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Himerios

Ἱμέριος

EintragstypEntry Type
Person
EintragsspracheEntry Language
DeutschGerman
Personenkennziffer
22624
Namensvariante
Fār.s (arab.); Imerie (mbulg.)
Klerus / Laie
Laie
Geschlecht
Mann
Zeit
10. Jh.
Erste Erwähnung
904
ethnos
Byzanz
Religion
orthodox
Titel / Beruf
Bas. Protospatharios; Mystikos Despotes; Nauarchos; Patrikios; Logothetes Dromos; Logothetes ton ploïmon; synkletikos (Senator); Admiral (nauarchos); Flottenkommandant (nauarchos); protasin’kritie (mbulg.) = Protasekretis; logofet (mbulg.) = Logothetes; Protasekretis; Asekretis; Protospatharios; Flottenkommandant = ṣāḥib marākib (arab.); sahib marakib: ṣāḥib marākib (arab.)= Flottenkommandant, Flottenadmiral; Senator (Synkletikos); ehemaliger Senator (apo tes synkletu); apo tes synkletu; Logothetes Ploïmoi; Archegos tu stolu (Flottenadmiral); Flottenadmiral (Archegos tu stolu, Archon tu stolu pantos); Drungarios Ploïmoi; Archon tu stolu pantos (Flottenadmiral)
Name normalisiert
Himerios
Ort
Thessalonike; Ägäis; Hellespont; Dardanellen; Abydos; Lampsakos; Strobylos; Imbros; Samothrake; Thasos; Kreta; Lemnos; Kibyrrhaioton; Chios; Samos; Mytilene (Lesbos); Lesbos; Laodikeia = Lāḏiqīya (Syrien); Tripolis; al-Qubba (Festung in Syrien); Syrien; Zypern
Quelle
ZN; Laurent, Corpus II; Theoph. cont. 6; Konst. Porph., De cerim.; Skylitzes; Georg. mon. cont. (Bonn); Arethas, Scripta minora; Leon gr.; Theod. mel.; Ps.-Symeon; Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Zonaras; Flusin, Fragment; Vita Euthymii (BHG 651); Nikolaos Mystikos, Epp.; Konst. Porph., DAI; Symeon sl.; Symeon log. (Wahlgren); Mas‘ūdī, Murūǧ; Arethas, Brief an den Emir von Damaskus (Förstel); Symeon log.

N: Varianten: Hemerios — Ἡμέριος (Theoph. cont.; Flusin, Fragment; Konst. Porph., De cerim.); arab.: Fā.s (deformierte Form von Himerios bei Mas‘ūdī, Murūǧ).

T: Asekretis (Siegel), Protasekretis — πρωτασηκρῆτις (904); mbulg.: protasin’kritie (Symeon sl.); Skylitzes, Leon 24, p. 183,80, nennt ihn Nauarchos — ναυάρχος. 908 bekleidete er das Amt eines Logothetes des Dromos (Theoph. cont. p. 371,20f.) und wurde von Theoph. cont. als τοῦ στόλου παντὸς ἀρχηγός bezeichnet. Zu dieser Zeit ist er auch als (Ex-)Senator und Logothetes ton ploïmon — (τοῦ) ἀπὸ τῆς συγκλήτου τοῦ τε Ἱμερίου τοῦ κατ᾿ ἐκεῖνο καιροῦ δρογγαρίου τῶν πλοΐμων (Vita Euthymii) belegt; ebenso bezeichnet Konst. Porph, DAI 50,190, ihn als Patrikios und Logothetes des Dromos. 911 ist er (untechnisch) als Strategos und Archon tu dromu kai tu stolu pantos — στρατηγικώτατος καὶ ἄρχων τοῦ τε δρόμου καὶ τοῦ στόλου παντὸς (Vita Theoctistae Lesb. [BHG 1723–1724]) belegt; bei Symeon sl. 124,23 wird er nur als logoḟet bezeichnet; 912 ist er Patrikios (Flusin, Fragment); auf Siegeln wird H. sowohl als Basilikos Protospatharios und Mystikos des Despotes bezeichnet (ZN) als auch als Patrikios, Protospatharios und Logothetes des Dromos (Laurent); Mas‘ūdī, Murūǧ, bezeichnet ihn als “byzantinischen Flottenbefehlshaber” — arab.: ṣāḥib marākib ar-Rūm.

V: H. gehörte zum Kreis um die Kaiserin Zoe Karbonopsina (# 28506), deren Schwester er geheiratet hatte (1).

Als im Jahre 904 eine arabische Flotte unter dem Kommando des Leon von Tripolis (# 24397) die Dardanellen angriff und u. a. Abydos eroberte, ohne daß der damalige Flottenbefehlshaber Eustathios (# 21836) dies verhinderte, übergab Kaiser Leon VI. dem Protasekretis H. das Kommando über die Flotte (Theoph. cont.: Ἡμερίῳ ... τὴν ναυτικὴν δύναμιν ἐγχειρίσας). H. verfolgte die Araber, die sich in die Ägäis zurückzogen, passierte dabei Abydos und folgte Leon über die Inseln Imbros und Samothrake bis nach Thasos, wo er schließlich auf die arabische Flotte traf, aber keinen Kampf wagte. Die Araber segelten ihrerseits nach Thessalonike, nahmen die Stadt ein und plünderten sie. Nachdem die arabische Flotte Thessalonike wieder verlassen hatte, verfolgte H. sie wiederum, ohne sie aber zu erreichen. Die Araber verkauften auf Kreta einen Teil ihrer Beute und kehrten dann in ihre Heimat zurück, während H. untätig auf Lemnos verweilte (2).

Wahrscheinlich im Lauf des Sommers 906 erschien die arabische Flotte von neuem in byzantinischen Gewässern. Leon VI. übergab wiederum dem H., der jetzt als Logothetes des Dromos bezeichnet wird, den Oberbefehl und ordnete zugleich an, daß Andronikos Dukas (# 20405) an dem Unternehmen teilnehmen sollte. Dieser weigerte sich jedoch und blieb an Land, so daß H. alleine gegen die Araber ausfuhr und am Festtag des hl. Thomas (6. Oktober) einen glänzenden Sieg errang (3). In einem späteren Schreiben, das laut Überschrift Arethas von Kaisareia (# 20554) wohl um 926/27 im Namen des Kaisers Romanos I. Lakapenos an den Emir von Damaskus ‘Alī ibn ‘Īsā (# 20254) geschrieben haben soll, wird H. in einer Reihe mit Abū Ţāhir (# 20082) und Andronikos Dukas als einer derjenigen genannt, die in jüngerer Zeit den Arabern empfindliche Niederlagen beigebracht hatten.

Im Winter 906/07 mußte Patriarch Nikolaos I. Mystikos (# 25885) zurücktreten und wurde durch Euthymios (# 21913) ersetzt. Die Vita Euthymii berichtet, daß H. und der Patrikios Nikolaos (# 25943), beide Verwandte (συγγενεῖς) der vierten Frau Leons VI., Zoe Karbonopsina, Euthymios gebeten hätten, die Kaiserin öffentlich in der Kirche zu proklamieren. Jedoch habe Euthymios dies abgelehnt (4).

Im Jahr 297 a. h. (20.9.909 – 8.9.910) gelangte H. mit einer byzantinischen Flotte an die Küste Syriens. Er nahm die Festung al-Qubba ein, die die Muslime nach langem Widerstand nicht mehr halten konnten. Danach eroberte er Laodikeia und machte zahlreiche Gefangene.

In diesem Zusammenhang muß H. auch auf Zypern Station gemacht haben und gegen die Araber, die dort lebten oder sich kurzzeitig dort aufhielten, vorgegangen sein, obwohl die Insel demilitarisiert war und als eine Art von neutralem Niemandsland zwischen Byzantinern und Arabern angesehen wurde. Nach der Rückfahrt des H. besetzten die Araber unter Damianos (# 21365) die Insel, plünderten sie und führten die Anwohner in Gefangenschaft. Diese Ereignisse finden auch Erwähnung in einem Brief (Ep. 1,116-157; geschrieben vermutlich im Frühjahr 914) des Patriarchen Nikolaos I. Mystikos an den Kalifen al-Muqtadir (# 25451): Nikolaos wandte sich in diesem Brief gegen die Plünderung der Insel Zypern durch die Araber. Man könne sich zwar auf den Standpunkt stellen, daß die Strafaktion zu Recht erfolgt sei, denn H. habe Araber auf der Insel gefangengenommen und getötet, wovor die Zyprioten sie vertragsgemäß hätten schützen müssen. Bei genauerer Betrachtung müsse man jedoch folgendes entgegenhalten: Die Zyprioten könnten nicht für die Handlungen von H. und dessen Truppen verantwortlich gemacht werden. H. habe als Oberbefehlshaber der byzantinischen Armee gehandelt und einen Feind bekämpft, die Zyprioten aber hätten nicht mit ihm kooperiert. Zypern gehöre zum Interessengebiet beider Reiche. Mit gleicher Argumentation müßte der Kalif gegen die Christen in Syrien vorgehen, weil das byzantinische Reich syrische Städte angegriffen habe. Abgesehen von der Willkür solcher Strafaktionen möge der Kalif am Beispiel des Damianos beachten, wie Gott Gesetzlose strafe: Dieser sei an einer schweren Krankheit gestorben, die ihn ereilt habe, als er in krimineller Weise Zyprioten hinmordete. Schließlich führte Nikolaos auch noch das Schicksal der arabischen Flotte an. Der Brief weist einige chronologische Probleme auf, die eine Beurteilung erschweren. Dennoch bestätigt er die Berichte der anderen Quellen über den Flottenzug des H. gegen Zypern und Syrien. Ein Teil der aus Zypern weggeführten Einwohner scheint, wenn man der Vita Demetriani (BHG 495) trauen darf, dank der Initiative des Demetrianos (# 21451), des Bischofs von Chytroi (Zypern), später wieder auf die Insel zurückgekehrt zu sein (5).

Im Sommer 911 scheint H. eine großangelegte Expedition gegen das arabische Kreta durchgeführt zu haben, an der auch der spätere Kaiser Romanos I. Lakapenos als Unterfeldherr beteiligt war. Ferner nahm als Unterbefehlshaber an diesem Unternehmen wahrscheinlich Niketas Magistros (# 25740) teil, der auch zu Verhandlungen mit den Arabern ermächtigt war (Vita Theoctistae Lesb. [BHG 1723–1724]). Jedoch hatten die Angreifer keinen Erfolg und mußten sich nach mehreren Monaten wieder zurückziehen. Das Zeremonienbuch bietet eine detaillierte Aufzählung der an dem Zug beteiligten Truppen und ihrer Ausrüstung sowie der dafür aufgewendeten Kosten wieder (6). Während der Rückfahrt erlitt die byzantinische Flotte, wohl im April 912, bei Chios eine schwere Niederlage gegen eine arabische Flotte, die unter dem Befehl des Leon von Tripolis und des Damianos stand. H. selbst entkam nur mit Mühe nach Mytilene (7).

Laut Konst. Porph., DAI 50,194, war H. (wohl ca. 909–911) ein einflußreicher Berater Kaiser Leons VI., den er davon überzeugte, den Staurakios Platys (# 27181) als Katepano der Mardaïten abzusetzen und dessen Befugnisse dem Eustathios (# 21843) zu übertragen. Beide waren im übrigen Vertraute H.s gewesen.

Nicht allzu lange vor seinem Tod am 11. Mai 912 soll Leon VI. geplant haben, seinen Bruder Alexandros abzusetzen und H. als Vormund (ἐπίτροπος) für seinen Sohn Konstantinos VII., der zu diesem Zeitpunkt fünf Jahre zählte, einzusetzen, um auf diese Weise die Thronfolge seines Sohnes sicherzustellen. Jedoch sei er vom Senat daran gehindert worden, und sein Tod habe ihm Einhalt geboten (8).

Als H. nach der im April 912 erlittenen Niederlage gegen die Araber nach Konstantinopel zurückkehrte, setzte der neue Kaiser Alexandros ihn ab und verbannte ihn in das im Kalypaspalast gelegene Kampaskloster. Zur Begründung gab er an, daß H. während der Herrschaft seines Bruders (Leon VI.) gegen ihn intrigiert habe. H. starb nach sechs Monaten (9).

Anmerkungen: — (1) Die Vita Euthymii (BHG 651) XVI, p. 109,24f. (Karlin-Hayter) bezeichnet H. als Verwandten (συγγενής) der Zoe Karbonopsina (# 28506); noch genauer ist Flusin, Fragment, cap. 24, p. 129,98f., wo H. als Syngambros bezeichnet wird, der Zoes Schwester geheiratet hatte: Ἡμέριον δὲ τὸν πατρίκιον, ὡς τῆς Καρβωνοψίδος ἀδελφ[ὴ]ν σχόντα καὶ σύγγαμβρον. Demnach wäre er ein angeheirateter Verwandter gewesen. — (2) Theoph. cont. VI 20, p. 367,4 – 368,1; 21, p. 368,15-20; Skylitzes, Leon 23, p. 183,61-66; 24, p. 183,79-83; Symeon log. (Leon gr. 277,1-6; Symeon sl. 120,15-17); Symeon log. (Wahlgren) 133,283-286; Georg. mon. cont. (Bonn) 862,21 – 863,4; Georg. mon. cont. (Muralt) 1109A-B; Georg. mon. cont. (Istrin) 32,7-37. Die Reihenfolge der laut Theoph. cont. von H. angefahrenen Orte und Inseln – Abydos, Strobelos (im Thema Kibyrrhaioton), Lampsakos, Imbros, Samothrake und Thasos – gibt Schwierigkeiten auf, da Strobelos hier völlig aus dem Rahmen fällt. Möglicherweise ist in der Vorlage von Theoph. cont. der Name verlesen. Man könnte auch annehmen, daß H. in einer schwer erklärbaren Irrfahrt von Abydos bis nach Strobelos (das zwischen Rhodos und Myra liegt) gekommen ist, dann umkehrte und wiederum durch die Dardanellen bis nach Lampsakos segelte, um erst danach über Imbros und Samothrake bis nach Thasos der arabischen Flotte nachzueilen. Jedoch ist dies kaum anzunehmen Am wahrscheinlichsten ist eine andere Erklärung: Theoph. cont. gibt zu jedem der genannten Plätze eine ausführliche Gründungslegende aus der antiken Mythologie, darunter auch über den Hellespont und die Ägäis. Insofern dürfte Strobelos hier nur geographisch den südlichen Abschluß der Ägäis meinen und nichts mit der tatsächlichen Fahrt des H. zu tun haben. Georg. mon. cont. (Istrin) entspricht, an manchen Stellen geringfügig modifiziert (vielleicht auch aufgrund falscher Lesung durch den jeweiligen Editor), Theoph. cont., während Skylitzes die Darstellung von Theoph. cont. vereinfacht, der er ansonsten folgt, aber Lampsakos ausläßt; Ps.-Symeon 705,14 – 707,10, der H. bei dieser Gelegenheit nicht nennt, verkürzt einerseits die mythologischen Namenserklärungen, weitet sie andererseits aber auch noch auf weitere Plätze aus und gibt sogar Erklärungen für die Namen verschiedener auswärtiger Völker, wie etwa der Rhos und der Dromitai; cf. auch die kurzen Überlegungen bei Tougher, Leon 187 mit Anm. 136, der die Erwähnung von Strobelos akzeptiert, aber eine andere Lokalisierung für möglich hält. Markopulos, in: JÖB 23 (1974) 89–99, datiert diese geographische Liste in die Antike (juste avant Jules César) und ist der Meinung, daß Ps.-Symeon sie nach 988 in sein Werk aufgenommen habe, das demzufolge etwas später zu datieren wäre; ähnlich auch Karpozelos, in: Dodone 12 (1983) 334–336. — (3) Theoph. cont. VI 26, p. 371,19 – 372,9; Skylitzes, Leon 29, p. 186,48-58; Symeon log. (Leon gr. 280,15 – 281,7; Theod. mel. 196,12-25; Symeon sl. 121,31 – 122,3); Symeon log. (Wahlgren) 133,352-365; Georg. mon. cont. (Bonn) 866,12 – 867,4; Georg. mon. cont. (Muralt) 1116B–1117A; Georg. mon. cont. (Istrin) 34,22-33; Ps.-Symeon 710,4-7. 11-13 (Datierung in das 23. Jahr Leons, also auf 908/09); Zonaras XVI 14, p. 449,15 – 450,7. Das Jahr dieser Schlacht ist umstritten: zwischen 905 und 908. — (4) Vita Euthymii (BHG 651) XVI, p. 109,24-32 (Karlin-Hayter). — (5) Zu dem Zug gegen Syrien s. Mas‘ūdī, Murūǧ VIII 281,9 – 282,1; Übers.: Vasiliev, Arabes II 2, p. 43; cf. Vasiliev, Arabes II 2, p. 198–200. Bei der Festung al-Qubba handelt es sich möglicherweise um eine Umschreibung der Festung von Ṣaḥyūn im Umland von Laodikeia, so Barbier de Meynard (ed.), Mas‘ūdī, Murūǧ 281 Anm.1, und Vasiliev, Arabes II 2, p. 43; der Aufenthalt des H. auf Zypern ist nur durch den Brief des Nikolaos bekannt: Nikolaos Mystikos, Ep. 1,116-157; da Nikolaos als Patriarch schreibt, kann der Brief erst nach dem Mai 912 (Rückkehr des Nikolaos auf den Patriarchenthron) geschrieben worden sein. Trotzdem erwähnt Nikolaos zwar den Tod des Damianos, aber nicht die schwere Niederlage des H. im April 912 (s. o.) bei Chios, die man ja auch als Strafe für das unrechtmäßige Vorgehen des H. auf Zypern interpretieren könnte. Dies läßt vermuten, daß der Brief vielleicht erst nach der Rückkehr der Kaiserinmutter Zoe Karbonopsina an die Macht (Frühjahr 914) geschrieben worden ist, weshalb Nikolaos Rücksicht auf H., der ja Schwager der Kaiserin gewesen war, nehmen mußte; zu den Nachrichten der Vita Demetriani über die Rückkehr der Zyprioten s. unter Demetrianos; zu der Situation auf Zypern cf. zuletzt den Überblick von Lilie, Zypern (Lit.). — (6) Konst. Porph., De cerim. II 44, p. 651,14 – 660,12 (Reiske); zu H. direkt: p. 651,16; über den Verlauf der Expedition sagt das Zeremonienbuch nichts, nur über die Aufwendungen für das Unternehmen; zu dem Zug cf. Eickhoff, Seekrieg 260f.; Tsougarakis, Crete 54f.; Haldon, in: TM 13 (2000) 240–242. Haldon bezweifelt, daß es eine eigene Expedition gegen Kreta gegeben habe, und sieht sie, wenn sie überhaupt stattgefunden habe, dann als Erweiterung der Expedition gegen Zypern/Syrien. Tatsächlich ist nicht zu bestreiten, daß die in dem Zeremonienbuch geschilderten Vorbereitungen genausogut oder sogar besser auf eine Expedition gegen Syrien passen würden. Aber die Behauptung Haldons, daß die Expedition gegen Kreta in keiner unabhängigen griechischen Quelle erwähnt werde, ist unrichtig, denn sie wird sehr konkret mit dem Ziel Kreta in der Vita Theoctistae Lesbiae erwähnt, wo auch H. selbst als Oberbefehlshaber genannt wird. Dies schließt nicht aus, daß sie in Zusammenhang mit dem Unternehmen gegen Zypern/Syrien gestanden hat, aber der Bericht der Vita Theoctistae deutet eher auf eine selbständige Unternehmung hin, die sich gegen Kreta richtete, s. Vita Theoctistae Lesb. (BHG 1723–1724) cap. 2, p. 225D-E. — (7) Theoph. cont. VI 31, p. 376,23 – 377,4; Skylitzes, Leon 33, p. 191,3-8; Symeon log. (Leon gr. 285,1-5; Theod. mel. 199,12-15; Symeon sl. 123,19-22); Symeon log. (Wahlgren) 133,433-436; Georg. mon. cont. (Bonn) 870,13-17; Georg. mon. cont. (Muralt) 1121C; Georg. mon. cont. (Istrin) 37,5-8; Ps.-Symeon 715,26-11. Die Chronisten datieren die Schlacht in den Oktober 911. Doch handelt es sich hierbei wohl um die Datierung für die Ausfahrt der Flotte. Laut Skylitzes, der gegenüber Theoph. cont. über zusätzliche Informationen verfügt, betrug die Stärke der arabischen Flotte 300 Schiffe, und die Schlacht fand bei Samos statt, während H. sich nach der Niederlage nach Mytilene (Lesbos) retten konnte. — (8) Flusin, Fragment 24, p. 129,97-101. — (9) Theoph. cont. VI 5, p. 379,22 – 380,4; Skylitzes, Alexandros 5, p. 195,90-94; Symeon log. (Leon gr. 287,13-18; Theod. mel. 201,11-15; Symeon sl. 124,23-26); Symeon log. (Wahlgren) 134,34-39; Georg. mon. cont. (Bonn) 873,8-12; Georg. mon. cont. (Muralt) 1125B-C; Ps.-Symeon 717,8-12. Dieser Vorwurf könnte in Verbindung mit dem Versuch Leons VI. stehen, Alexandros zu entmachten und H. zum Vormund für den jungen Konstantinos VII. zu machen.

Q: — (Hist.): Theoph. cont.; Skylitzes; Symeon log. (Leon gr.; Theod. mel.; Symeon sl.); Symeon log. (Wahlgren); Georg. mon. cont. (Bonn); Georg. mon. cont. (Muralt); Georg. mon. cont. (Istrin); Ps.-Symeon; Zonaras. — (Ep.): Nikolaos Mystikos, Ep. 1,116-157; Arethas, Scripta minora Nr. 26, I, 243,15 (= Förstel, Brief des Arethas an den Emir von Damaskus 38, l.268f.). — (Hag.): Vita Euthymii (BHG 651); Flusin, Fragment 24, p. 129,97-101; Vita Theoctistae Lesb. (BHG 1723–1724). — (Fs.): Konst. Porph., DAI 50,189-196; Konst. Porph., De cerim. II 44, p. 651,16 (Reiske). — (arab.): Mas‘ūdī, Murūǧ. — (Sg.): (fast alle datiert Wende vom 9. zum 10. Jh.) ZN 165: Ἱμερίῳ βασιλικῷ πρωτοσπαθαρίῳ καὶ μυστικῷ τοῦ φιλοχρίστου δεσπότου. Laurent, Corpus II 53: Ἱμηρίῳ ἀσηκρῆτις. 54: Ἱμηρίῳ ἀσηκρήτῃ; 428 (Anfang des 10. Jh.s): Ἱμηρίῳ πατρικίῳ, πρωτοσπαθαρίῳ καὶ λογοθέτῃ τοῦ δρόμου.

L: ODB II 933. — Brooks, in: BZ 22 (1913) 386; Guilland, Recherches I, p. 537f.; idem, Les logothètes 54 Nr. 18; Ahrweiler, Mer 104f. 113 Anm. 4; Eickhoff, Seekrieg 258–261; Karlin-Hayter, in: Vita Euthymii (BHG 651) 220–222; Christides, Crete 4. 6. 56. 60. 167. 185; Lev, in: Byz 54 (1984) 225f.; Malamut, Les îles 82–84. 111f.; Grumel–Darrouzès, Regestes Nr. 632; Tougher, Leon 256 (Index); Lauxtermann, Poetry 211f. — ZN zum Titel Mystikos.

P: Zur Datierung des Seesiegs über die Araber s. unter Andronikos Dukas (# 20405). — Da der Name Himerios sehr selten ist, möchten ZN drei von Laurent (Corpus II 53, 54 und 428) publizierte Siegel diesem H. zuweisen. Während die Siegel 53 und 54 auf dem Avers eine ikonographische Darstellung zeigen und auf dem Revers den Titel Asekretis tragen, ist auf dem Siegel Nr. 428 ein Kreuz auf Stufen abgebildet und das Revers trägt die folgende Titulatur: Patrikios, basilikos Protospatharios und Logothetes des Dromos. Dieser Siegler wird von ZN mit H. identifiziert; ZN beziehen sich in diesem Zusammenhang auf Guilland, Recherches I, p. 537f.; idem, in: REB 29 (1971) 54 Nr. 18; Karlin-Hayter, in: Vita Euthymii [BHG 651] 220–222). Diese Titel werden auch von den historiographischen Quellen bestätigt, so daß die Identifizierung zutreffend sein dürfte. — Lauxtermann, Poetry 211f., entwickelt die Hypothese, daß H. verschlüsselt mit dem “Klearchos” in einem Epigramm an Leon VI. gemeint sei (ed. A. Markopulos, Ἀποσημειώσεις στόν Λέοντα ΣΤ᾿ τόν Σοφό, in: Θυμίαμα στη μνήμη της Λασκαρίνας Μβούρα, Athen 1994, vol. I 193–201 [Ndr. in: A. Markopoulos, History and Literature of Byzantium in the 9th–10th Centuries, Variorum Reprints, Aldershot 2004, Nr. XVI], bes. 195, v. 24-26), dem dort Feigheit vor dem Feind (ἀτολμία) vorgeworfen wird. Anhand dieser Identifikation datiert Lauxtermann das Epigramm, das das Geschenk einer Xenophonhandschrift begleitete, auf die Brumalia Kaiser Leons VI. (4. Dezember) im Jahre 904, nach der Eroberung Thessalonikes durch die Araber, für die H.s Zaudern verantwortlich gemacht worden sei.

Angehörige (anonym):

1. Ehefrau 22624A

V: Sie war die Schwester der Zoe Karbonopsina.

Q: — (Hag.): Flusin, Fragment, cap. 29, p. 129,98f.

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