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Gregoras Iberitzes

Γρηγορᾶς

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22328
Namensvariante
Iberitzes (Beiname bzw. Ethnikon); Dukas (Familie)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
906
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Domestikos Scholai; Magistros; magistr (mbulg.) = Magistros; domestik otborom (mbulg.) = Domestikos Scholai; Patrikios bzw. Befehlshaber = biṭrīq (arab.); bitriq: biṭrīq (arab.) = Patrikios bzw. Befehlshaber; Befehlshaber bzw. Patrikios = biṭrīq (arab.)
Name normalisiert
Gregoras
Ort
Kabala (Festung in Kappadokien, nahe Ikonion); Ikonion (Kappadokien); Kpl.: Studioskloster; Studioskloster (Kpl.); Kpl.: Iberitzespalast; Kpl.: Hagia Sophia; Hagia Sophia (Kpl.); Iberitzespalast (Kpl.); Kpl.: Akropolis; Akropolis (Kpl.)
Quelle
Theoph. cont. 6; Skylitzes; Georg. mon. cont. (Bonn); Zonaras; Leon gr.; Theod. mel.; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Nikolaos Mystikos, Epp.; Patria; Symeon sl.; Symeon log. (Wahlgren); Ibn al-Aṯīr; Ṭabarī; Ibn Šaddād; Symeon log.

N: Beiname: Iberitzes — Ἰβηρίτζης λεγόμενος.

T: Domestikos der Scholen — δομέστικος τῶν σχολῶν. Laut den Chroniken führte G. zur Zeit der Revolte des Konstantinos Dukas (913) den Titel eines Magistros — μάγιστρος; Patrikios bzw. Befehlshaber — arab.: biṭrīq (Ṭabarī).

V: G. war ein angeheirateter Verwandter (συμπένθερος [Theoph. cont.; Georg. mon. cont. (Bonn)] bzw. κηδεστής [Skylitzes]) des Andronikos Dukas (# 20405), und zwar mit großer Sicherheit der Schwiegervater von Andronikos’ Sohn Konstantinos (# 23817). Als Andronikos Dukas, wahrscheinlich im Winter 906/07, gegen Kaiser Leon VI. revoltierte, hierzu möglicherweise durch eine Intrige des Samonas (# 26973) veranlaßt, schickte der Kaiser G. mit Truppen gegen Andronikos aus, der sich in der Festung Kabala (unweit von Ikonion) verschanzt hatte. Laut Ṭabarī gelang es Andronikos im Ǧumādā I (17.2. – 18.3.907) mit der Hilfe des Statthalters von Tarsos, Rustam (# 26909), G. festzunehmen, seine Truppen zu besiegen und danach auf arabisches Territorium zu fliehen (1).

Möglicherweise hat G. in der zweiten Hälfte des Jahres 912 einen Brief des Patriarchen Nikolaos I. Mystikos (# 25885), in dem dieser noch einmal zum Tetragamiestreit Stellung bezog, nebst einem Begleitschreiben des Kaisers Alexandros an Papst Anastasius III. (# 20342) überbracht. Der Überbringer ist im Brief des Patriarchen nicht namentlich genannt, es ist nur von seinem (scil. des Kaisers) berühmten Magistros die Rede (διὰ τοῦ περιβλέπτου αὐτοῦ μαγίστρου), insofern kommen auch andere Magistroi in Frage, die unter Kaiser Alexandros amtiert haben, z. B. Stephanos (# 27224) oder Ioannes Eladas (# 22909) (2).

Nach dem Tod des Kaisers Alexandros (6. Juni 913) rebellierte Konstantinos Dukas, der Sohn des Andronikos. Nach seiner (wohl heimlichen) Ankunft in der Stadt hielt Konstantinos sich im Hause seines Schwiegervaters G. auf, um dort das weitere Vorgehen zu beraten (3).

Nachdem die Revolte niedergeschlagen und Konstantinos Dukas getötet worden war, flohen G. und Leon Choirosphaktes (# 24343) in die Hagia Sophia. Sie wurden gewaltsam aus der Kirche entfernt, zu Mönchen geschoren und im Studioskloster interniert (4).

Der Palast des G. lag in der Nähe des Kaiserpalastes auf der Akropolis. Möglicherweise fiel er nach G.s Bestrafung an Ioannes Tubakes (# 22918)(5).

Anmerkungen: — (1) Theoph. cont. VI 26, p. 372,15-17; Skylitzes, Leon 29, p. 187,67-70; Symeon log. (Leon gr. 281,11-13; Theod. mel. 196,29 – 197,2; Symeon sl. 122,6f.); Symeon log. (Wahlgren) 133,369-371; Georg. mon. cont. (Bonn) 867,8-11; Georg. mon. cont. (Muralt) 1117A; Georg. mon. cont. (Istrin) 35,3-5; Ps.-Symeon 710,18-20; Ṭabarī III 2276,3-18; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 20; Ibn al-Aṯīr VII 552,11f.; Ibn Šaddād 334,21f.; Übers.: Eddé, Description 180. — (2) Nikolaos Mystikos, Ep. 32,510-512. — (3) Theoph. cont. VI 3, p. 382,11f.; Skylitzes, Konstantinos 2, p. 198,46-48; Symeon log. (Leon gr. 289,5-8; Theod. mel. 202,20-24; Symeon sl. 125,12-14); Symeon log. (Wahlgren) 135,19-21; Georg. mon. cont. (Bonn) 875,5f.; Georg. mon. cont. (Muralt) 1129A; Georg. mon. cont. (Istrin) 40,1f.; Ps.-Symeon 719,2f. — (4) Theoph. cont. VI 4, p. 384,4-7; Symeon log. (Leon gr. 290,14-18; Theod. mel. 203,23-26; Symeon sl. 125,32-34); Symeon log. (Wahlgren) 135,47-50; Skylitzes, Konstantinos 2, p. 199,85-89; Georg. mon. cont. (Bonn) 876,12-15; Georg. mon. cont. (Muralt) 1132A; Georg. mon. cont. (Istrin) 40,33-35; Ps.-Symeon 720,17-20; Zonaras XVI 16, p. 460,13-17. — (5) Patria I 71, p. 150,1f.: ἔστιν δὲ ὁ οἶκος τοῦ Τουβάκη καὶ τοῦ Ἰβερίτζη, ὅνπερ ἔχει ὁ Ἀκροπολίτης. Wann der hier erwähnte Akropolites gelebt hat, läßt sich nicht mehr feststellen; cf. auch Berger, Patria 224f. 231f.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Ps.-Symeon. — (Ep.): Nikolaos Mystikos, Ep. 32,510-512. — (Fs.): Patria I 71, p. 150,1f. — (arab.): Ṭabarī; Ibn al-Aṯīr; Ibn Šaddād (alle ohne Namensnennung).

L: Vasiliev, Arabes II 1, p. 187f.; Berger, Patria 224f. 231f. (zu dem Palast des G.).

P: G. wird in den Quellen sowohl der πενθερός des Andronikos als auch des Konstantinos Dukas genannt. Wahrscheinlich war er der Schwiegervater des Konstantinos. Für letzteres spricht auch, daß ein Sohn des Konstantinos Gregoras hieß. Dieser Gregoras Dukas (# 22329) wurde während der Kämpfe getötet. — Trotz des Umstands, daß G. auf Befehl Leons VI. gegen Andronikos Dukas zog und ihn in das Exil im Kalifat zwang, scheint er doch weiterhin mit den Dukai verbunden gewesen zu sein, andernfalls man nicht erwarten würde, daß Konstantinos Dukas 913 ausgerechnet sein Haus als Treffpunkt wählte.

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