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Ephraim

Ἐφραίμ

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
21691
Klerus / Laie
Klerus
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
948
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Kopist; Monachos
Name normalisiert
Ephraim
Quelle
Follieri, Cod. Vat.; Barbour; Euangelatu-Notara, Semeiomata; Eustratiades–Arcadios, Catalogue Vatopedi; Lake, Dated Mss.

T: Mönch — μοναχός. Kopist.

V: E. schrieb in der Mitte des 10. Jh.s verschiedene erhaltene Codices, von denen nicht alle subskribiert und/oder genau datiert sind. Auf der anderen Seite gibt es auch einen kopierten Kolophon, der E.s Namen und eine genaue Datierung enthält und somit eine wertvolle Information zu E. bietet, aber nicht von E. selbst geschrieben ist.

Für die älteste erhaltene von E. geschriebene Handschrift wird (aufgrund der Entwicklung von E.s Schriftduktus) der Cod. Athous Laura Β 64 (184) gehalten (cf. Prato, in: Scrittura e Civiltà 6 [1982] 110), dessen Subskription allerdings keine Datierung trägt, sondern nur E.s Namen nennt. Der Codex enthält die Apostelgeschichte, die katholischen Briefe und die Paulos-Briefe sowie zahlreiche Scholien. Beck, Kirche 595, erwähnt die Möglichkeit, daß die Scholien von E. stammen könnten (“Ob ... Ephraem nur Abschreiber ist oder an der exegetischen Tradition selbst gearbeitet hat, läßt sich kaum sagen.”).

Der Cod. Athous Vatoped. 949 ist trotz des Kolophons nicht von E.s Hand (sondern einer Hand des 15. Jh.s), so daß man annehmen muß, daß die Vorlage von E. geschrieben worden war und der Kopist E.s Kolophon mitkopiert hat. E. hätte die Vorlage des Cod. Athous Vatoped. 949 demnach im Jahr 948/49 (nach der Lesung Eustratiades–Arcadios) bzw. am 23. November 948 (6457 a. m.; 7. Indiktion; nach der Lesung Lake) vollendet. Wenn die Lesung durch K. Lake korrekt ist, hätte E. nur 15 Tage für die Abschrift gebraucht. Die Handschrift enthält die vier Evangelien.

Der zeitlich wohl nächste erhaltene Codex von der Hand des E. ist der subskribierte und datierte Cod. Marc. gr. 201 (Aristoteles, Organon), den E. im November 954 (13. Indiktion; 6463 a. m.) vollendet hat.

Vom Cod. Athen. 1 (Psalmenkommentar des Theodoret von Kyros, eine Catene) schrieb E. die Folia 153r–345r. Da in dem nur fragmentarisch erhaltenen Kolophon die Datierung fehlt, ist eine chronologische Einordnung nur aufgrund der Entwicklung des Schreibstiles möglich. Von Prato (in: Scrittura e Civiltà 6 [1982] 100) wird der Cod. Athen. 1 in die Zeit zwischen 954 und 962 (näher am letzteren Datum) eingeordnet.

In einer fünften Indiktion vollendete E. an einem 5. April den Cod. Vat. gr. 124 (Polybios, Historiarum libri I–V). Laut E. Follieri, Cod. Vat., Nr. 16, ist diese 5. Indiktion mit dem Jahr 947 gleichzusetzen (so auch Euangelatu-Notara 128 [Nr. 33]). Doch hat Prato das Jahr 962 plausibel gemacht (so auch Gamillscheg–Harlfinger III 82f. [Nr. 196]).

Schließlich können E. noch drei unsignierte Handschriften zugewiesen werden: der Cod. Vat. Urb. 130 (Rhetorik: Aphthonios, Hermogenes), cf. Perria, op. cit., bes. 82–107; Gamillscheg–Harlfinger III 83 (Nr. 196), der Cod. Marc. gr. IV 1, der einer der wichtigsten Textzeugen für Platons Dialoge ist (Lit. bei Prato, in: Scrittura e Civiltà 6 (1982) 100 Anm. 6), und der Cod. Istanbul, Sarayi G. I. 1 (cf. Prato, in: Symbolae Berolinenses 279–281).

Q: — (Ms.): Subskription, in: Cod. Athous Laura Β 64 (184), am Ende von 102 Folia: Διὰ τὴν ἀγάπην τοῦ Χριστοῦ ὁ ἀναγινώσκων ὑπερευξάσθω τῆς ἁμαρτωλῆς ψυχῆς τοῦ γράψαντος Ἐφραὶμ μοναχοῦ· ὁ θεὸς ἱλάσθητί μοι τῷ ἁμαρτωλῷ ἀμήν. (zitiert nach Spyridon–Eustratiades, Catalogue Laura 20 [Nr. 184]); (kopierte, nicht autographe) Subskription des E., in: Cod. Athous Vatoped. 949 (olim 747), fol. 287r: ἐγράφη χειρὶ Ἐφραὶμ μοναχοῦ ἐπὶ ἔτους ͵ϛυνζ´(949) ἰνδ. ζ´. (zitiert nach Eustratiades–Arcadios, Catalogue Vatopedi 174 [Nr. 949]), unmittelbar davor steht als Hinweis des Kopisten, der die Subskription abgeschrieben hat: Εἶδον τὸ ἔτος ἐξαναγράφη (ibidem); Lake las dagegen: ειδον τους ετους εξαναγραφυ· εγραφυ χυρι εφραιμ μοναχου εν μεραις ιε´ μηνι νοεμβριω κγ´ ινδικτιωνος ζ´ ετους ͵ϛυνζ´. (zitiert nach Lake, Dated Mss. III,86, p. 9); Subskription in: Cod. Marc. gr. 201 (780) (a. 954): εγραφη χειρι εφραιμ μοναχου μηνι νοεμβριω ινδικτιωνος ιγ´ ετους ͵ϛυνζ´. (zitiert nach Euangelatu-Notara, Semeiomata 130 [Nr. 43]); Subskription (mutiliert), in: Cod. Athen. 1, fol. 345r: ἐγράφη χειρὶ Ἐφραὶμ μοναχοῦ μ(ηνὶ) ἀπριλ(λίῳ) η´ (der Rest der Subskription ist abgeschnitten; zitiert nach Prato, in: Scrittura e Civiltà 6 [1982] 100); Subskription, in: Cod. Vat. gr. 124 (947 oder 962 [5. Indiktion]), fol. 304r: ... ἐγρα(φη) χειρὶ Ἐφραὶμ μο(να)χ(ου) μ(ηνι) ἀπριλλίωι ε´ ἰνδ(ικτιωνος) ε´ (nach Follieri, Cod. Vat., Nr. 16).

L: Beck, Kirche 595. — Vogel–Gardthausen 124f.; Eustratiades–Arcadios, Catalogue Vatopedi 174 (Nr. 949) (mit Zuschreibung an E. und Datierung auf 949); Lake, Dated Mss. II,44, p. 9 (und Tafeln 80f. 85); III,86, p. 9 (und Tafeln 152f.); K. Lake – S. Lake, in: Journal of Biblical Literature 62 (1943) 263–268; Irigoin, Scriptorium 13 (1959) 181–195; Follieri, Cod. Vat. 26f. (Nr. 16); eadem, Minuscola 148; Perria, in: RSBN 14–15 (1977–1979) 33–114 (Lit.); Spatharakis, Corpus 11 (Nr. 9); Barbour 14 (Nr. 49); Euangelatu-Notara, Semeiomata 115. 128 (Nr. 33). 129 (Nr. 35). 130 (Nr. 43); Prato, in: Scrittura e Civiltà 6 (1982) 99–115 (zum Cod. Athen. 1); Gamillscheg–Harlfinger III 82f. (Nr. 196); Prato, in: Symbolae Berolinenses, hrsg. v. Friederike Berger u. a., Amsterdam 1993, 279–281 (zum Cod. Istanbul, Sarayi G. I. 1).

P: Eine Identität des Kopisten E. mit Ephraim (# 21689), einem Adressaten des anonymen Lehrers (# 31049), wird allgemein für möglich gehalten, cf. Perria, in: RSBN 14–15 (1977–1979) 35–39 (Lit.); Gamillscheg–Harlfinger III 82 (Nr. 196). Chronologisch würde diese Identifikation recht gut passen. Auch ist der Name Ephraim nicht sehr häufig gewesen. Doch es gibt in den Briefen des anonymen Lehrers keinen Hinweis auf die Kopistentätigkeit des Korrespondenten Ephraim (# 21689), so daß die Identität zwar möglich, aber nicht beweisbar ist. Über einen anderen (?) in den Briefen des anonymen Lehrers erscheinenden Ephraim (# 21690) ist noch weniger bekannt. — Die Zuweisung des unsignierten Cod. Vat. Urb. 97 (Plutarch, Viten und Moralia) an E. wird von Perria (op. cit. 99–102) eher abgelehnt, auch wenn die Hs. in großer Nähe zu E. zu sehen ist und vielleicht aus demselben Scriptorium stammt.

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