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BY-NC-ND 4.0 license Open Access Published by De Gruyter

Eustathios Daphnomeles

Εὐστάθειος

Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Beate Zielke and Thomas Pratsch
EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
21864
Namensvariante
Daphnomeles (Bei- oder Familienname)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
998
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Patrikios; Strategos (Dyrrhachion); Gouverneur (Dyrrhachion); Archon (Ochrid/Ohrid)
Name normalisiert
Eustathios
Ort
Dyrrhachion; Ochrid/Ohrid (Bulgarien); Diabolis (Devol); Pronitza (Bulgarien); Brochotos (Gebirge in Bulgarien)
Quelle
Skylitzes

N: Bei- oder Familienname: Daphnomeles — Δαφνομήλης.

T: Patrikios; Strategos von Dyrrhachion; Archon von Ohrid.

V: Vermutlich kurz nach 998 wurde Dyrrhachion, das davor von den Bulgaren gehalten worden war, durch die Einwohner den Byzantinern übergeben, und der Patrikios E. erhielt das Kommando über die Stadt. Vermutlich dürfte er der vom Kaiser ernannte Gouverneur bzw. Strategos von Dyrrhachion gewesen sein, verlor dieses Amt jedoch später, um es nach 1018 wieder zu erhalten. 

 Als Basileios II. nach dem Tod des Zaren Ivan Vladislav (# 23582) im Februar 1018 die bulgarischen Gebiete in Besitz nahm, ernannte er E. zum Befehlshaber (Archon) von Ohrid und unterstellte ihm eine starke Besatzung. 

 Von den bulgarischen Fürsten leistete allein Ibatzes (# 22679) weiter Widerstand. Über sein Ende, das in den Sommer des Jahres 1018 fällt, berichtet Skylitzes in einem ausführlichen Exkurs, dessen Historizität nur schwer einzuschätzen ist. Diesem Bericht zufolge hatte Ibatzes sich auf seinen Besitz Pronista zurückgezogen, der in einem schwer zugänglichen Berggebiet namens Brochotos lag (in der Nähe von Ohrid und Diabolis), leistete dort den Byzantinern weiter Widerstand und sammelte Anhänger um sich. Auf die Nachricht hiervon schlug Basileios II. sein Heerlager bei Diabolis auf, konnte aber nichts ausrichten. Daraufhin faßte E. einen waghalsigen Plan, in den er nur zwei Vertraute (# 30596) einweihte. Als Ibatzes das Fest der Entschlafung Mariens (15. August) feierte, wozu er auch viele Verwandte und Freunde einlud, erschien dort auch E., obwohl er nicht eingeladen war, und gab vor, sich Ibatzes anschließen zu wollen. Er erklärte, daß er ihm unter vier Augen eine wichtige Mitteilung machen wolle. Ibatzes führte ihn in einen benachbarten Garten. Dort fiel E., der körperlich sehr stark war, über ihn her und warf ihn zu Boden. Dann rief er seine beiden Leute hinzu, und sie blendeten Ibatzes. Den zusammenlaufenden Bulgaren erklärte E., daß sie sich nun, da ihr Anführer geblendet worden sei, dem Kaiser ergeben sollten, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Menge tobte, ließ sich dann aber überzeugen. E. brachte Ibatzes zum Kaiser, der ihn ins Gefängnis werfen ließ. Er selbst wurde als Belohnung zum Strategos von Dyrrhachion ernannt und erhielt den gesamten beweglichen Besitz des Ibatzes als Geschenk. 

 Unter Kaiser Romanos III. Argyros soll er zu einem Verschwörerkreis um Konstantinos Diogenes (# 24045) gehört haben. Die Verschwörer wurden verraten, anschließend geprügelt, über die Mese in Konstantinopel geführt und verbannt.

Q: — (Hist.): Skylitzes, Basileios 24, p. 343,64-67; 41, p. 359,18-20; 42, p. 360,49 – 363,42; Skylitzes, Romanos III. Argyros 3, p. 376,86 – 377,3.

L: Pirivatrić, Samuilova država 78. 110f. 114; Dölger–Müller, Regesten Nr. 804f. 805. 805a; Stephenson, Balkan frontier 74. 125. — Zu dem Exkurs cf. Runciman, Bulgarian Empire 250 (unkritische Nacherzählung).

P: Zum mutmaßlichen Zeitpunkt der Übergabe von Dyrrhachion an Byzanz s. unter Ioannes Chryselios (# 23183).

QuelleSource