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David III. (von Tao)

Δαβίδ

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
21432
Namensvariante
Dabid (griech.); Dāwud (arab.); Davit‘ (georg. und arm.); Dawit‘ (arm.); David of Tayk‘ (Sekundärliteratur); Bagratiden (iberische Familie)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
961
ethnos
Georgien
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Kuropalates (griech. Titel für georg. Herrscher) = qurubalāṭ (arab.) = kiwrapałat Tayoc‘ (arm.); Archon ton Iberon (griech.); curopalata (lat. Übers. einer georg. Quelle); georg.: Kuropalates; georg.: Archon ton Iberon; georg.: curopalata; Kuropalates Tao = kiwrapałat Tayoc‘ (arm.); qurubalat: qurubalāṭ (arab.: Kuropalates); arab.: qurubalat: qurubalāṭ (arab.) = Kuropalates; kiwrapałat Tayoc‘ (arm.) = Kuropalates Tao; tagawor: t'agawor Vrac' (arm.: "König der Georgier"); q.r.b.lä† (arab.) = qurubalāṭ (arab.: Kuropalates); König Georgien = malik al-Ǧurzīya ṣāḥib madīnat at-Tay (arab.: “König der Georgier und Herr von Tao”) = t'agawor Vrac' (arm.: "König der Georgier"); König = mep‘e (georg.) (?)
Name normalisiert
David
Ort
Tayk‘ (arm.) = Tao; Tao; Tay: at-Tay (arab.) = Tao; Xaltoyaric‘: Xałtoyarič‘ (Festung am oberen Euphrat, westl. von Theodosiupolis/Karin); Cormayri: Č‘ormayri (Region südl. von Tao, westl. von Karin); Karin (Region um die Stadt Karin/Theodosiupolis); Basean (Region südl. von Tao, östl. von Karin); Sevuk (Festung in der Region Marda¬i); Sewuk-berdak = Sevuk; Mardali: Mardałi (Region in Armenien, südl. von Basean, nördl. von Taron); Karin = Theodosiupolis; Theodosiupolis = Karin = Erzurum (türk.); Erzurum (modern. türk.) = Theodosiupolis; Hark‘ (Distrikt in Armenien; nordöstl. von Taron); Apahunik‘ (Distrikt in Armenien; nördl. des Van-Sees); Kartli: K‘art‘li, oberes (Region in Georgien, s. a. Samc‘xe); Samcxe: Samc‘xe (Region in Georgien); Dört Kilise (türk. Ort im Çoruh-Tal); Vierkirchenlaura (Tao-Klardžet‘i) = Dört Kilise; Quattuor Ecclesiae (lat.) = Vierkirchenlaura (Tao-Klardžet‘i) = Dört Kilise; Oski: Oški (Tao) = Öşk(moderner türk. Ortsname); Öşk (moderner türk. Ortsname) = Oški (Tao); Ot‘xt‘a Eklesia (georg.) = Vierkirchenlaura ; Parxali = Kloster in Tao-Klardžet‘i; Chachuli-Kloster (Tao), siehe Xaxuli-Kloster; Hahuli: Ḫaḫuli siehe Xaxuli; Ösk: Öşk Manastir (türk.) = Oški-Laura; Parhal: siehe unter Parxali; Parkhal (franz. Translit.): siehe unter Parxali; Xaltoy: Xa¬toy Dzor (Festung) = Xałtoyarič‘ (Festung am oberen Euphrat, westl. von Theodosiupolis/Karin); Xaltoy: Xałtoy Arič‘ (Festung) = Xałtoyarič‘ (Festung am oberen Euphrat, westl. von Theodosiupolis/Karin); Šatik (Festung); Xaxuli-Kloster
Quelle
Vita Ioannis et Euthymii hiberica; Aristakēs Lastivertc‘i; Inschrift (Zarzma); Vardan; Nikephoros Uranos, Epp.; Djobadze, Monasteries; Skylitzes; Zonaras; Georgische Chronik (K‘art‘lis C‘xovreba), Chronik von K‘art‘li; Yaḥyā; Stephan von Taron (Asołik); Georgische Chronik (K‘art‘lis C‘xovreba), Sumbat D.; Matthäus von Edessa; Mat‘evosean, Kolophone (arm.); Armenische Redaktion der Georgischen Chronik

N: Davit‘ (Transliteration der georg. Schreibung); Davit‘ oder Dawit‘ (Transliterationen der armenischen Schreibung); arab.: Dāwud.

T: Archon der Iberer — ὁ τῶν Ἰβήρων ἄρχων (Skylitzes); Magistros (georgische Inschriften in der Kirche von Oški [963–973]), Kuropalates — κουροπαλάτης (u. a. Nikephoros Uranos, Ep. 19); curopalata (Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 6 [lat. Übers. Peeters]); arab.: qurubalāṭ (Yaḥyā); König der Georgier, Herrscher von Tao — arab.: malik al-Ǧurzīya ṣāḥib madīnat at-Tay (Yaḥyā); arm.: t‘agawor Vrac‘ (König der Georgier; Aristakēs Lastivertc‘i); arm.: kiwrapałat Tayoc‘ (Kuropalates von Tayk‘ [Tao]; Stephan von Taron), t‘agawor Tayoc‘ (König von Tayk‘ [Tao]; Armenische Redaktion der Georgischen Chronik, wohl in Übersetzung eines georgischen mep‘e [König], s. dazu Thomson, in: Georgische Chronik, p. 273 Anm. 36).

V: Georgischer Fürst aus dem iberischen Zweig der (ursprünglich armenischen) Bagratiden, Sohn des Adarnase III. (# 20101), jüngerer Bruder des Bagrat I. (# 20735). Seit 961 Fürst von Tao (1).

Zusammen mit seinem Bruder Bagrat verbannte D. seinen Vater Adarnase III. in ein Kloster, wo dieser gegen seinen Willen als Mönch leben mußte und im Jahre 961 starb (2).

In die Anfangsjahre von D.s Herrschaft, also bald nach 961, ist wohl die Restauration der großen dreischiffigen Basilika von Dört Kilise (= “Vierkirchenlaura” = quattuor ecclesiae [lat. Übers. Peeters] = georg.: Ot‘xt‘a Eklesia) zu datieren, in deren Zusammenhang wohl auch die Ausschmückung der Kirche mit Fresken erfolgt sein dürfte (3).

Zusammen mit seinem Bruder Bagrat stiftete D. die große Kirche von Oški. Der Bau wurde laut einer georgischen Inschrift (4) am 25. März 963 begonnen und hat sich eventuell über 10 Jahre, also bis 973, erstreckt (5). D. und Bagrat sind als Stifter in zwei Reliefs, einem kleinen unter einem Nischenbogen im Inneren und einem großen Deesis-Relief auf der südlichen Außenseite der Kirche dargestellt. In den begleitenden Inschriftten wird D. als König und Magistros bezeichnet, führt jedoch noch nicht den Kuropalates-Titel. Ferner ließ D. das Kloster Xaxuli (Chachuli/Ḫaḫuli) erbauen (6) und stiftete die neue Kirche des Klosters Parxali (7).

D. erhielt vom byzantinischen Kaiser Nikephoros II. Phokas die “obere Region” (8). Als Sicherheit mußte D. dem byzantinischen Kaiser jedoch Söhne seiner Adligen (aznaur) als Geiseln nach Konstantinopel schicken (9). Eine dieser Geiseln war Euthymios Athonites Iber (# 21960).

Bald nach 977, dem Jahr der Thronbesteigung Smbats II. von Armenien (# 27144), griff D. in die Kämpfe zwischen diesem und dessen von diesem angegriffenen Onkel Mušeł (# 25457) ein, nachdem Mušeł ihn zu Hilfe gerufen hatte. Daraufhin mußte Smbat die von ihm eroberte Festung Šatik dem Mušeł zurückgeben und es wurde ein den Status quo ante wieder herstellender Frieden geschlossen (10).

Als im byzantinischen Reich Bardas Skleros (# 20785) rebellierte (seit 976) und am 19. Juni 978 in der Schlacht bei Pankaleia den gegen ihn ausgesandten Bardas Phokas (# 20784) geschlagen hatte, sandten die Kaiser den georgischen Adligen Ioannes Tornikios (# 22926) zu D. mit der Bitte um militärische Unterstützung gegen Bardas Skleros und mit der Zusage territorialer Abtretungen auf Lebenszeit an D. (s. u.). D., der laut Skylitzes mit Bardas Phokas seit dessen Aufenthalt in Chaldia persönlich befreundet war, schickte ein Heer von 12.000 Reitern (11) unter dem Oberbefehl des Ioannes Tornikios (12) und des georgischen Fürsten Džodžik (# 21612) (13), deren Truppen gemeinsam mit dem byzantinischen Heer unter Bardas Phokas (14) am 24. März 979 (15) den Bardas Skleros bei Aquae Saravenae besiegten. Während die georgischen Quellen diesen Sieg dem Ioannes Tornikios und den Georgiern zuschreiben, ohne Bardas Phokas zu erwähnen (16), erwähnen Skylitzes und Yaḥyā die Georgier überhaupt nicht und führen den Sieg allein auf Bardas Phokas zurück (17).

D. erhielt als Gegenleistung für seine Militärhilfe, wie vereinbart von den Kaisern ein Territorium auf Lebenszeit, das als “obere Regionen” bezeichnet wird (18).

Die Gründung des Iviron-Klosters auf dem Berge Athos durch zwei seiner Edlen, den bereits genannten Ioannes Tornikios (# 22926) und Ioannes Athonites Iber (# 22942), wurde von D. zumindest mit großem Wohlwollen gesehen, wahrscheinlich aber auch aktiv unterstützt (19). Der Vita Ioannis et Euthymii hiberica (§ 24) nach verfolgte D. besonders die Übersetzungstätigkeit des Euthymios Athonites Iber mit regem Interesse, schrieb Euthymios oft und ließ sich dessen Übersetzungen kopieren und nach Tao schicken (20).

Da D. selbst keine Kinder hatte, adoptierte er Bagrat III. (# 20740), der über seinen Vater Gurgen (# 22531), der D.s Cousin dritten Grades war (d. h. D. und Gurgen hatten denselben Urgroßvater, nämlich Adarnase II. [IV.] von Tao [# 20099]), Ansprüche auf K‘art‘li und über seine Mutter Guranduxt Ančabadze auf Abchasien hatte (21). Dadurch schuf D. die Voraussetzungen dafür, daß Bagrat dereinst über ein vereinigtes Georgien, das Abchasien, K‘art‘li und ganz Tao umfaßt, hätte herrschen können.

Als Bardas Phokas gegen Basileios II. revoltierte (987–989) und D. um Unterstützung bat, schickte dieser ihm einen seiner Sklaven (# 31683) mit 1.000 Reitern und die beiden Söhne des Bagrat (# 20739 und # 21350) mit weiteren 1.000 Reitern (22). Als diese aber von der Niederlage der Aufständischen bei Chrysopolis erfuhren, kehrten sie umgehend zu D. zurück (23). Nach dem Tod des Bardas Phokas am 13. April 989 sandte Basileios II. eine Strafexpedition unter dem Kommando des Patrikios Ǧākrūs (# 22057) gegen D. und zwang ihn im Jahr 990, sich der byzantinischen Oberhoheit zu unterwerfen und sein Reich testamentarisch Byzanz zu vermachen. D. war zu diesem Zeitpunkt bereits alt und hatte keinen Sohn und auch keinen anderen Nachfolger (24). Laut Yaḥyā erhielt D. den Kuropalates-Titel erst nach dieser Unterwerfung (25). Die testamentarische Abtretung Taos an Byzanz, nachdem bereits Bagrat III. von Georgien sich als Erbe von Tao hatte sehen dürfen, sollte später zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Georgien und Byzanz um Tao führen.

D. starb am 31. März 1000 (26). Auf die Nachricht vom Tode D.s hin zog Basileios II. nach Tao, um es zu annektieren, wie D. es im Jahre 990 gezwungenermaßen akzeptiert hatte (27).

Anmerkungen: — (1) So auch Djobadze, Monasteries 169; solange Bagrat I. lebte (bis 966), eventuell auch nur in zweitem Rang nach Bagrat, daher setzen einige Gelehrte den Beginn seiner Herrschaft auch erst im Jahre 966 an, u. a. Seibt, Skleroi 44 mit Anm. 125; Toumanoff, Manuel 20.9, p. 118. — (2) Georgische Chronik, Sumbat D., § 47. — (3) Thierry, in: CA 24 (1975) 75–86. — (4) Siehe Djobadze, in: BZ 69 (1976) 58f.; idem, Monasteries 136f. (Nr. 5). — (5) Djobadze, in: BZ 69 [1976) 59f.; cf. idem, Monasteries 137. — (6) Georgische Chronik, Chronik von K‘art‘li, cap. 50 [Qx274]. — (7) Djobadze, Monasteries 189. — (8) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 7, p. 17,11-13 (Peeters): superiorem regionem; § 7, [43] l. 116f., p. 87 (Martin-Hisard): les regions d’en-haut; mit namentlicher Nennung des byzantinischen Kaisers: Synaxarium Euthymii hiberi. Kopaliani (laut Martin-Hisard, p. 87 Anm. 18) nahm an, daß dies zum Dank für die Teilnahme georgischer Kontingente an dem byzantinischen Feldzug gegen Tarsos im Jahre 964 geschah. Bei der “oberen Region” handelt es sich laut Peeters um das obere K‘art‘li bzw. die Provinz Samc‘xe, laut Martin-Hisard um das obere Tao. Obwohl die Vita Ioannis et Euthymii hiberica später noch einmal von einer “oberen Region” spricht, handelt es sich vermutlich nicht um ein und dasselbe Territorium, cf. unten Anm. 18. — (9) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 7. — (10) Stephan von Taron III, cap. 11, p. 138,14-24 (Gelzer); p. 50 (Macler). — (11) Vita Ioannis et Euthymii hiberica § 11. — (12) Ibidem. — (13) Stephan von Taron III, cap. 15, p. 142,8-10 (Gelzer); p. 60 (Macler). — (14) Stephan von Taron III, cap. 15, p. 142,19-21 (Gelzer); p. 61 (Macler). — (15) Yaḥyā [p. 191f.] p. 399 [PO 23,3]; 10:82, p. 178 [Pirone]; cf. Seibt, Skleroi 47 mit Anm. 139. — (16) So die Vita Ioannis et Euthymii hiberica; cf. Aristakēs Lastivertc‘i, cap. 3, [33] p. 18 (Canard–Berbérian): Heer des Kuropalates von Georgien. — (17) So Skylitzes, Basileios 9, p. 326,83 – 327,23; Yaḥyā [p. 191f.] p. 399 (PO 23,3); 10:82, p. 178 (Pirone). — (18) Vita Ioannis et Euthymii hiberica, § 11 [48], l. 214-216, p. 91 (Martin-Hisard): Alors les rois remirent au curopalate à titre viager les régions d’en haut de la Grèce, also “die oberen Regionen des byzantinischen Ostens”, bzw. p. 22,1-3 (Peeters): Tunc reges superiorem regionem graecae dicionis curopalatae concesserunt, ut eam ad finem usque aetatis suae obtineret, also “die obere Region nach griechischer Terminologie”. Cf. Dölger–Müller, Regesten, Nr. 762a. Was diese “obere Region” war, geht aus Stephan von Taron (III, cap. 15, p. 142,2-7 [Gelzer]; p. 59f. [Macler]) hervor, der die Festungen und Regionen, die D. erhielt, einzeln aufzählt: die Paßfestung Xałtoyarič‘, die Regionen Č‘ormayri, Karin (mit der Stadt Karin bzw. Theodosiupolis, heute: Erzurum), Basean, die Festung Sevuk bzw. die Region Mardałi und die armenischen Distrikte Hark‘ und Apahunik‘. Cf. zu dieser Liste auch Honigmann, Ostgrenze 151; alle Orte sind auf dem Kartenblatt B VII 16 des TAVO (R. H. Hewsen) verzeichnet. Laut Martin-Hisard (in: Vita Ioannis et Euthymii hiberica, p. 91 Anm. 31) waren es jene Gebiete, die zuvor unter der Kontrolle des Rebellen Bardas Skleros gewesen waren. Nach der Übersetzung von Martin-Hisard spricht die Vita Ioannis et Euthymii hiberica hier von einem anderen Territorium als in § 7 (cf. oben Anm. 8), so daß in dem Text vermutlich keine Dublette ein und derselben Territorialabtretung zu vermuten ist. Anders fassen es offenbar Dölger–Müller auf, die unter den Regesten Kaiser Nikephoros’ II. Phokas kein entsprechendes Abkommen mit D. auflisten. Falls dem in der Regel gut informierten Autor der Vita Ioannis et Euthymii hiberica, Georgios (# 22259), ein Fehler unterlaufen sein sollte, so wohl am ehesten der einer irrtümlichen Bezeichnung des von Kaiser Nikephoros II. abgetretenen Gebietes oder allenfalls noch der einer irrtümlichen Verknüpfung der sicherlich historischen Ankunft des Euthymios Athonites Iber in Konstantinopel unter Nikephoros II. Phokas mit einem so nicht historischen Territorialabkommen und einer dieses begleitenden Geiselstellung. Die Territorialabtretung nach dem Sieg über Bardas Skleros ist dagegen in jedem Falle als historisch anzusehen. — (19) So könnte man spekulieren, wie weit D., als er Ioannes Tornikios einen Großteil der beachtlichen Beute aus dem Sieg über Bardas Skleros zusprach, diesen damit eventuell schon gezielt mit den Mitteln für die Gründung des Iviron-Klosters ausstatten wollte. Davon, daß D. die Gründungen georgischer Klöster mit eigenen Scriptorien energisch vorantrieb, zeugen seine Klostergründungen in Tao. — (20) Martin-Hisard weist als Beleg für dieses Interesse D.s auch auf den Kolophon des Cod. T‘bilisi H–2251 hin, wo ein Iordanes (# 23509) erwähnt wird, den D. auf den Athos sandte, damit er dort die Übersetzungen des Euthymios für ihn kopiere. — (21) Georgische Chronik, Chronik von K‘art‘li, cap. 50 [Qx272–275]. — (24) Yaḥyā [p. 221], p. 429 (PO 23,3); 10:168f., p. 200 (Pirone); zur Übergabe von D.s Herrschaftsgebiet an Byzanz cf. Dölger–Müller, Regesten Nr. 780a (Beihammer). — (25) Yaḥyā [p. 221f.], p. 429f. (PO 23,3); 10:170, p. 200 (Pirone); s. dazu aber Seibt, Skleroi 44 mit Anm. 125, der annimmt, daß D. den Kuropalates-Titel schon länger besessen habe. Am wahrscheinlichsten erscheint die Verleihung des Kuropalates-Titels nach der militärischen Hilfe gegen Bardas Skleros im Jahre 979 (cf. Actes d’Iviron, p. 22 Anm. 6). — (26) Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 43, p. 209,33f. (Gelzer); p. 162 (Macler): am Ostersonntag des Jahres 449 armenischer Ära [= 21.3.1000 – 20.3.1001], d. h. am 31.3.1000. Dieses Datum halten z. B. Honigmann, Ostgrenze 156; Canard–Berbérian, in: Aristakēs Lastivertc‘i, p. XX. XXV und bes. p. 5 Anm. 1 (mit ausführlicher Diskussion) und Beihammer, in: Dölger–Müller, Regesten Nr. 790a. für das wahrscheinlichste. Aristakēs Lastivertc‘i schreibt dagegen, daß D. von seinen eigenen Leuten am Gründonnerstag des Jahres 450 armenischer Ära (21.3.1001 – 20.3.1002), also am 10.4.1001, vergiftet wurde. Auch Sumbat Davit‘isdze datiert auf 1001: Georgische Chronik (K‘art‘lis C‘xovreba), Sumbat D., § 53 [Ar52; Qx382], p. 362 (Rapp): “im Chronikon 221”. Laut Matthäus von Edessa (I, cap. 33, p. 39) wurde D. vom Erzbischof Hilarion von Georgien in seinem Bett erstickt, indem dieser ihm ein Kissen aufs Gesicht legte und sich mit seinem ganzen Gewicht daraufwarf, nachdem er es zuvor nicht geschafft hatte, ihn mit vergiftetem Messwein zu töten, weil D. ein Gegenmittel genommen hatte. Zur Strafe dafür sei Hilarion schließlich von Basileios II. gefangengenommen und mit einem Stein um den Hals zusammen mit seinen Mitverschwörern ins Meer geworfen worden. — (27) Skylitzes, Basileios 20, p. 339,72-78 (verkürzte Darstellung, die chronologisch falsch zu ca. 991 eingeordnet ist); Zonaras XVII 7, p. 557,11-18 (von Skylitzes abhängig); Yaḥyā 459f. [PO 23,3]; 12:28, p. 225 (Pirone); Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 43, p. 209,34 – 210,6. (Gelzer); p. 162f. (Macler). Matthäus von Edessa berichtet nichts von diesem Zug des Basileios II. nach Tao.

Q: — (Hist.): Skylitzes; Zonaras. — (Ep.): Nikephoros Uranos, Ep. 19. — (arm.): Stephan von Taron (Asołik) III, cap. 11, p. 138,14-24 (Gelzer); p. 50 (Macler); cap. 15, p. 142,1-10 (Gelzer); p. 59f. (Macler); cap. 28, p. 192,9-17 (Gelzer); p. 135 (Macler); cap. 29, p. 194,6-8 (Gelzer); p. 137 (Macler); cap. 43, p. 209,20 – 210,6 (Gelzer); p. 161–163 (Macler); Aristakēs Lastivertc‘i, cap. 1, [22f.] p. 2f.; [25] p. 7; cap. 3, [33] p. 18; [35] p. 21; cap. 4, [36] p. 21; [37] p. 23 (Canard–Berbérian); Vardan, cap. 52 [93], p. 191 (Thomson); Matthäus von Edessa I, cap. 30–33, p. 37–39; Mat‘evosean, Kolophone (arm.) Nr. 90, p. 77; Armenische Redaktion der Georgischen Chronik [Ab109f.] p. 273–277 (Thomson). — (georg.): Vita Ioannis et Euthymii hiberica, § 6, p. 16,15f. 19f. (Peeters); § 6, [42] l. 95, p. 86; l. 98, p. 87 (Martin–Hisard); § 7, p. 17,11-13 (Peeters); § 7, [43] l. 116f., p. 87f. (Martin-Hisard); § 9, p. 20,5 (Peeters); § 9, [45] l. 161, p. 89 (Martin-Hisard); § 10, p. 21,19. 32f. (Peeters); § 10, [47] l. 200. 208, p. 90 (Martin-Hisard); § 11, p. 21,34 – 22,14 (Peeters); § 11, [47f.] l. 210-226, p. 91 (Martin-Hisard); § 19, p. 29,25-27. 34 (Peeters); § 19, [56] l. 412f., p. 98 (Martin-Hisard); § 24, p. 33,36 – 34,4 (Peeters); § 24, [61] l. 539, p. 102 (Martin-Hisard); Kolophon, in: Cod. Athous Iber. hib. 9 (a. 977 oder später, dann als Kopie eines Codex von 977, in Oški), fol. 375r (offenbar in einem nach 979 eingefügten Abschnitt), in: Blake, Manuscrits géorgiens d’Iviron 338 (cf. Tarchnišvili, Euthymius 122; Lefort–Oikonomidès–Papachryssanthou, in: Actes d’Iviron, p. 9 [Kolophon “Eb”]); Georgische Chronik (K‘art‘lis C‘xovreba), Sumbat D., § 47 [Ar51; Qx381], p. 361 (Rapp); p. 472 (Pätsch); § 53 [Ar52; Qx382], p. 362 (Rapp); p. 473 (Pätsch); Georgische Chronik (K‘art‘lis C‘xovreba), Chronik von K‘art‘li, cap. 50 [Qx271–274], p. 272–274 (Thomson); p. 344–348 (Pätsch); cap. 51 [Qx275–277], p. 275–277 (Thomson); p. 349–352 (Pätsch); cap. 52 [Qx288], p. 284 (Thomson); p. 362f. (Pätsch); Inschrift von Zarzma; zu verschiedenen Inschriften in der Kirche von Oški s. Djobadze, in: BZ 69 (1976) 39–62 bzw. Djobadze, Monasteries 131–141. — (arab.): Yaḥyā.

L: ODB I 590 s. v. “David of Tayk‘/Tao”; Savvides VI 104–106. — Markwart, Südarmenien 109*; Avalichvili, in: Byz 8 (1933) 177–202; Honigmann, Ostgrenze 150–157; Toumanoff, Bagratids, Nr. 54, p. 39f.; Guilland, Curopalate 217f.; Toumanoff, Manuel 20.9, p. 118; G IX., p. 554; Grousset, Histoire 501–535; Canard–Berbérian, in: Aristakēs Lastivertc‘i, p. xixf.; p. 5 Anm. 1; Badridzé, in: Bedi Kartlisa 33 (1975) 162–190; Thierry, in: CA 24 (1975) 75. 86; Djobadze, in: BZ 69 (1976) 39–62; Seibt, Skleroi 44–49; Juzbašjan, Arm. gosudarstva 134–143; Edwards, in: DOP 42 (1988) 135–137; Garsoïan, Kingdoms 167–170. 177f. 189; Martin-Hisard, in: Vita Ioannis et Euthymii hiberica, p. 102 Anm. 84; Rapp, Georgian Historiography 393f.; Dölger–Müller, Regesten Nr. 762. 762a. 762b [761]. 780. 780a.

P: Ein später Einschub in der Chronik von K‘art‘li über D. [Qx273], p. 373 (Thomson), p. 346–348 (Pätsch), den eine Handschrift aus der ersten Hälfte des 18. Jh.s als ältester Textzeuge überliefert, wurde hier nicht berücksichtigt.

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