syntomos 106, p. 106,13f. (nur das Faktum als solches); Yaḥyā [p. 213–215] p. 421–423 (PO 23,3); 10:82; 150, p. 178. 194f. (Pirone); Ibn al-Aṯīr IX 43,14-16; verkürzt Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 25, p. 188,4-21 (Gelzer); p. 129 (Macler). Zum Kastron Tyropoion cf. Hild–Restle, Kappadokien 298. — (14) Yaḥyā [p. 217] p. 425 (PO 23,3); 10:159, p. 197 (Pirone); cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 769f und 772b (Beihammer). Die Einsetzung des Leon dürfte noch während der Anfangsphase des Aufstands, also noch im Laufe des Jahres 987, erfolgt sein. — (15) Skylitzes, Basileios 17, p. 336,81-94; Zonaras XVII 7, p. 552,15 – 553,4; Yaḥyā [p. 216f.] p. 424f. (PO 23,3); 10:153. 156, p. 195f. (Pirone); Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 25, p. 188, 22 – 189,13 (Gelzer); p. 129f. (Macler); die Niederlage der Phokas-Truppen bei Chrysopolis kann ungefähr auf die zweite Hälfte Januar bis Anfang Februar 989 datiert werden, cf. dazu ausführlich Poppe, in: DOP 30 (1976) 236f. — (16) Skylitzes, Basileios 18, p. 336,98 – 338,44; Zonaras XVII 7, p. 553,4 – 554,6; verkürzte Darstellung bei Leon Diakonos, Historia X 9, p. 173,12 – 175,5; letzterem folgend Michael Psellos, Chronographia: Basileios 13–14; Yaḥyā [p. 216–218] p. 424–426 (PO 23,3); 10:157, 160, p. 196f. (Pirone); zusammenfassend Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 26, p. 189,18-32 (Gelzer); p. 130f. (Macler); cf. auch Dölger–Müller, Regesten Nr. 772a (Beihammer). — (17) Skylitzes, Basileios 18, p. 337,9 – 338,34; Leon Diakonos, Historia X 9, p. 174,22-25; Michael Psellos, Chronographia: Basileios 15–16; Zonaras XVII 7, p. 553,4 – 554,6 folgt in der Beurteilung Michael Psellos, hat aber von den anderen Vorlagen mehr Einzelheiten übernommen; verkürzt, unter Hinweis auf die Vergiftung: Michael Psellos, Historia Syntomos 106, p. 106,30-34. Nur die Tatsache des Schlachtentodes ohne weitere Einzelheiten: Yaḥyā [p. 216] p. 426 (PO 23,3); 10:160, p. 197 (Pirone); Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 26, p. 189,33f. (Gelzer); p. 131 (Macler).

Q: — (Hist.): Leon Diakonos, Historia; Skylitzes; Zonaras; Michael Psellos, Chronographia; Michael Psellos, Historia Syntomos. — (Hag.): Vita Niconis (BHG 1366. 1367) cap. 39, p. 140 (ohne Namen); Ioannes Lazaropulos, Miracula Eugenii (BHG 612), p. 80–83 (ed. Papadopulos-Kerameus); p. 248,60 – 254,161 (ed. Rosenqvist); Vita Euthymii Madyt. (BHG 654) cap. 13, p. 409; cap. 15, p. 411. — (Sonst.): unsicher: Novelle des Basileios II. vom 1. Januar 996 (cf. Dölger–Müller, Regesten, Nr. 783), Version II, cap. 3a, in: Svoronos, Novelles Nr. 14, 3α, p. 203,39-44 = Ius (Zepos) I, Coll. III, Nov. XXIX, p. 264f. Anm. 24 (ohne Namensnennung, nur: οἱ Φωκάδες ... ὁ πατήρ). — (arm.): Aristakēs Lastivertc‘i, cap. 3, [33f.] p. 18 (Canard–Berbérian); Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 8, p. 134,27 – 135,4 (Gelzer); p. 44 (Macler); cap. 15, p. 142,12-18 (Gelzer); p. 60 (Macler); cap. 25f., p. 188f. (Gelzer); p. 129–131 (Macler); cap. 27, p. 190,31f. (Gelzer); p. 133 (Macler). — (arab.): Yaḥyā; Ibn Šahrām; Ibn Ẓāfir; Ibn al-Aṯīr; Dawādārī; Makīn; Kamāladdīn; Nuwayrī. — (Sg.): Seibt–Wassiliou 91 (datiert 978–985/86): Βάρδᾳ μαγίστρῳ καὶ δομεστικῳ τῶν σχολῶν. Seibt–Wassiliou schreiben B. ein weiteres Siegel zu (Paris, Bibliothèque Nationale Nr. 899): Βάρδᾳ μαγίστρῳ, βέστῃ καὶ δομεστίκῳ τῶν σχολῶν. — (Inscr.): Inscriptions (Grégoire I) Nr. 5bis; MAMA I 1–152 passim bes. Nr. 258 (cf. dazu Belke–Mersich, Phrygien und Pisidien 205 [Lit.]).

L: ODB III 1665f. s. v. “Phokas”; Savvides IV 203–205. — Grégoire, in: Inscriptions (Grégoire I) 5f.; Poppe, in: DOP 30 (1976) 195–244; Đurić, in: ZRVI 17 (1976) 272–274. 278–281; Cheynet, Les Phocas 307f.; Beihammer, Bardas Skleros; Dölger–Müller, Regesten Nr. 767h (Beihammer), sowie p. 234 (Index); Todt, Antiocheia 208f.

P: Laut Aristakēs Lastivertc‘i war B. sieben Jahre Herr des Ostens des Reiches, doch ist dies eine Fehlinformation, denn die Revolte des B. dauerte von August 987 bis April 989, also nur gute eineinhalb Jahre. — Die Zuweisung der Siegel, die keinen Familiennamen nennen, ergibt sich nach Seibt–Wassiliou aus der Identifizierung der beiden Siegler, aus der allgemein vertretenen Ansicht, daß der Titel Bestes erstmalig unter Kaiser Nikephoros II. Phokas verliehen wurde und schließlich daraus, daß Bardas Skleros aller Wahrscheinlichkeit nach nie Domestikos der Scholen war.

Angehörige (anonym)

1. Ehefrau 20784A

V: Sie wird erwähnt, als ihr Mann sich im Winter 970/71 dem Bardas Skleros ergab und, wie Leon Diakonos berichtet, zusammen mit seiner Frau und den Kindern nach Chios verbannt wurde. Im Jahre 987 ließ ihr Mann sie in einer Festung zurück, als er nach seiner Ausrufung zum Kaiser gegen Konstantinopel zog. In demselben Kastell – laut Skylitzes Tyropoion – wurde auch Bardas Skleros festgesetzt. Nach dem Tod des Bardas Phokas ließ die Ehefrau Bardas Skleros frei, unter dessen Banner sich nun alle Verschwörer, auch die Verwandten des Bardas Phokas, sammelten.

Q: — (Hist.): Leon Diakonos VII 8, p. 126,3f.; Yaḥyā [p. 214. 218] p. 422. 426 (PO 23,3); 10:154, p. 195; 10:160, p. 198 (Pirone).

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